Mundsoor heilen

Wenn du feststellst, dass du Mundsoor hast, solltest du sofort mit der Behandlung beginnen. Mundsoor ist eine sogenannte Kandidose, die durch ein übermäßiges Wachstum von Candidapilzen an der Mundschleimhaut und in der Mundhöhle entsteht. Hefepilzarten der Gattung Candida sind ein normaler Bestandteil der Flora in und auf dem menschlichen Körper (z.B. in der Mundhöhle, dem Rachen, der Speiseröhre und dem Magen-Darm-Trakt), bei Mundsoor wächst die Hefepilzanzahl jedoch zu stark an. Mundsoor tritt meistens bei Säuglingen auf und bei Menschen, die Antibiotika und/oder Steroide einnehmen oder immungeschwächt sind. In den meisten Fällen sind Candida-Infektionen nicht ernsthaft und einfach zu behandeln, bei manchen ist aber die Einnahme von starken Medikamenten oder eine zusätzliche Behandlung von größeren Gesundheitsproblemen erforderlich.

Methode 1 von 2: Mundsoor zu Hause behandeln

  1. Nimm Probiotika. Die Einnahme von Probiotika (gesunde Bakterien) kann gegen Mundsoor helfen, da diese guten Bakterien die überschüssigen Hefepilze verdrängen und das normale Gleichgewicht der Schleimhäute wieder herstellen. Besorge dir ein probiotisches Nahrungsergänzungsmittel, bei dem eine Dosis mindestens fünf Milliarden KBE (oder KbE; kurz für koloniebildende Einheit) enthält, und nimm es zwei- bis dreimal täglich ein.
    • Wenn die betreffende Person ein Säugling oder Kind ist, kannst du die Kapseln auch öffnen und über das Essen des Kindes streuen oder aus dem Pulver eine Paste herstellen und sie im Mund des Babys verteilen.
  2. Iss Joghurt. Du kannst Probiotika auch über fermentierte Lebensmittel wie Joghurt aufnehmen. Allerdings ist die Menge, die du hierbei aufnimmst, sehr viel geringer und mitunter auch nicht so wirksam.
    • Entscheide dich für ungesüßten Naturjoghurt, da Zucker das Hefepilzwachstum fördert.
    • Iss ein- oder zweimal täglich Joghurt. Achte darauf, schön langsam zu essen und einen Löffel voll für etwa 30 Sekunden möglichst dicht am Ausschlag zu halten, bevor du ihn hinunterschluckst.
    • Es gibt widersprüchliche Beweise für die Wirksamkeit von Probiotika in Joghurtkulturen, doch im Allgemeinen hat diese Kur nur wenig negative Nebenwirkungen.
  3. Benutze eine selbstgemachte Mundspülung. Es gibt verschiedene Mundspülungen, die du ausprobieren kannst, um Mundsoor loszuwerden. Die Anweisungen sind für alle gleich: Wende die Lösung zwei- oder dreimal täglich an, bewege sie im Mund hin und her und spucke sie anschließend aus. Zu den Mundspülungen gehören folgende:
    • Salzwasser – ein halber Teelöffel Salz auf 240 ml Wasser
    • Apfelessig – ein Teelöffel Essig auf 240 ml Wasser
    • Teebaumöl – einige Tropfen Öl in 240 ml Wasser; Teebaumöl sollte nur zum Spülen verwendet werden, da es eingenommen giftig ist.
  4. Probiere Gentianviolett gegen den Mundsoor aus. Ein älteres Hausmittel gegen Soor ist ein Farbstoff namens Gentianviolett (u.a. auch als Pyoktaninlösung und Kristallviolett bezeichnet). Für diese Lösung brauchst du kein ärztliches Rezept. Nimm ein kleines Bisschen auf ein Wattestäbchen und bedecke die betroffenen Bereiche leicht mit der Lösung. Eine Anwendung sollte ausreichen. Da es sich um einen Farbstoff handelt, solltest du darauf achten, dass er nicht auf Kleidungsstücke oder andere Gegenstände gelangt, die du nicht verfärben möchtest. Trage während der Anwendung am besten Einmalhandschuhe und halte die Lösung von deinen Lippen fern, da sie deine Haut zeitweise lila färben würde.
    • Verwende dieses Hausmittel nur nach Absprache mit deinem Arzt, da es Geschwüre im Mund hervorrufen kann und in neuen Studien mit Mundrachenkrebs in Zusammenhang gebracht wurde.
    • Gentianviolett sollte nicht geschluckt werden, da es giftig wirken kann, wenn es in den systemischen Kreislauf aufgenommen wird.
  5. Nimm Vitamine und Mineralien ein. Vitamin C und auch andere Vitamine und Mineralien einzunehmen kann dir guttun, da es dein Immunsystem stärkt und ihm hilft, Infektionen zu bekämpfen und Entzündungen zu lindern. Zu den empfohlenen Dosierungen gehören:
    • Vitamin C – 500 mg bis 1000 mg pro Tag
    • Vitamin E – 200 IU bis 400 IU pro Tag
    • Selen – 200 µg pro Tag
  6. Achte darauf, essentielle Fettsäuren aufzunehmen. Sie können deinem Körper nicht nur dabei helfen, Entzündungen zu lindern, sondern bieten dir noch weitere gesundheitliche Vorteile, wie z.B. die Reduzierung von Tierfetten in deinem gewohnten Speiseplan. Du kannst beispielsweise täglich je zwei Teelöffel Omega-6-Fettsäuren (auch als Nachtkerzenöl bekannt) und Omega-3-Fettsäuren (Fischöl) einnehmen oder zweimal täglich 1000 bis 1500 mg.
    • Du kannst auch Caprylsäure nehmen. Von diesem Nahrungsergänzungsmittel kannst du ein Gramm zu den Mahlzeiten einnehmen. Caprylsäure ist eine Fettsäure, die mitunter auch pilzhemmend wirkt.
  7. Nimm Propolis. Dies ist eine natürlich vorkommende Substanz, die aus Kiefernharz gewonnen wird. Sie wird von Bienen hergestellt und ihre pilzhemmende Wirkung wurde bei Laboruntersuchungen bestätigt. Bedenke jedoch, dass du, wenn du auf Honig allergisch bist oder Asthma hast, vor Beginn der Behandlung mit deinem Arzt sprechen solltest.
  8. Benutze Kräuterpräparate. Es ist wichtig, dass du den Gebrauch von Kräuterpräparaten (und mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten, die du einnimmst) vor der ersten Einnahme mit deinem Arzt besprichst. Zwar können Kräuter und Heilpflanzen gesundheitsfördernd wirken, sie können aber auch negative Wechselwirkungen hervorrufen und zu gesundheitlichen Problemen führen. Zu den gesundheitsfördernden Kräutern und Pflanzen, die gegen Mundsoor helfen könnten, gehören:
    • Knoblauch – Knoblauch ist für seine pilzhemmende Wirkung bekannt. Die allgemeine Dosis liegt bei einer Knoblauchzehe pro Tag (dies entspricht etwa 4000 bis 5000 µg Allicin). Knoblauch kann mit Medikamenten in Wechselwirkung stehen und das Blutungsrisiko erhöhen. Man weiß, dass es mit blutverdünnenden Mitteln wie Clopidogrel (Plavix®), Warfarin (Coumadin®) und Acetylsalicylsäure (Aspirin®) zu Wechselwirkungen kommen kann. Auch die Wirkung von HIV-Medikamenten kann von Knoblauch beeinflusst werden.
    • Echinacea – Es hat sich gezeigt, dass der Saft des Sonnenhuts die Abwehrkräfte gegen häufig auftretende Scheidenpilzinfektionen stärkt. Eine tägliche Einnahme von zwei bis vier Milliliter kann bereits helfen. Es kann aber auch bei Echinacea zu Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen, daher ist es wichtig, dass du vor der Einnahme mit deinem Arzt über mögliche Komplikationen sprichst.
    • Teebaumöl – Es hat sich in verschiedenen Studien gezeigt, dass Teebaumöl pilzhemmende Eigenschaften besitzt, sodass es als Mundspülung auch bei Mundsoor helfen kann. Teebaumöl kann, oral eingenommen, giftig sein, daher sollest du es (nach vorheriger Absprache mit deinem Arzt) wirklich nur als Mundspülung verwenden.
    • Granatapfel – Es hat sich in einer Studie über Prothesenstomatitis (durch schlecht sitzende Zahnprothesen entstandene Mundschleimhautentzündung) tatsächlich gezeigt, dass Granatapfelgel als Behandlung bei Mundsoor fast genauso wirksam ist wie Miconazol-Mundgel.
  9. Behandle Mundsoor, wenn dein Baby dich angesteckt hat. Wenn ein Säugling, der von seiner Mutter gestillt wird, an Mundsoor erkrankt, kann der Candidapilz auch die Brustwarzen der Mutter befallen. In solchen Fällen sind die Brustwarzen meistens gerötet, schuppen und jucken, und das Stillen kann schmerzhaft sein. Zwei Methoden zur Behandlung dieser Infektion sind:
    • Nystatin-Creme – Sie kann dir von deinem Arzt verschrieben werden. In den meisten Fällen soll sie zwei- bis dreimal täglich aufgetragen werden.
    • Essiglösung – Gib einen Teelöffel Essig in 240 ml Wasser. Du kannst hierzu Branntweinessig oder Apfelessig verwenden. Reibe diese Lösung nach jedem Stillen auf deine Brustwarzen und lasse sie an der Luft trocknen.
  10. Wechsle alles aus, was während deiner Erkrankung Kontakt zu deinem Mund hatte. Es ist wichtig, dass du alle Gegenstände, die Kontakt zu dem Pilz hatten, sterilisierst oder ersetzt, um einem Wiederauftreten des Mundsoors vorzubeugen. Entsorge deine alte Zahnbürste und besorge dir eine neue (oder wechsle den Bürstenkopf deiner elektrischen aus). Wenn du einen Zahnersatz trägst, weiche ihn die Nacht über in einer speziellen Reinigungsflüssigkeit ein.
    • Bei Babys solltest du alle Gegenstände, die sie in den Mund nehmen, (z.B. Schnuller und Flaschensauger) abkochen. Wasche das Geschirr mit heißen Wasser bei einer Temperatur von über 50° C und teile benutztes Geschirr und Besteck nicht mit anderen.

Methode 2 von 2: Mundsoor medikamentös behandeln

  1. Lasse dich von einem Arzt untersuchen. Ärzte und Zahnärzte sind im Allgemeinen in der Lage, Mundsoor allein durch das Betrachen des Ausschlages in deinem Mund zu erkennen. Es kann trotzdem sein, dass sie noch einen Abstrich machen.
    • Du solltest unbedingt einen Arzt konsultieren, wenn sich nach zwei Tagen Selbstbehandlung keine Besserung zeigt oder du dir nicht sicher bist, ob du tatsächlich an Mundsoor leidest.
  2. Verwende Miconazol-Mundgel. Miconazol-Mundgel ist ein Medikament gegen Mundsoor, das derzeitig rezeptfrei in Apotheken erhältlich ist. Eine häufig verwendete Marke ist Daktarin®-Mundgel. Bei Menschen mit Lebererkrankungen, Schwangeren, Stillenden und Säuglingen im Alter von unter sechs Monaten sollten vor der Behandlung mit Miconazol besondere Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden.
    • Trage eine erbsengroße Menge des Gels direkt auf die Wunden auf. Lies dir die Packungsbeilage durch, wenn du nicht weißt, wie das Gel auftragen wird.
  3. Benutze eine Nystatin-Mundspülung. Nystatin ist ein Arzneistoff, der bei Infektionen und Hefepilzbefall helfen kann. Bewege die medizinische Mundspülung für einige Minuten im Mund hin und her und schlucke sie anschließend hinunter, um auch den Rachenraum und deine Speiseröhre zu reinigen. Wende sie drei- bis fünfmal täglich an.
    • Nystatinlösung – 100.000 E./ml vier- bis sechsmal täglich
  4. Nimm verschreibungspflichtige Lutschtabletten. Nystatin oder Clotrimazol können auch als runde Lutschtabletten eingenommen werden. Lasse eine Lutschtablette in deinem Mund zergehen und bewege deinen Speichel dabei leicht im Mund umher, damit das Arzneimittel an alle Bereiche deines Mundes gelangt. Denke auch daran, deinen Speichel hin und wieder hinunterzuschlucken, um auch die Infektion in deinem Hals zu bekämpfen.
    • Du solltest das Medikament wenigstens bis zu 48 Stunden nach Abklingen der Symptome einnehmen, unabhängig davon, ob es sich um eine Spülung oder Lutschtablette handelt.
    • Nystatin-Lutschtabletten à 200.000 E sind viermal täglich über eine Dauer von ein bis zwei Wochen einzunehmen.
  5. Nimm verschreibungspflichtige Tabletten ein. Wenn die Mundspülung oder die Lutschtabletten bei dir keine Wirkung gezeigt haben oder wenn sich der Pilzbefall über deinen Mund hinaus verbreitet hat, wirst du Tabletten einnehmen müssen, um die Infektion loszuwerden. Typischerweise wird die Einnahme von Fluconazol oder einem Wirkstoff aus der Gruppe der Echinocandine verschrieben. Für welchen Arzneistoff ein Arzt sich entscheidet, hängt von der Art des Candidapilzes und des Gesundheitszustandes des jeweiligen Patienten ab.
    • Zu den Antimykotika, die du oral einnehmen kannst, gehören Clotrimazol (Mycofug®) und Fluconazol (Diflucan®).
    • Fluconazol wird meistens als 400-mg-Tablette verschrieben. Am ersten Tag sollen zwei Tabletten eingenommen werden und danach täglich eine. Obwohl es so aussehen kann, als sei der Mundsoor bereits innerhalb der ersten zwei Tage verschwunden, ist es wichtig, die Behandlung weisungsgemäß fortzusetzen (gewöhnlich über eine Dauer von zwei Wochen).
    • Das Echinocandin Caspofungin wird mit einer Einnahme von 70 mg am ersten Tag und anschließend einer täglichen Einnahme von 50 mg verschrieben. Vom Echinocandin Anidulafungin soll am ersten Tag 200 mg und danach 100 mg täglich eingenommen werden.
  6. Sprich mit deinen Arzt darüber, mit welcher Behandlung du beginnen solltest. Manche Ärzte verschreiben gleich Tabletten, um den Patienten möglichst schnell und sicher zu behandeln. Sprich mit deinem Arzt über deine Möglichkeiten, wenn er dir Tabletten verschreibt, du aber lieber mit einer anderen Behandlungsform beginnen würdest.

Tipps

  • Du solltest alles, was du im Mund oder in der Nähe deines Mundes hattest, nicht mit anderen teilen.

Warnungen

  • Wenn du ein Medikament einnimmst und sich dein Mundsoor nicht verbessert, solltest du dich möglichst schnell an deinen Arzt wenden.
  • Wende dich an deinen Arzt, wenn du den Mundsoor mit Hausmitteln behandelt hast und sich nach zwei Tagen noch keine Besserung zeigt.
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