Bringe deinen Ehemann von den Pornos ab

Viele schauen sich gerne Pornos an. Das bedeutet nicht, dass diese Menschen „schlecht“ oder „moralisch verdorben“ sind. Wenn du dich aber mit Pornos nicht wohlfühlst, kann das Wissen, dass dein Ehemann auf sie steht, deine Ehe belasten. Am besten löst du dieses Problem, indem du offen und ehrlich mit deinem Ehemann sprichst. Du kannst verschiedene Schritte unternehmen, um eine Lösung für dieses Problem zu finden.

Teil 1 von 3: Führe ein aufrichtiges Gespräch mit deinem Ehemann

  1. Schreibe deine Hauptargumente auf. Vielleicht hast du gerade erst herausgefunden, dass dein Mann sich Pornos anschaut. Oder es handelt sich dabei um ein langanhaltendes Problem in eurer Beziehung. Was auch zutrifft, es wird Zeit, ein aufrichtiges Gespräch über deine Gefühle zu führen.
    • Bereite dich auf ein offenes Gespräch über das Problem vor. Als ersten Schritt solltest du dir über deine Gefühle klarwerden.
    • Frage dich selbst, warum seine Pornoleidenschaft ein Problem für dich darstellt. Sind es religiöse Gründe? Oder widerspricht es deinem Moralkodex?
    • Finde passende Worte, die deine Gefühle ausdrücken. Versuche sie mit Worten wie „frustriert“, „besorgt“ oder „nervös“ zu beschreiben.
    • Stelle eine Liste aller Dinge zusammen, die du gerne sagen möchtest. Das wird dir dabei helfen, im Gespräch nicht den Faden zu verlieren, und sicherstellen, dass du deinen Standpunkt klarmachst.
  2. Finde den richtigen Zeitpunkt. Mit deinem Ehemann über seine Pornogewohnheiten zu sprechen, ist eine wichtige Sache. Du willst sicherstellen, dass ihr auch genug Zeit für dieses heikle Thema habt. Sorge dafür, dass du auch den richtigen Zeitpunkt für dieses Gespräch wählst.
    • Du solltest das Gespräch nicht zu spät am Abend oder zu früh am Morgen führen. Ihr werdet beide nicht emotional voll da sein, wenn ihr müde seid.
    • Gib ihm eine kleine Vorwarnung. Versuche es z.B. mit, „Ich muss mit dir über etwas Wichtiges sprechen. Wann passt es dir?“
    • Überstürze das Gespräch nicht. Entscheide dich für einen Zeitpunkt, an dem ihr beide es nicht eilig habt, zur Arbeit zu kommen, oder ihr von euren Kindern gestört werden könntet.
  3. Tritt nicht verurteilend auf. Du hast vielleicht ein ernsthafte Abneigung gegen Pornos. Das sind deine Gefühle und das ist auch in Ordnung. Du solltest aber in dem Gespräch mit deinem Mann nicht nur verurteilend auftreten.
    • Versuche „Ich“-Aussagen zu verwenden. Du könntest z.B. sagen, „Ich fühle mich nicht wohl dabei, wenn du in unserem gemeinsamen Zuhause Pornos anschaust.“
    • Diese Form der Aussage ist effektiver als eine „Du“-Aussage. Dein Ehemann wird wahrscheinlich schnell defensiv, wenn du etwas sagst wie, „Wenn du Pornos anschaust, machst du mich wütend.“
    • Vermeide „Löschwörter“. Versuche z.B. nicht etwas zu sagen wie, „Ich liebe dich, aber deine Pornoangewohnheit ist widerlich.“ „Löschwörter“ wie „aber“ heben alles auf, was vor ihnen gesagt wurde.
  4. Stelle Fragen. Deinen Ehemann wissen zu lassen, wie du dich fühlst, ist wichtig. Du solltest dabei aber nicht vergessen, dass bei einer effektiven Konversation beide Teilnehmer die Möglichkeit haben sollten, zu sprechen. Gib dir auch ein wenig Mühe, die Sicht deines Mannes zu verstehen.
    • Stelle offene Fragen. Du könntest z.B. fragen, „Warum ist es dir wichtig, Pornos anzuschauen?“
    • Stelle klar, dass du mehr darüber erfahren willst. Ein Beispiel dafür wäre: „Pornos regen dich also an. Gibt es noch andere Möglichkeiten, wie wir dieses Gefühl erreichen können?“
    • Frage nach neuen Informationen. Du solltest ihn vielleicht fragen, „Hast du einen Vorschlag, wie wir dieses Problem lösen können?“
  5. Höre aufmerksam zu. Fragen sind ein wichtiger Teil eines konstruktiven Gesprächs. Genauso wichtig ist es aber, dass du dir die Antworten auch wirklich genau anhörst. Zeige deinem Ehemann, dass du dir seine Sicht der Dinge auch wirklich aufmerksam anhörst.
    • Verwende nonverbale Hinweise. Du kannst deine Aufmerksamkeit signalisieren, indem du Augenkontakt hältst und bestimmte Gesten machst, wie z.B. verständnisvoll mit dem Kopf nickst.
    • Versuche seine Aussagen zu interpretieren. Du kannst z.B. etwas sagen wie, „Du versuchst mir also zu erklären, dass du diese Angewohnheit schon lange hast. Verstehe ich das richtig?“
    • Zeige Respekt. Erlaube es deinem Ehemann, seine Gedanken und Sätze zu beenden, ohne dass du ihn unterbrichst.

Teil 2 von 3: Arbeitet zusammen an einer Lösung

  1. Gib der Sache Zeit. Nachdem ihr ein konstruktives Gespräch über das Thema geführt habt, wird es Zeit, zusammen an einer Lösung für das Problem zu arbeiten. Gehe nicht davon aus, dass die Situation sich über Nacht klärt. Dabei handelt es sich um ein sensibles Thema – es wirklich auszuarbeiten, kann eine Weile dauern.
    • Nimm dir die Zeit, um über das Thema nachzudenken. Vergiss nicht, euer erstes Gespräch über das Thema muss nicht sofort zu einer Lösung führen.
    • Nachdem du mit deinem Ehemann gesprochen hast, nimm dir ein paar Tage, um über deine Gefühle nachzudenken. Konntet ihr effektiv kommunizieren? Fühlst du dich mit der Situation jetzt besser?
    • Fange damit an, über mögliche Lösungen nachzudenken. Schreibe jede Idee auf, die du hast. Das Aufschreiben kann dir dabei helfen, geistige Klarheit zu erlangen.
  2. Halte die Kommunikationskanäle offen. Sobald du das Thema einmal angesprochen hast, solltest du darauf achten, dass die Diskussion nicht abebbt. Du musst es nicht jeden Tag erwähnen, solltest aber deinen Ehemann hin und wieder daran erinnern, dass ihr noch etwas zu besprechen habt. Teile ihm mit, dass du gerne mit ihm zusammen an einer Lösung arbeiten würdest.
    • Eure Diskussion über Pornos kann durchaus auch zu einem Streit führen. Das ist ganz normal. Viele Paare streiten sich über sogenannte „zentralen Streitpunkte“.
    • Nimm dir etwas Zeit, um dich abzukühlen. Sage zu deinem Ehemann: „Dieses Gespräch ist gerade nicht sehr produktiv. Brechen wir hier erst einmal ab und nehmen uns ein wenig Zeit, um durchzuatmen.“
    • Stelle aber klar, dass die Diskussion noch nicht vorbei ist. Du kannst z.B. sagen: „Dieses Thema ist mir wichtig, lass uns morgen noch einmal darüber sprechen, wenn wir uns beide sammeln konnten.“
  3. Suche nach einem Kompromiss. Es ist für dich vielleicht wichtig, dass dein Ehemann sofort mit dem Anschauen von Pornos aufhört, so ein Versprechen könnte ihm allerdings schwerfallen. Frage dich selbst, ob du zu einem Kompromiss bereit wärst.
    • Kompromisse sind bei Eheproblemen oftmals sehr wichtig. Sie geben beiden Parteien das Gefühl, dass auch der andere etwas zur Findung einer Lösung beiträgt.
    • Finde für dich heraus, ob du dich mit einer schrittweisen Reduzierung des Pornokonsums abfinden könntest. Du könntest z.B. fragen: „Bist du bereit, die Menge an Pornos zu reduzieren, die du dir anschaust?“
    • Wenn du den Willen zu einem Kompromiss zeigst, wird dein Ehemann auch wahrscheinlicher bereit dazu sein, mit dir zusammenzuarbeiten. So wirst du früher oder später dein Ziel „keine Pornos“ erreichen.
  4. Belebe euer Sexleben. Viele Männer sagen, dass sie sich Pornos anschauen, weil es sie erregt. Das heißt nicht, dass er sich nicht mehr zu dir hingezogen fühlt oder den Sex mit dir nicht mehr genießt. Es bedeutet nur, dass er sich nach etwas Abwechslung sehnt.
    • Versuche ein paar Veränderungen an eurem Sexleben vorzunehmen. Vielleicht steckt ihr in letzter Zeit in einer Routine fest.
    • Gib dir Mühe, Sex zu ungewöhnlichen Zeiten und an verschiedenen Orten zu initiieren. Du könntest z.B. deinem Mann morgens unter die Dusche folgen.
    • Sprecht miteinander über eure sexuellen Wünsche. Du kannst ihm erklären, was dir gefällt, und herausfinden, was ihn glücklich macht.
  5. Mache Intimität zu einer Priorität. Intimität ist ein wichtiger Teil einer gesunden Ehe. Es gibt verschiedene Arten von Intimität. Emotionale Intimität und körperliche Intimität sind zwei Beispiele dafür.
    • Werde mit deinem Ehemann emotional intim. Das bedeutet auch, euch gegenseitig alles sagen zu können. Stelle klar, dass kein Thema tabu ist.
    • Versuche zu sagen, „Ich verstehe, dass du manchmal den Drang verspürst, dir Pornos anzuschauen. Du sollst wissen, dass du mit mir über diese Gefühle sprechen kannst.“
    • Stellt eine Verbindung auf eine körperlichen Ebene her. Körperliche Intimität ist genauso wichtig wie Geschlechtsverkehr.
    • Seid körperlich intim miteinander, indem ihr euch jeden Tag küsst und umarmt. Berührt euch gegenseitig leidenschaftlich und macht all die kleinen Gesten, wie z.B. Händchenhalten.

Teil 3 von 3: Reflektiere über deine Emotionen

  1. Unterziehe dich einer Selbstbegutachtung. In einer perfekten Welt würde dein Ehemann sofort mit dem Anschauen von Pornos aufhören. Leider ist die Situation höchstwahrscheinlich nicht ganz so eindeutig. Während du durch den Prozess gehst, die Situation aufzulösen, solltest du immer wieder deine eigene Verfassung überprüfen.
    • Frage dich selbst, wie du über die Fortschritte denkst, die ihr gemacht habt. Fühlst du dich mit der Möglichkeit eines Kompromisses gut?
    • Wie könntest du die Situation verbessern? Würdest du gerne ein weiteres Gespräch mit deinem Mann führen?
    • Unternimm Schritte, um dir das Gefühl zu geben, die Situation unter Kontrolle zu haben. Erinnere dich daran, dass du aktiv an einer Lösung arbeitest.
  2. Erkenne deine Gefühle an. Eine Lösung zu finden, kann ein langwieriger Vorgang sein. Du bist in dieser Zeit vielleicht emotionaler als normal. Erinnere dich immer wieder selbst daran, dass das ganz normal ist. Erlaube dir, eine ganze Bandbreite an Emotionen zu empfinden.
    • Deine Gefühle wechseln vielleicht innerhalb eines Tages von hoffnungsvoll zu frustriert. Das ist in Ordnung.
    • Verurteile deine Gefühle nicht. Erkenne sie einfach an und lasse sie hinter dir.
    • Denke darüber nach, ein Tagebuch zu führen. Über die eigenen Gefühle zu schreiben, kann eine reinigende Erfahrung sein. Es kann dir auch dabei helfen, Muster in deinen Emotionen zu erkennen.
  3. Denke über eine Therapie nach. Wenn ein Ehepartner sich gerne Pornos anschaut, der andere aber nicht, kann das eine komplizierte Situation sein. Ziehe es in Betracht, dich mit einem Experten zu treffen. Eine Eheberatung kann sehr hilfreich dabei sein, Paare durch sensible Themen zu begleiten.
    • Finde den richtigen Therapeuten. Bitte deinen Hausarzt um eine Empfehlung.
    • Lies dir Bewertungen im Internet durch. Schaue dich nach einem lizenzierten Therapeuten um, der sich auf Beziehungsprobleme spezialisiert hat.
    • Bitte um ein Beratungsgespräch. Du solltest sichergehen, dass dir der Ansatz und das Auftreten des Therapeuten zusagt.
  4. Such nach Rat. Deinen Ehemann davon abzubringen, sich Pornos anzuschauen, kann eine frustrierende Aufgabe sein. Vergiss aber nicht, dass du diese Situation nicht alleine durchstehen musst. Du könntest dich z.B. in Einzeltherapie begeben.
    • Du kannst dich auch nach alternativen Quellen der Unterstützung umsehen. Vielleicht hast du einen spirituellen Ratgeber wie einen Priester oder Pastor, der dir geistige Führung bieten kann.
    • Verlasse dich auf Freunde und Familie. Wenn du keine Details über deine Eheprobleme herausgeben willst, ist das in Ordnung. Aber du kannst z.B. trotzdem sagen: „Ich mache gerade eine harte Zeit durch und könnte etwas zusätzliche Unterstützung und Aufmerksamkeit gebrauchen.“

Tipps

  • Vermeide es, ein Ultimatum zu stellen.
  • Halte die Kommunikationskanäle immer offen und ehrlich.
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