Als Babysitter arbeiten

Es erfordert Übung, Geduld und Verständnis, wenn du auf ein kleines Kind aufpassen willst, unabhängig davon, ob es sich dabei um dein kleines Geschwisterchen oder das Kind der Nachbarin handelt. Jugendliche scheitern beim Babysitten oft, weil sie sich nicht genügend vorbereitet haben und geben dann entmutigt auf. Mit guter Planung und Vorbereitung wird es dir jedoch gelingen ein guter Babysitter zu sein. Das macht nicht nur Spaß, sondern kann auch äußerst lukrativ sein.

Teil 1 von 4: Gute Planung

  1. Erstelle einen Plan. Wenn du als Babysitter arbeiten möchtest, wirst du wahrscheinlich „Einzelkämpfer“ sein, also nicht für eine Agentur arbeiten. Daher ist es unerlässlich, dass du deine Zeit vernünftig planst. Es hört sich vielleicht altmodisch an, aber am besten eignet sich dafür ein ganz normaler Kalender. Trage in den Kalender alle Tage und alle Zeiten ein, an denen du „frei“ bist. Auf diese Weise kannst du auf einem Blick erkennen, wann du Zeit zum Babysitten hast und wann nicht.
    • Überlege dir ein Farbsystem, um deine Termine übersichtlich zu ordnen.
    • Achte darauf, deinen Kalender stets aktuell zu halten, um Terminüberschneidungen zu vermeiden.
  2. Überlege dir, wie viel du berechnen willst. Die meisten Eltern haben eine genaue Vorstellung davon, wie viel sie für deine Dienste bezahlen wollen, allerdings werden sie trotzdem wissen wollen, wie viel du berechnen willst. Du kannst dir überlegen, ob du einen Stundenlohn berechnen willst oder ob du pro Kind bezahlt werden möchtest. Für kleinere Familien eignet sich ein Stundenlohn; wenn du auf mehrere Kinder gleichzeitig aufpassen sollst, bist du mit einer Bezahlung pro Kind besser dran.
    • Der Stundenlohn liegt meistens zwischen 5 bis 10 Euro, kann aber auch deutlich mehr oder weniger sein.
    • Pro Kind kannst du meistens 3 bis 5 Euro pro Stunde verlangen.
    • Zu Beginn deiner Tätigkeit wirst du wahrscheinlich weniger verlangen können, als wenn du bereits Erfahrungen im Babysitten hast und entsprechende Referenzen vorweisen kannst.
  3. Absolviere einen Babysitterkurs. Das ist zwar keine Voraussetzung, ist allerdings äußerst hilfreich, da du dort alles Wichtige lernst. Außerdem solltest du einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder machen. Wenn du beides bestanden hast, bist du gut vorbereitet und qualifiziert für deinen ersten Job. Du kannst auch Bücher über Kinderbetreuung lesen bzw. Ratgeber, die die wichtigsten Fragen beantworten.
  4. Erstelle eine Liste mit wichtigen Sicherheits- und Gesundheitsinformationen. Natürlich brauchst du für jedes Kind spezielle Informationen, aber es ist unerlässlich alle allgemeinen Informationen zur Hand zu haben. Du brauchst die Telefonnummer der Giftnotzentrale, der Polizei, Feuerwehr und des ärztlichen Notdienstes. Diese Nummern brauchst du nur im äußersten Notfall, aber dann musst du sie parat haben.
    • Schreibe dir diese Nummern unbedingt auf. Im Ernstfall ist es sehr wahrscheinlich, dass du dich an die einfachsten Telefonnummern nicht erinnern kannst.

Teil 2 von 4: Gute Vorbereitung

  1. Hole Informationen von den Eltern ein. Wenn du bei der Familie eintriffst, lass dir von den Eltern alle wichtigen Informationen geben: schreibe dir auf, wohin sie gehen (Adresse); lass dir ihre Handy-Nummern geben; schreib auf, wann sie in etwa wiederkommen werden.
  2. Erfrage Informationen für den Notfall. Lass dir von den Eltern mindestens zwei Notfall-Kontakte geben. Außerdem brauchst du für jedes Kind eine Liste mit speziellen Informationen, zum Beispiel Allergien, Telefonnummer des Kinderarztes etc.
    • Lass dir zeigen, wo die Familie Medikamente und Erste-Hilfe-Kasten aufbewahren.
    • Lass dir für jedes Kind eine Liste geben, welche Medikamente wann und in welcher Dosis eingenommen werden müssen bzw. welches Medikament du jedem Kind im Falle eines Notfalls oder einer Verletzung geben kannst (z.B. wenn das Kind plötzlich starke Kopfschmerzen bekommt).
  3. Schreibe dir den typischen Zeitablauf der Familie auf. Die meisten Familien haben feste Zeiten für die Mahlzeiten, die Hausaufgaben oder zum Schlafen gehen. Wenn du dir diese Zeiten im Voraus aufschreibst, werden gerade ältere Kinder dir keinen Bären aufbinden können und dir weißmachen können, dass sie noch nicht ins Bett müssen oder immer diese Sendung anschauen etc.
  4. Erfrage, was die Kinder tun dürfen. Das ist von Familie zu Familie unterschiedlich, also musst du das in jeder Familie erfragen. Frage, ob die Kinder den Fernseher, Computer, Videospiele usw. nutzen dürfen und wie lange, ob sie (allein) draußen spielen oder Freunde nach Hause einladen dürfen oder ob bestimmte Bereiche/ Zimmer für sie tabu sind. Diese Regeln können auch für die einzelnen Kinder der Familie unterschiedlich sein (abhängig vom Alter), also frage gezielt nach den Regeln für jedes Kind.
  5. Erstelle einen Speiseplan. Abhängig davon, wie lange du auf die Kinder aufpassen sollst, wirst du ihnen auch etwas zu Essen geben müssen. Frage die Eltern, was sie dafür vorgesehen haben und ob du etwas kochen sollst. Frage gezielt nach den Lebensmitteln, die nicht erlaubt sind. Das sind meistens Süßigkeiten oder Puddings und Co., nach denen die Kinder unweigerlich fragen werden, sobald ihre Eltern weg sind.
  6. Frage nach, welche Konsequenzen du ziehen darfst, falls sich ein Kind nicht benimmt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Kinder nicht immer gut benehmen. Damit du in einem solchen Fall nicht raten musst oder zu hart (oder nicht hart genug) bestrafst, frage die Eltern, welche Konsequenzen bestimmtes Verhalten der Kinder normalerweise hat. Normalerweise werden den Kindern dann bestimmte Privilegien entzogen oder sie bekommen eine Auszeit verordnet.

Teil 3 von 4: Auf die Kinder aufpassen

  1. Lerne die Kinder kennen. Babysitten ist nicht nur einfach ein Job, sondern vielmehr eine gute Möglichkeit Zeit mit Kindern zu verbringen. Die Kinder werden auch viel besser auf dich hören und deine Regeln befolgen, wenn sie dich mögen. Und sie mögen dich dann, wenn du versuchst eine gute Beziehung zu ihnen aufzubauen. Rede mit ihnen, stelle ihnen Fragen, erzähl ein paar Witze, mit denen du das Eis brechen kannst.
  2. Spiele mit ihnen. Natürlich ist es deine Aufgabe auf sie aufzupassen, allerdings solltest du so viel Zeit wie möglich mit ihnen verbringen und mit ihnen zusammen spielen. Wie du mit ihnen spielen kannst, richtet sich nach dem Alter der Kinder: bei einem Baby wirst du vielleicht einfach nur Grimassen schneiden und Spielzeug hochhalten müssen. Sei ein bisschen kreativ und überlege dir Spiele, die die Kinder lange beschäftigen und sie vor Ärger fernhalten.
    • Für ältere Kinder eignen sich neben dem normalen Spielzeug auch Brett- und Bewegungsspiele. Frage sie, was sie gern spielen und lass dich auf sie ein.
  3. Überlege dir Aktivitäten, die jedem Spaß machen. Das ist vor allem dann wichtig, wenn du eine längere Zeit auf die Kinder aufpasst. Ihr könntet etwas zusammen basteln oder malen oder ihr backt bzw. kocht etwas Leckeres zusammen. Auf diese Weise vergeht die Zeit schneller, die Kinder sind beschäftigt und ihr seid alle stolz auf eure Arbeit, wenn ihr das fertige Produkt in euren Händen haltet.
  4. Sieh häufig nach den Kindern. Kinder können sich ihre Zeit noch nicht sehr gut einteilen und vergessen häufig sogar rechtzeitig auf die Toilette zu gehen. Sieh öfters nach ihnen und frage sie, ob sie zur Toilette gehen müssen, etwas trinken oder essen wollen oder ob sie müde sind. Die meisten Kinder nehmen diese Bedürfnisse erst sehr spät wahr, also musst du sie daran erinnern.
  5. Halte dich an den Ablauf der Familie. Wenn dir die Eltern einen Zeitplan gegeben haben, dann solltest du dich so weit wie möglich daran halten. Das bedeutet, dass du den Kindern zu den festgelegten Zeiten etwas zu essen gibst, sie schlafen legst oder darauf achtest, dass sie ihre Hausaufgaben machen.

Methode 4 von 4: Part 4: Fehler vermeiden

  1. Lass die Kinder niemals allein. Deine Aufgabe als Babysitter ist es, auf die Kinder aufzupassen, daher darfst du sie niemals, niemals allein lassen. Natürlich kannst du dich im Nebenzimmer aufhalten, aber du darfst das Haus niemals ohne sie verlassen, um zum Beispiel noch etwas einzukaufen oder einen kurzen Spaziergang zu machen. Das gilt auch für ältere Kinder, es sei denn, die Eltern haben es dir ausdrücklich erlaubt, dass die Kinder eine kurze Zeit allein zu Hause bleiben dürfen.
  2. Lade keine Freunde ein. Niemand sollte das Haus in der Zeit, in der du auf die Kinder aufpasst, betreten, es sei denn, es handelt sich um Freunde der Kinder und es ist im Vorfeld mit den Eltern abgesprochen worden. Du darfst keine Freunde oder Familienmitglieder einladen, um Zeit mir dir zu verbringen, während du ARBEITEST. Es mag sehr verlockend sein, am Abend, wenn die Kinder schlafen, ein paar Freunde einzuladen, aber auch das ist tabu.
  3. Schalte deine elektronischen Geräte aus. Wir leben in einer Zeit, in der Smartphones, Tablets und Laptops allgegenwärtig sind. Daher kann es einem leicht passieren, dass man seine Zeit auf Facebook verbringt oder mit seinen Freunden textet. Doch auch für deinen Job als Babysitter gilt – wie für viele andere Jobs auch – stelle deine elektronischen Geräte aus bzw. benutze sie nur im Notfall. Du wirst dafür bezahlt, auf die Kinder aufzupassen und nicht um mit deinen Freunden zu texten.
  4. Lass den Fernseher nicht endlos laufen. Viele Kinder werden dich fragen, ob sie nicht einfach fernsehen können. Das ist auch okay, aber nur für eine gewisse Zeit. Falls die Eltern dir keine bestimmte Zeit genannt haben, solltest du spätestens nach zwei Stunden den Fernseher ausschalten. Die Kinder werden ihren Spaß haben und sich darüber freuen, wenn du mit ihnen spielst. Und die Eltern werden dich nicht für faul halten und den Eindruck haben, dass du deine Aufgabe nicht ernst nimmst.
  5. Öffne niemals die Tür, es sei denn, du erwartest jemanden und hast dich vergewissert, dass dieser Jemand auch vor der Tür steht. Sieh durch den Türspion oder ein Fenster (öffne nicht die Tür), bevor du die Tür öffnest. Du kannst die Eltern auch im Vorfeld bitten, dir eine Liste mit Leuten zu geben, die sie kennen und die vorbeikommen könnten.
  6. Räume auf, bevor die Eltern nach Hause kommen. Manchmal wird vergessen, dass es zu deiner Aufgabe gehört, hinterher alles aufzuräumen, womit die Kinder (und du) gespielt haben. Das hält sich meistens in Grenzen, aber wenn du mit den Kindern gebastelt oder gekocht hast, achte darauf, dass du alles wieder sauber machst und dorthin zurückstellst, wo du es her hast. Die Eltern werden es sehr begrüßen, wenn sie in ein sauberes Haus vorfinden und werden eher geneigt sein, dich auch in der Zukunft zu beschäftigen.

Tipps

  • Wenn du bei einem Baby die Windeln wechseln musst, achte darauf, dass du alles, was du brauchst (Feuchttücher, Windeln, Creme usw.), griffbereit hast. Du darfst das Baby nicht für eine einzige Sekunde aus den Augen lassen, ganz besonders dann nicht, wenn es auf einem Wickeltisch liegt. Denn in dieser Sekunde könnte es sich drehen und vom Tisch hinunterfallen.
  • Viele Kinder haben nachts Angst vor Monstern. Versuche die Kinder zu beruhigen, indem du ihnen ein Geheimnis verrätst, mit dem sie alle Monster vertreiben können. Überlege dir einen lustigen Reim, wie zum Beispiel: „Winnie Puuh macht bei allen Monstern Huuh!“ Sagt den Reim ein paarmal zusammen auf und sieh in allen Ecken, unter jedem Schrank, hinter den Vorhängen und unter dem Bett nach, ob sich dort irgendwo ein Monster versteckt hat. Sag dem Kind, dass du überall nachgesehen hast und kein Monster zu finden ist. Falls es trotzdem noch Angst hat, sag ihm, dass es ja jetzt den Zauberspruch kennt, mit dem es alle Monster vertreiben kann.
  • Achte auf deine Sprache! Vermeide Schimpfwörter und Slang. Die Kinder sollten bei dir keine unangemessenen Wörter aufschnappen, die sie dann womöglich in Gegenwart ihrer Eltern wiederholen.
  • Wenn du ein Kind badest, darfst du es nicht aus den Augen lassen. Daher solltest du dir im Voraus alles zurechtlegen, was du brauchst (Badezusatz, Handtuch usw.)
  • Falls du auf ältere Kinder aufpasst und diese baden oder duschen sollen, solltest du sie ebenfalls nicht aus den Augen lassen. Falls sie aber in deiner Gegenwart nicht nackt sein wollen, schlage ihnen vor, dass du während dieser Zeit ein Buch oder Zeitschrift liest, so dass du bestimmt nichts siehst.
  • Sei geduldig. Die meisten Kinder hören nicht beim ersten Mal. Bleibe ruhig und schreie sie nicht an.
  • Kinder lieben Geschichten. Sie werden auch deine Geschichten lieben, auch wenn du meinst, du seist der schlechteste Geschichtenerzähler aller Zeiten. Schlage ihnen einen Deal vor, wenn sie nicht essen oder schlafen wollen: wenn sie tun, was du von ihnen möchtest, dann wirst du ihnen eine Geschichte erzählen. Gerade bei jüngeren Kindern solltest du alles, was Angst machen könnte, weglassen; Grimms Märchen können mitunter sehr furchterregend sein.
  • Kinder unterschiedlichen Alters gehen zu unterschiedlichen Zeiten ins Bett. Finde für die älteren Kinder eine ruhige Beschäftigung (wie zum Beispiel ausmalen).
  • Rufe im Zweifel die Eltern an. Es ist besser, einmal zu viel anzurufen, als im Nachhinein etwas zu bereuen. Die meisten Eltern werden es zu schätzen wissen, dass du dir Sorgen machst.

Warnungen

  • Gib den Kindern nichts, was voller Zucker steckt – egal, wie sehr sie danach schreien. Einzige Ausnahmen: Die Eltern haben es dir im Vorfeld gestattet.
  • Schlafe niemals ein, während du auf die Kinder aufpasst. Es ist dein Job auf sie aufzupassen und sicherzustellen, dass sie keine Dummheiten anstellen. Das kannst du nicht, während du schläfst.
  • Wenn du ein Baby schlafen legst, solltest du es nicht auf den Bauch legen. Der „Plötzliche Kindstod“ wird damit in Verbindung gebracht. Du solltest das Baby auch nicht mit Kissen etc. umgeben, da es daran ersticken könnte.
  • Lass die Kinder niemals allein mit dir unbekannten Personen, auch wenn die Kinder sie zu kennen scheinen.
  • Wenn du ein Baby fütterst, solltest du ihm nur Dinge geben, die kleiner als seine Faust sind.
  • Achte auf eine kindersichere Umgebung. Achte darauf, dass keine Kabel herumliegen und entferne alle scharfen Gegenstände. Halte die Kinder von Reinigungsmitteln und Medikamenten fern. Schließe alle Fenster. Wenn du auf ein Krabbelkind aufpasst, achte darauf, dass Türen zum Keller und zum Bad geschlossen sind.
  • Befolge die Regeln, die die Eltern dir gegeben haben. Ansonsten wirst du höchstwahrscheinlich kein zweites Mal auf die Kinder aufpassen dürfen.
  • Sei pünktlich. Komme zur verabredeten Zeit und sei lieber ein paar Minuten früher da, damit die Eltern Zeit haben, dir alles zu erklären.
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