Neuropathie in den Füßen erkennen

Fußneuropathie ist eine Form der peripheren Neuropathie. Das ist ein Zustand, bei dem die Nervenenden betroffen sind. Bestimmte Körperleiden, wie Lepra oder Diabetes, können diesen Zustand verursachen. Weitere Ursachen sind unter anderem Vitaminmangel, traumatische Verletzungen, Immundefizit, chronischer Alkoholmissbrauch oder Infektionen. Die Krankheit kann akut oder chronisch sein. Im Falle einer akuten Neuropathie ist eine sofortige ärztliche Untersuchung nötig. Um dir sicher zu sein, dass du an diesem Zustand leidest, beginne mit Schritt 1.

Methode 1 von 3: Die Symptome erkennen

  1. Achte darauf, ob dein Gefühl verändert zu sein scheint. Verändertes Gefühl kann viele Formen annehmen. Du könntest ein vermindertes Berührungs- oder Erschütterungsempfinden haben. Andererseits könntest du ein Kribbeln oder prickeln (tausend Stecknadeln) empfinden. Reduzierte Gefühl wird Hypoesthäsie genannt, und erweitertes Empfinden nennt man Hyperesthäsie.
    • Die längsten Nerven sind zuerst betroffen. Das bedeutet, dass das veränderte Empfinden an deinen Füßen anfängt und allmählich in deine Beine und Oberschenkel aufsteigt. Du könntest das Gefühl haben, Strümpfe oder Schuhe zu tragen, selbst wenn du es nicht tust.
    • Die Unfähigkeit, Berührungen und Erschütterungen zu spüren, erzeugt ein allgemeines Taubheitsgefühl. Du könntest das Gefühl haben, dass deine Füße schwerer sind, obwohl es keine Gewichtsveränderung gibt.
    • Ein Verlust eines Haltungsempfindens kann es schwierig machen, komplexe Bewegungen, wie Knöpfe zu schließen, sich die Haare zu kämmen oder mit geschlossenen Augen zu gehen, durchzuführen.
    • Der Verlust der Schmerz- und Temperaturempfindung könnte zu Sorglosigkeit bezüglich versehentlicher Verbrennungen und Schnitte führen. Du könntest dir wiederholter Verletzung nicht bewusst sein, was eine Geschwürbildung verursachen kann.
  2. Achte auf Schmerzen. Schmerzempfindungen sind ein Beispiel für Hypersensibilität sensorischer Nerven. Neuropathische Schmerzen sind gewöhnlich von brennender Natur. Du könntest auch ein Stechen oder einen Elektroschock-ähnlichen Schmerz empfinden. Im Allgemeinen wird es nachts schlimmer.
    • Manchmal sind Schmerzrezeptoren so sensibilisiert, dass du bei nur leichter Berührung brennende Schmerzen empfinden könntest. Es könnte schmerzhaft werden, dich in eine Decke einzuwickeln. Dieser Zustand ist als Allodynie bekannt.
    • Schmerzen in den Füßen könnten aus einem Verschluss der Blutgefäße, wie in der Buerger-Krankheit, resultieren. Sie sind als ischämische Schmerzen bekannt. Diese Art der Schmerzen ist stark, Krampf-ähnlich und verstärkt sich bei Aktivität. Du findest dich selbst dabei wieder, wie du schläfst und deine Beine in dem Versuch, Linderung zu bekommen, an der Seite des Bettes heraushängen lässt.
  3. Achte darauf, ob deine Muskeln sich schwach anfühlen. Das ist ein Zeichen eines motorischen Nervenschadens. Es könnte ein Muskelschwund vorliegen, der an deinen Füßen beginnt. Du könntest auch unwillkürliches Muskelzucken beobachten. bei peripherem Muskelschaden ist die Muskelspannung reduziert – das heißt, deine Beine sind schlaff.
    • Bei zentralem Nervenschaden, wie etwa bei einem Schlaganfall oder einer Erkrankung des Rückenmarks, gibt es auch Muskelschwäche. Es gibt jedoch keinen Muskelschwund. Deine Beine sind steif und schwierig zu beugen oder zu strecken.

Methode 2 von 3: Die Ursachen und Risikofaktoren verstehen

  1. Eine Ursache ist Diabetes. Er ist der weltweit führende Grund peripherer Neuropathie. Diabetes verursacht einen gemischten Typ der Neuropathie, was bedeutet, dass sowohl sensorische, als auch motorische Nerven betroffen sein können.
    • Hoher Blutzucker bewirkt eine Verengung winziger Blutgefäße, die die Nerven versorgen. Als Ergebnis werden die Nerven aufgrund eines Mangels an Nährstoffen geschädigt.
  2. Ein Auslöser ist Alkoholismus. Exzessiver und regelmäßiger Alkoholkonsum könnte zu Mangel an Vitaminen (B1, B6, B12) führen, die bei der Nervenfunktion wichtig sind. Alkohol selbst kann Nervenfasern schädigen.
    • Alkoholismus steht mit einer Anzahl an Krankheiten und Störungen in Verbindung. Ungeachtet deines Gesundheitsgrades ist es klug, jetzt aufzuhören, falls du trinkst.
  3. Sei dir bewusst, dass physische Verletzungen an Nerven ein Risiko für dich darstellen. Jede Art von Trauma, wie Verkehrsunfälle, Sportverletzungen, Stürze oder versehentliche Schnitte können einen Nerv quetschen, reißen, dehnen oder zerschneiden. Hier ist nur der Bereich, der von dem geschädigten Nerv versorgt wird, betroffen.
    • Nerven könnten außerdem aufgrund eines Bandscheibenvorfalls an der Austrittsstelle aus dem Rückenmark geschädigt werden.
  4. Nierenkrankheiten sind ebenfalls eine Ursache. Es besteht bei Nierenkrankheiten eine Akkumulation vielfältiger giftiger Substanzen, wie Urea, Ammoniak usw., die die peripheren Nerven schädigen können. Bei Nierenkrankheiten gibt es weitere Symptome, wie ein Anschwellen des Körpers, Schwäche und Müdigkeit.
  5. Erkenne, dass Autoimmunkrankheiten ebenfalls ein Problem sind. Antikörper werden im Körper gewöhnlich synthetisiert, um auf fremde Substanzen, wie Bakterien oder Viren, zu reagieren. Diese schützenden Antikörper versuchen diese Fremdpartikel aus dem Körper zu eliminieren. Bei Autoimmunkrankheiten sind die Antikörper jedoch gegen Eigengewebe des Körpers gerichtet. Sie können Nervenfasern zusammen mit vielfältigen Körpergewebe-Komponenten schädigen.
    • Sjogren-Syndrom, systemischer Lupus erythematosus, rheumatische Arthritis, Guillain-Barre-Syndrom und chronische demyelisierende Polyneuropathie sind einige Beispiele von Autoimmunkrankheiten.
  6. Eine Vitaminmangel könnte der Übeltäter sein. Einige Vitamine, wie etwa Vitamin B1, B6, B12, E und Niacin sind wichtig für eine normale Nervenfunktion. Schlechte Nahrungsquellen können zu Vitaminmangel und infolgedessen zu Neuropathie führen.
    • Doch nicht nur ein Mangel kann deinen Nerven schaden – ein Überschuss an Vitamin B6 kann manchmal auch schädlich für deine Nerven sein. Es ist wichtig, ein glückliches, gesundes Mittelmaß zu finden.
  7. Tumore können zu Neuropathie führen. Einige Tumore können aus dem Nerv selbst entstehen, oder aus der schützenden Hülle darum. Tumore können auch aus einer umgebenden Struktur entstehen, die den Nerv komprimiert und langsam schädigt.
    • Wenn ein Tumor wächst, könnte er Druck auf bestimmte Nerven ausüben, die sich in deinem Fußbereich befinden – das verursacht Neuropathie. In einigen Fällen werden Nervenenden innerhalb des wachsenden Tumors absorbiert.
  8. Sei dir bewusst, dass Drogen und Gifte ebenfalls eine Rolle spielen. Bestimmte Drogen sind dafür bekannt, Nervenschäden oder Fehlfunktionen zu verursachen, wie etwa Anti-Krebs-Medikamente, Phenytoin, Amiodaron, Chloroquin, Isoniazid, Thalidomin, Arsen, Gold, Infliximab usw. Falls du mit irgendwelchen davon zu tun hast, besteht bei dir womöglich ein höheres Risiko.
    • Einige Schwermetalle, wie Blei, Quecksilber, Gold oder Arsen können sich an den Nerven anlagern und zu deren Schädigung führen. Daher müssen Materialien wie Farbe so stark reguliert werden.
    • Falls du in einer Umgebung lebst, in der du diesen Schwermetallen andauernd ausgesetzt bist (wie etwa Quecksilber oder Blei), könntest du dieses Leiden entwickeln, falls du keine angemessenen Vorsichtsmaßnahmen ergreifst.
  9. Erkenne, dass auch Infektionen ein Schlüssel sind. Einige Bakterien und Viren haben eine Affinität zu Nerven. Sie treten in die Nervenfasern ein, um Nährstoffe zu bekommen, wobei sie sie schädigen. Falls die Infektion schlimm genug wird, resultiert daraus Neuropathie.
    • Zeckenborreliose, Gürtelrose (Varizellen-Zoster), Herpes Simplex, Epstein-Barr-Virus, Zytomegalovirus, Hepatitis C, Leprose, Diphterie und HIV sind einige Beispiele dafür.

Methode 3 von 3: Sich testen lassen

  1. Lasse dein Blut testen. Hohe Blutzuckerwerte zeigen an, dass du diabetisch bist. Weitere Tests, die sie mit deinem Bluten machen könnten, wären unter andrem Vitaminwerte, Serum-THS für die Schilddrüsenfunktion, Urea und Kreatinin für die Nierenfunktion, ALT, AST, Bilirubin, Albumin und ALP für die Leberfunktion.
  2. Lasse einen bildgebenden Test machen. Dein Arzt könnte dich bitten, einen Farb-Doppler-Test durchzuführen, um den Zustand der Blutgefäße der Beine zu sehen. Ein CT oder MRT könnte eine Tumor oder einen Bandscheibenvorfall lokalisieren.
    • Ziehe alternativ eine Elektromyographie (EMG) in Erwägung. Sie wird gemacht, um die elektrische Aktivität der Muskeln zu sehen, wenn sie in Ruhe sind, und wenn sie sich kontrahieren. Falls das EMG normal ist, wird vermutet, dass die Schwäche auf einer Nervenkrankheit beruht.
  3. Lasse eine Nervenleitungs-Untersuchung machen. Sie kann die Art der Nervenschädigung genau bestimmen. Schädigungen können in der schützenden Hülle des Nervs auftreten, die als Myelin-Hülle bekannt ist, oder in der Nervenfaser, die richtig als Axon bekannt ist.
    • Eine langsame Leitung zeigt einen Hüllenschaden an, während schwache Nervenimpulse einen Axon-Schaden anzeigen.
  4. Erwäge, eine Nerven- und Hautbiopsie machen zu lassen. Es kann ein kleines Stück Nervengewebe entnommen und unter einem Mikroskop untersucht werden. Das ist nützlich, wenn Nerven verdickt sind. Mikroorganismen oder Entzündungen können in einer Biopsie-Probe gesehen werden.
    • Eine Hautbiopsie kann Probleme der Nervenfaser-Enden enthüllen. Sie ist einfacher und sicherer als eine Nerven-Biopsie, da deine Haut an der Oberfläche liegt.

Tipps

  • Falls nur ein Nerv von Neuropathie betroffen ist, nennt man diese Krankheit Mononeuropathie. Falls mehr ein Nerv leidet und der Zustand sich auf beiden Körperseiten befindet, ist der für die Krankheit verwendete Name Polyneuropathie.
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