Aus einem Minenfeld entkommen

Felder voller tödlicher Landminen in Nordkorea, Pakistan, Vietnam, Irak und vielen anderen Ländern, sind für den Tod von tausenden Menschen pro Jahr verantwortlich. Selbst Minen, die Jahrzehnte alt sind, sind immer noch genauso gefährlich wie am ersten Tag und können beim leichtesten Druck explodieren. Lies weiter, um herauszufinden, wie du sicher aus einem Minenfeld herauskommst und wie du es vermeidest, überhaupt in eines hinein zu geraten.

Methode 1 von 3: Die Situation erfassen

  1. Schaue nach Anzeichen, die auf Minen deuten. Die meisten Minen sind versteckt, aber wenn du weißt, worauf du achten musst, dann hast du eine bessere Chance, sie zu vermeiden. Sei niemals unaufmerksam, nicht mal für einen Moment, wenn du in einem verminten Gebiet bist. Achte die ganze Zeit auf die folgenden Anzeichen:
    • Stolperdrähte. Diese sind meist nicht klar sichtbar, also musst du dir den Boden genau anschauen. Die Drähte sind so dünn, dass es fast unmöglich ist, sie zu sehen.
    • Anzeichen für Straßenausbesserungen. Das umschließt: geteerte Stellen, neue Füllungen, Flicken in der Straße, Senken, etc. Dies können Anzeichen sein, dass in der Nähe Minen verlegt worden sind.
    • Zeichen und Markierungen an Bäumen, Pfosten oder Stäben. Die Soldaten, die die Minen verlegt haben, markieren manchmal das Minenfeld, um ihre eigenen Truppen zu schützen.
    • Tote Tiere. Kühe und andere Tier detonieren oftmals Minen.
    • Beschädigte Fahrzeuge. Verlassene Autos, LKWs oder andere Fahrzeuge können eine Mine explodieren haben lassen und weitere können sich in der Nähe befinden.
    • Verdächtige Objekte in Bäumen oder Büschen. Nicht alle Minen werden vergraben und nicht alle Blindgänger landen auf dem Boden.
    • Störungen in Reifenspuren oder Spuren, die plötzlich aufhören.
    • Drähte, die von der Straßenseite wegführen. Das können Drahtauslöser sein, die teilweise vergraben wurden.
    • Komische Muster im Boden, die unnatürlich aussehen. Pflanzenwuchs kann verwelkt oder anders gefärbt sein, Regen kann ein wenig von der Erdschicht abgespült haben, die Tarnung kann etwas eingesunken sein oder Risse haben, oder die Erde auf den Minen kann wie kleine Hügel aussehen.
    • Zivilisten die sich von manchen Stellen oder Gebäuden fernhalten. Einheimische wissen oft wo Minen oder Blindgänger sind. Frag die Einheimischen, um dir die genauen Stellen zeigen zu lassen.
  2. Halte sofort an. In dem Moment, in dem du merkst, dass du in Gefahr bist, halte sofort an. Mach keinen weiteren Schritt. Nimm dir etwas Zeit, um die Situation zu erfassen und mache dann einen Fluchtplan. Deine Bewegungen ab jetzt müssen langsam, vorsichtig und gut durchdacht sein.
  3. Warne deine Begleiter. Sobald du denkst, dass du in einem Minenfeld gelandet bist, warne alle anderen in der Umgebung, so dass sie stehen bleiben können und niemand auf eine Mine tritt. Rufe „Halt!“ und sag ihnen sie sollen nicht ihre Füße bewegen. Wenn du der Anführer bist, dann musst du ihnen Anweisungen geben, wie sie das Minenfeld sicher verlassen können und darauf achten, dass alle das gleiche tun, denn nur eine falsche Bewegung kann alle anderen auch töten.
  4. Hebe nichts auf. Viele Minen sind versteckte Sprengfallen. Du denkst, dass du einen Helm, Funkgerät oder militärisches Objekt aufhebst und – oh Wunder – es ist eine Mine darin. Sogar Spielzeug und Essen werden als Sprengfallen benutzt. Wenn du es nicht fallen gelassen hast, dann hebe es nicht auf.

Methode 2 von 3: Das Minenfeld sicher verlassen

  1. Verfolge deinen Weg zurück aus dem Minenfeld heraus. Solltest du den Verdacht haben, dass du in ein Minenfeld oder ein vermintes Gebiet gelaufen bist, weil du Warnsignale gesehen hast oder eine Mine siehst, oder etwas, was wie eine aussieht, oder es eine Explosion gibt, dann bleibe ruhig und gehe langsam aus der Gefahrenzone heraus, indem du in deinen Spuren zurückgehst. Wenn möglich, dann drehe dich nicht um.
    • Schau hinter dich, während du gehst und setze langsam jeden Fuß exakt dorthin, wo du vorher gegangen bist.
    • Tue dies solange, bis du sicher bist, dass du die Gefahrenzone verlassen hast und du auf einer Straße oder an einer Stelle bist, an der oft Menschen gehen.
  2. Untersuche den Boden. Wenn du aus irgendeinem Grund weiter vorwärts gehen musst, oder du deine Spuren nicht mehr hinter dir sehen kannst, dann musst du den Boden auf Minen untersuchen und dich ganz langsam vorwärts arbeiten. Untersuche den Boden sehr sorgfältig mit deinen Händen oder Füßen; du kannst auch ein Messer oder ein anderes Objekt benutzen, um den Boden vor dir Zentimeter für Zentimeter zu untersuchen.
    • Prüfe den Boden in einem Winkel, anstatt von oben nach unten, da die meisten Minen üblicherweise detonieren, wenn Druck von oben ausgeübt wird.
    • Nachdem du eine kleine Stelle untersucht hast, bewege dich langsam vorwärts und untersuche den Boden sorgfältig weiter. Es ist am sichersten, dich ganz langsam durch das Minenfeld zu bewegen und dies am besten auf dem Bauch, anstatt auf den Füßen zu gehen.
  3. Rufe um Hilfe, wenn es dir zu riskant ist. Wenn du nicht ganz genau weißt, wo du vorher gelaufen bist, und es dir zu gefährlich erscheint, den Boden zu untersuchen, dann riskiere keine Bewegung. Wenige Zentimeter können den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen. Ruf um Hilfe oder bitte Menschen in der Nähe dir zu helfen.
    • Wenn du alleine bist und ein Handy hast, dann rufe Hilfe herbei.
    • Benutze keine Funkgeräte, wenn es nicht absolut notwendig ist. Das Signal von Funkgeräten kann bestimmte Typen von Minen oder Bomben aus Versehen detonieren lassen.
    • Wenn du niemanden erreichen kannst, dann warte. Versuche nicht „davon zu laufen“ und versuche nicht den Boden zu untersuchen, es sei denn du weißt ganz genau, was du tust.
  4. Achte auf Anzeichen, dass etwas detonieren könnte. Wenn du ein Minenfeld untersuchst, dann achte auf Anzeichen, dass etwas explodieren wird. Höre nach ungewöhnlichen Geräuschen. Dir fällt vielleicht ein leichtes Klickgeräusch auf, wenn ein Auslöser niedergedrückt oder ein Stab bewegt wird, oder du hörst das Geräusch der Zündkapsel. Achte auch darauf, was du fühlst. Wenn du sehr aufmerksam bist und dich langsam bewegst, dann kannst du, zum Beispiel, eventuell die Spannung des Drahtauslösers spüren.
  5. Lass dich sofort auf den Boden fallen, wenn eine Zündung eingeleitet wurde. Soldaten nennen dies „Volle Deckung“. Wenn du deine letzten Fußspuren noch sehen kannst, oder jemand in der Nähe eine Warnung ruft, dass er eine Mine ausgelöst hat, dann wirf dich sofort auf den Boden. Du hast nur eine Sekunde Zeit, bevor die Mine explodiert, aber wenn du diese Sekunde nutzt, dann kannst du schwere Verletzungen oder den Tod vermeiden. Minen explodieren nach oben, also ist es am sichersten, auf dem Boden zu liegen.
    • Wenn möglich, dann falle nach hinten, um deinen Oberkörper vor so viel Splittern wie möglich zu schützen. Es besteht natürlich die Möglichkeit, dass du auf eine andere Mine fällst, aber die Stelle hinter dir, ist die sicherste Stelle, denn du bist gerade erst darüber gelaufen, ohne das etwas passiert ist.
    • Versuche nicht vor der Explosion davonzurennen, Projektile werden aus der Mine mit 1000 Meter pro Sekunde fliegen und der der Verletzungsradius – die Entfernung von der Mine, bei der du verletzt wirst – kann bis zu 30 Meter oder mehr betragen.
  6. Markiere die Mine und informiere die zuständigen Behörden. Wenn du eine Mine findest, dann stelle sicher, dass du sie markierst, so dass andere Menschen nicht auf sie treten. Benutze international bekannte Gefahrensymbole wenn möglich, oder die übliche örtliche Warnung. Stelle sicher, dass du auf sicherem Grund bist, bevor du ein Warnschild aufstellst. Notiere dir die Stelle und melde sie der Polizei, dem Militär oder dem Minenräumkommando.

Methode 3 von 3: Minenfelder vermeiden

  1. Informiere dich über Landminen. Blindgänger ist ein Wort, das für alle Explosionswaffen benutzt wird, wie Bomben, Granaten und Artilleriegranaten, die verwendet wurden, aber noch nicht explodiert sind, dies aber weiterhin tun können. Landminen werden manchmal so kategorisiert und während Landminen die meiste Aufmerksamkeit in den Medien erhalten, sind alle Blindgänger gefährlich. In manchen Teilen der Welt sind Blindgänger und nicht Landminen die größte Bedrohung.
  2. Informiere dich über die Geschichte eines Gebiets. Jedes Mal, wenn du in ein unbekanntes Gebiet reist, ist es eine gute Idee, etwas über die Geschichte des Gebietes zu lernen, um herauszufinden, ob dort Landminen eine Gefahr sind. Gebiete in denen es bewaffnete Konflikte gibt, sind offenkundig gefährlich, aber Landminen und Blindgänger bleiben gefährlich, auch nach Ende der Kämpfe.
    • In Vietnam, Kambodscha und Laos liegen zum Beispiel immer noch Millionen von Minen und unexplodierten Bomben herum, und selbst in Belgien, in dem es seit langem keinen Krieg mehr gegeben hat, haben Räumkommandos in den letzten Jahren hunderte Tonnen von Blindgängern aus dem ersten und zweiten Weltkrieg beseitigt.
  3. Beachte Warnschilder. Du kannst dich nicht immer darauf verlassen, dass ein Minenfeld markiert ist, aber du solltest dich definitiv von denen fernhalten, die gekennzeichnet sind. International übliche Symbole für Minenfelder sind ein Totenkopf und gekreuzte Knochen und ein rotes Dreieck. Die Schilder sind meist, aber nicht immer, rot und sagen oftmals „MINES“ oder „DANGER“ („Mienen“ oder „Gefahr“).
    • Wo es keine Schilder gibt, befinden sich meist improvisierte Warnhinweise, wie angemalte Steine (Rot markiert meist die Grenzen des Minenfeldes und Weiß markiert einen sicheren Pfad hindurch), Steinhaufen, Flaggen im Boden, zusammengebundenes Gras oder Bänder, die ein Gebiet absperren.
    • Viele Minenfelder haben keine Warnschilder, also nimm nicht an, dass dort, wo keine Schilder sind, die Gegend sicher ist.
  4. Erkundige dich vor Ort. Minenwarnschilder halten meist nicht lange. Mit der Zeit verdecken Pflanzen, Tiere, Wetter oder Menschen die Schilder oder entfernen sie. In manchen Gegenden sind Metallschilder wertvolle Baumaterialien und es ist nicht unüblich, ein Warnschild zu sehen, das benutzt wurde, um zum Beispiel ein Dach auszubessern. Darüber hinaus gibt es viele Gebiete, in denen Warnschilder niemals aufgestellt wurden. Die Einheimischen wissen aber oftmals die generelle Stelle, an der Minen oder Blindgänger liegen, also solltest du vor Ort die Menschen fragen, ob ein Gebiet sicher ist, und besser noch, einen Führer engagieren.
  5. Verlasse niemals bestehende Pfade. Mit Ausnahme von Kriegsgebieten, verwenden Menschen normalerweise Pfade, die sicher und nicht vermint sind. Gleich neben dem Pfad kann jedoch die Gefahr lauern.

Tipps

  • Während die meisten Menschen Minen kennen, die durch Druck ausgelöst werden, wenn jemand darauf tritt oder ein Auto darüber fährt, gibt es viele andere Typen von Minen und Auslösern. Manche werden ausgelöst, wenn der Druck auf der Mine weggenommen wird (wenn also etwas auf der Mine liegt und das dann hochgehoben wird); andere benutzen Drähte, Vibrationen oder magnetische Auslöser.
  • Wenn du dir nicht sicher bist, dann bleibe auf asphaltierten Straßen, da Minen nicht im Asphalt vergraben werden können. Denke aber daran, dass (in aktiven Kriegsgebieten) Minen auch in Schlaglöchern versteckt werden oder Drahtauslöser über die Straße gespannt werden können, um Minen am Straßenrand auszulösen.
  • Minen können aus Metall, Plastik oder Holz sein, ein Metalldetektor wird dich also nicht vor allen Gefahren warnen.
  • Landminen sind normalerweise in Minenfeldern oder verminten Gebieten. Minenfelder sind Stellen mit klaren Grenzen – allerdings sind diese Grenzen nicht immer sichtbar – an denen Minen in großer Anzahl und Dichte platziert wurden, meist als Defensivwaffen. Verminte Gebiete haben jedoch keine klaren Grenzen und decken ein größeres Gebiet ab als Minenfelder. In verminten Gebieten ist die Dichte der Minen geringer (eine Mine hier, eine dort) und die Minen werden meist von Guerillakriegern ausgelegt.

Warnungen

  • Gehe niemals davon aus, dass ein „geräumtes“ Gebiet sicher ist. Minenräumen ist sehr schwierig und kompliziert und es ist nicht ungewöhnlich, dass Minen in einem offiziell geräumten Gebiet zurückbleiben. Einer der Hauptgründe dafür ist, dass Minen, die schon lange im Boden liegen, absinken können. Im Verlauf des jährlichen Frost-und-Auftauen Zyklus, kann der Frost diese versunkenen Minen jedoch wieder an die Oberfläche schieben.
  • Wirf keine Steine auf die Minen oder schieße auf Minen oder Blindgänger. Wenn andere Minen in der Nähe sind, dann kann das Detonieren einer Mine eine Kettenreaktion auslösen und die anderen Minen explodieren lassen.
    • Benutze keine Funkgeräte, wenn es nicht absolut notwendig ist. Das Signal von Funkgeräten kann bestimmte Typen von Minen oder Bomben aus Versehen detonieren lassen. Wenn andere Menschen in dem Minenfeld sind, dann entferne dich mindestens 300 Meter davon, bevor du ein Funkgerät benutzt, um Hilfe zu rufen. Das Signal von Handys kann auch ebenso manche Minen zum detonieren bringen (Terroristen benutzen oft Handys als Fernauslöser von Bomben, allerdings brauchen die Detonationen ein Signal).
  • Bedenke, dass Minen nicht wie in Filmen funktionieren - du wirst kein 'Klick' hören oder eine Warnung erhalten, bevor die Mine aktiviert wird. Du kannst vor einer Mine nicht davonrennen, besonders nicht dem Typ Mine, der die erste Detonation dazu benutzt, die Mine zu lupfen, bevor die Hauptdetonation dann Metallkugel oder Schrapnell in alle Richtungen schießt. Diese Teile können sich schneller als eine Gewehrkugelbewegen und bewegen sich in alle Richtungen.
  • Achte darauf, dass du nichts fallen lässt oder hinter dir herziehst, wenn du in deinen Spuren zurückgehst.
  • Versuche nicht an Minen oder Blindgängern herumzubasteln und versuche nicht sie zu zerstören, es sei denn du bist dafür ausgebildet und hast die richtige Ausrüstung.
  • Gehe niemals in einen Minenfeld oder ein vermintes Gebiet, es sei denn, du bis ein ausgebildeter und ausgerüsteter Mineräumer.
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