Eine gute Geschichte schreiben

Menschen sind natürliche Geschichtenerzähler. Wenn es aber darum geht, eine gute Geschichte zu schreiben, musst du inspiriert sein, deinen Inhalt entwickeln und dann deine Arbeit überprüfen, bis du die beste Geschichte geschrieben hast, die du zustande bringst. Wenn du eine gute Kurzgeschichte schreiben willst, befolge einfach diese Schritte.

Teil 1 von 3: dich inspirieren lassen

  1. Lasse dich inspirieren, indem du aufmerksam für deine Umwelt bist. Wenn du eine gute Geschichte schreiben willst, musst du Augen und Ohren immer offen halten, und der Welt zuhören und dich inspirieren lassen. Man weiß nie, welches Detail du bemerkst oder welche Idee dich nicht loslässt, wenn du die Welt um dich herum betrachtest, und dir Dinge auffallen, die ein tolles Thema für deine Geschichte abgeben. Hier sind ein paar tolle Möglichkeiten, um Details zu sammeln, die dich zu einer Kurzgeschichte führen:
    • Sieh Lokalnachrichten. Die Lokalnachrichten behandeln Geschichten, die ein wenig persönlicher sind als die, die du im bundesweiten Fernsehen siehst. Vielleicht hörst du von einer Frau, die acht Stunden lang in einem Gefrierschrank eingesperrt war und überlebt hat, oder einem Mann, der im Lotto gewonnen hat. Und schon hast du einen Ausgangspunkt für eine Kurzgeschichte.
    • Beachte interessante Charakterzüge. Du hast vielleicht bemerkt, dass dein Nachbar gern mit seinen Pflanzen spricht, oder dass er seine Kate jeden Morgen spazieren führt. Stelle dir das innere Leben dieser Person vor und sieh, ob sich eine Geschichte entwickelt.
    • Achte auf deine Umgebung. Gehe spazieren und verbringe etwas Zeit in einem Park und beobachte das, was um dich herum passiert. Vielleicht siehst du einen Strauß Rosen an einem Gully, oder ein Paar nagelneue Turnschuhe auf einer Parkbank. Wie sind sie dorthin gekommen?
    • Höre Leuten zu, wenn sie reden. Nur ein einziger interessanter Satz, den du im Vorbeigehen hörst, kann dich zu einer kompletten Geschichte inspirieren. Vielleicht hörst du, wie jemand sagt „Meine dritte Frau war die einzige, die ich je geliebt habe...“ oder „Mein Hund quält alle Männer, mit denen ich mich verabrede“. Ist das genug, um eine Geschichte zu beginnen? Natürlich!
  2. Lasse dich von einem „Was wäre wenn“ Szenario inspirieren. Dies ist eine weitere tolle Möglichkeit, eine Kurzgeschichte zu beginnen. Wenn du auf die Welt achtest, solltest du nicht nur die Realitäten beachten, sondern auch die Möglichkeiten. Wenn du auf eine Geschichte achtest, die du hörst, oder ein Bild, das du siehst, frage dich „Aber was, wenn es stattdessen so passiert wäre?“ oder „Was würde diese Person tun, wenn…“ Anhand dieser Gedankenlinie kannst du die Geheimnisse erforschen, die dich verfolgen.
    • Du musst das Ende einer Geschichte nicht kennen, wenn du sie anfängst. Nicht alles über e eine Geschichte zu wissen, bevor du sie schreibst, führt dich dazu, mehr kreative Möglichkeiten zu erforschen, und es macht deine Geschichte stärker.
    • Das „was wenn“ Szenario kann praktisch oder vollkommen phantastisch sein. Du kannst dich selbst fragen „Was, wenn mein Hund anfangen würde, mit mir zu sprechen?“ oder „Was, wenn der Nachbar, der meinen Hund ständig verwöhnt, ihn eines Tages entführt?“
  3. Lasse dich von deinen Erfahrungen inspirieren. Auch wenn Geschichten zu schreiben unter die Kategorie fiktives Schreiben fällt, sind viele Kurzgeschichten sehr autobiographisch. Wenn du von etwas schreibst, das dir tatsächlich passiert ist, oder über jemanden, den du kennst, bezeichnet man das als nicht fiktives Schreiben, aber dich von tatsächlichen Erfahrungen inspirieren zu lassen, und sie dann auf ein neues, fiktives Level zu bringen, ist eine tolle Möglichkeit, um eine Kurzgeschichte zu schreiben, vor allem, wenn du das Gefühl hast, dass es „nichts gibt, worüber du schreiben könntest“.
    • Viele Menschen sagen, dass du „schreiben solltest, worüber du etwas weißt“. Eine Gedankenschule sagt, dass wenn du auf einem Bauernhof aufgewachsen bist oder zehn Jahre lang ein Maler in Island warst, du über diese Erfahrungen schreiben solltest, statt zu erraten, wie es für jemanden wäre, an einem Ort aufzuwachsen, an dem du niemals gelebt hast.
    • Manche Autoren sagen, man solle „über etwas, das man kennt, das schreiben, was man nicht weiß“. Das bedeutet, dass du in bekannten Gefilden beginnen solltest und dann etwas erkunden solltest, das dich neugierig gemacht hat, oder worüber du nicht besonders viel wusstest.
    • Wenn du es dir beim Schreiben über wirklich passierte Ereignisse zu bequem machst, hast du keinen Platz für Kreativität. Zum Beispiel hattest du möglicherweise einen Freund in deiner Kindheit, der weggezogen ist, ohne jemandem ein Sterbenswörtchen darüber zu erzählen, oder du warst als Kind von einem Riesenradbetreiber fasziniert und hast dich immer gefragt, was ihm passiert ist. Erkunde diese Welt und erfinde sie dann.
  4. Lasse dich von einer Geschichte inspirieren, die du gehört hast. DU musst immer nach Geschichten suchen, die deine Freunde oder Familienmitglieder dir erzählt haben, und die gute Geschichten ergeben würden. Wenn deine Mutter oder Oma dir ständig Geschichten aus ihrer Kindheit erzählen, schreibe sie auf. Versuche dir vorzustellen, wie es ist, in einer anderen Zeit oder an einem anderen Ort aufzuwachsen, und beginne, die Möglichkeiten aufzuschreiben. Lasse dich nicht davon abschrecken, dass du nicht alles über diese Zeit weißt. Du kannst immer recherchieren.
    • Wenn einer deiner Freunde sagt „Du würdest nicht glauben, was mir letzte Woche passiert ist…“, höre zu. Du kannst genau hier einen Anfang einer Geschichte bekommen.
    • die Geschichte kann von einem ungewöhnlichen Ort stammen. Vielleicht schwadroniert ein Radiosprecher ein paar Sätze lang über seine Kindheit, und du bist auf einmal fasziniert davon, wie sein Leben ausgesehen haben mag.
    • Sei gewarnt: wenn du den Ruf eines Schreibers bekommt, der die Geschichten „stiehlt“, die andere ihm erzählen, dann zögern die Leute eher, sich dir zu öffnen.
  5. Lasse dich von einer Landschaft inspirieren. Eine Geschichte kann von einem starken Sinn für Orte stammen. Du musst dich nicht von einem atemberaubenden Strand oder einem Urlaub in Venedig inspirieren lassen. Lasse dich stattdessen vom Gewöhnlichen inspirieren. Denke daran, wie es war, als Kind jeden Sommer im Apfelgarten deiner Großmutter zu verbringen. Denke daran, wie es war, deinen besten Freund in der Schule zu besuchen.
    • Über einen Ort zu schreiben, kann dazu führen, interessante Charaktere und Konflikte zu entwickeln.
  6. Lasse dich von einer Schreibübung inspirieren. Schreibübungen helfen vielen Autoren, ihre Kreativität zu entwickeln, Inspiration an ungewöhnlichen Orten zu finden, und sich zu zwingen, etwas zu schreiben, auch wenn sie das Gefühl haben, „keine Ideen“ zu haben. Du kannst mit einer Schreibübung als tägliche Aufwärmübung von 10-15 Minuten beginnen, um deinen Geist in Schwung zu bringen, oder sogar eine Stunde lang die Übung schreiben, wenn du dich überhaupt nicht inspiriert fühlst. Hier ein paar tolle Schreibübungen für den Anfang:
    • Beginne eine Geschichte mit dem folgenden ersten Satz: „Ich habe das noch nie jemandem erzählt“.
    • Sieh dir ein Bild einer gewöhnlichen Scheune auf einem Feld an. Dann beschreibe sie aus dem Blickwinkel von jemandem, der gerade einen Mord begonnen hat. Tu dies noch einmal aus dem Blickwinkel eines Mädchens heraus, das gerade seine Mutter verloren hat. Lerne, wie die Gedanken einer Figur beeinflussen, wie sie die Welt sieht.
    • Schreibe einfach 10-15 Minuten ohne anzuhalten. Höre nicht auf oder sieh dir das an, was du geschrieben hast, bis du fertig bist.
    • Suche dir eine Person in deinem Leben aus, die du wirklich hasst. Nun versuche, eine Geschichte aus dem Blickwinkel dieser Person zu schreiben. Versuche, dass der Leser mit ihr soweit wie möglich sympathisiert.
    • Lasse dich von einer Figur überraschen. Schreibe von einer Figur, die du recht gut zu kennen scheinst, dann lasse die Person etwas tun, das dich absolut verblüfft. Sieh, wohin dich dies führt.
    • Der Streit. Lasse zwei Figuren über etwas völlig profanes streiten, wie wer den Müll hinunter bringt, oder wer die Kinokarten bezahlt. Mache deutlich, dass dieser Streit in Wirklichkeit von etwas Größerem und Ernsterem handelt, wie etwa die Beziehung beendet, oder wer zu viel gibt und nichts zurückbekommt. Lasse den Dialog die ganze Arbeit übernehmen.
    • Körpersprache. Schreibe 500 Wörter, die zwei Charaktere beschreiben, die nebeneinander sitzen. Ohne einen Dialog zu verwenden, soll der Leser genau sehen, was diese Charaktere über einander denken.
  7. Lasse dich durch das Lesen von Kurzgeschichten inspirieren. Wenn du die Kurzgeschichte meistern willst, solltest du so viele Kurzgeschichten lesen wie du kannst. Du solltest sowohl die Klassiker als auch die zeitgenössischen Meister lesen, und dich aus dem Schreiben von anderen inspirieren lassen, selbst ein paar Kurzgeschichten zu schreiben. Hier ein paar zeitgenössische und klassische Kurzgeschichten, die dich dazu inspirieren, selbst ein paar Geschichten zu schreiben:
    • Chekhov "Die Dame mit dem Hündchen"
    • Edgar Allan Poe "Das Fass Amontillado"
    • Hemingway "Ein sauberer, gut beleuchteter Ort"
    • Eudora Welty "Ein ausgetretener Pfad"
    • Raymond Carver "Kathedrale"
    • Isaac Asimov "Der tote Vergangene"
    • Ray Bradbury "Die Steppe"
    • Tim O'Brien "Was sie trugen"
    • Alice Munro "Die Bettlerin"
    • Jamaica Kincaid "Mädchen"
    • Joyce Carol Oates' "Wohin gehst du, wo warst du?“
    • Jhumpa Lahiri "Eine vorübergehende Angelegenheit"
    • Junot Diaz "Wie man sich mit einem farbigen Mädchen, einem schwarzen Mädchen, einem weißen Mädchen oder einem Mischlingsmädchen verabredet“

Teil 2 von 3: Entwicklung der Handlung

  1. Entwickle deinen Standpunkt. Die meisten Kurzgeschichten werden in der ersten, zweiten oder dritten Person geschrieben. Wenn du beginnst, solltest du dich an einen Gesichtspunkt halten. Hier sind die drei Gesichtspunkte, und wie sie benutzt werden:
    • Die erste Person. Die erste Person wird direkt aus der Perspektive eines Charakters in der „Ich“-Form erzählt. „Ich habe das noch nie jemandem erzählt“ ist ein Beispiel für das Schreiben in der ersten Person. Die erste Person eignet sich gut, wenn du nah an der Perspektive und den Gedanken eines Charakters bleiben willst, kann die Handlung jedoch auch auf die Perspektive dieses Charakters beschränken. Die erste Person ist zu Beginn die einfachste Perspektive.
    • Die dritte Person. Die dritte Person bedeutet, dass du mit der „er“ oder „sie“ Form über einen Charakter schreibst, wie wenn du sagst „Er war müde“. In der dritten Person kann der Autor sich den Gedanken eines Charakters nähern, oder sich von ihm entfernen.
    • Die zweite Person. Die zweite Person wendet sich direkt als „Du“ an den Leser. Wie in „Du gehst in dein Büro“. Dies kann eine tolle Technik sein, um den Leser zu fesseln, kann jedoch ein wenig übertrieben wirken.
  2. Entwickle die Handlung. Jede Kurzgeschichte sollte eine Handlung haben, die den Leser fesselt, so dass er fragt, was als nächstes passiert. Das bedeutet nicht, dass deine Geschichte unbedingt eine Hochgeschwindigkeitsjagd oder einen Mord enthalten muss; deine Leser wollen auch wissen, was als nächstes passiert, wenn sich lediglich zwei Leute über Kaffee unterhalten. Auch wenn jede Kurzgeschichte anders ist, sind hier ein paar Grundelemente einer Kurzgeschichte:
    • Die steigende Handlung/Exposition: dies findet normalerweise am Anfang einer Kurzgeschichte statt, wenn den Lesern die Hauptfiguren vorgestellt werden, sowie die Umgebung und der zentrale Konflikt. Manche Geschichten beginnen jedoch direkt in der Mitte der Handlung und lassen den Leser rückwärts arbeiten, um herauszufinden, was wirklich passiert.
    • Der Konflikt: das Gerüst der Geschichte. „Jede Geschichte braucht ein Gerüst“, sonst will ein Leser nicht weiter lesen, egal wie schön die Sprache auch sein mag. Jede Geschichte braucht einen Konflikt oder einen Spannungspunkt. Dieser kann so dramatisch sein wie zwei Männer, die für die gleiche Frau kämpfen, oder ein Mädchen, das sich fragt, ob ihr Freund sie zu einer Party einlädt. Die Natur des Konflikts ist nicht wichtig – wichtig ist, dass der Leser wissen will, was passiert.
    • Die fallende Handlung: die Auflösung der Geschichte. Nachdem der Konflikt aufgelöst oder diskutiert ist, muss sich die Geschichte entwickeln. Die meisten Geschichten haben jedoch kein schönes, glückliches Ende, oder überhaupt saubere Enden. Viele Geschichten enden mit einem Wort oder einem Bild, das den Leser zum Nachdenken anregt. Wenn die Geschichte am Ende sauber „eingepackt“ ist, dann hast du ihr einen Teil des Mysteriums und der Attraktivität genommen.
  3. Entwickle deine Charaktere. Deine Geschichte muss eine oder mehrere Figuren enthalten, die dem Leser wichtig sind, und mit dem sie sich identifizieren, auch wenn die Figuren gemachte Bürger oder aufrichtige Leute sind. Du kannst deine Charaktere auf mehrere Arten charakterisieren, und alle sind in Ordnung. Hier ein paar Möglichkeiten, wie dein Leser einen guten Sinn für deine Charaktere bekommt:
    • Beschreibe, was gesagt wird. Eine perfekte Dialoglinie kann auf die Intentionen eines Charakters Licht werfen – vor allem, wenn der Dialog nicht zu dem passt, was er denkt.
    • Beschreibe, was sie tun. Steht die Figur jeden Morgen um sechs Uhr ohne Wecker auf, oder drückt sie stundenlang auf den „Schlummern“-Knopf, bevor sie aufsteht? Jede kleine Handlung kann die Figur weiter ausbauen, wie unbedeutend es auch zuerst erscheint.
    • Beschreibe, wie sie aussieht. Stylt sich die Figur von Kopf bis Fuß, um zum Supermarkt zu gehen, oder lächelt sie wie verrückt in einem Moment tiefer Trauer? Das physische Erscheinungsbild einer Figur kann Licht auf ihren mentalen Zustand werfen.
    • Beschriebe, wie sie mit anderen interagiert. Ist deine Figur schrecklich schüchtern, oder so herrisch, dass jeder in ihrer Nähe fürchtet, den Mund aufzumachen? Ist sie nett zum Kellner, weil ihre Mutter Kellnerin war, oder ist sie unhöflich zu allen Kellnerinnen, weil eine Kellnerin ihr Herz gebrochen hat, oder einfach, weil sie launisch ist? Eine Figur bei ihren Handlungen zu beobachten, kann viel über sie offenbaren.
  4. Entwickle den Dialog. Der Dialog bezeichnet die Worte, die von den Figuren gesprochen werden, normalerweise zwischen Anführungszeichen. Ein Dialog kann viel über einen Charakter offenbaren, sowohl anhand der Dinge, die er sagt, als auch anhand der Dinge, die er lieber nicht sagt. Der Dialog sollte wie tatsächlich von Menschen gesprochene Sprache klingen, statt zu gekünstelt oder erzwungen. Lies deinen Dialog laut, um zu sehen, ob er wirklich wie etwas klingt, das eine Person sagen würde.
    • Der Dialog zwischen zwei Charakteren kann auch viele Einblicke in die Dynamik gewähren.
    • Achte auch auf das, was nicht ausgesprochen wird. Wenn ein kleiner Junge zum Beispiel enttäuscht darüber ist, dass sein Vater sein Fußballspiel verpasst hat, muss er das Spiel nicht einmal erwähnen, wenn die beiden sich das nächste Mal sehen. „Wie war die Arbeit?“ kann stattdessen viel über ihn aussagen.
    • Vermeide es, deinem Dialog mit aufdringlichen Etiketten zu belegen, wie etwa „Maria stellte fest…“, statt „Maria sagte…“.
  5. Entwickle die Umgebung. Die Umgebung einer Kurzgeschichte kann wichtig oder unwichtig für die Ereignisse sein. Wenn deine Geschichte in einem normalen Haus spielt, das wenig mit der Geschichte zu tun hat, dann in Ordnung. Aber wenn die Geliebte eines Charakters in das Haus einbricht, das er mit seiner Geliebten bewohnt, dann ist jedes kleine Detail wichtig, da es Licht auf die Beziehung des Charakters mit seiner Frau werfen kann - und darauf, was seine Geliebte darüber denkt. Entscheide, wie wichtig die Umgebung ist und entwickle sie entsprechend.
    • Auch wenn die Beziehung für die Geschichte nicht allzu wichtig ist, vermeide es, den Leser zu verwirren und lasse ihn wissen, wo die Geschehnisse sich ereignen, auch wenn es ein einfaches Kuhkaff auf dem Land ist, oder eine ganz normale Schule mitten im Nirgendwo.
    • Der Zeitraum kann als Teil der Umgebung erachtet werden. Wenn die Geschichte in den 60er Jahren spielt, gib deinem Leser genügend Hinweise, oder sage es direkt, damit der Leser nicht die halbe Geschichte lang denkt, dass sie in der Gegenwart spielt.
  6. Entwickle deine Stimme. Beim Schreiben ist die Stimme die spezielle Art, wie die Worte geschrieben sind, dass man merkt, dass die Geschichte nur von dir geschrieben worden sein kann. Deine Worte sollten ihre Eigenheiten haben, ihre Kadenz, und niemand anderer sollte sie nachahmen können. Anfangs versucht man natürlich, seine beliebtesten Geschichtenschreiber zu imitieren. Aber wenn man sich als Autor von Kurzgeschichten weiter entwickelt, sollte man eine einzigartige Art finden, Gedanken und Ideen auszudrücken.
    • Stimme beschreibt die Art, wie die Worte eines Autors klingen, nicht nur die Art, wie die Worte einer Figur klingen. Jedes Wort, das du in eine Geschichte schreibst, trägt zur „Stimme“ des Autors bei.
  7. Vermeide die Stolperfallen beim Schreiben von Kurzgeschichten. Auch wenn es ein paar Richtlinien gibt, existieren keine festen Regeln darüber, was eine gute Geschichte ausmacht, und was eine schlechte. Du kannst deine Chancen, eine erfolgreiche Kurzgeschichte zu schreiben, noch immer verbessern, indem du einige der von Schreibern häufig begangenen Fehler vermeidest. Hier ein paar Dinge zum Nachdenken, wenn du deine Kurzgeschichte entwickelst:
    • Vermeide eine „Informationsflut“. Erzähle deinem Leser nicht alles, das er wissen „muss“, gleich am Anfang der Geschichte. Wenn du drei Seiten lang Charaktere und Handlung beschreibst, bevor etwas passiert, wird dein Leser gelangweilt.
    • Vermeide ein getrickstes Ende. Niemand mag Kurzgeschichten, bei denen man am Ende herausfindet, dass alles nur ein Traum war, oder dass sie die ganze Zeit aus dem Blickpunkt eines Aliens erzählt wurde.
    • Halte es einfach. Du denkst vielleicht, dass blumige, hochgestochene Wortwahl die richtige Sprache für eine Kurzgeschichte ist. Wenn du eine Geschichte über das gesellschaftliche Leben oder ein Schloss schreibst, dann ist das vielleicht richtig, bei den meisten Konzepten ist es jedoch besser, es kurz und einfach zu halten.
    • Vermeide eine Exposition in Dialogform. Erzählung, nicht Dialog, sollte deinem Leser die Grundinformationen der Geschichte liefern. Der Dialog sollte verwendet werden, um weitere Informationen über Charaktere und ihren Kampf und ihre Beziehungen zu liefern, aber nicht, um die „Fakten“ der Geschichte anzubringen. Ein Charakter sollte zum Beispiel nicht sagen „Sam, auch wenn du zwanzig Jahre alt bist, und das dein zweites Jahr in Harvard ist…“, da dies etwas ist, das beide Charaktere bereits wissen.
    • Das Gerüst deiner Geschichte sollte klar und deutlich bleiben. Ein Leser sollte immer die Frage „Worum geht es?“ beantworten können, während er deine Geschichte liest, und nachdem er fertig ist. Wenn ein Leser die Geschichte beendet und keine Ahnung hat, worum es ging, dann ist die Geschichte schlecht.

Teil 3 von 3: die Geschichte korrekturlesen

  1. Lege sie weg und nimm sie später wieder zur Hand. Mache eine Pause von deiner Geschichte – auch wenn es nur ein Tag ist. Dann lies sie mit neuen Augen noch einmal und versuche, sie als Leser zu sehen statt als Autor. Welche Sätze würdest du als Leser unnötig oder verwirrend finden? Über welche Fakten willst du mehr wissen? Welche Handlungspunkte sind zu offensichtlich, oder zu kompliziert? Dein eigenes Werk mit neuen Augen zu lesen, kann dir eine neue Perspektive darüber ermöglichen, was du ändern musst.
    • Manchmal hilft es, eine Geschichte, die du in Word geschrieben hast, einfach auszudrucken.
    • Wenn du die Geschichte wirklich verbessern willst, aber absolut festhängst, lege sie ein oder zwei Monate lang weg. Du wirst überrascht sein, wie viel du in diesem Zeitraum dazulernst.
    • Dein Werk eine Weile wegzulegen, lohnt sich, aber lege es nicht so lange beiseite, dass du das Interesse daran verlierst.
  2. Kümmere dich um Feedback. Wenn du deine Geschichte wirklich in die Welt hinaus bringen willst, kannst du sie einem engen Freund zum Lesen geben, oder einem anderen Autor, einem Deutschlehrer, oder sogar einer Gruppe von Autoren. Frage nie um eine Meinung zu einer Geschichte, bevor sie ganz fertig ist, oder die Kritik könnte dich verletzen. Ein Workshop mit einer Gruppe gleichgesinnter Personen, die wirklich an gutem Schreiben interessiert sind, kann dir helfen, eine neue Perspektive zu deiner eigenen Arbeit zu gewinnen.
    • Damit Feedback etwas nützt, musst du es annehmen. Wenn du denkst, dass du eine perfekte Geschichte geschrieben hast, wirst du anderen nicht zuhören.
    • Gib die Geschichte den richtigen Lesern. Wenn du Science Fiction schreibst, aber deine Geschichte an einen Autorenkollegen gegeben hast, der noch nie wirklich Science Fiction gelesen hat, bekommst du möglicherweise nicht das beste Feedback.
  3. Korrigiere die Geschichte mit einer Reihe Tricks. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um eine Geschichte korrekturzulesen, es hängt alles davon ab, wie der erste Entwurf aussieht, und wie viel Arbeit übrig bleibt. Viele Geschichten erfordern zehn oder mehr Entwürfe, lasse dich also nicht entmutigen, wenn du das Gefühl hast, dass in deiner Geschichte nicht „alles“ richtig ist. Hier ein paar Dinge, die du beim Korrekturlesen deiner Geschichte beachten solltest:
    • Eine erforderliche Veränderung des Standpunkts. Du hast vielleicht gedacht, deine Geschichte funktioniert am besten in der ersten Person, siehst aber, dass die dritte Person in der Geschichte, die du erzählen wolltest, besser funktioniert.
    • Entfernen von Wörtern. Es ist eine gute Faustregel, 250 Wörter aus der Geschichte zu entfernen (vorausgesetzt, sie hat mindestens 10 Seiten), nachdem du denkst, dass du fertig bist. Du wirst überrascht sein, wie viele unnötige Formulierungen du findest.
    • Vermeide Verwirrung. Frage dich selbst, ob du wirklich verstehst, was passiert, wenn du die Geschichte lesen würdest. Vielleicht war dir selbst das Konzept der Geschichte zwar glasklar, aber dein Leser wird vollkommen verwirrt.
    • Recherchiere mehr, wenn nötig. Wenn du eine Geschichte schreibst, die im Westen von New York City in den 60er Jahren spielt, finde über diesen Zeitraum so viel heraus, wie du nur kannst. Es ist Zeit, Bücher zu lesen und genug zu erfahren, um eine authentische Geschichte über diese Ära zu schreiben.
    • Bleibe am Ball. Wenn du frustriert bist, erinnere dich daran, dass niemals ein erster Entwurf einer Geschichte wirklich gut ist – aber dass wenn du einen zweiten, dritten, oder sogar vierten Entwurf schreibst, du das Potential hast, eine wirklich gute Kurzgeschichte zu schreiben.

Tipps

  • Verwende eine sinnliche Sprache. Dies ist der Schlüssel dafür, den Leser zu fesseln. Lasse dein Publikum die Umgebung sehen, riechen und hören . Male mit deinen Worten ein Bild, das Buch soll nicht langweilig oder flach sein, der Leser soll sich vorstellen können, wie alles ist. Beschreibe andererseits jedoch nicht jedes Blatt an jedem Baum, sonst machst du die Handlung langatmig.
  • Verbessere deine Wortwahl stetig. Finde die exakten Worte, die du suchst; ist die Figur ärgerlich oder aufgeregt? Versuche es mit Anleitungen wie Die Stilelemente’’, damit du lernen kannst, auf klare und eindeutige Weise das auszudrücken, was du ausdrücken willst.
  • Menschen sprechen normalerweise nicht in ganzen Sätzen. Sie geben Antworten aus einem Wort. Verwende also gelegentlich einfach Ausdrücke wie 'Ja, hmmm..., etc. Übertreibe es damit nicht! Ein guter Dialog klingt nicht wirklich wie echte Rede; es ist echte Rede, bei der alle langweiligen teile weggelassen wurden.
  • Bearbeite, bearbeite, bearbeite. Prüfe die Punktierung, Rechtschreibung, Grammatik und Satzstruktur - aber ignoriere die große Frage nicht. Sind die Handlungen und Antworten deiner Figur plausibel? Hast du eine Abkürzung in der Handlung genommen, so dass sie profan oder oberflächlich wird?
  • Denke lang und gründlich über deine Figuren nach (wer sie sind, wie sie sind, wovor sie Angst haben), die Orte (Zeitraum, Ort) und den Konflikt (Person gegen Person, Person gegen Gesellschaft, Person gegen Schicksal), Das macht die Geschichte interessant.
  • Minimiere diese kleinen Dialogausdrücke (z.B. Andreas sagt oder Molly flüsterte ). Fragst du dich, wie du ausdrücken sollst, wer gerade redet? Indem du jeder Figur eine unverwechselbare Stimme verleihst, und den Dialog in der Szene begründest. Menschen bewegen sich beim Sprechen umher. Dinge passieren um sie herum. Wenn du wirklich sagte benutzen musst, tu es (den Leser zu verwirren, ist schlimmer), aber wenn du die Szene wirklich bildhaft darstellst, wirst du oft feststellen, dass es nicht nötig ist. Verwende genuschelte Worte, einen Akzent, einen autoritären Ton, einen untergebenen Ton, oder sehr abgehackte Sprache, und zeige es durch die Wortwahl. Sei vorsichtig bei der Verwendung von Dialekt. Wenn du ihn verwenden musst, tu es sparsam. Wenn du deine Figuren gut kennst, kannst du dir vorstellen, wie sie klingen würden, wie sie sich ausdrücken, und was sie niemals sagen würden.
  • Wenn du ein Buch schreibst, solltest du jeden Tag etwa eine Stunde festlegen, in der du schreibst, damit du dich erinnerst, wo du warst, und wohin du möchtest.
  • Gehe online und suche nach Bedeutungen von Namen, um Namen für deine Figuren zu finden. Dies ist gut, wenn du keinen passenden Namen für eine Figur finden kannst. Wenn du zum Beispiel einen Jäger in deiner Geschichte hast, suche unter Bedeutungen das Wort Jäger . So erhältst du eine Liste von Namen, die zu dieser Beschreibung passen. Der Name Chase bedeutet Jäger , diese Figur in deiner Geschichte könnte also z.B. Chase heißen.
  • Lerne deine Hauptfiguren kennen. Gib einem Computer-Kid keinen coolen Satz in den Mund, wenn du nicht weißt, dass es diesen sagen würde. Du musst deine Figuren so kennen wie dich selbst. Lebe einen Tag lang im Kopf deiner Figuren.
  • Lies tausend Bücher, bevor du eines schreibst. Gehe auf eine mutige, konzentrierte Reise und lies Autoren aus der ganzen Welt, die dich fesseln. Wähle Bücher, die mit deiner Geschichte in Beziehung stehen könnten und mache Notizen davor, was auf den Seiten passiert. Wenn du eine n tiefsinnigen, spannenden Roman schreiben willst, lies z.B. ein paar Bücher von J.K. Rowling. Beachte, durch welchen Stil das jeweilige Buch seine Bedeutung bekommt, und wodurch es dich fasziniert. Haben die Charaktere psychologische Tiefe? Verwendet der Autor sinnliche Sprache? Behalte dies immer im Kopf, aber behalte auch deinen eigenen Schreibstil bei.

Warnungen

  • Versuche nicht, die Geschichte in die Länge zu ziehen. Dehne das Thema nicht aus. Gib ihm nur genug Details, um sowohl Interesse als auch Verständnis zu ermöglichen.
  • Um deine Geschichte interessant zu machen, plagiatisiere niemals die Arbeit eines anderen. Eine gute Geschichte zu schreiben, kann dauern, also habe Geduld!
  • Verwende nicht zu oft große, geschwollene Worte. Das klingt unprofessionell, wie wenn du es mit einem Computer geschrieben hast, aber verwende auch nicht nur einfache, schmucklose Worte.
  • Variiere die Länge deiner Sätze.
  • Die Umgebung ausführlich zu beschreiben, kann langatmig sein.
  • Es ist natürlich und einfach, enge Beschreibungen von Leuten zu verwenden, die du gut kennst, wie deine Familie. Verkleide die Charaktere entweder genügend, dass du deine Familie nicht beleidigst, oder du musst damit zurechtkommen, dass sie für eine Weile sauer auf dich sind.
  • Eine Schreibblockade passiert häufig. Das ist frustrierend, aber gib nicht auf. Mache Pausen und ruhe dich aus.
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