Eine perfekte Sprechstimme entwickeln

Wir haben alle schon einmal mindestens eine Person in unserem Leben gehört, deren Stimme so schön und voll ist, dass wir ihr gerne beim Sprechen zuhören – manchmal völlig unabhängig davon, was sie eigentlich sagt. Es kann zwar eine lebenslange Aufgabe sein, die perfekte stimmliche Betonung und Aussprache zu entwickeln, aber eine schön klingende Stimme kann in einer relativ kurzen Zeit erreicht werden. Du brauchst nur ein bisschen Anleitung und konsequente Übung. Wenn du also gerne deine perfekte Sprechstimme herausbilden willst, dann beginne unten mit Schritt 1.

Teil 1 von 2: Gute Sprechgewohnheiten annehmen

  1. Sprich deutlich. Es ist wichtig, dass du gehört wirst, wenn du sprichst – sprich deshalb lauter! Wenn du dazu neigst, zu flüstern, zu murmeln oder mit gesenktem Kopf zu sprechen, dann fällt es den Leuten viel leichter, dich zu unterbrechen oder zu ignorieren.
    • Das soll aber nicht heißen, dass du schreien musst – du solltest die Lautstärke deiner Stimme einfach an die Situation anpassen. Wenn du zum Beispiel vor einer großen Gruppe von Leuten sprichst, ist es notwendig, laut zu sprechen, um von allen gehört zu werden.
    • Es ist aber unnötig, in normalen, alltäglichen Gesprächen zu laut zu sprechen. Das könnte einen falschen Eindruck hinterlassen.
  2. Sprich langsamer. Es ist eine schlechte Gewohnheit, zu schnell zu sprechen und es kann schwierig für Leute sein, mit dir mitzuhalten oder auch nur zu verstehen, was du sagst. Das macht es ihnen leicht, abzuschweifen und nicht zuzuhören.
    • Deshalb ist es wichtig, dass du deine Sprache verlangsamst, indem du die Wörter langsamer aussprichst und zwischen den Sätzen Pausen machst – das hilft, um das, was du sagst, mehr zu betonen. Außerdem gibt es dir die Gelegenheit, Luft zu holen!
    • Andererseits solltest du aber auch nicht zu langsam sprechen. Wenn du zu langsam sprichst, kann das für deine Zuhörer monoton sein und dazu führen, dass sie ungeduldig werden und mit den Gedanken abschweifen.
    • Die ideale Sprechgeschwindigkeit liegt irgendwo zwischen 120 und 160 Wörtern pro Minute. Wenn du aber eine Rede hältst, solltest du deine Sprechgeschwindigkeit anpassen – langsames Sprechen kann zusätzliche Betonung verleihen, während eine schnellere Sprechweise einen Eindruck von Leidenschaft und Begeisterung vermittelt.
  3. Sprich klar. Einer der wichtigsten Aspekte, um eine gute Sprechstimme zu entwickeln, ist möglicherweise die klare Aussprache. Du musst sehr genau auf jedes einzelne Wort, das du aussprichst, achten – es vollständig und korrekt aussprechen.
    • Stelle sicher, dass du deinen Mund öffnest, deine Lippen lockerst und deine Zunge und Zähne korrekt einsetzt, wenn du sprichst. Das kann auch helfen, um dir das Lispeln abzugewöhnen oder es zumindest beim Sprechen zu vertuschen, wenn du eines hast. Es kann sich am Anfang komisch anfühlen, aber wenn du dich konsequent bemühst, deine Wörter korrekt auszusprechen, wird es dir bald ganz natürlich erscheinen.
  4. Übe eine tiefe Atmung. Eine tiefe Atmung ist ganz wichtig für eine volle, reichhaltige Stimme. Die meisten Leute atmen beim Sprechen zu schnell und zu oberflächlich, was zu einem unnatürlich klingenden, nasalen Tonfall führt.
    • Dein Atem sollte aus deinem Zwerchfell und nicht aus deiner Brust kommen. Um festzustellen, ob du richtig atmest, lege deine Faust auf deinen Bauch, direkt unter deiner letzten Rippe – du solltest spüren, wie dein Bauch sich aufbläht und sehen, wie deine Schultern beim Atmen hoch- und hinuntergehen.
    • Übe deine Atmung, indem du tief einatmest und die Luft deinen Bauch füllen lässt. Atme 5 Sekunden lang ein und atme dann 5 Sekunden lang aus. Gewöhne dich an diese Atemmethode und probiere dann, sie in deinen alltäglichen Gesprächen einzusetzen.
    • Denke daran, dass du tiefer atmen und deine Stimme leichter gebrauchen kannst, wenn du gerade sitzt oder stehst. Halte dein Kinn hoch und ziehe deine Schultern zurück. Das lässt dich beim Sprechen auch selbstbewusster erscheinen.
    • Probiere, am Ende jedes Satzes zu atmen – wenn du die tiefe Atemmethode verwendest, solltest du genug Luft haben, um durch den nächsten Satz zu kommen, ohne eine Atempause machen zu müssen. Das gibt auch deinen Zuhörern die Möglichkeit, aufzunehmen, was du gerade gesagt hast.
  5. Passe deine Tonlage an. Deine Tonlage kann einen echten Einfluss auf die Qualität deiner Stimme und die Aufmerksamkeit deiner Zuhörer haben. Im Allgemeinen vermittelt es einen Eindruck von Nervosität, wenn du in einem zitternden oder zögerndem Tonfall sprichst, während eine gleichmäßige Stimme beruhigender und überzeugender wirkt.
    • Obwohl du nicht versuchen solltest, den natürlichen Ton deiner Stimme zu verändern (bitte keine Darth Vader Imitationen!), solltest du versuchen, ihn zu kontrollieren. Lasse dich nicht von deinen Nerven überwältigen und strebe einen volleren, gleichmäßigeren Ton an.
    • Du kannst es üben, deine Tonlage zu kontrollieren, indem du eine Melodie summst oder einfach einfach einen Text laut liest. Denke daran, dass es nicht nötig ist, immer einen gleichmäßigen Tonfall beizubehalten – manche Wörter sollten höher ausgesprochen werden, um ihnen eine stärkere Betonung zu verleihen.

Teil 2 von 2: Deine Aussprache üben

  1. Mache ein paar Stimmübungen. Stimmübungen können ein guter Weg sein, um deine natürliche Sprechstimme zu entwickeln. Am effizientesten ist es, vor einem Spiegel zu üben. Aber auch diese Techniken funktionieren gut:
    • Probiere, deine Mund zu lockern und deine Stimmbänder zu entspannen. Das kannst du erreichen, indem du weit gähnst, deinen Kiefer hin und her bewegst, eine Melodie summst und deine Halsmuskeln leicht mit den Fingern massierst.
    • Erhöhe deine Lungenkapazität und deine Lautstärke, indem du voll ausatmest, bis die ganze Luft voll aus deinen Lungen ausgetreten ist, mache dann einen tiefen Atemzug und halte deinen Atem 15 Sekunden lang an, bevor du wieder ausatmest.
    • Arbeite an deinem Tonumfang indem du den Klang “ah” zuerst in deiner normalen Tonhöhe singst, und dann stückweise immer tiefer wirst. Du kannst das auch mit allen anderen Buchstaben des Alphabets machen.
    • Wiederhole Zungenbrecher wie::
      • Nickende Nichten und wippende Fichten.
      • Fischers Fritze fischt frische Fische; Frische Fische fischt Fischers Fritze.
      • Griesbrei bleibt Griesbrei und Kriegsbeil bleibt Kriegsbeil.
  2. Übe es, laut zu lesen. Um an deiner Aussprache, Sprechgeschwindigkeit und Lautstärke zu arbeiten, ist es eine gute Idee, das laute Lesen zu üben.
    • Suche dir eine Passage aus einem Buch oder einer Zeitschrift aus, oder, noch besser, finde eine Passage aus einer berühmten Rede (wie die von Dr. Martin Luther King, Jr.) und lies dir das selbst laut vor.
    • Denke daran, gerade zu stehen, tief zu atmen und deinen Mund ganz zu öffnen, wenn du sprichst. Übe vor einem Spiegel, wenn das hilft.
    • Übe so lange weiter, bis du glücklich mit dem bist, was du hörst. Probiere dann, dieselben Techniken in deinen täglichen Gesprächen anzuwenden.
  3. Nimm dich selbst auf. Obwohl die meisten Leute nicht gerne ihre eigene Stimme hören, ist es eine gute Idee, dich selbst beim Sprechen aufzunehmen.
    • Das kann dir helfen, Fehler zu entdecken, die du normalerweise nicht bemerken würdest, wie eine falsche Aussprache oder Probleme mit der Sprechgeschwindigkeit und Tonhöhe.
    • Die meisten Handys haben heutzutage ein integriertes Aufnahmegerät, das du verwenden kannst, um dir deine eigene Stimme anzuhören. Du könntest auch eine Videokamera verwenden (die praktisch sein könnte, um deine Haltung, deinen Blickkontakt und deine Mundbewegungen zu kontrollieren).
  4. Gehe zu einem Stimmtrainer. Wenn du deine Sprechstimme unbedingt verbessern willst – zum Beispiel für eine Debatte, eine Rede oder einen Vortrag – dann kann es eine gute Idee sein, einen Termin bei einem Stimmtrainer auszumachen. Er oder sie kann deine individuellen Sprachprobleme feststellen und dir dabei helfen, diese zu korrigieren.
    • Ein Stimmtrainer ist auch eine gute Idee, wenn du einen Akzent hast oder einen starken Dialekt sprichst, den du gerne minimieren oder ganz ausschalten würdest. Es ist schwer, einen Akzent auszuschalten, weshalb es dir wirklich helfen könnte, wenn du dafür einen Profi aufsuchst.
    • Wenn es dir etwas extrem vorkommt, einen Stimmtrainer aufzusuchen, dann könntest du dir überlegen, vor einem besonders redegewandten Freund oder Familienmitglied zu üben. Auch diese Leute könnten Probleme bemerken und dir ein paar hilfreiche Hinweise geben. Diese Übung wird dir auch dabei helfen, dich sicherer zu fühlen, wenn du vor anderen redest.
  5. Lächle, wenn du sprichst. Andere Leute werden dich und den Inhalt deiner Sprache positiver einschätzen, wenn du einen offenen, freundlichen und ermutigenden Ton verwendest (im Gegensatz zu einem aggressiven, ironischen oder gelangweilten Ton).
    • Eine gute Art, um deinen Ton freundlicher klingen zu lassen, ist, beim Reden zu lächeln. Natürlich kein verrücktes Grinsen, sondern nur ein leichtes Hochziehen deiner Mundwinkel. Das alleine kann den Ton deiner Stimme angenehmer klingen lassen – selbst am Telefon.
    • Natürlich ist ein Lächeln nicht immer passend, besonders wenn du ein ernstes Thema besprichst. Aber denke einfach daran, dass es Wunder wirken kann, wenn du Gefühle in deine Stimme legst (was auch immer diese Gefühle sind).

Tipps

  • Wenn möglich, dann mache diese Übungen in einem geschlossenen Raum ohne Teppich, so dass du dich selbst besser hören kannst.
  • Probiere verschiedene Singübungen aus, da das eine tolle Art ist, um die richtige Atmung und Stimmtechnik zu lernen.
  • Achte auf eine gute Haltung, da diese essenziell für eine gute Stimme ist.
  • Wenn deine Stimmbänder einen Klang erzeugen, solltest du eine Vibration in deiner Brust, deinem Rücken, deinem Hals und deinem Kopf spüren. Diese Vibration wird eine Resonanz erzeugen und deiner Stimme einen vollen, guten Klang verleihen. Das ist genau das, was du erreichen möchtest – verwende also viel Zeit darauf, diese Partien zu entspannen.
  • Am wichtigsten ist es, deinen Kiefer und deine Lippen zu entspannen, weil diese einen Resonanzraum schaffen, wie das Schalloch in einer Gitarre. Wenn dein Mund geschlossen ist, musst du dich mehr anstrengen, um dieselbe Lautstärke zu erreichen. Wenn dein Kiefer und deine Lippen entspannt und frei beweglich sind, dann wird deine Stimme natürlicher und weniger angespannt oder gedämpft klingen.
  • Kein Stress, wenn du noch immer nicht zufrieden mit deiner Stimme bist. Viele der bekanntesten Stimmen sind entweder sehr hoch oder sehr tief oder irgendwo dazwischen.
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