Nasenbluten stoppen

Nasenbluten (oder medizinisch Epistaxis) kommt häufig vor und lässt sich kaum vorhersagen oder steuern. Es kann auftreten, wenn die Nasenschleimhaut sehr trocken ist oder verletzt wird. Dadurch platzen kleinste Blutgefäße in der Nase und es blutet. Fast immer hat Nasenbluten seinen Ursprung im vorderen Teil der Nasenscheidewand, also dem Gewebe, das die beiden Nasenlöcher voneinander trennt. Besonders häufig sind Menschen betroffen, die unter Allergien, die die Nase beeinträchtigen, Sinusitis, Bluthochdruck oder Blutgerinnungsstörungen leiden. Wenn du weißt, wodurch dein Nasenbluten ausgelöst wird und was du dagegen tun kannst, kannst du in Zukunft ganz entspannt bleiben und zuhause die richtigen Maßnahmen ergreifen.

Methode 1 von 3: Erste Hilfe bei Nasenbluten

  1. Achte auf deine Körperhaltung. Wenn dein Nasenbluten nicht auf einen ernsthaften Auslöser zurückzuführen ist, kannst du zuhause entsprechende Erste Hilfe-Maßnahmen ergreifen, um die Blutung zu stoppen. Setz dich zunächst einmal hin, das ist bequemer, als herumzustehen. Neige deinen Kopf nach vorne, damit das Blut durch die Nasenlöcher herauslaufen kann.
    • Halte ein Handtuch unter deine Nase, um das Blut aufzufangen.
    • Lege dich nicht hin, denn sonst könnte das Blut in deinen Hals laufen.
  2. Drücke deine Nasenflügel zusammen. Drücke den unteren, weichen Teil deiner Nase mit Daumen und einem Finger zu, als würdest du dir die Nase wegen eines schlechten Geruchs zuhalten. Deine Nasenlöcher müssen komplett verschlossen sein. Wenn du an dieser Stelle auf die Nase drückst, stehen die Chancen gut, dass du dadurch Druck auf die beschädigten Blutgefäße ausübst. So wird der Blutfluss an dieser Stelle verlangsamt, weswegen diese Methode so gut funktioniert. Halte die Nase zehn Minuten lang zu, dann lass sie los.
    • Wenn deine Nase immer noch blutet, drücke für weitere zehn Minuten darauf.
    • Atme währenddessen durch den Mund.
  3. Kühle dich ab. Wenn du deine Körpertemperatur senkst, reduzierst du die Blutzufuhr zu deiner Nase. Nimm dazu einfach ein paar Eiswürfel in den Mund. So kannst du die Körpertemperatur effektiver und langfristiger senken als durch äußerliche Kühlung.
    • Diese Methode funktioniert besser als eine Kühlkompresse auf der Nase. Wenn man aktuellen klinischen Studien Glauben schenkt, bringen Kühlkompressen sowieso nicht viel.
    • Du kannst auch ein Eis am Stiel lutschen, um denselben Effekt zu erreichen.
  4. Benutze Nasensprays mit Oxymetazolin. Wenn du nur ab und zu Nasenbluten und keine Probleme mit hohem Blutdruck hast, kannst du ein medizinisches Nasenspray benutzen. Spezielle Sprays sorgen dafür, dass sich die Blutgefäße in der Nase verengen. Nimm einen kleinen Wattebausch oder etwas Gaze, gib ein bis zwei Tropfen oder Sprühstöße von dem Medikament darauf und stecke dir den Wattebausch in die Nase. Drücke weiterhin die Nasenflügel zusammen und überprüfe nach zehn Minuten, ob die Blutung aufgehört hat.
    • Wenn die Blutung aufgehört hat, lass die Watte trotzdem noch für etwa eine Stunde in der Nase, falls es erneut zu bluten anfängt.
    • Wenn du dieses Mittel zu oft benutzt (mehr als drei oder vier Mal pro Tag), kann es zu Abhängigkeitserscheinungen und einer chronisch verstopften Nase kommen.
    • Benutze das Spray nur, wenn das Zuhalten der Nase alleine nicht hilft.
  5. Wasche deine Nase und ruhe dich aus. Wenn die Blutung aufgehört hat, kannst du den Bereich um deine Nase herum mit warmem Wasser von dem Blut säubern. Wenn du das getan hast, solltest du dich einfach für eine Weile ausruhen, um zu verhindern, dass das Nasenbluten wieder anfängt.
    • Nun kannst du dich auch ruhig wieder hinlegen.

Methode 2 von 3: Nasenbluten in Zukunft verhindern

  1. Gehe sanft mit deiner Nase um. Du kannst auch selbst für dein Nasenbluten verantwortlich sein, etwa durch Bohren in der Nase. Lass das also besser sein, denn du kannst dadurch die empfindlichen Blutgefäße im Inneren deiner Nase verletzen. Außerdem kannst du damit Verkrustungen von früheren Blutungen ablösen und dadurch alte Verletzungen wieder aufreißen, die dann erneut zu bluten beginnen werden. Wenn du dir die Nase putzt, öffne dabei leicht deinen Mund, damit du nicht zu viel Luft durch die Nase ausstößt.
    • Du solltest deine Nasenschleimhaut so gut wie möglich befeuchtet halten. Dafür kannst du beispielsweise zweimal täglich mit einem Wattestäbchen eine Nasensalbe oder eine dünne Schicht Vaseline auftragen.
    • Putze dir die Nase vorsichtig und nie beide Nasenlöcher gleichzeitig.
    • Wenn dein Kind häufig Nasenbluten hat, halte seine Fingernägel kurz, damit es sich nicht so leicht verletzen kann.
  2. Kaufe einen Luftbefeuchter. Um die Luftfeuchtigkeit in deiner Umgebung zu erhöhen, solltest du einen Luftbefeuchter benutzen. Du kannst ihn zuhause oder am Arbeitsplatz aufstellen, damit besonders im Winter die Luft nicht mehr so extrem trocken ist.
    • Wenn du nicht extra einen Luftbefeuchter anschaffen willst, kannst du auch einfach einen Metallbehälter mit Wasser auf einen Heizkörper stellen, um die Luft zu befeuchten.
  3. Ernähre dich ballaststoffreicher. Verstopfung kann dazu führen, dass du auf der Toilette sehr stark pressen musst, und dadurch wiederum übst du Druck auf deine Blutgefäße aus, was zu häufigerem Nasenbluten führen kann. Unter anderem kann der erhöhte Druck dazu führen, dass sich Verkrustungen an früheren Verletzungen ablösen und Blutungen können erneut auftreten. Verstopfung kannst du vermeiden, indem du viele Ballaststoffe und genug Flüssigkeit zu dir nimmst.
  4. Ballaststoffe halten deinen Stuhl weich. Du solltest beim Stuhlgang nicht zu sehr pressen, um den intrazerebralen Arteriendruck nicht zu erhöhen, wodurch kleine, empfindliche Blutgefäße in der Nase platzen können.
    • Wenn du etwa sechs bis zwölf Pflaumen am Tag isst, kannst du damit Verstopfung sehr effektiv vorbeugen
    • Iss nicht zu scharf oder stark gewürzt. Hitze kann die Blutgefäße erweitern und Blutungen begünstigen.
  5. Benutze ein Nasenspray mit Salz. Salzhaltige Nasensprays kannst du unbesorgt auch mehrmals täglich anwenden, um die Nasenschleimhäute feucht zu halten. Diese Sprays enthalten fast nur Salz, machen also nicht abhängig. Du kannst dein Spray sogar selber herstellen, wenn du keins kaufen willst.
    • Um dein eigenes Nasenspray herzustellen, brauchst du zunächst einen sauberen Behälter. Mische darin drei gehäufte Teelöffel jodidfreies Salz und einen Teelöffel Backsoda. Dann nimmst du einen Teelöffel dieser Mischung und gibst ihn in knapp 250ml lauwarmes destilliertes oder abgekochtes Wasser und rührst alles gut um.
  6. Nimm mehr Flavonoide zu . Diese sind eine Gruppe von chemischen Verbindungen, die sich zum Beispiel in Zitrusfrüchten findet. Sie können die Kapillaren stärken und so die Anfälligkeit für Nasenbluten reduzieren. Iss also vielleicht einfach mehr Zitrusfrüchte. Außerdem in relativ hohen Mengen enthalten sind Flavonoide in Petersilie, Zwiebeln, Blaubeeren und anderen Beeren, schwarzem Tee, grünem Tee und Oolongtee, Bananen, allen Zitrusfrüchten, Ginkgo, Rotwein, Sanddorn und dunkler Schokolade mit mindestens 70% Kakaoanteil.
    • Du solltest jedoch keine Flavonoidpräparate wie Tabletten mit Ginkgo, Quercetin, Traubenkernextrakt oder Leinsamen nehmen, weil diese sehr hohe Mengen Flavonoide enthalten, die toxisch wirken könnten.

Methode 3 von 3: Nasenbluten verstehen

  1. Setze dich mit den verschiedenen Arten von Nasenbluten auseinander. Nasenbluten kann verschiedene Ursprünge haben. Beim anterioren Nasenbluten entsteht die Blutung vorne in der Nase. Im Gegensatz dazu gibt es posteriores Nasenbluten, das weiter aus dem Inneren der Nase kommt. Außerdem gibt es noch Nasenbluten, das spontan und ohne ersichtlichen Grund auftritt.
  2. Beschäftige dich mit möglichen Gründen. Es gibt die unterschiedlichsten Gründe für Nasenbluten, und du solltest zumindest grob einschätzen könne, welcher in deinem speziellen Fall der wahrscheinlichste ist. Dann kannst du versuchen, Nasenbluten in Zukunft zu verhindern. Ein Grund kann ein selbst verursachtes Trauma sein, zum Beispiel weil du in der Nase gebohrt hast. Das ist bei Kindern der häufigste Grund von Nasenbluten. Andere Gründe können der Konsum von Drogen wie Kokain, Veränderungen der Blutgefäße oder Störungen bei der Blutgerinnung sowie Gewalteinwirkungen auf Kopf oder Gesicht sein.
    • Umweltfaktoren wie trockene Luft (besonders häufig im Winter) können Irritationen der Schleimhäute und damit verbundene Blutungen auslösen. Bei kaltem Wetter kommt es häufiger zu Nasenbluten.
    • Infektionen der Nase oder der Nebenhöhlen können der Grund für Nasenbluten sein. Allergien können ebenfalls Entzündungen der Schleimhäute verursachen und so Nasenbluten nach sich ziehen.
    • Migränekopfschmerzen können bei Kindern in Einzelfällen Nasenbluten verursachen.
    • Durch Gewalteinwirkung auf das Gesicht kann natürlich ebenfalls zu Nasenbluten führen.
  3. Manche Dinge solltest du bewusst vermeiden. Wenn du Nasenbluten bekommst, gibt es einige Dinge, die sehr kontraproduktiv sind. Du solltest dich nicht nach hinten lehnen, da sonst Blut in deinen Hals fließen kann, was dazu führen könnte, dass du dich übergeben musst. Du solltest nach Möglichkeit nicht husten oder sprechen. Das könnte die Nasenschleimhaut irritieren und die Blutung verstärken oder erneut auftreten lassen.
    • Wenn du niesen musst, während du aus der Nase blutest, solltest du versuchen, die Luft durch den Mund herauszulassen, damit es nicht zu noch mehr Verletzungen in deiner Nase oder einer noch stärkeren Blutung kommt.
    • Putze dir nicht die Nase und bohre nicht in der Nase, besonders dann nicht, wenn die Blutung gerade schwächer wird. Du könntest damit gerade entstehende Verkrustungen ablösend und eine erneute Blutung auslösen.
  4. Geh zum Arzt. Es gibt einfach Situationen, in denen du um einen Arztbesuch nicht herumkommst. Wenn die Blutung sehr stark ist, also mehr als nur einige Tropfen kommen, oder länger als 30 Minuten anhält und regelmäßig wieder auftritt, sprich mit einem Arzt. Wenn du sehr blass wirst, extreme Erschöpfungszustände erlebst oder Orientierungsprobleme bekommst, kann starker Blutverlust die Ursache sein. In diesem Fall musst du sofort zu einem Arzt.
    • Wenn du Schwierigkeiten beim Atmen hast, insbesondere wenn Blut in deinen Hals läuft, solltest du zu einem Arzt gehen. Das kann zu Irritationen und Hustenanfällen führen. Außerdem kann als Folge eine Infektion entstehen, die wiederum Atemprobleme verursachen kann.
    • Du solltest unbedingt einen Arzt konsultieren, wenn das Nasenbluten als Folge einer ernsthaften Verletzung der Nase aufgetreten ist.
    • Außerdem solltest du zum Arzt gehen, wenn du Nasenbluten bekommst, während du Medikamente einnehmen musst, die die Blutgerinnung verhindern, etwa Warfarin, Clopidogrel oder Aspirin.

Tipps

  • In Indien tragen die Menschen Ghee (gesättigtes Butterfett) auf die Nasenschleimhaut auf, um die Blutung augenblicklich zu stoppen. Du bekommst Ghee in indischen Supermärkten und manchen Asiashops.
  • Wenn du zu Nasenbluten neigst, solltest du nicht rauchen. Der Rauch irritiert die Nasenschleimhaut und trocknet sie aus.
  • Benutze keine antiseptischen Cremes. Viele Menschen reagieren sehr empfindlich darauf, und sie können Entzündungen verschlimmern. Benutze eine Salbe mit Bacitracin nur dann, wenn du sie von einem Mediziner gegen eine bekannte infektiöse Verkrustung verschrieben bekommen hast.
  • Egal wie sehr du blutest, bleib ruhig. Flippe nicht aus, sondern reiß dich zusammen, sonst kippst du am Ende noch um.
  • Denke an vier Dinge: Befeuchte deine Atemluft, befeuchte deine Schleimhäute, ernähre dich gesund und stecke deine Finger nicht in deine Nase!
  • Gerate nicht in Panik, wenn es so aussieht, als ob du eine Menge Blut verlierst. Ein Großteil davon sind in Wirklichkeit ganz andere Flüssigkeiten aus deiner Nase. Du wirst nicht verbluten.
  • Atme ruhig durch den Mund und konzentriere dich auf deine Atmung. Wenn du dich entspannst, verlangsamt sich dein Puls, und du wirst weniger stark bluten.
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