Einen Umhang schneidern

Ein Umhang ist einerseits ein modisches Kleidungsstück, kann aber auch als Kostüm benutzt werden. Er ist ein sehr unkompliziertes und einfaches Kleidungsstück, das immer gut wärmt und das Aussehen aufpeppt. Der Umhang sieht immer gut aus, egal, ob ihn Rotkäppchen trägt oder er von Models auf dem Laufsteg präsentiert wird. Dieser Artikel beschreibt, wie man in wenigen Schritten einen Basisumhang in verschiedenen Arten schneidert.

Methode 1 von 7: Der einfache Umhang (Variante1): Leg dir einen Umhang (Poncho) um.

  1. Beschaffe dir brauchbares Material. Besorge dir eine Decke, ein größeres Tuch oder ein anderes brauchbares Stück Stoff. Es muss groß genug sein, um über deine Schultern und Oberkörper oder die eines Kindes zu passen.
  2. Schneide den Stoff entweder recht- oder viereckig zu und nähe, wenn es sein muss, um die Ecken herum, damit keine Fransen entstehen.
  3. Falte jetzt das recht- oder viereckige Stück Stoff in der Mitte. Finde den Mittelpunkt am oberen Teil des gefalteten Stoffes, bei dem der Kopf später durch soll. Zeichne dir diesen Punkt mit einem geeigneten Markierstift für Stoffe an.
  4. Schneide für den Hals und den Kopf ein Loch aus. Es gibt zwei Varianten:
    • Wirklich einfach: Schneide einfach einen geraden Schlitz in den Stoff.
    • Einfach: Zeichne mit dem Marker einen kleinen Halbkreis. Schneide den Halbkreis aus. (Betrachtet man es von beiden Seiten, ergibt es einen ganzen Kreis.)
  5. Nähe um das Loch herum. Dadurch entstehen keine Fransen. Es reicht ein einfacher Langettenstich.
    • Damit es ausgefallener aussieht, nähe ein Geflecht um das Loch herum.
  6. Verschönere deinen Umhang. Um den Umhang zu verschönern, kannst du entweder einen Saum, ein Geflecht oder eine andere Verzierung hinzufügen. Oder du lässt ihn einfach unverändert.
    • Diese Art von Umhang kann auch in die verschiedensten Kostüme, zum Beispiel einen mittelalterlichen oder altertümlichen Rock umwandelt werden. Mache dies, indem du ihn einfach kürzt und die Ärmel abschneidest und einen Gürtel hinzufügst, usw.

Methode 2 von 7: Der einfache Umhang (Variante 2): Großer schalartiger Umhang

  1. Suche nach einem großen Schal, der hierfür geeignet ist. Dafür bieten sich Baumwolle, Kunstseide, Seide usw. bestens an.
  2. Falte den großen Schal zu einem Dreieck.
  3. Zeichne mit einer Schneider-Kreide oder einem unsichtbaren Stoffmarker die Mitte an. Von der Mitte deines Punktes ziehst du nun eine 12,5 cm lange Linie in beide Richtungen und du erhältst eine Komplettlänge von insgesamt 25 cm.
  4. Schneide entlang dieser Linie einen Schlitz. Benutze dafür eine scharfe Schere, damit du einen wirklich sauberen Schnitt erhältst. Das ist nun die Öffnung für den Kopf.
  5. Binde den Schlitz ab, damit keine Fransen entstehen. Benutze den Vorstich. Wenn du möchtest, kannst du außerdem noch ein Geflecht annähen.
  6. Schneide auf der anderen Seite des Schals ein Loch. Nähe es so ab, dass keine Fransen entstehen.
  7. Schneide ein 115 cm groß geripptes Band ab. Befestige das abgeschnittene Band an der V-Form und achte wieder darauf, dass keine Fransen entstehen.
    • Du kannst auch Samtband verwenden
    • Die Farbe des Bandes sollte die gleiche Farbe wie die des Schals haben.
  8. Ziehe diese Seite des gerippten Bandes durch das an der Spitze befindliche Loch. Das Band dient so als Gürtel.
  9. Jetzt musst du nur noch, wenn nötig, die Schal-Ecken abnähen. Fügst du eine Flechte oder eine besondere Bindung hinzu, führt es dazu, dass dein Umhang besser hängt. Insbesondere, wenn es windig ist, doch dieser Umhang ist nicht wirklich für einen Bühnenauftritt oder für einen Abendball geeignet.

Methode 3 von 7: Der einfache Umhang (Variante 3): Der Wrap-Umhang

  1. Suche geeignetes Material. Es muss groß genug sein, um um den Oberkörper und den Schulterbereich zu passen.
  2. Miss das Stück Stoff ab und schneide es rechteckig. Versieh die Ecken mit einem Saum.
  3. Nähe oben einen Saum herum und nähe das Ganze quer ab. Der Halsausschnitt kann mit einem Geflecht, einer Spitze oder anderen Verzierungen schöner gestaltet werden.
    • Nun folgt der Schritt, der das Stück Stoff in den eigentlichen Umhang formt, den du später einmal tragen wirst. Werte deinen Umhang auf, indem du bunte Stoffstreifen, aus Satin oder Vlies, in schönen Farben, die zu deinem Umhang passen, annähst.
  4. Bringe am Hals des Umhangs eine Klammer an. So geht man auf Nummer sicher, dass der Umhang auch wirklich hält. Die Klammer kannst du entweder kaufen oder dir selber machen.
    • Wenn du dir sie selber machen möchtest, dann nähe dir zwei Knöpfe zusammen und verbinde sie mit einer Kette, einer Schnur oder einem Band und umhülle oder nähe sie einfach unter jeden einzelnen Knopf.

Methode 4 von 7: Der Umhang für Laien (Variante 1): Bodenlanger Umhang, der an das Kleidungsstück angehängt wird

  1. Suche nach einem Kleid oder Kleidungsstück, an das du den Umhang befestigen kannst. Hier kann es sich entweder um ein Kostüm oder ein Abendkleid handeln. Am besten nimmst du ein langes Kleid, je nach deinem Geschmack oder deiner Kreativität.
    • Dieser Umhang passt auch gut zu Tops.
  2. Besorge geeigneten Stoff, um damit den Umhang zu schneidern. Hier kann es sich um den selben Stoff wie bei deinem Kleid handeln, oder eine ähnliche Textur/Farbe. Es kommt in dem Fall auf den gewünschten Effekt an. Schneide den Umhang in ein Rechteck.
    • Nähe um die Ecken herum, um Fransen zu vermeiden.
  3. Schneide einen Stoffstreifen für den oberen Teil deines Umhangs aus. Er sollte länger als das Kleidungsstück sein, da es kleiner geschnitten werden könnte, sobald die Stiche gemacht wurden. (Halte immer etwas mehr Stoff auf Vorrat)
  4. Nähe das obere Ende deines Rechtecks an.
    • Benutze einen Faden, um den kürzeren Teil des Rechtecks zu entwerfen (also das Ende, welches du als die obere Seite des Umhangs vorher festgelegt hast), damit es der Breite des Kleidungsstücks entspricht.
    • Binde nun den schon vorher ausgeschnittenen Stoffstreifen an das Rechteck.
  5. Nähe den Umhang an das Gewand an. Nähe das Umhangstück unterhalb des Halsbereichs an das Kleidungsstück. Nähe mitten durch das Band.
    • Für Kleidungsstücke, die man an der Seite öffnet, ist es ratsam, den Umhang nur auf einer Schulterseite zuzunähen. Die andere Seite sollte entweder mit einem Klettverschluss oder Druckknöpfen versehen sein, damit es einfach ist, ihn von hinten aufzumachen.

Methode 5 von 7: Der Umhang für Laien (Variante 2): Rechteckiger römischer Umhang mit Band

  1. Suche nach geeignetem Stoff in einer passenden Farbe und Länge. Nimm ein Stück Stoff, das sich leicht nähen lässt und gut hängt.
    • Die römischen Farben rot und lila sind bestens geeignet, aber die Farbe hängt von deinem Geschmack ab.
  2. Nimm die Maße des Umhang-Trägers, des Kindes oder des Erwachsenen. Um den besten Effekt zu erzielen, darf der Umhang vom Hals bis nur knapp unter die Knie reichen.
    • Bezüglich der Breite muss der Stoff genau so breit wie der Umhangs-Träger sein, aber er darf nicht wie bei anderen Umhängen den Körper umhüllen. Er ist nur bis zu den Armen lang, was auch gleichzeitig die ausreichende Breite ist.
  3. Nimm das Maß und schneide, wenn es nicht schon der Fall ist, den Stoff rechteckig.
  4. Bügle alle Enden um den Umhang herum ab. Bügle mindestens 1 cm und mache nun dasselbe auf der Rückseite.
  5. Nähe entweder mit der Hand oder mit einer Nähmaschinen die Ränder ab.
  6. Nähe zwei Bandlängen an den Hals an. Das werden die oberen Ecken deines Umhangs. Klappe die Bänderenden um, damit du wirklich einen sauberen Abschluss hast.
    • Es können auch andere Klammern für den Hals genommen werden, aber am einfachsten geht es mit einem Band.
  7. Fertig! Probiere jetzt nur noch den Umhang an, um ihn deiner Größe anzupassen.

Methode 6 von 7: Der Umhang für Fortgeschrittene: Der lange Umhang aus zwei Teilen bestehend

  1. Suche nach einem Soff, der breit genug ist. Tücher, Stofffetzen, ein dünnes Betttuch oder ähnliches. Miss den Stoff so ab, dass die Breite und Länge für den Träger ausreicht. Man muss den Umhang in zwei Halbkreise formen, um einen Saum zu erhalten.
    • Hier nimmt man an, dass du ein Stoffmuster ohne Flausch oder weichem Haar benutzt. In diesem Fall gibt es nichts anderes, was gut dazu passt.
    • Wenn dein Stoff nicht groß genug ist, musst du ihn zuerst in zwei größere Stücke nähen. Es ist natürlich auch möglich, einen längeren Umhang aus dünnerem Stoff zu nähen.
  2. Bügle den Stoff, bevor du ihn nähst. Jede Art von Falte wird dein Aussehen negativ beeinflussen, sobald der Umhang fertig ist.
  3. Breite den Stoff aus. Hierbei wäre es sinnvoll, auf einem flachen Untergrund zu schneiden.
  4. Miss die Breite des Stoffes aus. Diese Breite legt den Mittelpunkt des Halbkreises fest, den du gleich aufzeichnen wirst.
  5. Nimm die obere rechte Stoffkante und forme daraus ein „A“ und miss diese Seite ab. Miss die Breite genau soweit ab wie im Schritt vorher. Dies ist nun „B“ und das Innere des Halbkreises, welches du dazu benutzen wirst, die erste Hälfte des Umhangs zu formen.
  6. Zeichne den Halbkreis auf. Spiegle die aufgezeichneten Linien von Punkt „B“ und erhalte so den Halbkreis auf deinem Stück Stoff.
  7. Schneide den Halbkreis aus.
  8. Lege den den Halbkreis auf das zweite Stoffstück, um ihn später als Vorlage zu haben. Schneide nun den zweiten Halbkreis aus.
  9. Stelle den Abstand für den Halsausschnitt fest. Am zweiten Stück Stoff zeichnest du einen kleinen Halbkreis, der den Halsausschnitt um Punkt „B“ ergibt.
  10. Schneide um den Halbkreis am Halsausschnitt herum. Dabei lässt du 2 cm Nahtzugabe stehen.
  11. Vervollständige den Umhang. Nähe die Umhang-Stücke zusammen. Solltest du ein Halsband oder einen Kragen anfügen wollen, dann benutze den selben Stoff, um diese Dinge anzunähen.
    • Runde, wenn nötig, die Kanten ab, damit keine Fransen entstehen.
    • Auch diesen Umhang kann man noch etwas aufpolieren, indem man ein Futter in einer passenden Farbe am Stoff anbringt. Dieser Schritt trägt zur Wärme und zum Aussehen deines Umhangs bei.

Methode 7 von 7: Weitere Umhangs-Varianten

Tipps

  • Wenn du keine Zeit hast, für eine Party einen Umhang zu schneidern, ist es in Ordnung, wenn du diesen Umhang nur einmal anziehst. Wenn du um die Kanten nähst, wird sich die Lebensdauer deines Umhangs erheblich verlängern. Das heißt, egal wo du an deinem Umhang die Ecken abnähen kannst, solltest du dies auch tun.
  • In den meisten Fällen müssen nach erster Anprobe noch Änderungen vorgenommen werden. Ein guter Näher oder eine gute Näherin sollte hierfür nicht lange brauchen.
  • Es gibt auch andere Umhang-Arten, wie Superhelden- und Rotkäppchen-Umhänge. Die Anleitung für diese Umhänge sind in diesem Artikel nicht enthalten.

Warnungen

  • Bei Kindern ist es wichtig, dass die Haken und Bänder für den Halsausschnitt für sie geeignet sind und sie sich damit nicht erwürgen können. Das gilt auch für Erwachsene. Sie müssen aber auch aufpassen, dass die Haken und Bänder auch für den Halsausschnitt geeignet sind.

Was du brauchst

  • Brauchbaren Stoff
  • Unsichtbare Stoff-Markierstifte oder solche, die nach dem Zeichnen wieder verschwinden oder sich auswaschen lassen.
  • Eine Schere (scharf und geeignet für das Schneiden von Stoff)
  • Ein Maßband
  • Nadel und Faden oder eine Nähmaschine
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.