Suchtkranken helfen

Willst du jemanden über seine Drogensucht hinweghelfen, weißt aber nicht wie? Es existieren viele Missverständnisse darüber, wie man einer Person mit einer Sucht helfen kann. Du kannst die Person nicht dazu bringen, ihre Sucht zu besiegen, und du kannst auch nicht die Arbeit für sie übernehmen. Dein Fokus ist es, der Person auf verschiedene und kreative Art und Weise Unterstützung anzubieten. Um einer Person mit einer Sucht zu helfen, musst du verstehen, dass eine Sucht komplex ist. Du kannst die Person nicht reparieren und wichtiger als alles andere: eine Person mit einer Sucht ist zuallererst eine Person, kein Suchtkranker, wie es der Titel des Artikels nahelegt. Der Kampf der Person mit der Sucht wird sicherlich hart werden, deine positive Unterstützung kann aber positiv zu der Genesung der Person beitragen.

Teil 1 von 4: Unterstützung zeigen

  1. Sei der beste Freund, der du sein kannst. Manche Freundschaften halten nur kurz und manche ein ganzes Leben lang. Einen Freund bei seinem Kampf gegen die Drogensucht zu unterstützen, ist eine Möglichkeit, eure Freundschaft stärker zu machen. Je länger eine Beziehung besteht, desto wichtiger wird dir die Person – und sollte eine Krise entstehen, ist deine natürliche Reaktion, deinem Freund zu helfen.
    • Sei für deinen Freund da, wenn er dich braucht und höre darauf, was er zu sagen hat. Es gibt Gründe dafür, warum diese Person Drogen konsumiert. Indem du ihr zuhörst, erlaubst du der Person, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken und dadurch die zugrundeliegende Ursache für ihre Sucht zu erkennen.
    • Sei respektvoll, loyal und verlässlich. Die eigenen Gefühle auszudrücken, ist eine mutige Sache und kann sich riskant anfühlen. Erkenne diese Tatsache an, indem du etwas sagst wie: „Ich weiß, das fällt dir vielleicht schwer und ich fühle mich geehrt, dass du diese Informationen mit mir teilst. Ich respektiere dich dafür. Ich bin für dich da, wenn du irgendwann einmal mit jemandem sprechen willst.“
    • Einer Person mit einer Drogensucht zu helfen, ist vielleicht das schwierigste und zeitaufwändigste, was du jemals tun wirst. Es ist aber auch eines der lohnendsten Gefühle überhaupt.
  2. Zeige Mitgefühl. Gehört und verstanden zu werden, sind Schlüsselkomponenten des persönlichen Wachstums. Die emotionale Erfahrung, mit einer Drogensucht fertig werden zu müssen, wird die Person dazu zwingen zu wachsen, was sehr schmerzhaft sein kann. Du kannst dabei helfen, den Schmerz der Person zu lindern, indem du ihr aktiv zuhörst.
    • Versuche, dich in die Lage der Person zu versetzen. Lerne, mitfühlend und akzeptierend zu sein, anstatt über die Person zu urteilen. Es ist vielleicht nur schwer zu verstehen, aber du kannst es wenigstens versuchen.
    • Behandle die Person so, wie du selbst gerne behandelt werden würdest. Du hast wahrscheinlich selbst schon schwere Zeiten erlebt und weißt, was dir dabei geholfen hat und was nicht.
  3. Bringe deine Besorgnis zum Ausdruck. Es fällt schwer, jemanden leiden und falsche Entscheidungen treffen zu sehen, die sein Leben negativ beeinflussen. Irgendwann musst du der Person mitteilen, dass du dir Sorgen um ihr Wohlbefinden machst. Vielleicht hört sie auf dich, vielleicht aber auch nicht. Das ist in Ordnung, immerhin bist du aufrichtig und zeigst der Person, dass sie dir wichtig ist.
    • Bitte um Erlaubnis, dich einmischen zu dürfen. Wenn eine Person mit einer Sucht ringt, erkennt sie vielleicht gar nicht, dass sie Hilfe benötigt. Sie könnte aber trotzdem offen für sie sein. Du kannst etwas sagen wie, „Es scheint als hättest du mit dieser Droge zu kämpfen. Ich bin für dich da, solltest du Hilfe brauchen. Wärst du damit einverstanden?“
    • Habe keine Angst davor, die schweren Fragen zu stellen. Schwere Themen anzusprechen, die eine Beziehung in Gefahr bringen können, ist eine Herausforderung. Du musst direkte, ehrliche Fragen stellen, wie z.B.: „Denkst du, du bist süchtig nach dieser Droge?“ und „Ich weiß, es ist wahrscheinlich schwer, darüber zu sprechen, aber ich muss wissen, ob du deine Gesundheit und unsere Beziehung dafür aufs Spiel setzen willst?“

Teil 2 von 4: Eine Drogensucht verstehen

  1. Beobachte das Verhalten. Kenne die Anzeichen und Symptome für eine Drogensucht. Eine radikale Persönlichkeitsveränderung kann auf einen Drogenmissbrauch hindeuten. Persönlichkeitsveränderung sind ein typisches Anzeichen für alle Arten einer Drogensucht, inklusive Alkoholismus, Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten und einer Opiatabhängigkeit.
    • Anzeichen für eine Opiatabhängigkeit: Es können Nadelstiche auf den Armen einer Person erkennbar sein, die Opiate missbraucht. Allerdings werden viele Süchtige sehr geschickt darin, die Beweise für eine intravenöse Einnahme zu verschleiern, indem sie die Droge an schwer einsehbaren Körperstellen injizieren, wie z.B. zwischen den Zehen. Eine Person, die Opiate missbraucht, wirkt auch oft ungewöhnlich durstig oder verschwitzt, und ihre Pupillen wirken nur so groß wie Stecknadeln.
    • Anzeichen für Alkoholismus: regelmäßiger Geruch nach Alkohol, Zurschaustellung unberechenbaren Verhaltens, undeutliche Aussprache, ungewöhnlich helle oder glasige Augen und das Unvermögen, Gedanken und Ideen auf logische Art und Weise auszudrücken. Alkoholiker versuchen oft, die physischen Beweise ihrer Sucht zu verstecken, wie z.B. die leeren Flaschen und Dosen.
    • Anzeichen für den Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten: Personen, die unter einer Abhängigkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten leiden, zeigen oft Anzeichen für einen Rauschzustand, wie z.B. Unbeholfenheit, undeutliche Aussprache und hängende Augenlider.
  2. Zeichne Datum und Uhrzeit von Konflikten und anderen Begebenheiten auf, in denen Drogen ein Problem dargestellt haben. Wenn ein Problem mehrmals auftritt, kannst du darin die Entwicklung eines Verhaltensmusters erkennen. Ob das Muster eskalieren und das Problem noch verschlimmern wird, ist nur schwer vorherzusagen. Du solltest aber auf jeden Fall darauf vorbereitet sein.
    • Vielleicht konsumiert die Person exzessive Mengen der Substanz und verliert regelmäßig auf Partys das Bewusstsein. Wurde die Person schon wegen Alkohol/Drogen am Steuer oder Vandalismus unter Drogeneinfluss belangt? Beteiligt sie sich unter dem Einfluss der Droge an Schlägereien?
  3. Identifiziere die Droge oder die Drogen, die die Person konsumiert. Es kommt häufig vor, dass eine Person mit einer Sucht mehrere Arten von Drogen konsumiert. Das könnte offensichtlich festzustellen sein oder auch nur sehr schwer. Sollte die Person heimlich Drogen nehmen, musst du auf die Anzeichen und Symptome eines Drogenmissbrauchs achten. Wenn du Zweifel hast, kannst du immer noch fragen. Zu den möglichen Drogen gehören u.a.: Amphetamine, anabole Steroide, Clubdrogen, Kokain, Heroin, Inhalationsmittel, Marihuana und verschreibungspflichtige Medikamente.
    • Unterschiedliche Drogen können die Person auf unterschiedliche Art und Weise beeinflussen.
    • Es können sich verschiedene Drogen in dem System der Person befinden, was die Identifikation erschweren kann.
    • Im Falle einer Überdosis oder eines medizinischen Notfalls bist vielleicht du es, der den medizinischen Personal die Art der konsumierten Droge mitteilen muss, damit dein Freund entsprechend behandelt werden kann.
  4. Bestimme den Grad der Sucht. Das Ziel sollte es sein, nicht so lange zu warten, bis das Verhalten der Person so weit eskaliert ist, dass ihre Beziehungen und Lebenssituationen nicht mehr repariert werden können. Idealerweise sollte die Person sich Hilfe suchen, bevor es zu ernsten Konsequenzen wie einem Jobverlust, der Vernachlässigung und des Missbrauchs von Verwandten und Familienmitgliedern und dem finanziellen Ruin kommt.
    • Frage die Person: „Welche Versuche hast du bisher unternommen, um den Konsum einzustellen? Warum glaubst du, hat es nicht geklappt?“
    • Wirkt und klingt die Person so, als wäre sie zu einer Veränderung bereit und motiviert, hat aber große Probleme, sich an den Plan zu halten? Kontrolliert die Droge die Person?
    • Wenn die Person ein enger Studienfreund oder ein Freund der Familie ist, solltest du seine Familie informieren, wenn die Dinge außer Kontrolle geraten. Du solltest dich dem Problem nicht alleine stellen.

Teil 3 von 4: Etwas unternehmen

  1. Stelle fest, ob die Person wirklich Hilfe will. Die grundlegenden Menschenrechte erlauben es jeder Person, nach Hilfe zu fragen und sie anzunehmen. Dieselben Rechte erlauben es einer Person aber auch, die angebotene und vielleicht notwendige Hilfe abzulehnen. Dadurch entsteht zwischen den Beteiligten eine gewisse Reibung und je mehr die Situation sich verschlechtert, umso verzweifelter fühlen sie sich.
    • Wie sehr willst du an dem Vorgang beteiligt sein? Da du gerade diesen Artikel liest, willst du wahrscheinlich einen Unterschied im Leben dieser Person machen.
    • Viele Menschen wollen nicht gerne in den Kampf eines anderen gegen die Drogensucht hineingezogen werden. Du kannst stolz darauf sein, dass du dich beteiligst.
  2. Diskutiere über Grenzen und lege Grenzen fest. Ihr müsst über gesunde Grenzen sprechen. Konzentriere dich dabei immer darauf, was für die Person mit der Sucht am hilfreichsten ist, ohne ihr Verhalten dadurch erst zu ermöglichen. Verhaltensweisen, die einer Person ihre Sucht ermöglichen, sind z.B.: du ignorierst unerwünschtes Verhalten; du leihst der Person Geld für Drogen, damit sie nicht stehlen muss; du opferst deine Bedürfnisse und Wünsche, um immer für die Person mit der Sucht da sein zu können; du drückst deine eigenen Emotionen nur sehr schwer aus; du lügst, um die Person zu decken; du hilfst der Person weiterhin, obwohl es unerwünscht ist und nicht anerkannt wird.
    • Teile der Person mit einer Sucht mit, dass du ihr helfen und ihre Bemühungen unterstützen wirst, die Sucht in den Griff zu bekommen, dass du dich aber an nichts beteiligst, was ihren weiteren Drogenmissbrauch unterstützt.
  3. Überzeuge die Person, sich Hilfe zu besorgen. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass die Person Hilfe benötigt. Jetzt wird es Zeit für dich, ihr die Realität ihrer Situation aufzuzeigen. Manchmal musst du eine Person mitfühlend dazu zwingen, über die Konsequenzen ihres eigenen Handelns nachzudenken.
    • Wenn du dir sicher bist, dass die Person Hilfe nötig hat, sie aber ablehnt, kannst du die Polizei rufen und die Person so schocken, dass sie einsieht, Hilfe zu benötigen. Sie muss nicht wissen, dass du es warst, der die Polizei gerufen hat.
    • Warne die Person, indem du sagst: „Das Gefängnis ist ein schrecklicher, gefährlicher und widerlicher Ort, an dem du jedem egal bist. Du willst nicht dort hin. Du wirst dich dort selbst verlieren und dich vielleicht nie wieder davon erholen.“
    • Zeige der Person Statistiken und Videos über Drogenüberdosen und durch berauschte Fahrer verursachte Unfälle mit Verkehrstoten.
    • Spüle keine Drogen die Toilette hinunter, da das die Wasserversorgung mit gefährlichen Substanzen verschmutzt, die irgendwann in der Nahrung landen.
  4. Verstecke die Schlüssel der Person, damit sie nicht mehr fahren kann. Bei einer Person mitzufahren, die unter dem Einfluss eines Betäubungsmittels steht, führt dazu, dass jeder im Auto überprüft und wahrscheinlich sogar festgenommen wird. Das ist ein perfektes Beispiel dafür, wie die Drogensucht einer Person sich auf die Leben von anderen auswirken kann.
  5. Veranstalte eine Intervention. Hilfe kann auf verschiedenste Weise erfolgen und muss manchmal auch erzwungen werden. Es ist eine schwere Entscheidung - aber eine notwendige, sollte die Sucht außer Kontrolle geraten und das Leben der Person gefährden. Auch wenn eine Intervention die Person überwältigen kann, sollte es nicht die Absicht sein, die Person in die Defensive zu zwingen. Wer an der Intervention teilnimmt, sollte sorgfältig ausgewählt werden. Die Freunde und Verwandten der Person können beschreiben, welchen Einfluss der Drogenmissbrauch auf ihr eigenes Leben hat.
    • Vor der Intervention solltest du zumindest einen Behandlungsplan entwickelt haben, den du der Person anbieten kannst. Triff entsprechende Vorkehrungen, wenn die Person direkt von der Intervention aus zu einem Rehabilitationszentrum begleitet werden soll. Die Intervention macht wenig Sinn, wenn die Person nicht weiß, wie sie Hilfe bekommen kann und keine Unterstützung durch ihre Freunde und Verwandten erfährt.
    • Du wirst die Person wahrscheinlich unter einem Vorwand zum Ort der Intervention locken müssen.
    • Sei darauf vorbereitet, spezifische Konsequenzen einzufordern, sollte die Person eine Behandlung ablehnen. Diese Konsequenzen sollten keine leeren Drohungen sein. Die Beteiligten sollten sich vorher darüber einig sein, die Konsequenzen auch wirklich durchzuziehen, sollte die Person keiner Behandlung zustimmen und sich nicht an Absprachen halten.
    • Eine Intervention kann auch die Arbeitskollegen der Person und einen religiösen Vertreter einschließen (falls angebracht).
    • Die Teilnehmer sollten spezifische Beispiele dafür vorbereiten, wie der Drogenmissbrauch ihrer Beziehung zu der Person geschadet hat. Oftmals entscheiden sich die Teilnehmer an einer Intervention dazu, der Person einen Brief zu schreiben. Einer Person mit einer Sucht ist vielleicht ihr eigenes selbstzerstörerisches Verhalten egal, wenn sie aber erkennt, wie ihre Handlungen sich auf andere auswirken, kann das ein kraftvoller Motivator dafür sein, sich Hilfe zu suchen.
  6. Schlage ein Rehabilitationszentrum vor. Kontaktiere verschiedene Rehabilitationszentren und erkundige dich nach ihren Leistungen. Habe keine Scheu davor, spezifische Fragen über ihren täglichen Ablaufplan und ihren Umgang mit Rückfällen zu stellen. Sollte keine Intervention notwendig sein, unterstütze die Person dabei, mehr über ihre Sucht und die empfohlenen Behandlungspläne herauszufinden. Sei unterstützend und lasse zu, dass die Person das Gefühl hat, die Kontrolle über ihre anstehende Rehabilitation zu haben.
    • Besuche das empfohlene Programm und denke daran, dass je aufgeschlossener die süchtige Person gegenüber dem Behandlungsplan ist, desto besser auch ihre Heilungschancen sind.
  7. Besuche die Person, sofern es angemessen ist. Sollte die Person sich zu einem stationären Behandlungsprogramm verpflichten, wird es bestimmte Besuchsregeln geben, die es zu beachten gilt. Verstehe, dass du es der Person erlauben musst, alleine und ohne Einfluss von außen teilzunehmen. Die Angestellten im Rehabilitationszentrum werden dich darüber informieren, wann du zu Besuch kommen kannst. Dein Besuch wird wahrscheinlich sehr geschätzt werden.

Teil 4 von 4: Das Leben danach

  1. Akzeptiere die Person wieder in deinem Leben. Eine Person, die gerade eine Drogensucht überwunden hat, benötigt Struktur in ihrem Leben – und du kannst einen großen Teil dazu beitragen. Sich willkommen zu fühlen, kann genau das sein, was die Person braucht. Jeder von uns hat das Bedürfnis, irgendwo dazuzugehören, und du kannst das Bedürfnis der Person auf Zugehörigkeit erfüllen.
    • Ermutige einen neuen, gesünderen Lebensstil und weise auf potentielle neue Freiheiten hin. Lade die Person ein, mit dir auf neue Abenteuer zu gehen. Achte aber darauf, dass du durch nichts den Drang der Person förderst, wieder Drogen zu nehmen.
    • Das Ziel ist es, der Person nicht das Gefühl zu geben, alleine zu sein. Versichere ihr, dass sie sich an dich und andere wenden kann, sollte sie Hilfe benötigen. Die Person wird nervös und verängstigt sein und sich Sorgen darüber machen, ob sie nüchtern bleiben kann.
  2. Frage die Person nach ihren Fortschritten. Zeige der Person, dass du dir wirklich Sorgen um sie machst und willst, dass sie Erfolg hat. Es ist wichtig, dass sie wirklich zu ihren Therapiesitzungen oder Treffen der Selbsthilfegruppe geht. Diese Treffen sind eine absolute Voraussetzung für jedes Rehabilitationsprogramm.
    • Hilf der Person dabei, für ihr Programm verantwortlich gemacht zu werden. Frage sie, ob du ihr irgendwie helfen kannst, sicherzustellen, dass sie auch wirklich zu ihren Sitzungen geht. Achte darauf, dass sie nicht locker lässt.
    • Biete der Person an, sie zu Treffen zu begleiten, solltet ihr euch beide mit dieser Vorstellung wohlfühlen.
    • Feiere jeden Fortschritt. Wenn eine Person seit 1000 Tagen nüchtern ist, verdient jeder dieser Tage eine Feier.
  3. Sei einfallsreich, sollte die Person in Zukunft deine Hilfe benötigen. Eine Drogensucht ist eine chronische Erkrankung. Sie kann kontrolliert, aber nie vollständig geheilt werden. Rückfälle sind sehr wahrscheinlich und keiner der Beteiligten sollte einen Rückfall als ein Scheitern ansehen. Allerdings erfordert jeder Rückfall auch eine Behandlung.
    • Sobald du den Prozess durchgemacht und einer Person mit einer Sucht geholfen hast, hast du auch das nötige Know-how und die notwendigen Informationen, wieder zu helfen. Du kannst Psychologen und Psychiater in deiner Nähe über die Psychotherapiesuche oder die Bundespsychotherapeutenkammer finden.
    • Sei für die Person da (durch Nachrichten, Anrufe, Besuche, lustige Aktivitäten, Sport, lockere Treffen und indem du ihre Hobbys und Interessen unterstützt). Hilf der Person dabei, die Verlockung der Droge zu besiegen, sollte es zu einer besonders schwierigen Situation kommen.
  4. Bleibe in deinen Interaktionen mit der Person positiv, sei aber direkt, ehrlich und ernst, sollte es notwendig werden. Die Person muss wissen, dass es Menschen gibt, die für sie da sind und sie auf dem Weg zur Genesung unterstützen. Und du bist einer dieser Menschen.

Tipps

  • Abhängigkeit ist eine körperliche, mentale und spirituelle Erkrankung. Zur Überwindung dieser Erkrankung, muss allen drei Aspekten (in dieser Reihenfolge) Aufmerksamkeit geschenkt werden.
  • Gib die Person nicht auf. Eine Person, die unter einer Sucht leidet, fühlt sich wahrscheinlich von ihren Freunden und ihrer Familie verlassen und alleine auf dieser Welt.
  • Zeige der Person, dass du sie nicht allein lassen wirst, selbst wenn sie einen Rückfall erleiden sollte.
  • Drücke weiterhin deine Liebe und deine Zuneigung zu der Person aus. Zeige ihr die Vorteile einer drogenfreien Zukunft auf.

Warnungen

  • Es kommt oft vor, dass du einer Person mit einer Drogensucht nicht helfen kannst.
  • Eine Person kann trotz einer Drogensucht jahrelang normal funktionieren. Irgendwann wird es sie aber einholen – entweder körperlich, emotional oder durch das Einbüßen ihrer Beziehungen.
  • Wenn du den Verdacht hast, die Person könnte eine Überdosis genommen haben, rufe sofort den Notruf 110 an.
  • Sollte es zu Gewalttätigkeiten kommen, solltest du dich aus der Situation zurückziehen und die Behörden alarmieren.
  • Im Fall einer Überdosis solltest du Informationen über die Droge bereitstellen, die die Person konsumiert hat.
  • Eine schwere Drogensucht kann dazu führen, dass die Person Verbrechen begeht, um ihre Sucht finanzieren zu können. Auch du kannst ein Opfer werden.
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