Schlimme Hautirritationen im Gesicht behandeln

Stark irritierte Gesichtshaut kann sehr unangenehm und peinlich sein, und du willst sie sicher einfach schnellstmöglich wieder unter Kontrolle bringen. Dabei solltest du jedoch nicht außer Acht lassen, dass es sogar ein Anzeichen für etwas Lebensbedrohliches sein kann, besonders dann, wenn es im Zusammenhang mit einer allergischen Reaktion oder Vergiftung steht. Du solltest daher besonders auf begleitende Symptome achten, wie etwa Atembeschwerden, starke Übelkeit oder Ohnmachtsanfälle. Solltest du solche Symptome bei dir feststellen, wäre es sicher ratsam, die nächste Notfallambulanz aufzusuchen. Wenn dir jedoch sonst nichts fehlt, findest du hier einige unterschiedliche Maßnahmen, wie du deiner stark gereizten oder irritierten Gesichtshaut zu Leibe rücken kannst.

Methode 1 von 4: Den Grund für die Hautirritation herausfinden

  1. Mach einen Termin bei deinem Hausarzt. Es gibt viele Krankheiten, die sich als Ausschlag oder Hautirritation in deinem Gesicht zeigen können, von leichten allergischen Reaktionen über Autoimmunstörungen (Schuppenflechte), Akne, starker Sonnenbrand, Ekzeme, Rosacea, Infektionen oder Vitaminmangel bis hin zu Kontaktdermatitis. Dein Hausarzt kann dir helfen, zunächst einmal eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen, aber du solltest daran denken, dass ein Hausarzt kein Dermatologe ist. Wahrscheinlich wird er dich zu einem Spezialisten überweisen, damit dieser eine genaue Diagnose stellen kann.
    • Wenn du regelmäßig Medikamente nimmst, frage deinen Arzt, ob die Hautveränderungen Nebenwirkungen dieser Medikamente sein könnten.
    • Bitte deinen Arzt um einen Bluttest, um einen eventuellen Vitaminmangel festzustellen. Eine nicht ausreichende Versorgung mit B12 oder anderen B-Vitaminen wird oft mit Hautproblemen in Verbindung gebracht.
  2. Lass dich zu einem Hautarzt überweisen. Ein Spezialist kann dir mit hoher Wahrscheinlichkeit eine genauere Diagnose deiner Hautprobleme stellen und dir entsprechende Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Das können medizinische Cremes sein, Medikamente gegen Akne, Entzündungshemmer, Mikroabrasion oder etwa eine Lasertherapie.
    • Der Dermatologe wird wissen wollen, ob es in deiner Familie bereits Fälle von Hauterkrankungen gibt, denn bei diesen spielt oft die Genetik eine Rolle (etwa bei Schuppenflechte).
    • Zuviel Sonne kann nicht nur zu einem Sonnenbrand führen, sondern auch der Auslöser für andere Hauterkrankungen sein, besonders für Rosacea.
    • Kosmetiker, Kräuterkundler, Ernährungsspezialisten, Naturheilkundler und Chiropraktiker können zusätzlich gute Informationsquellen in Bezug auf krankhafte Hautveränderungen und natürliche Behandlungsmethoden sein.
  3. Lass dich zu einem Allergologen überweisen. Ein Allergologe ist ein Arzt, der sich auf die Diagnose und Therapie von Allergien spezialisiert hat. Allergische Reaktionen sind oft harmlos, sie können aber auch lebensbedrohlich sein. Was sie gemeinsam haben, ist, dass sie sich meist innerhalb eines kurzen Zeitraums von Minuten bis hin zu Stunden manifestieren. Wenn die Hautirritation in deinem Gesicht sich über Tage und Wochen hinweg verschlechtert hat, dann ist es wahrscheinlich eher keine allergische Reaktion.
    • Ein starker Hautausschlag im Gesicht, der sich schnell verschlechtert, weist in den meisten Fällen auf Nesselsucht hin, besonders dann, wenn er von Atembeschwerden, einer verstopften Nase oder Schwellungen der Lippen oder der Zunge begleitet wird.
    • Häufige Auslöser für Nesselsucht können Lebensmittel wie Nüsse (Erdnüsse) und Meeresfrüchte (Shrimps) sein.

Methode 2 von 4: Einen starken Sonnenbrand behandeln

  1. Benutze immer Sonnencreme, wenn du dich draußen aufhältst. Die Sonne auf der Haut ist ein tolles Gefühl, und sie wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv auf unsere Gesundheit aus, ermöglicht unserem Körper zum Beispiel die Produktion von Vitamin D, aber wie beinahe alles andere auch ist sie nur in Maßen gesund. Ein Zuviel kann deine Haut verbrennen und austrocknen, was Rötungen, Blasen, Entzündungen, Spannungsgefühl und erhöhte Empfindlichkeit zur Folge haben kann. Du kannst einem Sonnenbrand effektiv vorbeugen, indem du mindestens einen Lichtschutzfaktor von 15 benutzt.
    • Zinkoxidsalbe ist eine ziemliche Schmiererei, aber die höher konzentrierten Varianten (>25%) lassen praktisch keine Sonne durch.
    • Kokosöl wirkt als natürlicher Sunblocker.
  2. Trage eine Kopfbedeckung, wenn du in die Sonne gehst. Um dein Gesicht besonders vor den negativen Auswirkungen der Sonne zu schützen, trage einen Hut mit einer breiten Krempe. Besonders gut eignen sich Hüte in hellen Farben und aus einem atmungsaktiven Material. Auch eine große Sonnenbrille kann helfen, da sie einen nicht unerheblichen Teil deines Gesichts bedeckt. Achte aber beim kauf darauf, dass sie wirklich hundertprozentigen UV-Schutz bietet.
    • Suche wenn immer möglich den Schatten, etwa unter einem Baum oder Sonnenschirm, wenn du dich in Zeiten hoher UV-Belastung draußen aufhältst.
  3. Trage eine natürliche Pflege auf dein verbranntes Gesicht auf. Es gibt eine Vielzahl natürlicher Produkte in Form von Gel, Lotion oder Creme, die die Haut beruhigen, ihr Feuchtigkeit spenden und die Heilung nach einen Sonnenbrand unterstützen. Dazu gehören Aloe Vera-Gel, Vitamin E-Öl, Lavendelöl, Cremes auf Gurkenbasis oder Kompresse mit kaltem Kamillentee.
    • Mach eine Gesichtsmaske mit dickflüssigem griechischem Joghurt – er kühlt, spendet Feuchtigkeit und alkalisiert geschädigte Haut.

Methode 3 von 4: Nesselsucht behandeln

  1. Meide Lebensmittel, von denen du weißt, dass sie als Auslöser wirken. Wenn dein Hautarzt oder Allergologe eine Nahrungsmittelallergie als Ursache deiner Hautprobleme diagnostiziert haben, wirst du die entsprechenden Lebensmittel ab sofort meiden müssen. Prinzipiell kann jede Art von Lebensmittel eine Allergie auslösen, aber die häufigsten sind Nüsse, Eier, Weizen, Meeresfrüchte und Milchprodukte.
    • Du musst nicht unbedingt vom giftigen Efeu naschen, um eine Reaktion zu provozieren – für eine mittelschwere bis schwere Hautirritation reicht es schon aus, wenn du die Pflanze berührst und dir danach ins Gesicht fasst.
    • Du musst eventuell etwas umsichtiger werden, wenn es darum geht, was du im Restaurant bestellen kannst. Mach dich mit Zutatenlisten und Verarbeitungsprozessen von Nahrungsmitteln vertraut.
  2. Ziehe auch in Betracht, ob dich vielleicht ein Insekt gestochen haben könnte. Einige Arten von Gift oder Bissen können schlimme Hautreaktionen auslösen, besonders Stiche oder Bisse von Bienen, Wespen, Spinnen, Skorpionen, Feuerameisen und Moskitos. Außerdem solltest du sichergehen, dass dein Bett oder Kopfkissen nicht von Bettwanzen oder Milben befallen ist.
    • Läuse können leicht von deinem Kopf aus auch dein Gesicht erreichen und dich dort beißen. Schließe einen Läusebefall unbedingt aus, da die kleinen Biester hochansteckend sind.
  3. Benutze „hypoallergenes“ Waschmittel. Chemikalien wie Bleiche und Lösungsmittel können schlimmen Hautausschlag auslösen (meist als Kontaktdermatitis bezeichnet). Wenn die Hautirritationen in deinem Gesicht über Nacht aufgetreten sind, solltest du dein Kissen genau unter die Lupe nehmen. Wasche es, ebenso wie dein anderes Bettzeug und deine Kleidung mit einem speziellen Waschmittel, das keine bekannten Reizstoffe enthält.
    • Du kannst Bettzeug und Kleidung auch einfach mit Backsoda waschen. Das ist günstig und garantiert hautschonend.
    • Auch Kosmetika, Shampoos und Haarfarben können hautirritierende Substanzen enthalten (Natriumlaurylsulfat und Parabene zum Beispiel).
  4. Trage eine medizinische Creme auf dein Gesicht auf. Wenn dein Ausschlag von einer Allergie herrührt, kannst du dir in der Apotheke rezeptfreie Cremes mit Hydrokortison besorgen. Sie wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Natürlichere Alternativen enthalten Galmei, Vitamin E oder Hafermehl (sie lindern die Irritation und eventuellen Juckreiz). Andere Inhaltsstoffe, die bei Ausschlag und sehr trockener Haut helfen können, sind Milchsäure, Urea, Hyaluronsäure, Lanolin (Wollwachs) und Vaseline.
    • Eine der einfachsten, schnellsten und günstigsten Möglichkeiten, einen durch Nesselsucht, Giftefeu oder Insektenstiche verursachten Ausschlag zu lindern, ist eine kalte Kompresse oder einfach etwas in ein Handtuch gewickeltes Eis.
    • Wenn die Ursache ein Allergen ist, können oral eingenommene Antihistamine die Entzündung hemmen und dein Gesicht weniger aufgedunsen aussehen lassen.

Methode 4 von 4: Starke Akne behandeln

  1. Hab ein Auge auf deinen Hormonhaushalt. Hormone spielen eine große Rolle bei der Ölproduktion des Körpers, und ein Zuviel an Hautfett wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit für vermehrte Akne sorgen, da es die Poren verstopft. Beim Hausarzt kannst du dein Hormonlevel in Erfahrung bringen.
    • Frauen können ihre Akne häufig durch Einnahme der Pille unter Kontrolle bringen.
    • In manchen Fällen sind Milchprodukte Auslöser für starke Akne.
  2. Halte deine Haut sauber und rein. Überschüssiges Hautfett lässt sich am besten durch regelmäßiges Waschen entfernen. Zudem entfernst du so Schmutz und Bakterien, die ebenfalls zur Akne beitragen. Übertreibe es aber nicht, denn zu häufiges Waschen verursacht nur eine noch stärkere Talgproduktion, weil der Körper der Austrocknung der Haut vorbeugen will. Benutze deshalb auch immer eine Feuchtigkeitspflege nach dem Waschen oder Peelen.
    • Cremes und Lotionen mit Benzoylperoxid töten Bakterien ab, die Akne verursachen.
  3. Fummele nicht an deinen Pickeln herum. Es ist sehr verführerisch, Pickel auszudrücken oder aufzukratzen, um sie schneller loszuwerden. Aber in den allermeisten Fällen verursacht man damit nur eine noch schlimmere Entzündung und im schlimmsten Fall handelst du dir Narben ein, die du nie mehr loswirst. Lass solche Behandlungen nur von einem Dermatologen oder einer erfahrenen Kosmetikerin machen.
  4. Ziehen auch verschreibungspflichtige Medikamente in Betracht. Wenn deine Akne besonders hartnäckig oder chronisch ist, kann dein Hautarzt dir verschreibungspflichtige antibiotische Lotionen oder Antibiotika zum Einnehmen geben, wie etwa Clindamycin oder Erythromycin. Tretinoin (Retin-D) ist ein Medikament, das ein Verstopfen der Hautporen verhindert, während Isotretinoin die Talgproduktion hemmt.
    • Gegen Akne hilft meist eine Kombination von äußerlicher und oraler Medikation am besten.
    • Befolge bitte immer ganz genau die Anweisungen deines Arztes, wenn du verschreibungspflichtige Medikamente nimmst.
  5. Behandele deine Akne auf natürliche Weise. Es gibt unzählige natürliche Stoffe, etwa auf Kräuterbasis, die Akne bekämpfen. Dazu gehört die Süßholzwurzel (entzündungshemmend), grüner Tee (entzündungshemmend und adstringierend), Lavendelöl, Kamille, Teebaumöl (antiseptisch), Kampferöl (antimikrobiell und schmerzlindernd) oder Apfelessig.
    • Mach eine Gesichtsmaske mit Hafer und Honig. Honig wirkt antiseptisch und Hafer reinigt, spendet Feuchtigkeit, beruhigt irritierte Haut und lindert Juckreiz.
    • Mach eine Gesichtsmaske mit Bentonit, die Verstopfungen in den Poren lösen und Juckreiz lindern kann.

Tipps

  • Nickel- aluminium- platin- oder chromhaltiger Schmuck (etwa Ohrringe oder Piercingstecker im Gesicht) kann allergische Reaktionen auslösen.
  • Einige Arten von Hautausschlag werden durch Bakterien oder Pilzinfektionen hervorgerufen. Mit guter Körperhygiene kann man den meisten davon vorbeugen.
  • Wasche dein Gesicht am Morgen mit sauberem, kaltem Wasser und einer milden Waschlotion und lass es an der Luft trocknen. Danach trägst du eine Lotion auf, die sowohl Stearinsäure als auch Glyzerinstearat enthält. Wiederhole diesen Vorgang dreimal täglich.
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