An Weihnachten nicht streiten

Weihnachten ist eine Zeit voller Harmonie, Frieden und Liebe. Dennoch gibt es manchmal Spannungen und Familienstreitigkeiten oder Feindschaften rücken in den Mittelpunkt. Lerne hier, wie ihr eine wirklich schöne Weihnachtsfeier verbringen könnt, bei der es um die wahre Bedeutung von Weihnachten geht, statt euch zu streiten und anzufeinden und Weihnachten dadurch zu zerstören.

Vorgehensweise

  1. Werdet euch vorher über die Auslöser bewusst. Du kennst dich besser als jeder andere. Du weißt, welche Familienmitglieder dich verärgern können. Oft ist es ein innerer Kampf, in dem du dich entscheidest, eine andere Person zu ärgern, weil sie etwas an sich hat, das dir an dir selbst auch nicht gefällt. Das ist nicht hilfreich und führt nur dazu, dass die andere Person sich verteidigen will. Wenn du weißt, was dich ärgert, dann kannst du dich selbst daran erinnern, dass es dabei um deine eigenen Gefühle geht und du die Kontrolle über deine Reaktion hast.
    • Erinnere dich daran, dass du nichts beweisen musst. Stolz innerhalb der Familienfeier kann für die Beziehungen innerhalb der Familie Gift sein. Wen kümmert es, dass dein Cousin Georg ein größeres Auto hat als du? Wenn Tante Betty den Rosenkohl auf "ihre" Art kocht, dann mische dich nicht ein. Es gibt vieles, was du nicht beachten und worüber du dich nicht aufregen musst.
    • Sei nicht stur. Was bringt es dir, dich mit einem Familienmitglied immer und immer wieder über dasselbe zu streiten? Was versuchst du zu beweisen? Und wenn du etwas bewiesen hast, was löst das?
    • Mache mit deinem Ehepartner ein "Warnwort" aus. Sobald dein Ehepartner denkt, dass du in die gefährliche Zone abdriftest, kann er das Warnwort in das Gespräch einbringen. So weißt du, dass du zu weit gegangen bist und dich zurücknehmen solltest.
  2. Gehe locker damit um. An Weihnachten sieht man viele Leute, die man normalerweise meiden würde oder zumindest nicht so gerne sieht. Akzeptiere, dass du die Leute nicht oft siehst und bleibe ruhig und gelassen, wenn es soweit ist. Es ist nur für einige Stunden oder Tage. Wenn ihre Bemerkungen dich ärgern, dann reagiere nicht und gib der Person nicht die Aufmerksamkeit, die sie sucht. Sei "Zen", also ruhig und entspannt.
    • Ignoriere hypokritische Bemerkungen über dich, deine Familienmitglieder, deine Geschenke, dein Zuhause, etc. Solche Kommentare sagen mehr über den Sprecher als die Zielperson.
    • Entspanne dich während der Feiertage. Es kann selbst für die effizienteste und unerschütterlichste Person stressig sein, also lasse dich nicht runterziehen, wenn du aufgearbeitet bist. Mache Sport, gehe zu Aufführungen und mache Kurse. Finde ein wenig Zeit für dich selbst.
    • Bleibe ruhig. Es werden unschöne Dinge gesagt, aber warum solltest du ihnen Glaubwürdigkeit schenken, indem du sie glaubst oder akzeptierst? Bleibe ruhig mit der entsprechenden Person, ohne sie retten, übertrumpfen oder vertreiben zu wollen. Lasse sie einfach so sein und durch ihre Themen zeigen, wie sie ist. Vielleicht versucht die Person, dein Ansehen zu erlangen.
  3. Bleibe freundlich, auch wenn du dafür die Zähne zusammenbeißen musst. Das ist besonders wichtig, wenn es um dein Haus oder das des Gastgebers geht. Der Gastgeber muss sicherstellen, dass sich jeder wohlfühlt und eine gute Zeit hat, statt Streit zu schlichten. Denke an den Zweck des Tages und daran, wie wichtig Harmonie für jeden Gast ist.
    • Lasse dich nicht in Tratsch verwickeln und sprich nicht schlecht über jemanden. Selbst wenn es Familientradition ist, wird es irgendwann böse und beleidigend, wenn man auch die Leute, die am Tisch sitzen, mit einbezieht. Wenn jemand versucht zu lästern, dann lehne schnell und höflich ab.
    • Bekämpfe Feuer nicht mit Feuer. Wenn jemand dich zu einem Kampf herausfordert, dann gib ihm nicht die Befriedigung wütend, nervös oder beleidigt zu sein. Wenn die Leute Streit wollen, dann gib ihnen ungeteilte Höflichkeit. So hat es keinen Zweck mehr für die Personen, weiterhin zu provozieren.
  4. Sei nett und gehe dann weg. Wenn du weißt, dass es nur in einem Streit enden wird, dann sage einige nette Worte und bleibe mit dem Familienmitglied auf Abstand. Du kannst dich wegsetzen, zu anderen Leuten stellen oder deine Ohren zuhalten, wenn gemeine Kommentare zu laut sind. Halte dich den ganzen Tag auf Abstand, sei aber immer nett und höflich.
    • Beschäftige dich. Selbst wenn du nicht der Gastgeber bist kannst du anbieten zu helfen, um zu Gesprächen und von ihnen weg zu kommen. Schenke Sekt ein, wirf ein Auge auf das Hühnchen, sieh nach den Kindern, etc. So meidest du die Gefahrenzone und bist für jeden "der Hilfsbereite".
    • Wenn diese eine Person das Familientreffen immer und immer wieder ruiniert, dann warne sie vorsichtig. Sage, dass sie gebeten wird zu gehen und nicht mehr eingeladen wird, wenn sie Ärger macht oder gemeine Dinge sagt. Das ist liebende Strenge, aber immer noch Liebe.
    • Macht keine Wettbewerbsspiele und sucht keine anderen künstlichen Entschuldigungen für Spannungen, die sich bemerkbar machen. Es macht Spaß Monopoly oder Mensch ärgere dich nicht zu spielen, der Wettkampfcharakter kann aber anhalten und die Atmosphäre zerstören. Spielt nur, wenn ihr euch sicher seid, dass jeder das Spiel mit Lebensfreude überleben kann.
  5. Legt Wert auf Dinge, für die eure Familie dankbar sein kann. Es wirkt ein wenig wie unverbesserlicher Optimismus, ist aber wichtig, jeden daran zu erinnern, wie wichtig Familie ist und was gut an eurer Familie ist. Ihr könnt abwechselnd etwas Gutes über jede Person am Tisch sagen.
    • Umarmt euch viel. Umarmungen wirken heilend und können sogar eine wütende Seele aufmuntern.
    • Grüße jeden überschwänglich beim ersten Aufeinandertreffen. Eine liebevolle und einladende Begrüßung kann viel bewirken und Beziehungen für den restlichen Tag in die richtige Richtung lenken, v.a. bei Verwandten, die du lange nicht gesehen hast.
    • Tu das Unerwartete. Hilf jemandem beim Abendessen, beruhige zappelige Kinder oder gehe mit dem Hund Gassi. Bei diesen Feiertagen geht es darum, etwas für Leute zu tun, die dir etwas bedeuten. Das ist ansteckend.
  6. Trinke nicht zu viel. Wenn du der Gastgeber bist, dann halte den Alkoholkonsum auf einem Minimum, damit er nicht als Entschuldigung für unpassendes Verhalten hergenommen werden kann. Erinnere alle Gäste an ihre Verantwortung, nicht zu trinken und zu fahren und auf andere Rücksicht zu nehmen, indem man sich nicht betrinkt. Dasselbe gilt für dich. Trinke nicht bis du betrunken bist.
  7. Sei verständnisvoll und mitfühlend, statt wütend und "direkt". Weihnachten ist für manche Leute die schwerste Zeit des Jahres. Wenn Familienmitglieder den Job oder einen geliebten Menschen verloren haben, während des letzten Jahres finanzielle oder emotionale Rückschläge erlitten haben oder an einer Krankheit oder Depression leiden, dann ist Weihnachten eine harte Zeit für sie.
    • Da alles irgendwann endet und es darum geht, zu feiern und zu schenken, ist es für solche Familienmitglieder, die Sorgen wegen persönlicher Verluste, Verlust von Geld, Traurigkeit etc. haben auch eine Zeit der Reflexion, in der es so scheint, als wäre bei allen anderen alles gut. Statt sie aufzuziehen kannst du versuchen, sie in das Gespräch über das vergangene Jahr einzubringen und sie für ihre Rückschläge bedauern.
    • Respektiere sie, selbst wenn sie dich nicht respektieren. Du musst sie nicht lieben oder mögen, solltest dir aber Mühe geben, sie zu respektieren. Das heißt, du sollst akzeptieren, dass ihre Meinung anders ist als deine und dass sie diese Meinung haben dürfen, ganz egal wie gemein oder seltsam sie handeln. So wirst du eine stärkere Person.
  8. Atme tief durch. Nimm dir eine Auszeit, wenn dir alles zu viel wird. Wenn ein Teil der Familie anfängt sich zu necken und das so gut findet, dann entschuldige dich und gehe in einen anderen Raum, um eine Pause zu machen. Du kannst schreien, etwas auf Facebook posten oder einfach tief durchatmen.
    • Wenn du zu Besuch bist, dann mache deinen Besuch kurz und gut. Jeden verwundert zurückzulassen ist besser als nichts unversucht gelassen zu haben.
    • Gehe zu den Leuten, mit denen du gut zurechtkommst. Nur, weil du mit jemandem nicht gut zurechtkommst, heißt das nicht, dass du dich vor der ganzen Gruppe zurückziehen musst. Iss, trinke und sei fröhlich mit den Leuten, die du liebst.
    • Erinnere dich daran, wie gut du es hast. Atme durch und denke daran, was du alles hast: Freunde, Familie, Möglichkeiten. Das ist ein kleiner Gedankensprung, nach dem du dich erleichtert und nicht mehr angriffslustig fühlst.
  9. Bereite dich vor und genieße die Festlichkeiten. Wenn du in die Feierlichkeiten gehst und davon ausgehst, dass es Streitigkeiten geben wird, dann bist du für das Schlimmste gerüstet. Mache dir stattdessen unabhängig von den miserablen oder unschönen Einstellungen anderer Leute eine schöne Zeit und ihre Negativität kann dir nichts anhaben.

Tipps

  • Manche Streitigkeiten kommen auf, weil die Vorbereitungen für Weihnachten ungleich auf die Personen verteilt wurden. Packe mit an und tu deinen Teil der Vor- oder Nachbereitungen für den Weihnachtsabend.
  • Mache Fotos der am meisten geärgerten Familienmitglieder, wenn sie am schlimmsten Punkt sind. Mache das versteckt, da sie sonst vielleicht deine Kamera wegwerfen. Frage sie freundlich, ob sie wussten, wie sie aussahen, als sie wütend waren, wenn sie sich wieder beruhigt haben.
  • Schicke vorher jedem, der kommt, schöne Weihnachtskarten oder elektronische Grüße. Lasse die Personen wissen, dass du hoffst, dass es ein schönes Weihnachten wird.
  • Wenn du schnell aufgebracht bist, wenn du Streitigkeiten mitbekommst, dann bitte eine andere Person, Gastgeber zu sein. Wenn alles schief geht, dann kannst du so unbeobachtet gehen. Wenn du der Gastgeber bist, dann verlierst du diesen Vorteil.

Warnungen

  • In manchen zerrütteten Familien provoziert man nicht und bleibt ruhig, was einen Co-Abhängigen oder einen Alkoholiker noch wütender macht als ein Streit. Manchmal zerbrechen Beziehungen an diesem Punkt. Du kannst kontrollieren, was du tust und wie du dich verhältst, aber nicht, was andere tun. Mit ein wenig Aufwand, Gelassenheit und Selbstkenntnis kannst du andere davon abhalten, dich zu kontrollieren.
  • Wenn du seit Wochen deprimiert bist, dann gehe alle Auslöser durch und lasse dich nicht auf Psychospiele ein. Wenn du das einmal verstanden hast, haben sie nie wieder dieselbe Macht über dich. Viele Psychospiele sind währenddessen schwer zu erkennen, beurteile deshalb wie du dich fühlst, nachdem die Gäste gegangen sind und wie schwer es ist, zu deiner eigenen Einstellung und deinem eigenen Lebensrhythmus zurückzufinden. Kümmere dich um dich und deine Gefühle. Nimm dir dabei wenn möglich eine Auszeit. Realitätschecks von außenstehenden Freunden ohne Namen zu erwähnen können helfen, solche Gespräche herauszufiltern, in denen Unakzeptables aufgrund von Psychospielen akzeptabel wurde.
  • Familien wissen am besten wo sie ansetzen müssen. Manchmal ist Schweigen und nochmal Schweigen die einzige und beste Antwort.
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