Sich um Pfauen kümmern

Pfaue sind spektakuläre und entzückende Haustiere, die am besten zu Bauernhöfen und in ländliche Gegenden passen. Sie sind immer ein schöner Anblick, wenn die Männchen beginnen mit ihrem wunderschönen Federkleid umherzustolzieren und Räder zu schlagen! Männchen nennt man oft "Pfau" und Weibchen "Pfauhennen". Die meisten Leute nennen einfach beide Geschlechter "Pfau".

Methode 1 von 3: Unterbringung

  1. Halte Küken warm. Halte Küken in den ersten 4 bis 6 Lebenswochen in einem beheizten Raum. Es ist immer eine gute Idee, bei ca. 35 °C anzufangen und die Temperatur pro Woche um 5 °C zu senken. Diese Angaben variieren stark je nach Jahreszeit und geographischer Lage.
    • Achte auf die Körpersprache der Küken, um die beste Temperatur zu finden. Wenn den Küken kalt ist, drängen sie sich zusammen. Wenn ihnen heiß ist, versuchen sie so weit wie möglich von der Hitzequelle wegzugehen. Die beste Temperatur ist, wenn die Küken sich frei bewegen ohne eine dieser Verhaltensweisen zu zeigen.
  2. Baue einen großen Stall. Den brauchst du, damit die Pfauen nicht wegfliegen. Er sollte mindestens 2,5 m hoch sein, damit die Pfauen fliegen und ihre Federn frei ausbreiten können. Du brauchst an den Wänden und am Dach Maschendraht. Das Dach sollte gewölbt sein oder einen höchsten Punkt haben, der höher als der Rest des Dachs liegt.
    • Achte darauf, dass der Stall bei einem männlichen Pfau breit und lang genug ist, dass er seine Federn beim Stolzieren komplett präsentieren kann. Andernfalls hat er gebrochene Federn oder andere Verletzungen.
  3. Baue einen Unterschlupf aus Holz, der ähnlich ist wie ein Schuppen oder eine Scheune. Baue ihn innen oder verbinde ihn mit dem Hauptteil des Stalls, damit die Vögel darin schlafen und/oder nisten können. Du kannst ein Wärmelicht einbauen und es mit Stroh bedecken. Baue einen Boden, auf dem der Pfau stehen kann, und Sitzstangen. Suche im ganzen Stall nach Stellen, an denen Waschbären, Füchse oder andere kleine Tiere hineingelangen könnten.
    • Wenn du Probleme mit solchen Tieren hast, dann stelle ein Radio in die Nähe des Pfauenstalls. Lasse ihn immer laufen. Raubtiere und andere schädliche Tiere meiden Orte wahrscheinlich, wenn sie menschliche Stimmen hören.
  4. Lasse deine Pfaue nicht frei laufen. Auch wenn Pfaue, die du selbst aufgezogen hast, sich von dem Ort, an dem sie geschlüpft sind, nicht weit entfernen, haben sie die Tendenz dazu, halb-wild zu werden, wenn sie auf sich selbst gestellt sind. Achte darauf, dass du sie in einem abgeschlossenen Gebiet hältst, wenn du Grundstücksgrenzen hast oder befürchtest, deinen Pfau zu verlieren.
  5. Halte niemals zu viele Pfaue. Dies führt nicht nur zu einem unbequemen und unglücklichen Leben für den Pfau, sondern kann auch zu Krankheiten führen, weshalb dies wirtschaftlich eine schlechte Entscheidung wäre. Du solltest pro Vogel ca. 7,5 qm bereitstellen können.

Methode 2 von 3: Füttern

  1. Stelle Wasser- und Futterschalen auf. Hängende Futterschalen (die an Ketten vom Dach hängen) halten Mäuse vom Futter fern. Stelle auch Wasser erhöht auf oder schütze es auf eine andere Art und Weise, damit es nicht verschmutzt wird. Alternativ kannst du einen Eimer mit 11- 15 Litern Wasser füllen.
  2. Füttere die Küken. Pfauenküken sollten in den ersten drei Lebensmonaten viel Protein zu sich nehmen. Suche nach Futtergranulat von Game Bird mit mindestens 25 - 30% Protein. Wenn die Küken älter werden, kannst du ihnen das Granulat abgewöhnen; zu viel Protein kann bei einem ausgewachsenen Pfau zu schweren Verformungen der Beine führen .
  3. Beginne damit deinen Küken das Granulat abzugewöhnen. Nach drei Monaten sollten die Küken von Futter von Game Bird oder Pellets (Pellets sind das beste Futter für Vögel in Käfigen mit Drahtboden) von Game Bird entwöhnt sein. Das kannst du mit einem sechswöchigen Übergangsplan machen, solltest dabei aber auf die Reaktionen der Küken achten. Wenn sie das Futter nicht fressen, füttere ihnen das, was sie fressen, und versuche es an einem anderen Tag erneut. Dieses sechswöchige Programm läuft folgendermaßen ab:
    • Woche 1: 3 Teile Granulat zu 1 Teil Futter für Ausgewachsene
    • Woche 2: 2,5 Teile Granulat zu 1 Teil Futter für Ausgewachsene
    • Woche 3: 2 Teile Granulat zu 1 Teil Futter für Ausgewachsene
    • Woche 4: 1,5 Teile Granulat zu 1 Teil Futter für Ausgewachsene
    • Woche 5: 1 Teil Granulat zu 1 Teil Futter für Ausgewachsene
    • Woche 6: 5 Teile Granulat zu 1 Teil Futter für Ausgewachsene
    • Woche 7: nur Futter für Ausgewachsene
  4. Gib deinen Pfauen gelegentlich Leckerbissen. Zu viele Leckerlis können zu gesundheitlichen Problemen führen, deinen Pfauen aber hier und da etwas Besonderes zu geben kann dir dabei helfen, dass sie nicht streunen gehen oder ihre Medizin schlucken. Um deinen Pfau zu behandeln kannst du ihm Früchte, Gemüse, Brot, ungesüßtes Müsli, Hunde- oder Katzenfutter geben. Gib ihnen keine kleinen Knochen, da sie daran ersticken können.

Methode 3 von 3: Gesundheit

  1. Erhalte die Gesundheit deiner Pfaue. Gesundheitschecks sind sehr gut (mit angemessenen Prüfungen), wenn du einen neuen Pfau aufnimmst, und jedes darauffolgende Jahr, damit häufige Krankheiten erkannt und vorgebeugt werden können.
  2. Entwurme deine Pfaue. Pfaue in Käfighaltung sollten mindestens jeden zweiten Monat (bei Bedarf öfter) entwurmt werden. Pfaue in Freilandhaltung sollten mindestens ein Mal alle drei Monate entwurmt werden. Es gibt zur Entwurmung viele verschiedene Produkte. Die meisten sind für Hunde, Katzen, Hühner, Truthähne oder Kühe gedacht. Hier sind einige Mittel, die du auch für deine Pfaue verwenden kannst:
    • Piperazine. Das ist ein allgemeines Mittel zur Entwurmung und flüssig oder in Tablettenform. Die Flüssigkeit kann ins Wasser gegeben werden und wird verwendet, um viele jüngere Vögel auf einmal zu entwurmen. Die Tablette muss dem Pfau zwangsgefüttert werden.
    • IVOMEC. IVOMEC ist ein weiteres sehr effektives, allgemeines Mittel zur Entwurmung. Es wirkt aber nicht gegen Kapillarwürmer. Wenn du dich für IVOMEC entscheidest wird empfohlen, dass du zwischen IVOMEC und Panacur (Panacur ist besonders wirksam gegen Kapillarwürmer) abwechselst. Beachte, dass die beiden Mittel niemals gleichzeitig gegeben werden sollten. Wechsle das Mittel bei jeder Entwurmung. http://www.peafowl.org/ARTICLES/21/
    • Ivermectin für Rinder. Damit entwurmt man vor allem Zuchtbestand. Du kannst es in einem Leckerli verstecken und dem Pfau verabreichen oder es ihm zwangsfüttern.
  3. Achte auf äußerliche Parasiten. Neben Würmern und innerlichen Parasiten können auch äußerliche Parasiten, wie Läuse, deiner Herde Probleme machen.
    • Läuse. Diese Insekten leben ihr gesamtes Leben bei Wirten und ernähren sich von Haut, Schuppen und Ablagerungen auf den Federn. Wenn du an deinen Vögeln Läuse findest, sollten alle Vögel der Herde mit einem Schutzmittel behandelt werden.
    • Milben. Diese Käfer sind resistenter gegenüber Pestiziden als Läuse. Wenn du Milben findest, musst du den Vogel vier bis fünf Wochen lang alle zehn Tage behandeln. Danach wird empfohlen, die Herde monatlich zu behandeln bis du sicher bist, dass die Milben weg sind.
    • Sandflöhe. Sandflöhe beißen sich in Beine, Brust, Flügel und Atemwege, weshalb deine Vögel rote, schorfige Stellen haben. Um dies zu behandeln, musst du den gesamten Stall/das gesamte Gebiet, das der Vogel bewohnt, behandeln.
  4. Achte auf Krankheiten mit Prozotoonen. Protozoonen sind einzellige Organismen, die Infektionen und andere Krankheiten in vielen verschiedenen Tieren auslösen können. Einige wichtige Prozotoonen, auf die du bei Pfauen achten solltest:
    • Kokzidiose. Diese findet man in der Regel nur bei Vögeln, die drei bis zwölf Wochen alt sind. Sie sind nicht ansteckend. Das häufigste Symptom ist schwarzer, wässriger Kot Gib Medizin gegen Kokzidiosen oder ein Sulfonamid-Mittel ins Futter, um die Symptome zu lindern. Es ist eine gute Idee, vorbeugende Medikamente ins Futter der Pfauen zu geben, während sie im anfälligen Alter sind.
    • Schwarzkopfkrankheit. Küken zwischen fünf und 14 Wochen sind hierfür am anfälligsten. Die Symptome sind wässriger, gelblicher Kot, Benommenheit und Schwäche. Es ist ansteckend. Behandle mit Metronidazolen oder Kupfersulfat.
    • Leucocytozoon. Dieses Protozoon attackiert die weisen Blutkörperchen des Vogels. Symptome sind Anämie, Fieber, Schwäche, Appetitsverlust und Schwierigkeiten beim Laufen. Es wird in der Regel von schwarzen Fliegen und beißenden Mücken übertragen, die schnell brüten. Es wird empfohlen, die Vögel während der aktiven Zeit dieser Insekten innen zu halten. Wenn du damit Probleme hast, behandle mit Sulfonamiden oder Clopidol.
    • Taubenmalaria. Hierbei werden die roten Blutkörperchen des Vogels attackiert. Symptome sind Schwäche, Appetitsverlust und eventuell Tod. Wie Leucocytozoon wird Taubenmalaria durch Mückenbisse übertragen. Um dieser Krankheit vorzubeugen achte darauf, dass es nicht zu viele dieser Insekten gibt und gib deinen Vögeln eine geringe Dosis einer Medizin gegen Malaria von Clopidol, wenn du Angst hast, dass sie sich infizieren.

Tipps

  • Erschrick deine Pfaue nicht. Sie sind sehr nervöse Vögel und könnten sich selbst verletzen, wenn sie oft gegen Wände oder das Dach ihrer Unterkunft fliegen.
  • Mache Futter selbst. Wenn du Futter von Game Bird nicht findest oder lieber nicht verwendest, stelle selbst Futter für deinen Pfau her. Füttere hierfür deinen Pfau mit einer Mischung aus Hühnerpellets und Körnermischungen (Gerste, Weizen, Reis). Weizenfutter ist auch akzeptabel. Du kannst auch ein wenig Hundefutter (für größere Hunde) in die Mischung geben.
  • Achte darauf, dass der Käfig groß genug ist, dass ein Männchen stolzieren (seine Federn zeigen, indem er sein Rad schlägt) und herumfliegen kann. Bringe überall im Käfig hohe Sitzstangen an.
  • Halte Ausschau nach Raubtieren, wie Füchsen oder Waschbären. Sie können deine Pfauen töten und ihre Eier fressen.
  • Wenn du einen nistenden weiblichen Pfau hast, gib ihm einen großen, sauberen Reifen, der in der Mitte mit Stroh gefüllt ist. Lege ihn in den hölzernen Unterschlupf. Sie wird ihre Eier hinein legen. Wenn du dies nicht hast, legt sie ihre Eier einfach auf den Boden, wo man darauf treten oder sie von herumwandernden Raubtieren gefressen werden könnten.
  • Beachte, dass männliche Pfaue in einer Balzsaison bis zu 6 Pfauenhennen begatten können.
  • Achte beim Betreten des Stalls darauf, dass die Pfauen nicht hinauslaufen. Nimm wenn nötig einen Besenstiel mit. Bringe ein Schloss an, das sich ohne Schlüssel öffnen lässt und schließe hinter dir ab, wenn du die Tür schließt. Wenn deine Pfauen verlorengehen, fliegen sie wahrscheinlich in einen Baum oder komplett weg. Sie schließen sich vielleicht auch Herden wilder Truthähne an, da sie mit Pfauen verwandt sind.
  • Pfaue stolzieren wenn es regnet, mache ihnen Regenwasser also zum Beispiel durch Dächer mit Löchern zugänglich.

Warnungen

  • Halte nicht zwei männliche Pfaue in demselben Stall. Sie können und werden einander bekämpfen und diese Kämpfe enden für gewöhnlich tödlich.
  • Halte metallische Objekte, wie Münzen, Spielzeuge, Nägel, Lötzinn oder lose Drähte fern.
  • Füttere den Pfauen nicht Schokolade, Kaffee oder Alkohol, da dies für sie giftig ist.
  • Da die Flügel selten gestutzt sind, solltest du die Pfauen in einem großen Stall halten.
  • Auch wenn man Pfaue mit normalen Hühnern halten kann, haben die Pfauen dann oft Mitesser, die von einem Keim durch Fadenwürmer übertragen werden. Es ist besser, die beiden Arten getrennt voneinander zu halten.
  • Die Laute der Pfauen sind in städtischen Gebieten oft ein Problem.
  • Pfauhennen werden oft von Füchsen attackiert, vor allem, während sie nach ihren Küken sehen. Die Männchen können sich besser verteidigen und fliegen einfach in die Bäume, weshalb es oft mehr männliche Pfaue im Vergleich zu weiblichen gibt.

Was du brauchst

  • Maschendraht
  • Holz
  • Nägel
  • Hühnerpellets/-körner
  • Hundefutter
  • Obst/Gemüse
  • Stroh/Heu/ähnliche Einstreu
  • Erhöhte Futter-/Wasserschalen
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