In 90 Sekunden beliebt werden

Du hast 90 Sekunden, um einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Wenn Menschen einmal ein gutes Bild von dir haben, wird sich das vielleicht niemals ändern. Glücklicherweise funktionieren fast alle Menschen gleich – wenn du dich für sie begeistern kannst und Interesse zeigst, werden die meisten Leute vermutlich das gleiche für dich tun. Aber für einen guten ersten Eindruck braucht es schon etwas mehr! Folge Schritt 1 um zu erfahren, wie du das Beste aus den ersten eineinhalb Minuten herausholst.

Teil 1 von 3: Betreibe Konversation

  1. Drücke dein ernsthaftes Interesse und deine Begeisterung aus. Einfach gesagt, mögen Menschen es gemocht zu werden. Wenn du also während dem ersten Gespräch dein aufrichtiges Interesse vermitteln und deine Begeisterung für die andere Person zeigen kannst, bist du bereit für alles Weitere. Du könntest ab jetzt praktisch nur noch Müll erzählen und dein Gesprächspartner würde es wahrscheinlich nicht wahrnehmen.
    • Wie macht man das? Vertraue auf deinen gesunden Menschenverstand und halte Augenkontakt, lächle und konzentrier dich auf dein Gegenüber. Es handelt sich hierbei nicht um Atomphysik, sondern um grundsätzlich natürliche Verhaltensweisen (wir widmen uns später auch noch dem menschlichen Instinkt). Sei positiv eingestellt und deinem Erfolg steht nichts im Wege.
  2. Stelle Fragen. Fragen sind der Treibstoff für jedes Gespräch. Stelle sicher, dass du deinem Gesprächspartner Fragen über ihn stellst. Die meisten Menschen sprechen gerne über sich selbst, sodass dies ein einfacher Weg ist um dein Interesse zu zeigen und als ein guter Zuhörer gemocht zu werden. Dein Gesprächspartner wird nicht einmal bemerken, dass er die meiste Zeit redet.
    • Auf der anderen Seite solltest auch du einige Interessante Dinge über dich erzählen, um das Gespräch offen und aufregend zu halten. Stelle offene Fragen (keine „Ja“ oder „Nein“-Antworten möglich) und zeige sowohl deine eigene Persönlichkeit als auch Gemeinsamkeiten mit dem Gesprächspartner auf. Also anstatt zu sagen, “Ich war auch schon mal in Berlin“, könntest du sagen: „Du warst Berlin? Spitze! Ich war letzten Frühling mit ein paar Leuten dort. Was hast du dir alles angesehen?“
  3. Mache Komplimente. Der schnellste und einfachste Weg, die Sympathie einer Person zu erwerben, ist indem du ihr schmeichelst. Wir alle wissen, dass uns schon das kleinste Kompliment den Tag versüßen kann. Du solltest die Komplimente, die du machst, aber wirklich ehrlich und ernst meinen! Durch Aussagen wie „Uhh, ich mag die Farbe deiner Zähne“, gewinnst du keine Fans.
    • Mache Komplimente über die Kleidung deines Gegenübers, wie z.B. „Hey, dein Kleid ist wirklich schön. Es steht dir hervorragend“ oder „Die Art, wie du deine Schnürsenkel bindest ist sehr clever. Ich muss das demnächst ausprobieren“. Dies funktioniert daher, weil es sehr schwer ist jemanden nicht zu mögen, der nette Dinge über dich sagt.
    • Diese Taktik muss allerdings mit anderen Methoden kombiniert werden, wenn du mehr als 90 Sekunden mit der Person verbringst. Stell dir vor, du hättest einen Freund, der dir die ganze Zeit Komplimente macht. Du würdest es ihm nicht abkaufen! Nutze Komplimente also als Sahnehäubchen auf dem Rest deiner interessanten Persönlichkeit.
  4. Kenne den Namen deines Gegenübers. Wenn du jemanden neu kennenlernst, ist es wahrscheinlich dass du zu Beginn der ersten 90 Sekunden auch den Namen der Person erfährst. Dir bleiben dann noch ca. 89 Sekunden um einen Eindruck zu hinterlassen. Merk dir den Namen und „benutze“ ihn. Am Ende eures Treffens, solltest bei der Verabschiedung den Namen der Person nennen, um dem ganzen eine persönlichere Note zu geben – „Es war schön dich zu treffen, Vanessa, hoffentlich sehen wir uns bald wieder.“
    • Nach Ansicht des Kommunikationstrainers Dale Carnegie ist der Klang des eigenen Namens der süßeste Klang in den Ohren der jeweiligen Person. Also benutze den Namen wieder und wieder. Es wirkt fast wie ein Zauberspruch.
  5. Strahle positive Schwingungen aus. Versuche über gute und schöne Dinge zu sprechen, weil Menschen das lieber hören als Negatives. Sprich über deine Hobbies, Dinge die du magst und deine persönlichen Interessen bzw. Vorlieben. Vermeide es schlecht über Dinge oder andere Menschen zu sprechen. Du hast nur die ersten 90 Sekunden. Wenn du andauernd über Negatives sprichst, könnte dein Gegenüber den Eindruck gewinnen, dass du ein Pessimist bist.
    • Auch ehrliches Mitleid kann eine Verbindung zwischen zwei Menschen herstellen. Du solltest davon allerdings in den ersten 90 Sekunden absehen und warten bis du dein Gegenüber besser kennst. Sei zunächst positiv.
    • Um sicher zu gehen, dass du positiv rüberkommst, solltest du Eitelkeiten vermeiden. Wenn also dein Gesprächspartner beispielsweise sagt, „Ich war kürzlich in London“, solltest du nicht so antworten: „Oh wirklich? Ich war gerade erst in Paris „und“ Madrid.“ Du befindest dich nicht in einem Wettstreit. Fühle dich durch die Anwesenheit der anderen geehrt und versuche nicht, ihnen Ehrfurcht einzujagen.
  6. Sprich die gleiche Sprache. In dem Buch „How to get people to like you in 90 Seconds or less“, schreibt der Autor Nicholas Boothman darüber, „die gleiche Sprache des Gesprächspartners zu sprechen“. Er argumentiert dass Menschen entweder visuell, kinästetisch (Bewegung) oder auditiv veranlagt sind. Solltest du in dieser Hinsicht zu deinem Gegenüber passen, erscheinst du ihm ähnlicher und damit auch sympathischer. Finde heraus mit welchem Typ du es zutun hast, passe dich an und du wirst schnell eine Verbindung herstellen können.
    • Klingt etwas theoretisch und abstrakt, nicht wahr? Ein einfaches Beispiel: Man kann auf verschiedene Weisen „Ich verstehe“ sagen. Sagt jemand „Ich sehe was du meinst“, dann ist er vermutlich ein visueller Typ. Sagt er: „Ich habe gehört was du meinst“, so ist er eher auditiv. Menschen die dann beim Sprechen auch ihre Hände nutzen sind sehr wahrscheinlich kinästetisch veranlagt.
  7. Bitte deine neue Bekanntschaft um einen Gefallen. Ja, richtig gelesen. Man nennt dies den „Benjamin-Franklin-Effekt“. Bitte jemanden um einen Gefallen und er wird dich eher mögen. Du dachtest vielleicht bisher, dass es genau anders herum funktioniert, doch dies ist nicht der Fall. Es geht hier um kognitive Dissonanz und darum in den Kopf deines Partners zu gelangen. Wer hätte gedacht, dass das so leicht ist.
    • Die Idee hinter dieser Methode ist folgende: Wenn die noch fremde Person die einen Gefallen tut (Was sie vermutlich wird, wenn der Gefallen nicht allzu groß ist), fragt sich das Unterbewusstsein „Hm... Ich habe diesem Fremden gerade einen Gefallen getan. Warum habe ich das gemacht? So gut kenne ich ihn ja nicht. Ach ja! Ich muss ihn wohl mögen!“ Das klingt vielleicht etwas merkwürdig, bis man versteht dass unsere Handlungen unsere Gedanken beeinflussen können.
  8. Kenne dich in der Welt aus und stehe hinter deinen Überzeugungen. Niemand mag jemanden, der nur Platz wegnimmt und so aufregend ist wie ein nasses Handtuch. Nimm dir die Zeit und lerne etwas über die Welt in der du lebst. Wenn nicht für dich selbst, dann vielleicht um dich zu einem wertvollen Gesprächspartner zu entwickeln. So kannst du in Konversationen Dinge sagen, die deine Gesprächspartner schätzen. Auf dieser Weise machst du dich interessant und bleibst im Gedächtnis.
    • Auch wenn du mit deinen Ansichten alleine stehst, solltest du zu ihnen stehen. Wenn du deine Meinung dauernd änderst und schwach wirst verlierst du eventuell den Respekt der anderen. Menschen fühlen sich zu starken Persönlichkeiten mit großem Selbstbewusstsein und eigenen Ansichten hingezogen. Also sei nicht schüchtern! Wenn du auf Miley Cyrus stehst, dann sag es. Wenn du Welpen hasst, erkläre einfach deine Gründe dafür. Ehrlichkeit währt immer am längsten.

Teil 2 von 3: Nutze die Körpersprache

  1. Lächle. Lächeln lässt dich freundlich, aufgeschlossen und heiter erscheinen. „Niemand“ mag es an Fremde heran zu treten und sich vor zu wagen. Lächeln ist das erste was du tun kannst um deiner Umgebung zu zeigen, dass man sich vor dir nicht fürchten muss. Selbst sehr selbstbewussten Menschen hilft ein Lächeln.
  2. Spiegle dein Gegenüber. Übernehme die Körperhaltung oder die Mimik deines Gesprächspartners. Im Unterbewusstsein wird die andere Person glauben dass du ihr ähnelst oder ähnlich fühlst wie sie. Warst du je auf einem Rockkonzert und hast danach das berauschende Gefühl gespürt mit Tausenden anderen durch tanzen, singen und feiern verbunden zu sein? Das gleiche passiert in alltäglichen Unterhaltungen. Ein paar Worte (oder auch gar keine) werden gesprochen und man ist miteinander verbunden.
    • Wenn du absichtlich die ganze Zeit krampfhaft dein Gegenüber spiegelst, fliegst du sehr wahrscheinlich auf. Aber für die ersten 90 Sekunden ist das in Ordnung. Also nimm eine ähnliche Körperhaltung ein und Armposition ein und imitiere auch die Mimik. Vielleicht fühlst du sogar eine Verbindung.
  3. Stelle Augenkontakt her. Stell dir vor du sprichst mit jemandem, der konsequent an dir vorbei schaut. Du würdest dich beherrschen müssen, nicht mit der Hand vor seinem Gesicht zu winken und rufen: „Hallo! Hier bin ich!“. Also schau deinem Gegenüber in Augen. Es zeigt dass du interessiert zuhörst und dich mit der anderen Person ernsthaft beschäftigst. Das Vermeiden von Augenkontakt wird oft als Unhöflichkeit interpretiert.
    • Wenn du Probleme damit hast, jemandem in die Augen zu sehen, versuche dich selbst auszutricksen indem du auf die Nasenspitze des anderen schaust. Du kannst aber auch kleine Pausen einlegen wenn du etwas sagst und den Augenkontakt nur herstellen wenn dein Gesprächspartner redet. Du musst den Augenkontakt nicht die ganze Zeit halten. Das wäre etwas zu viel.
  4. Öffne deine Körpersprache. Dies zeigt Höflichkeit und Respekt. Anderenfalls wirst du verschlossen und unhöflich wirken. Stell dir jemanden vor, der mit verschränkten Armen in der Ecke sitzt und nur auf sein Iphone starrt. Würdest du diese Person ansprechen oder sie als sympathisch empfinden? Vermutlich nicht. Also öffne dich und sei aufgeschlossen – selbst dann wenn du glaubst dass niemand guckt.
    • Halte also deine Arme nicht verschränkt und lass deinen Kopf nicht hängen. Außerdem solltest du dich ausschließlich mit deiner Umgebung und den Menschen dort beschäftigen. Ignoriere dein Handy wenn es klingelt. Zeige deinem Gegenüber, dass du ihm deine Zeit widmest. Schaue nicht auf deine Uhr oder dein Smartphone. Genieße den Augenblick mit den Menschen um dich herum. Dein Telefon wird auch noch da sein, wenn die anderen weg sind, ob du es glaubst oder nicht.
  5. Nutze die Macht der Berührung. Stell dir vor, dein Kollege Joe Schmo, geht an dir vorüber und sagt einfach „Hallo“. Du wirst diesen Moment innerhalb von 5 Sekunden vergessen haben. Jetzt stell dir dagegen vor, dass Joe im Vorbeigehen kurz deine Schulter berührt. Welche Variante ist freundlicher und veranlasst dich eher Joe zu mögen? Das ist die Macht der Berührung.
    • Stelle dir jetzt noch vor, dass Joe sagt, „Hallo, (dein Name)! Wie ist dein Tag?“ und dabei deine Schulter berührt. Er kombiniert hier die Berührung, mit der Nennung deines Namens und einer persönlichen, freundlichen Begrüßung. Und nun? Wir mögen Joe. Sehr sogar.
  6. Stelle sicher, dass deine Stimmlage, Gesten und Aussagen zueinander passen. Dies spielt vor allem eine große Rolle wenn du dich in einer Machtposition befindest oder nach einer solchen strebst – also meistens auf der Arbeit. Auch beim Überzeugen von anderen Menschen ist dies hilfreich. Wenn du vertrauenswürdig und authentisch erscheinen willst, musst du konstant und stimmig auftreten. Stell dir vor wie es auf dich wirken würde, wenn dein Lebenspartner „Ich liebe dich“, mit geballter Faust und zusammengebissenen Zähnen sagen würde. Nicht glaubwürdig, oder?
    • Man kann dieses Phänomen oft bei Politikern beobachten. Es ist nicht ungewöhnlich einen alten Mann zu sehen der sagt, „Ich kenne mich mit der Jugend und den jungen Generationen aus. Ich weiß, was sie bewegt“, während er den Finger erheb, die Faust schüttelt und die Stirn kraus zieht. All das wirkt nicht sehr authentisch und man kann dies auch beinahe spüren. Es ist ein einfacher Fehler, aber er lässt die gesamte Person unglaubwürdig erscheinen.

Teil 3 von 3: Nutze dein Auftreten

  1. Sei selbstsicher. Sowohl schwache Persönlichkeiten, als auch aufgeblasene Menschen wirken meist nicht anziehend, sondern eher abstoßend. Selbstsicherheit hingegen wirkt attraktiv und zieht Menschen magisch an. Also stelle sicher dass du in den 90 Sekunden, die du hast, deinen Kopf nicht hängen lässt, gerade stehst und lächelst. Du kannst das. Du bist cool, ruhig und gefasst. Du bist jemand, den Menschen gerne um sich haben.
    • Wenn es zu einem Händeschütteln kommen sollte, stelle sicher dass dein Händedruck fest ist. Ein schwacher Händedruck stößt die meisten Menschen ab. Dies gilt vor allem im beruflichen Umfeld. Du möchtest mit deinem Händedruck sagen, „Hier bin ich! Hier!“, und nicht „Ich glaube ich bin hier. Oh Gott, ich bin ja hier.“
  2. Kleide dich passend. Menschen urteilen meist anhand des ersten Eindrucks (was auch deine Kleidung beinhaltet), also zieh dich dem Anlass entsprechend an. Niemand möchte jemanden in Sportklamotten in einem feinen Restaurant, oder jemanden mit einer dicken Schicht Makeup im Fitnessstudio sehen. Auch wenn man es nicht gern zugibt, so bestimmt die Kleidung ein großes Stück weit, wie wir über Andere denken. Ob wir wollen oder nicht – wie bilden uns automatisch ein Urteil. Also achte stets auf passende Kleidung.
    • Bedenke auch die Kleinigkeiten. Männer vergessen vielleicht ab und zu, was ihre glänzende Armbanduhr über sie aussagt, während Frauen dasselbe in Bezug auf ihre auffällig glitzernden Ohrringe tun. Jedes kleine Detail, von der Frisur über das Makeup, bis hin zu den Schuhen, beeinflusst andere in ihrer Meinung über dich. Also wähle deine Kleider und Accessoires mit bedacht aus, wenn du beim ersten Eindruck punkten willst!
  3. Mach dir die Haltung der anderen zu Eigen. Dies ist eine ähnliche Methode wie das „Spiegeln“. Aufgrund der Tatsache dass Menschen dazu neigen, gleichgesinnte andere Menschen eher zu mögen, ist es eine recht sichere Wette die von deinem Gegenüber gezeigte Attitüde zu adaptieren. Also egal ob deine neue Bekanntschaft geschniegelt oder eher nonkonformistisch daher kommt – wenn du es wahrnehmen kannst, dann kannst du es dir auch zu Eigen machen.
    • Einfach ausgedrückt heißt das: Wenn du einen Praktiker vor dir hast, krempele deine Ärmel hoch. Wenn die Krawatte deines Gegenübers locker sitzt, ziehe deine Schuhe aus, und wenn jemand mit einem Becher Kaffee von „Starbucks“ ankommt, solltest du keine antikapitalistischen Bemerkungen machen. Nimm alle sichtbaren Hinweise auf und nutze die indem du dich auf deine Art anpasst.
  4. Hab keine Angst davor, albern zu sein. Jennifer Lawrence war phantastisch in „Die Tribute von Panem“, doch dann stolperte si auf einer Treppe bei einer Preisverleihung. Sie nahm es locker mit Humor und wirkte so noch phantastischer. Also wenn du dein Getränk über dich schüttest und deine neuen Bekanntschaften Witze darüber machen solltest du entspannt bleiben. Du sammelst wahrscheinlich Sympathiepunkte wenn du locker bleibst.
    • Jeder Mensch mag es von authentischen Leuten umgeben zu sein. Wenn dir etwas Peinliches passiert und du darüber lachen kannst, zeigt das deine Authentizität und deine sympathische Art. Sehr erleichternd!
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