Einen Tauschhandel betreiben

Warenaustausch bedeutet, dass man Dienstleistungen und Waren austauscht ohne dabei eine Währung zu benutzen. Die Menschheit hat schon immer so gehandelt, aber das Internet hat neue Möglichkeiten eröffnet. Egal, ob du nun Geld verdienen willst oder Geld sparen willst, dieser Artikel unterstützt dich beim Warentausch.

Methode 1 von 3: Waren und Dienstleistungen auswählen, mit denen man handeln will

  1. Am besten ist es, wenn du deinen Beruf für eine solche Option benutzt. Darin hast du meist schon viel Erfahrung und bist ein Experte auf dem Gebiet. Ob du nun ein Zahnarzt bist oder ein Teppichknüpfer spielt dabei keine Rolle. Deine Fertigkeiten sind immer Gold wert! Du musst sie nur richtig einsetzen.
    • Wenn du ein Unternehmen hast, könntest du deine Dienstleistungen zum Beispiel im Austausch mit dem Designen von Broschüren oder Werbung für dein Unternehmen tauschen. So gewinnst du vielleicht neue Kunden, die sich sonst nicht für dich interessiert hätten, weil du so kein Geld kostest.
  2. Eine gute Möglichkeit sind auch deine Hobbies. Oft hast du durch diese unausgeschöpfte Taltente, die du leicht zu Geld machen kannst. Du kannst gut kochen? Dann biete den Leuten doch etwas zu Essen an. Künstlerische Fähigkeiten hat nicht jeder und wenn du so super im Backen bist, kannst du deinem Partner doch eine tolle Torte zaubern? Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du auch deine Freunde fragen. Diese sehen deine Fähigkeiten ganz anders als du selbst.
    • Eventuell wäre auch Do-it-yourself eine Idee für dich oder anderen im Garten zu helfen.
  3. Wenn du dir über deine Fähigkeiten nicht im Klaren bist, kannst du auch eine Liste mit dem schreiben, was du jeden Tag so machst. Wenn du etwas regelmäßig machst, solltest du darüber nachdenken, wie gut du es kannst und dich in diesem Gebiet auskennst. Ist es gut genug, um damit Geld zu verdienen? Dann nichts wie ran!
    • Viele Menschen tun sich schwer, wenn es um die Buchhaltung oder ihre Steuererklärung geht. Wenn dir das leicht fällt, wäre es vielleicht eine gute Einnahmequelle!
    • Du kannst auch anders Menschen im Haus helfen, zum Beispiel, indem du Computer reparierst oder übersetzt.
  4. Du kannst auch ganz alltägliche Dinge anbieten wie zum Beispiel auf Hunde aufpassen, die Einkäufe erledigen, Rasen mähen oder das Haus putzen. Viele Menschen können diese Arbeiten gar nicht mehr so erledigen wie du und freuen sich über Hilfe. Wenn du diese Dinge gerne machst, wäre das eine Möglichkeit für dich Geld zu verdienen.
    • Wenn du spezielle Talente hast, solltest du davon erzählen. Für dich ist es vielleicht normal, ein exotisches Tier zu halten, aber andere Menschen suchen vielleicht genau jemanden, der sich damit auskennt. Das wäre dann deine Chance!
  5. Schaue dich nach Dingen um, mit denen du gut handeln kannst. Oftmals kann man kleine Dinge schlecht verkaufen, aber zum Handeln eignen sie sich gut. Noch verschlossene Lebensmittel, alte Bücher und Kleidung, ein unbenutzter Toaster oder Möbel, die niemand mehr braucht: all das kann noch ein Vermögen wert sein!
    • Wenn du oft mit solchen kleinen Dingen handelst, kannst du dir diese Dinge auch billig zum Beispiel auf einem Flohmarkt besorgen und sie dann später wieder teurer verkaufen.
    • Wenn du Zuchttiere hast oder einen eigenen Gemüsegarten pflegst, kannst du vielleicht ein paar deiner Erzeugnisse ebenfalls an den Mann bringen.
  6. Du könntest deine Wertgegenstände verleihen. Denke darüber nach, ob es nicht klug wäre, dein Haus zu vermieten, solange du im Urlaub bist. Brauchst du dein Auto nicht oft? Du kannst es ebenfalls verleihen. Sogar deine elektrische Gartenschere könnte für den Rest deiner Nachbarschaft interessant sein. So tust du etwas Gutes und verdienst auch noch Geld dabei.
    • Diese Art von Warentausch ist natürlich ein wenig riskanter, aber wenn du den anderen Leuten vertraust, sollte es hierbei keine Probleme geben.

Methode 2 von 3: Möglichkeiten des Warenaustauschs finden

  1. Du könntest deine Sachen im Internet anbieten. Es gibt Seiten wie zum Beispiel die Tauschbörse oder Ebay. Oftmals musst du auch Gebühren für eine Mitgliedschaft bezahlen, deshalb solltest du dich vorab gut über die Abwicklung der Geschäfte informieren.
    • Informiere dich über die Versandkosten. Wenn du schwere Sachen verschickst, machst du sonst keinen Gewinn, sondern eher Verlust.
    • Die Funktionsweise dieser Seiten ist komplett unterschiedlich. Bei manchen sammelst du Punkte, die du für andere Waren einlösen kannst. Oft bekommst du Bargeld oder kannst erst tauschen, wenn du einen gewissen Status erreicht hast.
  2. Es gibt auch die Möglichkeit, dass man Stunden sammelt. So sammelst du Stunden, wenn du eine Arbeit verrichtest und kannst dann für die gleiche Zeit eine andere Person für dich arbeiten lassen. So kosten niemanden die Dienstleistungen etwas und jeder arbeitet gleich viel, egal wie viel die Arbeit eigentlich wert ist.
    • Anna gibt zum Beispiel Hannes sechs Stunden Nachhilfe in Mathe. Dann lässt sie Alex vier Stunden für sie das Haus putzen. Nun hat sie noch zwei Stunden übrig, in denen sie jemand anderen mit einer anderen Arbeit beauftragen kann.
  3. Informiere dich auch in deiner Stadt oder deinem Dorf über solche Warenaustauschbörsen. Oftmals hat dies den Vorteil, dass du deine Partner kennst, ihnen mehr vertraust und sich der Transport von schweren Dingen einfacher gestaltet.
    • Informiere dich am besten auch im Internet, denn oftmals sind solche Veranstaltungen ausgeschrieben.
  4. Wenn du selbst handelst, solltest du auch Werbung dafür in deiner Umgebung Machen. Hänge Plakate und Poster auf, erzähle es deinen Nachbarn und Freunden und verteile eventuell sogar Werbegeschenke. So bringst du nicht nur dein Geschäft in Schwung, sondern stärkst auch die Verbindung zu deinen Nachbarn, wenn du zum Beispiel ihren Rasen mähst.
    • Die Gemeinde, die Zeitung oder die Kirche werden deine Flyer sicher kostenlos auslegen.
  5. Wenn du Unternehmer bist, hottest du auch die Möglichkeit einer Tauschbörse beizutreten. Dort wirst du für deine Dienste oder Produkte meist mi einer virtuellen Währung bezahlt, mit der du die Dienstleistungen und Waren der anderen Anbieter bezahlen kannst.
    • Vorher musst du jedoch abwägen, ob sich die Gebühren für den Beitritt lohnen.
  6. Frage einfach, ob sich jemand für einen Warentausch mit dir interessiert. Oftmals sind viele Menschen von einem Tauschgeschäft abgeneigt, aber überlegen es sich dann doch anders, wenn sich die Möglichkeit selbst präsentiert.

Methode 3 von 3: Ein Tauschgeschäft arrangieren

  1. Du musst die Möglichkeit des Tauschgeschäftes zunächst deinen potenziellen Kunden näherbringen. Diese wissen oftmals gar nicht von ihrem Glück oder sind zunächst eher negativ eingestellt. Am Anfang darfst du deswegen niemals über einen Preis verhandeln oder etwas Genaues anbieten. Frage zunächst generell, ob dein Kunde an Hausreparaturen oder einem gemähten Rasen interessiert wäre.
  2. Informiere dich über deinen Tauschpartner bevor du mit ihm einen Handel eingehst. Dein Partner sollte dir Vorab Kostproben seiner Arbeit zeigen, ein Zertifikat vorlegen oder dir irgendwie sonst beweisen, dass sich der Deal lohnt. Je wichtiger der Handel ist, desto mehr solltest du auf die Qualität achten.
    • Wenn du mit Waren handelst, solltest du zumindest ein Foto davon anfordern, wenn du es dir nicht vorher persönlich ansehen kannst.
    • Handle nicht mit Leuten, denen du nicht traust und nimm zum Tauschgeschäft eventuell noch einen Freund als „Zeugen” mit.
  3. Redet ausführlich über den Deal und seid ehrlich. Niemand sollte am Ende von einer kaputten Ware überrascht werden oder nicht das erhalten, was er sich vorgestellt hat. Was bedeutet zum Beispiel „Gartenarbeit“? Wird der Rasen gemäht oder ein Beet gepflanzt und sogar die Hecke geschnitten?
    • Zeige deinem Partner Fotos, die nicht unscharf sind und sei so offen und ehrlich, wie nötig. Waren sollten vor einem einfarbigen Hintergrund fotografiert werden, wenn möglich.
  4. Nun geht es um den Wert. Wenn du einem Freund eine Stunde Nachhilfe gibst, bist du vielleicht schon mit einem selbstgebackenen Kuchen zufrieden. Geht es jedoch an einen professionellen Tausch, solltet ihr auch offiziell verhandeln. Beide Parteien sollten ihre Preisvorstellungen nennen. Danach kann man sich einigen und ein wichtiger Teil des Deals ist dann schon vom Tisch.
    • Oftmals ist der Wert eurer Dinge oder Dienstleistungen nicht genau gleich. Der eine arbeitet zum Beispiel drei Stunden im Garten und bekommt dafür ein Laufband im Wert von 50 Euro, obwohl Gartenarbeit in der Stunde vielleicht nur zehn Euro wert ist. Dennoch ist der Partner zufrieden, weil sein Garten gepflegt ist und er sein ungenutztes Laufband loswurde.
  5. Wenn ihr euch nicht genau einigen könnt, kannst du auch noch ein Extra draufsetzen. So kannst du zum Beispiel anbieten, den Rasen zu mähen und noch zehn Euro zu bezahlen. Du kannst aber auch deine Uhr verschenken oder alles andere anbieten, was dir einfällt.
  6. Wenn du dich im Tauschgeschäft schon ein bisschen auskennst, kannst du sogar im Dreieck handeln. So mäht zum Beispiel Anna Alfreds Rasen, Alfred repariert Toms Auto und Tom geht mit Annas Hund Gassi.
  7. Ein Vertrag ist besonders dann wichtig, wenn es um große Summen geht oder du deinen Tauschpartner nicht so gut kennst. Da reicht eine mündliche Verabredung oft nicht aus, aber eine E-Mail eventuell schon. Achte auf folgende Dinge:
    • Wer kauft die benötigten Utensilien, wer stellt den Arbeitsort bereit, wer arbeitet wie lange und wie viel…? All das sollte vorher festgelegt werden.
    • Wann muss die Arbeit erledigt sein? Wenn dieser Zeitpunkt in ferner Zukunft liegt, sollte ein Datum ausgemacht werden, an dem über den Projektverlauf gesprochen wird und so Probleme schon im Frühstadium erkannt werden können.
    • Der spätmöglichste Termin sollte ebenfalls vorab bestimmt werden. Vor allem dann, wenn eine Arbeit viel Zeit in Anspruch nehmen kann, wie etwa die Instandhaltung einer Website.
    • Wenn jemand in deinem Haus arbeitet, bekommt er dann einen eigenen Zugang, oder muss er sich vorher immer anmelden oder klingeln?
  8. Die Kommunikation zwischen dir und deinem Partner sollte freundlich und reibungslos von Statten gehen. Antworte immer so bald du kannst auf Fragen, stelle selbst ausreichen Fragen und bemühe dich, alle Unklarheiten aus der Welt zu schaffen.
    • Wenn du mit etwas nicht einverstanden bist, musst du das deinem Partner sofort mitteilen. Gehe nicht davon aus, dass er es schon alleine merkt, wenn du nicht mehr antwortest.
  9. Du musst dein verdientes Geld vielleicht auch in deiner Steuererklärung berücksichtigen. Achte darauf und informiere dich über die Regelungen in deinem Heimatland.
    • Wenn du dir über den Wert einer Sache nicht sicher bist, kannst du auch bei Ebay schauen und deine Sache mit schon bestehenden Dingen im Internet vergleichen.
    • Unternehmen in der USA, die handeln, sollten ihre Einnahmen auf folgenden Seiten registrieren: form 1040, schedule C oder 1040, schedule C-EZ. Wenn du deine Steuererklärung schon gemacht hast und dabei die Tauschhandel vergessen hast, kannst du es hier nachtragen: form 1040X.
  10. Es ist normal, dass du mit Freunden und Familienmitgliedern anders handelst als mit fremden Menschen. Hier solltest du akzeptieren, dass es sich am Ende wohl mehr um eine Gefälligkeit als um eine große Profitmöglichkeit handeln wird.

Tipps

  • Du kannst deine Arbeit auf einem Bauernhof auch oft gegen frische Waren wie Eier, Butter oder Milch austauschen. Frage doch einfach einmal nach!

Warnungen

  • Sei vorsichtig. Solche Verhandlungen sind immer risikoreich und wenn du denkst, dass sich dein Partner nicht an die Abmachung halt, solltest du den Deal frühzeitig beenden.
  • Je nachdem wie viel deine Waren wert sind, kann es sein, dass du auch Steuern in deinem Land zahlen musst.
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.