Traurigkeit überwinden

Jeder erlebt zu irgendeinem Zeitpunkt in seinem Leben Traurigkeit. Studien haben gezeigt, dass Traurigkeit länger anhält als viele andere Emotionen, weil wir dazu neigen, mehr Zeit damit zu verbringen, über sie nachzudenken. Wenn du grübelst oder deine traurigen Gedanken und Gefühle immer wieder durchgehst, kann das zu Depressionen führen und dich daran hindern, deine Traurigkeit zu überwinden. Es gibt mehrere Sachen, die du tun kannst, um dir selbst durch die schweren Zeiten hindurch zu helfen.

Methode 1 von 5: Traurigkeit bewältigen

  1. Weine. Einige Studien deuten an, dass Weinen eine entspannende Wirkung auf den Körper haben könnte, indem es Endorphine, natürliche "Wohlfühl"-Chemikalien, in ihm freisetzt. Weinen aktiviert möglicherweise auch dein parasympathisches Nervensystem, welches deinem Körper dabei hilft, sich von Stress und Trauma zu erholen.
    • Mehrere Studien deuten an, dass Weinen ein nützlicher Bewältigungsmechanismus ist, weil es Schmerz mit anderen kommuniziert. Es könnte andere auch dazu anregen, Unterstützung zu zeigen.
    • Dr. William Freys Idee, dass Weinen Giftstoffe aus dem Körper entfernt, ist in den Medien sehr populär. Das stimmt möglicherweise, obwohl die Menge an Giftstoffen, die durch Weinen eliminiert wird, vernachlässigt werden kann. Die meisten Tränen werden in deinen Nasenhöhlen wieder absorbiert.
    • Eine Studie deutete an, dass es damit zusammenhängt, wie deine Kultur Weinen ansieht, ob es dir danach besser geht. Falls deine Kultur (oder auch nur deine Familie) Weinen als etwas Beschämendes ansieht, geht es dir danach womöglich nicht besser.
    • Bringe dich nicht zum Weinen, wenn dir nicht danach zumute ist. Auch wenn es eine Volksweisheit ist, dass es ungesund sei, nach einem traurig machenden Vorfall "nicht" zu weinen, ist das nicht der Fall. Zu weinen, weil du dich dazu verpflichtet fühlst, könnte dich sogar an der Genesung hindern.
  2. Treibe Sport. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Sport Endorphine und andere Chemikalien freisetzt, die dabei helfen können, Traurigkeit zu bekämpfen. Eine Studie zeigte, dass Teilnehmer, die (über einen Zeitraum von zehn Wochen) mäßig Sport getrieben hatten, sich energiegeladener, positiver und ruhiger fühlten als diejenigen, die es nicht taten. Zudem war der Nutzen des Sports für Personen mit depressiver Stimmung größer.
    • Sport verschafft dir außerdem Zeit, um dich auf ein spezifisches Ziel zu konzentrieren. Das könnte dir dabei helfen, dich von deiner Traurigkeit abzulenken.
    • Du brauchst keinen Marathon zu laufen oder eine Sportskanone zu sein, um den Nutzen des Sports zu sehen. Sogar leichte Aktivitäten wie Gartenarbeit und Spazierengehen zeigen eine positive Wirkung.
  3. Lächle. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Lächeln, selbst wenn du traurig bist, dir dabei helfen kann, dich besser zu fühlen. "Duchenne"-Lächeln, oder Lächeln, das deine Augenmuskulatur ebenso beansprucht wie die Muskeln in der Nähe deines Mundes, hat die stärkste positive Wirkung auf deine Stimmung. Versuche daher, zu lächeln, wenn du traurig bist. Sogar wenn dir anfangs nicht danach zumute ist, könnte es dir dabei helfen, dich positiver zu fühlen.
    • Die Forschung hat auch das Gegenteil gezeigt: Menschen, die ihre Stirn runzeln, wenn sie unglücklich sind, fühlen sich wahrscheinlich unglücklicher als diejenigen, die es nicht tun (können).
  4. Höre Musik. Musik zu hören kann dir dabei helfen, dich zu beruhigen und zu entspannen. '"Warum" du dich dazu entschließt, Musik zu hören, ist genauso wichtig wie "was" du hörst. Dir schöne aber traurige klassische Musik anzuhören, die du genießt, könnte dir dabei helfen, deine eigene Traurigkeit zu verarbeiten.
    • Es ist keine gute Idee, Musik zu benutzen, um sich in Erinnerungen an traurige Situationen oder Erlebnisse zu ergehen. Die Forschung hat gezeigt, dass das deine Traurigkeit verschlimmern kann. Musik zu wählen, die du schön findest, ist die effektivste Methode, um Traurigkeit zu lindern.
    • Die Britische Akademie für Klangtherapie hat eine der Wissenschaft entsprechende Liste der "entspannendsten Musik der Welt" zusammengestellt, für den Fall, dass die Traurigkeit dich stresst. Zu diesen Liedern gehört Musik von Enya, Airstream, Marconi Union und Coldplay.
  5. Nimm ein warmes Bad oder eine heiße Dusche. Die Forschung hat gezeigt, dass physikalische Wärme eine tröstende Wirkung hat. Ein warmes Bad oder eine heiße Dusche zu nehmen kann dir dabei helfen, dich zu entspannen. Es hilft dir möglicherweise auch dabei, Gefühle der Traurigkeit zu beruhigen.

Methode 2 von 5: Traurigkeit überwinden

  1. Erkenne deine Gefühle an. Traurigkeit ist normal und kann sogar gesund sein. Die Forschung hat gezeigt, dass es für das geistige Wohlbefinden unerlässlich ist, gemischte und negative Gefühle zu haben. Viele Studien haben gezeigt, dass Menschen, die sich für ihre Gefühle entschuldigen oder sie unterdrücken, diese negativen Gefühle sogar intensivieren.
    • Versuche, deine Emotionen anzuerkennen, ohne dich für sie zu verurteilen. Es ist einfach, zu denken: "Das ist keine große Sache, warum bin ich deswegen so traurig?" Akzeptiere deine Emotionen stattdessen so, wie sie sind. Das hilft dir dabei, sie zu bewältigen.
  2. Lenke dich ab. Studien haben gezeigt, dass Grübeln, oder der Prozess, deine Gefühle der Traurigkeit immer wieder durchzugehen, die Genesung behindert. Dich davon abzulenken, über deine Traurigkeit zu grübeln, könnte dir dabei helfen, sie zu überwinden.
    • Suche dir angenehme Sachen, die du machen kannst. Sachen zu machen, die dir Freude bereiten, kann dir dabei helfen, Traurigkeit zu überwinden, selbst wenn dir anfangs nicht danach zumute ist. Gehe spazieren. Belege einen Kunstkurs. Suche dir ein neues Hobby. Lerne, wie man klassische Gitarre spielt. Raffe dich dazu auf, es zu tun, was auch immer es ist, was dir Freude bereitet.
    • Interagiere mit Freunden. Mit geliebten Menschen zu interagieren kann die Oxytocin-Produktion deines Körpers verstärken. Gehe ins Kino, schnappe dir einen Kaffee, gehe zu einem Blind Date. Studien haben gezeigt, dass es depressive Symptome, einschließlich Traurigkeit, verschlimmern kann, wenn man sich von anderen zurückzieht.
  3. Praktiziere Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit basiert darauf, deine Erfahrungen anzuerkennen und sie zu akzeptieren, ohne sie oder dich zu beurteilen. Die Forschung hat gezeigt, dass Aufmerksamkeit zu praktizieren sogar verändern kann, wie dein Gehirn auf Traurigkeit reagiert. Es kann dir außerdem dabei helfen, dich schneller von der Traurigkeit zu erholen.
    • Da Aufmerksamkeit sich darauf konzentriert, im gegenwärtigen Augenblick zu verweilen, kann sie dir dabei helfen, Grübeln zu vermeiden.
  4. Probiere Meditation aus. Eine übliche Aufmerksamkeitstechnik ist die Aufmerksamkeitsmeditation. Mehrere Studien haben gezeigt, dass Aufmerksamkeitsmeditation die Reaktionen deines Gehirns auf negative emotionale Stimuli reduzieren kann.
    • Aufmerksamkeitsmeditation kann außerdem die Symptome von Depressionen und Ängstlichkeit lindern.
    • Eine einfache Aufmerksamkeitsmeditation dauert etwa 15 Minuten. Suche dir einen ruhigen, gemütlichen Platz. Setze dich entweder auf einen Stuhl oder mit überkreuzten Beinen auf den Boden. Lockere enge Kleidung und mache es dir bequem.
    • Wähle einen Aspekt deiner Atmung und konzentriere dich darauf. Das könnte das Heben und Senken deiner Brust beim Atmen sein, oder das Gefühl, wie die Luft durch deine Nasenlöcher strömt. Konzentriere dich auf das Element.
    • Atme langsam durch die Nase ein. Entspanne deinen Bauch und lasse ihn sich ausdehnen, wenn du deine Lunge füllst. Atme langsam durch den Mund aus.
    • Atme weiter, während du deinen Fokus ausdehnst. Achte auf die Sinneneindrücke, die du empfindest. Das könnte unter anderem das Gefühl deiner Kleidung auf deiner Haut oder dein Herzschlag sein.
    • Erkenne diese Sinneseindrücke an, aber beurteile sie nicht. Konzentriere dich wieder auf deine Atmung, falls du feststellst, dass du abgelenkt wirst.
  5. Nimm Yoga oder Tai Chi auf. Es hat sich gezeigt, dass Yoga und Tai Chi Stress lindern und die Stimmung heben. Diese Auswirkungen kommen möglicherweise von der Betonung des "Selbst-Bewusstseins" in diesen Sportformen. Viele Studien haben gezeigt, dass Yoga und Tai Chi dabei helfen, körperliche und psychische Schmerzen zu lindern.
    • Kurse mit anderen zu belegen bietet dir möglicherweise mehr Linderung, als diese Übungen allein durchzuführen.

Methode 3 von 5: Traurigkeit durch Trauer und Verlust anerkennen und handhaben

  1. Du musst wissen, was Trauer verursachen könnte. Trauer ist ein Gefühl der Traurigkeit, das aufkommt, wenn du etwas oder jemanden verlierst, das oder den du wertschätzt. Wie Menschen trauern, unterscheidet sich stark, aber Trauer ist eine natürliche Reaktion auf Verlust. Einige übliche Arten des Verlusts sind unter anderem:
    • Einen geliebten Menschen, wie etwa einen Freund, Verwandten oder Lebensgefährten zu verlieren
    • Zu wissen, dass ein geliebter Mensch eine schwere Krankheit hat
    • Eine Beziehung zu verlieren
    • Ein Haustier zu verlieren
    • Zuhause auszuziehen oder umzuziehen
    • Einen Job oder ein Geschäft zu verlieren
    • Wichtige Gegenstände oder solche von ideellem Wert zu verlieren
    • Körperliche Fähigkeiten zu verlieren
  2. Erkenne natürliche Trauerreaktionen an. Jeder reagiert auf seine eigene Weise auf Trauer und Verlust. Es gibt nicht die eine "richtige" Art, zu trauern. Zu den Reaktionen auf Verlust gehören:
    • "Unglaube." Es kann schwer sein, zu akzeptieren, dass der Verlust aufgetreten ist. Du hast möglicherweise Gedanken wie etwa: "Das kann nicht passieren" oder "Das passiert Menschen wie mir nicht."
    • "Verwirrung." Du hast unmittelbar nach einem Verlust möglicherweise Schwierigkeiten damit, dich zu konzentrieren. Du könntest auch vergesslich sein oder Schwierigkeiten damit haben, deine Gedanken und Gefühle auszudrücken.
    • "Taubheit." Du könntest früh im Trauerprozess Gefühle emotionaler Taubheit haben. Das ist möglicherweise die Art deines Gehirns, dich davor zu bewahren, überwältigt zu sein.
    • "Ängstlichkeit." Es ist natürlich, nach einem Verlust ängstlich, nervös oder besorgt zu sein, vor allem wenn der Verlust plötzlich aufgetreten ist.
    • "Erleichterung." Diese Emotion kann Menschen eine Menge Scham einbringen, aber sie ist ebenfalls eine natürliche Reaktion, Du fühlst dich möglicherweise erleichtert, dass ein geliebter Mensch, der an einer langen, schmerzhaften Krankheit gelitten hat, endlich Frieden gefunden hat. Verurteile dich nicht für dieses Gefühl.
    • "Körperliche Symptome." Du hast nach einem Verlust womöglich eine Vielfalt an körperlichen Symptomen. Dazu könnten Atemnot, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwäche und Müdigkeit gehören. Möglicherweise hast du Schlafschwierigkeiten oder fühlst dich, als könntest du die ganze Zeit über schlafen.
  3. Verurteile deine Gefühle nicht. Es ist normal, dass es Menschen, die materielle Sachen oder Haustiere verloren haben, peinlich ist, da sie diese Verluste nicht betrauern "sollten". Vermeide diese "Sollte"-Aussagen und akzeptiere deine Trauer. Es ist niemals falsch, einen Verlust von etwas oder jemandem zu betrauern, das oder den du wertschätzt.
    • Einige Forschungen haben gezeigt, dass der Tod eines geliebten Haustieres genauso wehtun kann, wie ein Familienmitglied zu verlieren.
    • Das Sorgentelefon bietet auch Menschen, die ein geliebtes Haustier verloren haben, qualifizierte psychologische Beratung an. Die Nummer lautet 09001-445-400-146.
  4. Verstehe die Stufen der Trauer. Beinahe jeder erlebt Trauer in fünf Stufen: Leugnen, Wut, Betteln, Depression und Akzeptanz. Nicht jeder durchläuft die Stufen in dieser Reihenfolge. Bei vielen Menschen bildet Trauer einen Kreislauf aus Stufen, die mit der Zeit nachlassen.
    • Diese Stufen sind nicht vorschreibend. Sie sollten dir nicht sagen, "wie" du dich fühlen sollst. Nutze sie als eine Methode, um anzuerkennen, was du fühlst, und gehe damit um. Fühle dich niemals dafür schuldig, wie du Trauer erlebst.
    • Die Stufen treten möglicherweise nicht als separate Stufen auf. Du könntest mehrere Stufen erleben, die einander überlappen. Einige Stufen erlebst du womöglich überhaupt nicht. Es gibt bei Verlust keine "normale" Erfahrung. Deine Trauererfahrung ist für dich natürlich und einzigartig.
  5. Erkenne Leugnen. Leugnen ist für gewöhnlich eine der ersten Reaktionen auf einen Verlust oder schlechte Nachrichten. Sie manifestiert sich oftmals als ein Gefühl der Taubheit. Sie könnte auch Gedanken einschließen wie: "Das ist nicht wahr", "Ich kann damit nicht umgehen" oder sogar "Es geht mir gut".
    • Ein häufig vorkommender Gedanke beim Erleben von Leugnen ist, sich zu wünschen, dass "alles nur ein Traum" ist.
    • Verwechsle dich taub oder geschockt zu fühlen nicht damit, dass "es dich nicht kümmert". Leugnen ist eine Methode deines Verstandes, dich vor intensiven Emotionen zu schützen, während du dich an deine neue Situation anpasst. Du könntest sehr tief um jemanden besorgt sein und trotzdem mit Taubheit oder Leugnen reagieren.
  6. Erkenne Wut. Wut ist eine weitere natürliche Reaktion auf Verlust. Dieses Gefühl könnte sich in Gedanken manifestieren wie "Das ist nicht fair" oder "Warum ist mir das passiert?" Du suchst möglicherweise nach jemandem oder etwas, dem du die Schuld für deinen Verlust geben kannst. Wut ist eine übliche Reaktion darauf, dich zu fühlen, als hättest du die Kontrolle über die Situation verloren. Sie ist auch eine übliche Reaktion darauf, dich zu fühlen, als sei dir wehgetan worden.
    • Rede mit einem Trauerberater und/oder einer Selbsthilfegruppe, während du Wut erlebst. Es kann schwierig sein, Wut allein zu bewältigen. Es ist wichtig, mit Menschen zu reden, die deine Wut nicht verurteilen, sondern dir durch sie hindurch helfen können.
  7. Erkenne Betteln. Bettelnde Gedanken und Gefühle könnten einige Zeit nach dem anfänglichen Verlust auftreten. Diese Gedanken könnten davon handeln, was du "hättest tun können", um den Verlust zu verhindern. Du fühlst dich möglicherweise extrem schuldig. Du phantasierst womöglich darüber, die Zeit zurückzudrehen und Sachen anders zu machen, um diesen Verlust zu verhindern.
    • Es ist wichtig, sich auch während dieser Stufe Hilfe zu suchen. Falls du deine Schuldgefühle nicht auflösen kannst, bist du womöglich nicht in der Lage, dir beim Heilen zu helfen. Rede mit einem psychologischen Berater oder suche dir eine Trauerselbsthilfegruppe.
  8. Erkenne Depressionen. Depressionen sind eine sehr häufige Reaktion auf Verlust. Sie dauern möglicherweise nur kurz, oder es könnte sehr lange Zeit dauern, von ihnen zu genesen. Es ist wichtig, dir professionelle psychologische Hilfe zu suchen, wenn du dich durch Depressionen hindurch arbeitest. Wenn sie nicht behandelt werden, werden Depressionen für gewöhnlich schlimmer. Zu den Symptomen von Depressionen gehören:
    • Müdigkeit
    • Gestörte Schlafmuster
    • Gefühle der Schuld, der Hilflosigkeit oder der Wertlosigkeit
    • Gefühle der Furcht und Traurigkeit
    • Sich von anderen losgelöst zu fühlen
    • Kopfschmerzen, Krämpfe, Muskelschmerzen und andere körperliche Schmerzen
    • Verlust der Freude an Sachen, die dir immer gefallen haben
    • Veränderungen deiner "normalen" Stimmung (erhöhte Reizbarkeit, Manie usw.)
    • Gestörte Essmuster
    • Selbstmordgedanken oder -Pläne
    • Es ist möglicherweise sehr schwierig, den Unterschied zwischen Traurigkeit beim Trauern und klinischen Depressionen zu erkennen. Menschen, die trauern, könnten all diese Symptome haben. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass eine Person klinisch depressiv ist, wenn sie über Selbstmord nachdenkt oder ihn vorhat. Suche sofort einen Arzt auf, falls du Selbstmordgedanken hast.
  9. Bitte Freunde und Familie um Hilfe. Es hilft möglicherweise, mit Menschen über deine Trauer zu sprechen, die dir nahe stehen. Gefühle der Traurigkeit anderen mitzuteilen könnte dabei helfen, dass sie sich weniger intensiv anfühlen.
  10. Gib dir Zeit. Die Traurigkeit nach einem Verlust braucht möglicherweise lange Zeit, um zu heilen. Sei geduldig und nett zu dir selbst. Es könnte eine Weile dauern, bis du "Akzeptanz", die letzte Stufe der Trauer, erreichst.

Methode 4 von 5: Klinische Depressionen erkennen und handhaben

  1. Vergleiche klinische Depressionen mit "dem Blues". Klinische Depressionen gehen über ein Gefühl der Traurigkeit oder sich "niedergeschlagen" zu fühlen hinaus. Sie sind ein ernstes psychisches Gesundheitsproblem, das eine Behandlung erfordert. Es ist unwahrscheinlich, dass Depressionen von allein besser werden.
    • Traurigkeit ist eine natürliche menschliche Emotion. Sie kann als Reaktion auf einen Verlust auftreten. Sie kann das Ergebnis dessen sein, etwas Unangenehmes erlebt zu haben. Traurigkeit oder sich "niedergeschlagen" zu fühlen lässt für gewöhnlich mit der Zeit nach. Sie ist oftmals kein konstantes Gefühl. Traurigkeit könnte kommen und gehen. Sie wird normalerweise von einem bestimmten Erlebnis oder Ereignis ausgelöst.
    • Klinische Depressionen sind mehr als Traurigkeit. Sie sind kein Gefühl, über das Menschen einfach "hinwegkommen" können. Sie lassen selten mit der Zeit nach. Sie sind für gewöhnlich beinahe konstant oder konstant vorhanden. Sie werden möglicherweise nicht von einem bestimmte Ereignis oder Erlebnis ausgelöst. Sie können so überwältigend sein, dass sie das tägliche Leben beeinträchtigen.
  2. Erkenne die Symptome von klinischen Depressionen. Klinische Depressionen könnten sich bei verschiedenen Personen unterschiedlich manifestieren. Du hast bei dieser Störung möglicherweise nicht alle Symptome. Die Symptome stören für gewöhnlich deine täglichen Aktivitäten und könnten bedeutenden Stress oder Fehlfunktion verursachen. Falls du häufig fünf oder mehr dieser Symptome hast, hast du möglicherweise klinische Depressionen:
    • Veränderungen der Schlafgewohnheiten
    • Veränderungen der Essgewohnheiten
    • Unfähigkeit, sich zu konzentrieren, "flaumiges" Gefühl
    • Müdigkeit oder Mangel an Energie
    • Verlust des Interesses an Sachen, die dir immer Freude gemacht haben
    • Reizbarkeit oder Ruhelosigkeit
    • Gewichtsverlust oder -Zunahme
    • Gefühle der Verzweiflung, der Hoffnungslosigkeit oder der Wertlosigkeit
    • Körperliche Schmerzen, Kopfschmerzen, Krämpfe oder andere körperliche Symptome, die keine klare Ursache haben
  3. Du musst wissen, was Depressionen verursacht. Depressionen haben viele Ursachen, und die Forscher sind sich nicht gänzlich sicher, wie sie wirken. Frühes Trauma könnte Veränderungen darin verursachen, wie dein Gehirn mit Furcht und Stress umgeht. Viele Studien deuten an, dass klinische Depressionen zum Teil genetisch bedingt sein könnten. Lebensveränderungen, wie etwa einen geliebten Menschen zu verlieren oder eine Scheidung durchzumachen, könnten eine Episode starker Depressionen auslösen.
    • Klinische Depressionen sind ein komplexe Störung. Sie könnten teilweise durch Probleme mit Neurotransmittern in deinem Gehirn verursacht werden, wie etwa Serotonin und Dopamin. Medikamente könnten dabei helfen, diese Chemikalien zu regulieren und Depressionen zu lindern.
    • Substanzen-Missbrauch, wie etwa Alkohol und Drogenmissbrauch, ist stark mit Depressionen verbunden.
    • Studien deuten an, dass homosexuelle und bisexuelle Personen häufiger an Depressionen leiden. Das könnte am Mangel an sozialen und persönlichen Unterstützungssystemen liegen.
  4. Rede mit deinem Arzt. Ziehe in Erwägung, mit deinem Arzt zu reden, falls du depressive Symptome hast, die dein tägliches Leben beeinträchtigen. Er verschreibt dir möglicherweise antidepressive Medikamente, die dabei helfen können, die Hormone in deinem Gehirn zu regulieren, die sich auf die Stimmung auswirken.
    • Beschreibe deinem Arzt unbedingt ehrlich alle deine Symptome. Es gibt mehrere Arten antidepressiver Medikamente. Deine Symptome helfen deinem Arzt dabei, zu bestimmen, welches Medikament für dich das hilfreichste sein könnte.
    • Deine individuelle Körperchemie kann sehr unterschiedlich auf Medikamente reagieren. Du und dein Arzt müsst eventuell mehrere Antidepressiva ausprobieren, bevor ihr eins findet, das bei dir wirkt. Sprich mit deinem Arzt, falls dein Medikament nach ein paar Monaten nicht hlift.
    • Wechsle oder setze deine Antidepressiva nicht ab, ohne zuerst deinen Arzt zu konsultieren. Das könnte schwere Gesundheits- und Stimmungsprobleme verursachen.
    • Ziehe in Erwägung, zu einem Psychiater zu gehen, falls du weiterhin Schwierigkeiten mit deinen Antidepressiva hast. Ein Psychiater ist ein Arzt mit einer speziellen Ausbildung in psychischer Gesundheit. Er ist möglicherweise dazu in der Lage, dir dabei zu helfen, deine Medikamente zu filtern, um die für dich richtige Behandlung zu finden.
  5. Suche einen Psychologen auf. Weil Depressionen von so vielen Faktoren beeinflusst werden, ist es unerlässlich, einen Psychologen aufzusuchen. Ein Psychologe kann dir dabei helfen, deine Emotionen zu verstehen und zu navigieren. Behandlungen, die zusätzlich zu Antidepressiva eine Psychotherapie einschließen, sind oftmals effektiver als Medikamente allein.
    • Es gibt zwei übliche Mythen über Depressionen. Einer ist, dass du einfach "herausspringen" solltest. Der andere ist, dass es ein Zeichen von Schwäche sei, sich Hilfe zu suchen. Diese sind nicht wahr. Zuzugeben, dass du Hilfe brauchst, um mit deiner Gesundheit umzugehen, ist ein Zeichen von Stärke und Selbstsorge.
    • Es gibt viele Arten von psychologischen Beratern. Psychiater und Psychologen sind für gewöhnlich die einzigen, die Medikamente verschreiben können. Sie bieten möglicherweise auch eine Therapie an.
    • Psychologen haben einen Doktortitel in einem psychologischen Feld (klinische, ausbildende, beratende Psychologie) und eine spezialisierte Ausbildung in Therapie. Sie sind für gewöhnlich weniger teuer als Psychiater, aber teurer, als andere Optionen.
    • Zugelassene Sozialpädagogen haben einen Master in Sozialer Arbeit in Humandiensten. Sie bieten möglicherweise psychotherapeutische Dienste an. Sie können dir normalerweise dabei helfen, weitere Quellen in deiner Gemeinde zu finden. Sozialpädagogen arbeiten oft in Kurkliniken und Universitätskliniken.
    • Zugelassene Ehe- und Familientherapeuten haben eine Spezialausbildung im Umgang mit Paar- und Familienproblemen. Sie bieten möglicherweise auch Einzelpsychotherapie an.
    • Zugelassene Berater haben einen Master in Beratung. Sie haben normalerweise eine kontrollierte Ausbildung in psychologischer Beratung. Sie arbeiten oftmals in Kurkliniken.
  6. Kontaktiere deine Krankenversicherung. Es ist wichtig, deine Krankenkasse zu kontaktieren, um in Erfahrung zu bringen, welche Psychologen in deiner Region von der Kasse bezahlt werden. Einige Krankenkassen verlangen möglicherweise eine Überweisung vom Hausarzt. Viele Kassen decken nur Behandlungen bestimmter Anbieter ab.
  7. Bleibe mit Familie und Freunden in Verbindung. Zurückziehen aus sozialen Beziehungen ist ein übliches Symptom von Depressionen. Du wirst dich jedoch wahrscheinlich besser fühlen, wenn du dich an deine Lieben wendest. Sie können dir Unterstützung und Liebe bieten.
    • Dir ist möglicherweise nicht "danach zumute", andere zu sehen oder mit ihnen zu interagieren. Es ist wichtig, dich auf jeden Fall dazu aufzuraffen. Dich zu isolieren könnte deinen Depressionen verschlimmern.
  8. Iss gut. Du kannst Depressionen nicht "heilen", indem du einfach nur deine Ernährung veränderst. Du kannst jedoch Lebensmittel wählen, die dein Wohlbefinden fördern.
    • Wähle komplexe Kohlenhydrate. Vollkorngetreide, Naturreis, Bohnen und Linsen sind gute Quellen komplexer Kohlenhydrate. Diese Kohlenhydrate halten dich länger satt und helfen dabei, deinen Blutzuckerspiegel im Griff zu behalten.
    • Meide Zucker und einfache Kohlenhydrate. Diese liefern vielleicht ein vorübergehendes "Hoch", aber die Talfahrt kann depressive Symptome verschlimmern.
    • Iss Obst und Gemüse. Obst und Gemüse sind reich an Nährstoffen, wie etwa Vitamin C und Betacarotin. Diese Antioxidantien können dabei helfen, freie Radikale zu bekämpfen, welche die Körperfunktionen stören. Versuche, in die meisten Mahlzeiten frisches Obst und Gemüse einzubauen.
    • Bekomme genügend Eiweiß. Mehrere Studien haben gezeigt, dass eine höhere Eiweißaufnahme deine Aufmerksamkeit verstärken kann. Es könnte auch dabei helfen, deine Stimmung zu verbessern.
    • Baue Omega-3-Fettsäuren ein. Diese Fettsäuren sind in vielen Nüssen, Ölen wie Lein- und Sojaöl und in dunklem Blattgemüse zu finden. Man findet sie auch in fettem Fisch, wie etwa Tunfisch, Lachs und Sardinen. Einige Forschungen deuten an, dass es eine leichte Schutzwirkung vor Depressionen haben kann, mehr Omega-3-Fettsäuren zu essen.
  9. Schlafe gut. Depressionen unterbrechen oftmals deine Schlafgewohnheiten. Es ist wichtig, pro Nacht etwa acht Stunden Schlaf zu bekommen. Versuche, gute Schlafgewohnheiten zu entwickeln, wie zu einer regulären Zeit zu Bett zu gehen und deinen Fernsehkonsum vor dem Zubettgehen zu limitieren.
    • Für Personen mit chronischer Schlaflosigkeit besteht ein viel höheres Risiko, klinische Depressionen zu entwickeln.
    • Schlafapnoe, eine Störung, die deine Atmung blockiert, während du schläfst, wird auch mit klinischen Depressionen in Verbindung gebracht.
  10. Treibe Sport. Falls du depressiv bist, ist dir vielleicht nicht danach zumute, nach draußen zu gehen und Sport zu treiben. Viele Studien haben jedoch gezeigt, dass Sport deine Stimmung hebt. Versuche, jeden Tag auf mindestens 30 Minuten mäßige körperliche Aktivität abzuzielen. Mindestens zweimal die Woche Krafttraining ist ebenfalls hilfreich.
    • Einige Forschungen deuten an, dass es weniger wahrscheinlich sein könnte, dass du depressiv wirst, wenn du regelmäßig Sport treibst.
    • Es könnte wahrscheinlicher sein, dass fettleibige Personen depressiv werden. Wissenschaftler verstehen diese Verbindung nicht vollständig, aber Sport kann dabei helfen, Fettleibigkeit und Depressionen zu bekämpfen.

Methode 5 von 5: SAD (Winterdepression) erkennen und handhaben

  1. Erkenne die Symptome von Winterdepressionen. Winterdepressionen (SAD) sind eine Art Depression, die von einem biochemischen Ungleichgewicht aufgrund des Jahreszeitenwechsels verursacht wird. An manchen Orten, für gewöhnlich an solchen, die weiter vom Äquator entfernt sind, gibt es während der Herbst- und Wintermonate weniger Sonnenlicht, Das kann deine Körperchemie verändern und Symptome verursachen, die klinischen Depressionen sehr ähnlich sind. Zu diesen Symptomen gehören:
    • Wenig Energie oder Müdigkeit
    • Konzentrationsschwierigkeiten
    • Gesteigerter Appetit
    • Isoliert oder allein sein zu wollen
    • Unterbrochene Schlafmuster, exzessive Schläfrigkeit
    • SAD beginnt für gewöhnlich im Alter zwischen 18 und 30 Jahren.
    • Du hast womöglich ein gesteigertes Verlangen nach Kohlenhydraten, falls du an SAD leidest. Dieses könnte zu einer Gewichtszunahme führen.
  2. Ersuche um eine professionelle Behandlung. Die Behandlung gegen SAD ist der Behandlung gegen klinische Depressionen sehr ähnlich. Antidepressiva und eine professionelle Therapie reichen für gewöhnlich aus, um SAD zu behandeln.
  3. Probiere Lichttherapie aus. Lichttherapie kann dabei helfen, die innere Uhr deines Körpers zu regulieren. Du findest Lichttherapie-Geräte bei vielen Einzelhändlern und online. Die Lichttherapie-Lampe sollte 10.000 Lux haben. (Lux bezieht sich darauf, wie intensiv das Licht ist.)
    • Erkundige dich beim Hersteller, um sicherzustellen, dass deine Lichttherapie-Lampe dazu gedacht ist, SAD zu behandeln. Einige Lichtboxen, die dazu verwendet werden, Hautstörungen zu behandeln, geben mehr ultraviolettes Licht ab und könnten Schäden an deinen Augen verursachen.
    • Lichttherapie ist im Allgemeinen ungefährlich. Falls du eine bipolare affektive Störung hast, solltest du deinen Arzt konsultieren, bevor du mit einer Lichttherapie anfängst.
    • Lichttherapie könnte auch bei Personen mit Lupus, Hautkrebs oder einigen Augenbeschwerden Komplikationen verursachen.
  4. Bekomme mehr Sonnenlicht. Dich dem natürlichen Sonnenlicht auszusetzen könnte dabei helfen, deine Stimmung zu heben. Öffne deine Vorhänge und Jalousien. Verbringe nach Möglichkeit Zeit im Freien.
  5. Helle deine Umgebung auf. Deine Wände in helleren Farben zu streichen könnte dabei helfen, das natürliche Licht zu reflektieren. Fröhliche, helle Dekorationen könnten ebenfalls dabei helfen, deine Stimmung zu heben.
  6. Genieße den Winter. Versuche, die erfreulichen Aspekte des Winters zu betonen, wenn du kannst. Probiere, dich vor einem Feuer zusammenzurollen, falls du einen Kamin hast. Röste ein paar Marshmallows. Trinke heißen Kakao (in Maßen natürlich).
  7. Treibe Sport. Genau wie bei klinischen Depressionen kannst du die Symptome von SAD durch Sport lindern. Probiere, an Wintersportarten, wie etwa Skilaufen oder Snowboard fahren, teilzunehmen, falls du in einem winterlichen Klima wohnst.
  8. Ziehe Naturheilmittel in Erwägung. Konsultiere immer deinen Arzt, bevor du irgendwelche Naturheilmittel nimmst. Einige Heilmittel könnten Medikamente stören oder bei bestehenden Beschwerden Komplikationen verursachen.
    • Probiere Melatonin aus, um deinen Schlaf zu regulieren. Melatonin-Präparate könnten dir dabei helfen, deine Schlafzyklen zu regulieren, falls sie durch SAD gestört sind.
    • Probiere Johanniskraut aus. Es gibt einige Beweise dafür, dass Johanniskraut dabei helfen könnte, leichte depressive Symptome zu lindern. Johanniskraut könnte die Wirksamkeit von verschreibungspflichtigen Medikamenten einschränken, einschließlich der Pille, Herzmedikamenten und Krebsmedikamenten. Johanniskraut kann "nicht" zusammen mit Serotonin-Wiederaufnahmehemmern, Triglyceriden oder anderen Arten antidepressiver Medikamente eingenommen werden. Das könnte das Serotonin-Syndrom veriursachen. Nimm Johanniskraut nicht, ohne zuerst mit deinem Arzt zu reden.
  9. Mache Urlaub an einem sonnigen Ort. Ziehe in Erwägung, einen Urlaub an einem sonnigen Ort zu machen, falls du an einem Ort wohnst, der im Winter sehr wenig natürliches Sonnenlicht abbekommt. Orte wie die Kanarischen Inseln oder die Balearen haben oftmals sogar im Winter strahlenden Sonnenschein.

Tipps

  • Entspannung und sich die Zeit für Spaß zu nehmen sind unerlässlich, um dich besser zu fühlen.
  • Hilf anderen bei etwas, das ihnen etwas bedeutet. Meistens färbt dieses Glück auf dich ab, wenn du anderen Menschen hilfst. Geben ist eine der besten Methoden, um ein Lächeln in dein Gesicht zu zaubern.
  • Tröste dich durch deine Traditionen, falls du religiös oder spirituell bist. Sie könnten dir dabei helfen, deine Traurigkeit zu überwinden.
  • Sei immer positiv und unkonventionell. Analysiere keine Einzelheiten. Gib mehr, als du nimmst.

Warnungen

  • Ändere oder setze deine Antidepressiva nicht ab, ohne deinen Arzt zu konsultieren. Das könnte schwere gesundheitliche Probleme oder sogar Selbstmordgedanken verursachen.
  • Suche dir sofort Hilfe, falls deine Traurigkeit dich daran denken lässt, dir selbst oder anderen etwas anzutun, oder falls du Selbstmordgedanken oder –pläne hast. Es gibt viele Hilfsquellen, an die du dich wenden kannst. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar: 0-800-111-0-111 oder 0-800-111-0-222. Du kannst auch den Notruf wählen, wie etwa 110.
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