Porzellan und Glasgeschirr sicher verpacken und verschicken

Ganz egal, ob du mit deinem geerbten Porzellan umziehen oder ein wunderschönes Tee-Service als Geschenk verschicken möchtest, auf jeden Fall möchtest du sichergehen, dass alles gut und unversehrt seinen Zielort erreicht. Diese Anleitung zeigt dir, wie es geht.

Vorgehensweise

  1. Du brauchst einen Pappkarton, der für nicht mehr als maximal 5 Kilogramm ausgelegt ist. In der Verpackungsindustrie werden geeignete Kartonagen oft als „Geschirrbox“, „Geschirrkarton“ oder engl. „dishpack barrel“ bezeichnet.
    • Achte unbedingt darauf keinen zu großen Karton zu nehmen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass du zu viele Stücke in den Karton einpackst, sodass er hinterher zu schwer wird. Außerdem könnten Möbelpacker auf die Idee kommen, andere große Umzugskartons auf diesen zu stapeln, sodass dein gutes Porzellan unter der Last zu Bruch geht.
  2. Lege den Boden zunächst mit Schaumstoff oder Füllchips (auch Styroporchips oder Polsterchips genannt) aus.
  3. Wickle jedes Teil einzeln in Zeitungspapier oder Luftpolsterfolie ein. Willst du mehrere Teile in ein und dieselbe Lage Zeitungspapier einwickeln, musst du darauf achten, dass die Geschirrteile nicht direkt aufeinanderstoßen. Achte darauf, dass jedes Teil sorgfältig eingewickelt ist – dies ist wahrlich nicht die Zeit an Verpackungsmaterial zu sparen.
  4. Packe die eingewickelten Teile in den Karton. Fülle die Zwischenräume zwischen den einzelnen Geschirrteilen mit Schaumstoff oder zerknülltem Zeitungspapier aus. Achte darauf, dass du zwischen Kartonwand und Geschirr einen Abstand von mindestens 2,5 Zentimetern einhältst. Manche Stücke erfordern weitere Vorsichtsmaßnahmen:
    • Teller: Packe Teller aufrecht in den Karton. Auf diese Weise gehen sie nicht so schnell kaputt. Lege den Kartonboden zunächst mit zerknülltem Zeitungspapier aus. Die einzelnen Teller trennst du mit Wellpappe, Luftpolsterfolie oder Schaumstoff voneinander. Es empfiehlt sich, jeden Teller einzeln in mehrere Lagen Papier einzuwickeln. Die Teller dürfen einander nicht berühren.
    • Zuckerdosen, Teekannen, Auflaufformen mit Deckel: Deckel und Gefäß müssen immer mit irgendeiner Polsterung voneinander getrennt werden, können dann aber als Einheit in Papier eingewickelt werden.
    • Gläser: Bastle oder besorge dir Trennwände aus Pappe, um Gläser innerhalb des Kartons voneinander zu trennen. Das ist eine zusätzliche Maßnahme, damit sie nicht zerbrechen. Schwere Gläser sollten immer nach unten in den Karton gepackt werden. Leichte, dünne Gläser kannst du dann darauf packen.
  5. Fülle alle Zwischenräume mit Schaumstoff, zerknülltem Papier oder Füllchips aus. So vermeidest du, dass sich das Geschirr im Karton hin und her bewegt.
    • Überprüfe, ob alles sicher verpackt ist. Wenn sich etwas bewegt, solltest du noch mehr Füllmaterial einfüllen.
    • Wenn du einen Paketdienst in Anspruch nehmen möchtest, solltest du dein Geschirr in zwei Kartons verpackt verschicken. Stelle den gepackten Geschirrkarton in einen größeren und fülle die Zwischenräume mit Füllmaterial aus.
  6. Verschließe bzw. verklebe den Karton. Selbst wenn sich der Karton ohne Klebeband verschließen lässt, solltest du ihn dennoch zusätzlich zukleben. So vermeidest du, dass er sich während des Transportes versehentlich öffnet/ öffnen lässt. Schreibe „ZERBRECHLICH“ und „DIESE SEITE OBEN“ auf die Seiten und den Deckel des Kartons. Außerdem solltest du den Karton mit einer Inhaltsangabe (z.B. „Porzellanteller“ oder „Trinkgläser“) beschriften.
    • Überprüfe den Karton auf Druckfestigkeit. Hast du den Karton so voll gepackt, dass er sich nach außen hin wölbt? Dies kann dazu führen, dass etwas zu Bruch geht. Falls du den Deckel eindrücken kannst, musst du noch mehr Füllmaterial einfüllen.

Tipps

  • Achte darauf, den Karton mit „ZERBRECHLICH“ und „DIESE SEITE OBEN“ (mit entsprechenden Pfeilen) zu beschriften. Tu dies, sobald du den Karton fertig gepackt hast. Du wirst dich später nämlich nicht mehr erinnern können, was du genau in diesen Karton eingepackt hast.
  • Falls möglich, besorge dir doppelwandige Kartonagen. Diese sind besonders stabil und daher gut für zerbrechliche Gegenstände geeignet.
  • Nahezu in jeder großen Stadt gibt es Verpackungsmittellieferanten, deren Preise selbst von günstigen Geschäften für Bürobedarf nicht getoppt werden können. Manchmal erhalten auch Einzelhändler (Tipp: Souvenirläden) mit ihren Lieferungen große Mengen an Luftpolsterfolie oder Füllchips, die sie dir nur allzu gerne kostenlos überlassen. Frage schon im Voraus nach, damit du zur rechten Zeit genügend Füllmaterial zur Verfügung hast.
  • Du solltest einen Block Haftnotizen zur Hand haben, wenn du dein Geschirr verpackst. Immer wenn du ein Teil einpackst, schreibst du es auf einen Notizzettel. Wenn der Karton verschlossen und verklebt ist, klebst du die Haftnotizen an eine Seite der Box und sicherst sie mit Klebestreifen. Auf diese Weise findest du später VIEL schneller, was sich in welchem Karton befindet. Dafür musst du allerdings jedes Teil, das du in den Karton packst, auch aufschreiben – und zwar genau: Schreibe nicht einfach „altes Geschirr“, sondern „Omas alte blaue Fleischplatte“, nur so findest du dich später schnell zurecht.
  • Zoohandlungen erhalten ihre Fische oft in Behältern aus Styropor, die du ebenfalls für dein Geschirr verwenden kannst. Sprich mit dem Inhaber der Zoohandlung. Vielleicht überlässt er dir ein paar.
  • Du brauchst VIELE Kartons und sehr VIEL Verpackungsmaterial. Frage im Spirituosengeschäft nach: Die Kartons dort sind sehr stabil und du kannst sie normalerweise nicht überladen – es sei denn, du packst Bücher hinein!
  • Beim Verpacken von Gläsern (besonders Stielgläser und andere empfindliche Gläser) solltest du jedes Stück einzeln in einige Lagen weißes Küchenpapier einwickeln (und dann erst in Zeitungspapier). Auf diese Weise verschmutzen die Gläser nicht so sehr und sind noch einmal extra geschützt.
  • Es spricht nichts dagegen Zeitungspapier zu verwenden. Allerdings färbt die Druckerschwärze oftmals ab, sodass du beim Auspacken dein gesamtes Geschirr abwaschen musst. Daher solltest du vorzugsweise weißes Packpapier verwenden.
  • Wende dich an ein Umzugsunternehmen, wenn du dich nicht traust, dein Geschirr alleine zu verpacken.

Warnungen

  • Die Henkel von Terrinen und Teegläsern brechen leicht ab. Wickle sie daher in sehr viel Papier oder Folie ein. Packe diese Teile so in den Karton, dass die Henkel nach innen zeigen.
  • Überall, wo Porzellan auf Porzellan stößt, besteht die Gefahr, dass etwas bricht.
  • Selbst mit der größten Mühe kannst du nicht immer verhindern, dass etwas zu Bruch geht. Frage beim Versand- oder Umzugsunternehmen nach einer entsprechenden Versicherung und schätze den Wiederbeschaffungswert des Porzellans. Auf jeden Fall solltest du genau Buch führen und aussagekräftige Fotos aller Stücke besitzen.
  • Achte darauf, dass das Geschirr vor dem Verpacken sauber und trocken ist. Speisereste könnten anfangen zu schimmeln oder Ungeziefer anlocken.

Was du brauchst

  • Kartons
  • Schaumstoffeinlage
  • Styropor
  • Füllchips (Polsterchips, Verpackungschips, Styroporchips)
  • Luftpolsterfolie
  • Klebeband
  • Zeitungen
  • Pappe oder Wellpappe
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