Einen Katastrophenplan für deine Familie aufstellen

Natürliche und von Menschen verursachte Katastrophen können jederzeit zuschlagen. Selbst bei einer Warnung kann eine Katastrophe, von einem Hurrikane oder Orkan bis zu einem nuklearen Störfall, dich eiskalt erwischen und dich in ernste Gefahr bringen. Ein wenig Planung und Übung "bevor" du in Gefahr bist, kann dir und deiner Familie dabei helfen, selbst die schlimmsten Katastrophen zu überleben.

Methode 1 von 3: Allgemeine Strategien, um einen Katastrophenplan aufzustellen

  1. Bestimme, welche Katastrophen in deiner Region am häufigsten vorkommen. Falls du in Norddeutschland wohnst, brauchst du dich nicht auf ein Erdbeben vorzubereiten, sondern solltest lieber auf Überflutungen gefasst sein. Während einige Katastrophen, wie etwa Feuer, überall passieren können, variieren die Gefahren, denen du womöglich begegnest, stark von einem Ort zu anderen. Erkundige dich bei deinem örtlichen Katastrophenschutz- oder Zivilschutzbüro, beim Roten Kreuz oder beim Wetterdienst. So bekommst du eine Vorstellung davon, auf welche Katastrophen du dich vorbereiten solltest.
  2. Finde heraus, was du tun solltest, falls eine Katastrophe eintritt. Die obigen Organisationen können dir wahrscheinlich raten, was du in einem Notfall zu tun hast. Sie können dir möglicherweise Evakuierungskarten und Informationen zu örtlichen Warnsystemen und Notfallplänen geben. Recherchiere deine örtlichen Gefahren selbst, falls du nicht alle Informationen, die du benötigst, von offizieller Seite bekommen kannst.
    • Finde zum Beispiel heraus, welche Vorbereitungen du für einen Orkan oder Hurrikane treffen solltest. Stelle fest, wie du überlebst, falls du von einer Katastrophe betroffen wirst, und bestimme die besten Evakuierungswege selbst, wenn es sein muss.
    • Vergiss nicht, wenn es hart auf hart kommt, bist "du" dafür verantwortlich, sicherzustellen, dass deine Familie gut vorbereitet ist.
  3. Suche einen Treffpunkt und eine Methode aus, um mit deinen Familienmitgliedern Kontakt aufzunehmen. Es besteht die Wahrscheinlichkeit, dass deine Familienmitglieder sich nicht am selben Ort aufhalten, wenn eine Katastrophe eintritt. Daher ist es wichtig, einen im Voraus bestimmten Treffpunkt zu haben. Wähle eine Stelle, die wahrscheinlich sicher und weit genug von deiner Nachbarschaft entfernt ist, da du es womöglich nicht zurück nach Hause schaffst.
  4. Nominiere eine Kontaktperson, um deine Familienmitglieder miteinander in Verbindung zu bringen. Nominiere einen Freund oder Verwandten als Kontaktperson, die du, dein Ehepartner und deine Kinder anrufen können, falls ihr euch nicht treffen könnt. Wähle jemanden, der in einer anderen Stadt (oder in einem anderen Bundesland) wohnt, um die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass die Kontaktperson ebenfalls von der Katastrophe betroffen ist. Achte darauf, dass all deine Familienmitglieder jederzeit die Telefonnummer der Kontaktperson bei sich haben.
  5. Besprich Katastrophenszenarien mit deiner Familie und achte darauf, dass jeder in all den wahrscheinlichen Szenarien weiß, was zu tun ist. Es ist wichtig, dich darüber zu informieren, wie man auf wahrscheinliche Gefahren reagieren sollte. Doch was passiert mit deiner Familie, falls sie von dir entfernt ist oder du getötet oder verletzt wurdest? Es reicht nicht, dass nur eine Person in der Familie weiß, was zu tun ist – alle sollten den Plan kennen.
  6. Beseitige potentielle Gefahrenquellen in deinem Zuhause. Untersuche dein Haus gründlich und versuche, es so sicher wie möglich zu machen, wenn du potentielle Katastrophenszenarien identifiziert hast. Hier sind nur ein paar Beispiele:
    • Jeder Haushalt sollte Rauchmelder und Feuerlöscher enthalten. Überprüfe die Rauchmelder mindestens einmal im Monat und ersetze ihre Batterien jährlich oder nach Bedarf. Feuerlöscher sollten gemäß den Anweisungen des Herstellers wiederaufgeladen werden, und Familienmitglieder sollten lernen, wie man sie benutzt. Alle sollten außerdem wissen, wie sie im Fall eines Brandes aus dem Haus entkommen.
    • Falls du in einer Gegend wohnst, die für Erdbeben anfällig ist, sollte kein schweres Bücherregal gleich neben dem Babybett stehen, da es bei einem Beben umkippen könnte.
    • Falls du in der Nähe eines Waldes mit der Möglichkeit eines Waldbrandes wohnst, solltest du dein Grundstück von Dickicht und hohem Gras befreien. Das erzeugt eine Pufferzone zwischen deinem Zuhause und dem Feuer.
  7. Bringe deinen Familienmitgliedern einfache lebensrettende Techniken bei. Jeder, der Herz-Lungen-Reanimation und Erste Hilfe erlernen kann, sollte einen Kurs belegen und seine Zulassung auf dem neuesten Stand erhalten. Erwachsene und ältere Kinder sollten wissen, wie man Gas, Strom und Wasser abstellt, falls das Haus beschädigt wird. Jeder sollte wissen, wie man ausströmendes Gas entdeckt. Notfalltelefonnummern sollten in der Nähe des Telefons aufgehängt werden. Selbst kleinen Kindern sollte beigebracht werden, wie man die 112 anruft.
    • Zu üben, wie man einen Feuerlöscher benutzt, und Rauchmelder zu überprüfen sind tolle Erinnerungsübungen, die man einmal im Jahr durchführen sollte.
  8. Habe genug Wasser für zehn bis dreißig Tage. Während einer Notfallsituation, wie etwa eines Erdbebens, verliert dein Haus womöglich den Zugang zu Wasser. Möglicherweise kannst du nicht zum Laden kommen, um mehr Wasser zu besorgen. Während einer Überflutung bist du vielleicht von Wasser umgeben, aber das Wasser ist unsauber und nicht zum Trinken geeignet. Möglicherweise hast du auch keinen Zugang zu Trinkwasser.
    • Plane vier Liter Wasser pro Person pro Tag ein. Das schließt Trinkwasser, Lebensmittelzubereitung und Hygiene ein.
    • Bewahre dein Notfallwasser in sauberen, nicht rostenden, dicht verschlossenen Behältern auf.
    • Bewahre die Behälter an einem kühlen, dunklen Ort auf. Lagere sie nicht im Sonnenlicht oder neben Benzin, Diesel, Pestiziden oder ähnlichen Substanzen.
  9. Stelle ein Katastrophen-Set zusammen. Sei mit einem Vorrat an unverderblichen Lebensmitteln und Trinkwasser für mindestens drei Tage auf Notfälle vorbereitet. Halte außerdem weitere Sachen bereit, die du möglicherweise brauchst, falls du keine Betriebsmittel und keine Möglichkeit hast, Vorräte zu kaufen. Bewahre ein kleineres Set im Kofferraum deines Autos auf. Dein Set sollte außerdem folgendes enthalten:
    • Medizinische Einverständniserklärungen und Vorgeschichten für alle Familienmitglieder
    • Eine kleine, wasserdichte Taschenlampe mit zusätzlichen Batterien und wasserfeste Streichhölzer
    • Einen kleinen Notizblock und ein wasserfestes Schreibinstrument
    • Ein Handy mit Guthabenkarte und ein Solarladegerät für Handys
    • Sonnenschutz- und Insektenabwehrmittel
    • Trillerpfeife und einen 12-Stunden-Leuchtstab
    • Eine Thermodecke
  10. Packe ein Erste-Hilfe-Set und überprüfe es regelmäßig. Platziere es an einem leicht zugänglichen Ort in deinem Zuhause und fertige ein zweites an, das du in deinem Auto aufbewahrst. Medikamente und Salben laufen ab und sind nicht mehr so wirksam. Plane, dein Erste-Hilfe-Set einmal im Jahr zu überprüfen, zusammen mit dem Rest deiner Notfallvorräte. Ersetze es, falls dir etwas über den Weg läuft, das abgelaufen ist. Dein Erste-Hilfe-Set sollte eine Auswahl an folgendem enthalten:
    • Saugfähige Kompressionsverbände und eine kalte Sofort-Kompresse
    • Selbsthaftende Binden, Dreieckstücher, Verbandrollen, sterile Mullauflagen und Heftpflaster
    • Antibiotische Salbe, Hydrokortison-Salbe, antiseptische Tücher und ein paar Packungen Aspirin
    • Ein Paar latexfreie Handschuhe, eine Schere, eine Pinzette und ein Fieberthermometer (nicht aus Glas, ohne Quecksilber)
    • Persönliche und verschreibungspflichtige Medikamente
    • Ein Anweisungsheft für Erste Hilfe und eine Liste mit Notfalltelefonnummern, einschließlich Kontaktinformationen deines Arztes, der Rettungsdienste, der Pannenhilfe und des Giftnotrufs.
  11. Übe deinen Plan. Übung macht den Meister, und in einer Situation auf Leben und Tod solltest du perfekt reagieren. Gehe deine Notfallpläne regelmäßig mit deiner Familie durch und aktualisiere sie bei Bedarf. Befrage und trainiere deine Familie zu wichtigen Sicherheitskonzepten. Führe einen Live-Test mit deiner Familie durch. Mache einen Ausflug daraus und lasse alle daran teilnehmen. Das hilft dir dabei, zu identifizieren, was funktioniert und was nicht. Du solltest mindestens zweimal im Jahr üben und den Katastrophenplan mit deiner Familie durchspielen.
  12. Habe Pläne für unvorhergesehene Notfälle. Für den Fall, dass deine Notfallstelle nicht erreichbar ist oder andere Dinge sich ändern, ist es keine schlechte Idee, einen alternativen Plan zur Hand zu haben. Was machst du, falls deine Kontaktperson weg ist? Was machst du, falls eins deiner Familienmitglieder nicht in der Stadt ist? Für so viele Szenarien wie möglich zu planen kann dabei helfen, deine Sicherheitschancen zu erhöhen.

Methode 2 von 3: Einen Brandfluchtplan für deine Familie aufstellen

  1. Mache alle potentiellen Fluchtwege aus deinem Zuhause heraus ausfindig. Bringe deine ganze Familie zusammen und geht durchs Haus, um nach allen potentiellen Ausgängen zu suchen. Seht euch nicht nur nach den offensichtlichen Ausgängen um, wie etwa der Vorder- und Hintertür, sondern auch nach anderen, wie etwa: Fenster im Erdgeschoss, Garagentüren und alle anderen sicheren Methoden, um zu entkommen. Versuche, mindestens zwei Wege zu finden, um aus jedem Zimmer herauszukommen.
    • Einen Grundriss deines Hauses zu zeichnen und die Ausgänge zu markieren kann dir dabei helfen, sich genau daran zu erinnern, was im Brandfall zu tun ist.
    • Du solltest auch nach einer Möglichkeit suchen, genauso aus dem ersten Stock zu entkommen wie aus dem Erdgeschoss.
  2. Übe deinen Fluchtplan mindestens zweimal im Jahr. Gib jedes Mal, wenn du übst, vor, dass der Brand in einem anderen Teil des Hauses ist. So kannst du das Training mehrmals durchlaufen lassen und weißt, welche Wege euch am wenigsten Rauch und Feuer aussetzen. Du kannst auch üben, die schlafenden Familienmitglieder im Haus zu wecken, als ginge der Alarm nachts los.
    • Schreibe und zeichne deinen Fluchtplan auf, damit jeder in deiner Familie genau weiß, was zu tun ist.
    • Den Plan im Dunklen zu üben, oder sogar mit geschlossenen Augen, kann dir dabei helfen, dich mit deiner Umgebung vertraut zu machen (für den Fall, das deine Sicht durch Rauch getrübt ist, wenn du tatsächlich entkommen musst).
  3. Übe, während deiner Flucht mehrere Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Es gibt mehrere Sachen, von denen du wissen solltest, wie man sie macht, wenn du deinen Fluchtplan ausführst. Damit minimierst du die Wahrscheinlichkeit, dass du giftigem Rauch ausgesetzt bist. Rauch und Hitze steigen auf, also ist es so nah wie möglich am Boden immer sicherer und leichter zu atmen. Hier sind ein paar Maßnahmen, die du ergreifen solltest:
    • Übe, zu kriechen, um zu vermeiden, Rauch in die Augen und in die Lunge zu bekommen.
    • Übe, anzuhalten, dich fallen zu lassen und dich herum zu rollen, um etwaiges Feuer an deiner Kleidung zu löschen.
    • Übe, eine Tür mit deinem Handrücken zu berühren, um zu erkennen, ob es auf der anderen Seite brennt. Beginne am unteren Rand der Tür und arbeite dich nach oben vor, da Hitze aufsteigt. Halte dich von ihr fern, falls eine Tür während eines echten Brandes heiß ist.
    • Übe, dich in deinem Zuhause einzuschließen, falls du nicht entkommen kannst. Falls du keine Möglichkeit hast, herauszukommen, solltest du alle Türen schließen, die sich zwischen dir und dem Feuer befinden. Es dauert 20 Minuten, bis die Tür brennt. Dichte die Türen niemals mit Klebeband oder Handtüchern ab.
    • Übe, mit einer Taschenlampe oder heller Kleidung aus dem Fenster zu winken, um die Feuerwehr wissen zu lassen, wo du bist.
    • Merke dir die Telefonnummern der Rettungsdienste. Bei einem echten Brand musst du sie anrufen.
  4. Habe eine Fluchtleiter, falls du in einem mehrgeschossigen Haus wohnst, und übe, sie zu benutzen. Du solltest mit Fluchtleitern vorbereitet sein, die du in oder neben Fenstern platzieren kannst, um dir zu einem weiteren Fluchtweg zu verhelfen. Lerne für deine Übung, wie die Leitern funktionieren, damit du im Notfall darauf vorbereitet bist, sie zu benutzen. Du solltest lernen, sie für die Fenster im ersten Stock zu benutzen, falls es keine andere Möglichkeit gibt, von diesen Fenstern aus zu entkommen. Die Leitern sollten in der Nähe der Fenster aufbewahrt werden, an einem Ort, der leicht zu erreichen ist.
  5. Habe einen Feuerlöscher zuhause und kenne dich damit aus, wie man ihn benutzt. Du solltest einen auf jeder Etage deines Hauses haben und ihn jährlich untersuchen. Größer ist besser, wenn es um Feuerlöscher geht, aber achte darauf, dass du ihn gut tragen und leicht damit hantieren kannst. Es gibt drei Arten von Feuerlöschern, die für den Hausgebrauch gedacht sind: Klasse A, Klasse B und Klasse C. Es ist auch möglich, einen Kombinationsfeuerlöscher zu kaufen, wie etwa Klasse B-C oder Klasse A-B-C. Du kannst sie in den meisten Baumärkten bekommen.
    • Ein Feuerlöscher der Klasse A ist für gewöhnliche Materialien wie Stoff, Holz und Papier gedacht.
    • Ein Feuerlöscher der Klasse B ist für brennbare und entflammbare Flüssigkeiten wie Fett, Benzin, Öl und Farben auf Ölbasis gedacht.
    • Ein Feuerlöscher der Klasse C löscht elektrische Brände, die von Haushaltsgeräten, Werkzeugen und anderen Geräten verursacht werden.
  6. Suche einen Treffpunkt aus, der in einer sicheren Entfernung von deinem Zuhause liegt. Wenn ein Familienmitglied aus dem Haus entkommen ist, sollte es zu einem Treffpunkt laufen. Dieser sollte in sicherem Abstand von deinem Zuhause liegen, während er auch nicht zu weit weg ist. Das kann der Vorgarten eures Nachbarn, euer Briefkasten oder ein Laternenpfahl sein. Alle sollten sich an dieser Stelle treffen, sobald sie entkommen sind, damit du weißt, dass alle es geschafft haben, wenn du sie durchzählst.
    • Der Treffpunkt sollte auf deinem Fluchtplan markiert sein.
  7. Mache deine Kinder mit diesem Fluchtplan vertraut. Deine Kinder sollten keine Angst vor Feuer haben und das Training als eine Übung verstehen. Das Training mit deinen Kindern zu üben zeigt deinen Kindern möglicherweise auch die Gefahren des Feuers und macht es weniger wahrscheinlich, dass sie damit spielen.
    • Kinder sollten die Fluchtwege mit einem Erwachsenen üben, damit sie nichts Gefährliches versuchen, wie aus einem Fenster im ersten Stock zu entkommen.
    • Kinder sollten bei einem Fluchtplan immer mit einem Erwachsenen zusammen sein, damit sie nicht allein sind.
  8. Achte darauf, dass dein Zuhause feuersicher ist. Überprüfe, dass du in jedem Zimmer einen Rauchmelder hast und dass sich alle eure Türen und Fenster leicht öffnen lassen. Das schließt ein, die Scheiben herauszudrücken. Du solltest auch darauf achten, dass eure Hausnummer von der Straße aus leicht zu finden, mindestens zwanzig Zentimeter groß und in einer Kontrastfarbe ist. So findet die Feuerwehr euer Zuhause leicht und kommt so schnell wie möglich dorthin.
    • Es wäre noch besser, wenn du auch im Flur vor jeder Zimmertür und im Treppenhaus einen Rauchmelder hättest.
    • Vergiss nicht, jedes Jahr die Batterien in den Rauchmeldern zu ersetzen. Es wäre keine schlechte Idee, den Rauchmelder dabei auch zu testen, um sicherzustellen, dass er richtig funktioniert.
    • Falls deine Türen oder Fenster vergittert sind, sollten sie Nothebel haben, damit sie leicht geöffnet werden können.
    • Achte darauf, dass jedes Familienmitglied bei geschlossener Zimmertür schläft. Es dauert 20 bis 30 Minuten, bis eine Tür brennt, was euch wertvolle Fluchtzeit verschaffen kann.

Methode 3 von 3: Einen Überflutungsfluchtplan für deine Familie aufstellen

  1. Kontaktiere deine Gemeindeverwaltung, um etwas über die Notfallpläne deiner Gemeinde im Überflutungsfall in Erfahrung zu bringen. Die Gemeindeverwaltung kann dir sagen, ob du in einem Gebiet wohnst, das für Überflutungen anfällig ist. Es ist wichtig, zu wissen, womit du rechnen musst, bevor du mit der Planung anfängst. Du kannst auch die Warnsignale, Evakuierungswege und Standorte der Notfallunterkünfte herausfinden, die in deiner Gemeinde genutzt werden. Das wirkt sich auf den Überflutungsplan deiner Familie aus.
  2. Stelle einen Fluchtplan für den Fall einer Überflutung auf. Du und deine Familie müsst besprechen, was ihr macht, um zu entkommen, falls es in eurer Gemeinde eine Überflutung gibt. Was macht ihr, wenn jeder in eurer Familie zuhause ist? Was macht ihr, wenn eure Familie über die ganze Stadt verteilt ist? So viele Pläne wie möglich zu haben kann euch dabei helfen, die besten Fluchtmethoden zu finden.
    • Für den Fall, dass deine Familie getrennt wird, einen Verwandten oder Freund außerhalb des Bundeslands als Kontaktperson zu haben erhöht eure Chancen, euch wiederzufinden. Jeder in deinem Haushalt sollte den Namen, die Adresse und die Telefonnummer dieser Person kennen.
  3. Stelle sicher, dass deine Familie weiß, was zu tun ist, falls ihr vor einer Flutbeobachtung oder -Warnung steht. Falls ihr unter einer Flutbeobachtung oder –Warnung steht, sollte deine Familie darauf vorbereitet sein, eure Notfallvorräte zu holen und euren lokalen Radiosender zu hören (um auf dem Laufenden zu bleiben, was zu tun ist). Ihr solltet außerdem euren Besitz von draußen hereinholen, wie etwa Mülltonnen, Grills und Gartenmöbel, oder sie sicher befestigen. Zuletzt solltet ihr Strom, Gas- und Wasser abschalten, falls es danach aussieht, dass ihr evakuieren müsst. Hier sind ein paar weiter Sachen, die ihr tun solltet, falls ihr dazu gezwungen seid, zu evakuieren oder zu bleiben:
    • Füllt eure Wasserbehälter mit ausreichend Trinkwasser für zehn bis dreißig Tage. Frisches Wasser könnte lange Zeit nicht erhältlich sein, und du kannst womöglich nicht zum Laden gehen und welches kaufen.
    • Desinfiziere deine Waschbecken und Wannen und fülle sie dann mit sauberem Wasser, damit du es zur Hand hast. So hast du frisches Wasser, falls du strandest und das Wasser abgestellt wird. Flutwasser ist nicht hygienisch.
    • Tanke dein Auto voll und packe dein Notfall-Set in den Kofferraum. Triff Transportarrangements, falls du kein Auto hast.
    • Stecke deine wichtigen Dokumente, wie etwa medizinische Berichte, deine Versicherungskarten und deine Ausweise, in einen wasserdichten Beutel.
    • Suche dir eine Unterkunft, in die du dein Haustier bringen kannst, falls du eins hast. Achte darauf, dass du eine Leine/Box/einen Käfig, zusätzliches Futter, Medikamente (falls nötig) und einen Impfpass hast.
    • Achte auf Katastrophensirenen und –signale.
  4. Du solltest wissen, was zu tun ist, falls du evakuieren musst. Falls dir ein Evakuierungsbefehl gegeben wird, solltest du gehorchen und so schnell du kannst dein Zuhause verlassen. Vertraue darauf, dass die Obrigkeit weiß, was sie tut, und dass du außer Gefahr bist, wenn du gehst. Deine Familie sollte wissen, was zu tun ist, falls ihr wegen einer Überflutung evakuieren müsst, und darauf vorbereitet sein, zu handeln. Hier sind ein paar Tipps, die du vor und während der Evakuierung befolgen solltest:
    • Nimm nur das Wichtigste mit.
    • Schalte dein Gas, deinen Strom und dein Wasser ab, falls du Zeit dazu hast.
    • Ziehe die Stecker deiner Geräte aus den Steckdosen.
    • Folge den Evakuierungswegen, die du von der Obrigkeit bekommst.
    • Gehe nicht durch stark überflutete Bereiche.
    • Höre weiterhin Radio, um auf dem neuesten Stand zu bleiben.
    • Gehe zu einer Unterkunft oder zu einem Freund nach Hause. Achte darauf, dass dein Freund nicht in einer Gegend wohnt, die zwingend evakuiert werden muss.
  5. Bereite dein Zuhause auf Überflutungssicherheit vor. Bereite vor, allen Strom in deinem Zuhause abzuschalten, bevor du gehst. Falls stehendes Wasser oder umgekippte Stromleitungen in der Nähe sind, solltest du deinen Strom abschalten, um einen elektrischen Schlag zu vermeiden, wenn der Strom wieder angeht. Du solltest außerdem einen Feuerlöscher der Klasse A, B oder C kaufen und sicherstellen, dass alle deine Familienmitglieder wissen, wie man ihn benutzt. Du solltest außerdem eine Schmutzwasserpumpe mit Stromspeicher kaufen und installieren, für den Fall, dass du sie brauchst. Hier sind ein paar weitere Sachen, die so tun solltest, um dein Zuhause vorzubereiten:
    • Installiere Rücklaufventile oder Stöpsel in deinen Abflüssen, Toiletten und anderen Verbindungen zur Kanalisation, um das Flutwasser aus dem Haus heraus zu halten.
    • Verankere die Brennstofftanks in deiner Garage am Boden. Falls die Tanks losgerissen werden, können sie flussabwärts getrieben werden und andere Häuser beschädigen. Falls sie in deinem Keller sind, brauchst du sie nicht zu verankern.
    • Schalte alle Sicherungsautomaten ab, indem du einen nach dem anderen ausschaltest. Schalte den Hauptstrom zuletzt ab, um einen elektrischen Lichtbogen zu vermeiden.
  6. Rüste dein Zuhause mit Notfallvorräten aus. Wenn du deine Familie wirklich auf eine Überflutung vorbereiten möchtest, solltest du mit mehreren Schlüsselgegenständen vorbereitet sein. Diese erhöhen die Wahrscheinlichkeit deiner Sicherheit und deines Überlebens. Hier sind einige der Sachen, die du einpacken muss:
    • Genügend Behälter für einen Wasservorrat für drei bis fünf Tage
    • Einen Vorrat an unverderblichen Lebensmitteln für drei bis fünf Tage und einen Dosenöffner
    • Ein Erste-Hilfe-Set
    • Ein batteriebetriebenes Radio
    • Taschenlampen
    • Schlafsäcke und Decken
    • Babypflegetücher, um deine Hände zu säubern
    • Chlor- oder Jodtabletten, um Wasser zu reinigen
    • Seife, Zahnpasta und andere Hygieneartikel
    • Ein Notfall-Set für dein Auto, das Straßenkarten, Überbrückungskabel und Leuchtsignale enthält
    • Gummistiefel und wasserdichte Handschuhe

Tipps

  • Es ist keine schlechte Idee, zwei oder drei Notfallkontakte auszusuchen. Einen, der außerhalb deines Vorwahlbereichs wohnt, und zusätzlich einen oder zwei, die darin wohnen. Außerdem jemanden, der Textnachrichten empfangen kann.
  • Falls du Schwierigkeiten mit irgendeinem dieser Schritte hast, gibt es im Internet viele Quellen, die dir bei diesem Vorgang helfen können.
  • Bei größeren Katastrophen kann man oftmals eine Telefonnummer außerhalb des Vorwahlgebiets anrufen, aber nicht innerhalb. In extremen Fällen mussten sich Menschen auf Textnachrichten verlassen, als Telefonleitungen und Funktürme in der Katastrophe dezimiert wurden.
  • Abgesehen von den oben erwähnten Quellen solltest du dich außerdem bei deiner Versicherung nach Möglichkeiten erkundigen, wie du dein Haus sicherer machen kannst. Versicherer haben ein Interesse daran, das Risiko auf Verletzungen und Schäden an deinem Zuhause im Fall einer Katastrophe zu minimieren. Daher versorgen sie dich für gewöhnlich gern mit Informationen. Viele Versicherungspolicen verlangen außerdem bestimmte Vorsichtsmaßnahmen, damit ein Verlust abgedeckt ist.
  • Kaufe und benutze Radios und Taschenlampen mit eigener Stromquelle. Diese verwenden keine Batterien und sind "ungefährlicher" als Kerzen. Einige dieser Modelle können sogar dein Handy aufladen.
  • Unternimm Schritte, um deine Daten zu schützen. Bewahre wichtige Berichte, Dokumente und Informationen auf einem Passwort-geschützten USB-Stick (packe ihn in dein Notfall-Set) oder in einem Online-Speichersystem auf, damit du Zugang zu allem hast, was du brauchst, falls du schnell evakuieren musst.
  • Nimm deine Notfallplanung ernst, aber passe auf, dass du nicht vernunftwidrig Kinder ängstigst oder selbst zu besessen von Katastrophen wirst. Planen macht dich sicherer, und es sollte auch deine Familie sich sicherer fühlen lassen.
  • Nach Hurrikane Katrina waren Handys ziemlich nutzlos, um Anrufe in den betroffenen Gegenden zu machen. Sie konnten aber viele Leben retten und halfen dank ihrer SMS-Fähigkeit, die überlebte, dabei, Familien wieder zusammenzuführen.
  • Bringe in Erfahrung, wie man im Notfall die gesamte Gas- und Stromversorgung abschaltet, und bereite Anweisungen dazu vor.
  • Dichte Türen während eines echten Brandes niemals mit Handtüchern oder Panzerband ab, da das nur Brennstoff zur Verfügung stellt und das Feuer in dein Zimmer herein bringt. Öffne außerdem niemals irgendwelche Fenster, da dies Rauch und Feuer zur Tür zieht. Alle Zimmertüren haben eine Durchbrandzeit von mindestens 20 Minuten.

Warnungen

  • Dieser Artikel soll keine vollständige Anleitung zur Katastrophenvorbereitung sein. Du musst die besonderen potentiellen Gefahren in deiner Region einschätzen und dich entsprechend auf sie vorbereiten.
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