Den Mond fotografieren

Stimmungsvolle Aufnahmen vom Mond können atemberaubend sein, wenn sie richtig geschossen wurden. Doch leider reicht es nicht, einfach die Kamera auf den Mond zu richten und abzudrücken. Das mag verlockend einfach wirken, doch das resultierende Foto wird unzureichend sein und sich nicht von anderen Mond-Fotos abheben können. Darum macht man sich vorher schlau, was beachtet werden sollte. Darunter die Wahl des Objektives, welche Kameraeinstellungen zu wählen sind oder die Belichtungszeit. Wenn man diese Dinge beherzigt, kann man auch gute Fotos erzeugen. Mit ein bisschen "Know-How" könnte der Mond das neue Lieblingsmotiv werden.

Vorgehensweise

  1. Die Wahl des richtigen Objektives. Mit einem Standardobjektiv wird der Mond nur eine kleine Fläche auf dem Foto einnehmen. Denn letztlich ist der Himmel riesig und der Mond stellt nur einen kleinen Teil davon dar. Die Wahl des richtigen Objektives wird dem Foto eine ganz neue Ausstrahlung verschaffen. Die beste Wahl für den Mond, ist ein Teleobjektiv mit einer Brennweite von mindestens 300mm, besser sind 500mm. Letzteres würde dem Mond auf dem Bildsensor einen Durchmesser von 5mm geben.
  2. Sich im Klaren sein, was dem Mond seine Ausstrahlung gibt. Es ist das Sonnenlicht! Wir sehen den Mond, weil er, durch die Sonne angestrahlt, das Licht reflektiert. Daher muss man entsprechend vorgehen. Die Kameraeinstellung auf Nachtaufnahme zu stellen, würde wahrscheinlich nicht funktionieren, da dadurch zu viel Licht des Mondes eingefangen werden würde, was wiederum eine Überbelichtung zur Folge haben würde. Diverse Voreinstellungen an der Kamera machen das Leben leichter, doch muss man auch immer wieder Mal selber Hand anlegen, wenn durch verschiedene Einflüsse die Voreinstellungen nicht das gewünschte Resultat bringen. Folgende Einstellungen kann man probieren:
    • "Sonnige" f/16: Stelle die Blende auf f/16 mit einer Verschlussgeschwindigkeit von 1/200 Sekunde bei ISO 200.
    • Aufgrund von Dunst, Nebel etc. kann man auch eine Blende von f/5.6 mit einem 1/250 Verschluss ausprobieren.
    • "Lunare" f/11: Aufnehmen bei 1/11 bei 1/ISO.
    • Die Antonio Marques Methode: f/11 Blende, ISO 100, 1/125 bis 1/250
  3. Ruhige Position für die Kamera finden. Es ist sehr wichtig, die Kamera so ruhig wie möglich zu positionieren, um den Mond zu fotografieren. Ein dreibeiniges Stativ ist dafür gut geeignet, besonders wegen des langen und unhandlichen Objektives. Falls man nachts unterwegs ist und das Stativ nicht dabei haben sollte, sucht man sich einen Stein, stabilen Zaun, Auto etc. für eine stabile Unterlage.
    • Ein weiteres ausgezeichnetes Hilfsmittel ist ein ferngesteuerter Auslöser. Diesen gibt es mit Kabel, über Infrarot oder funkgesteuert. Mit dessen Hilfe braucht man nicht mehr direkt den Auslöser an der Kamera zu betätigen, was zu Verwacklungen am Bild führen kann. Der Fernauslöser schießt das Bild, ohne die Kamera zu berühren. Wenn man keinen zur Verfügung hat, kann man die Auslöseverzögerung auf 2 Sekunden stellen. Genug Zeit, um die Finger von der Kamera zu bekommen, damit sie sich stabilisieren kann.
  4. Den Mond anvisieren und die Belichtungszeit wählen. Die Belichtungszeit sollte möglichst klein sein, um den Mond abzulichten. Wenn man den Mond richtig anvisiert, den Autofokus ausgestellt und die Kamera auf einen der oben vorgeschlagenen Konfigurationen eingestellt hat, kann man per zeitverzögertem Auslöser oder Fernsteuerung die Aufnahme machen.
    • Mache Testfotos. Dies ist gut, um die Möglichkeiten der Kamera bei unterschiedlichen Winkeln und Verschlussgeschwindigkeiten auszuloten. Wenn die ursprüngliche Geschwindigkeit nicht die richtige war, probierst du so lange, bis du die richtige gefunden hast. Die markantesten Stellen des Mondes sollten dabei klar zu erkennen sein (Krater etc.).
    • Antonio Marques schlägt bei Kameras mit Mehrfachauslösung und EV-Belichtungskorrektur vor, die EV-Korrekturabstände auf 1 bis 2 zu setzen.
  5. Mehrere Aufnahmen machen. Und zwar mindestens zwei weitere, mit jeweils 1/125 und 1/500 Sekunden bei einer f/16 Blende. Gegebenenfalls noch mit weiteren Einstellungen experimentieren. So erhält man mindestens ein perfektes Bild, mit einem Optimum an Details des Mondes.
    • Das Bild kontrollieren. Wenn du eine Kamera mit einer guten Bildvorschau hast, kannst du hier kontrollieren, welche Einstellungen am besten funktioniert haben und darauf basierend, die folgenden Bilder optimieren.
  6. Die Bilder am Computer durchsehen. Die Bilder mit den besten Ergebnissen wählt man aus und nimmt sie genau unter die Lupe. Was macht diese Bilder aus und wie kann man die Wirkung reproduzieren?
    • Wenn du Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop oder Gimp hast, probiere ein paar Nachbearbeitungen aus. Solche wären z.B. Kantenschärfung, Nachbelichtung, einzelne Elemente hervorheben, etc. Vielleicht bringt ja auch das Hervorheben einzelner Farbbereiche oder Texturen etwas.
    • Probiere auch Schwarz-Weiß, Sepia und unterschiedliche Farbeinstellungen aus, um zu sehen, welche Variante den Mond so erscheinen lässt, wie du es dir vorstellst.
  7. Kreativ sein. Gute Mond-Fotografie entsteht nicht nur durch die richtigen Kamera Einstellungen. Man kann auch durch unterschiedliche Zeiten (z.B. Mondaufgang), vorbeifliegende Vögel oder mit Landschaften kombinierte Aufnahmen dem Bild eine ganz neue und einzigartige Atmosphäre verpassen. Nur die Fantasie setzt den Möglichkeiten hier Grenzen, wie man durch verschiedene kreative Elemente den Mond zu etwas ganz besonderem macht.
    • Führe ein Foto-Tagebuch ein um wichtige Gegebenheiten wie Tageszeiten, Temperaturen usw. festzuhalten.
  8. Abenteuerlustig sein. Wenn man sich einmal mit der Mond Fotografie zurecht gefunden hat, kann man sich an die Mondphasen wagen. Es bietet sich hier auch an, verschiedene Jahreszeiten oder unterschiedliche Nachtzeiten auszuprobieren. Die vielen möglichen Zusammenspiele von Licht und Schatten kann man nur durch die jeweiligen Nacht- und Jahreszeiten einfangen. Auch hier kann man durch das Nachbearbeiten am Computer Details verändern, welche im Ursprungsbild noch nicht optimal hervorgehoben wurden.

Tipps

  • Auch wenn der Selbstauslöser kein Muss ist, ist dieses die perfekte Variante, um Verwackelungen im Bild zu vermeiden. Bei starkem Wind hilft das jedoch alles nicht.
  • Immer weiter versuchen. Es braucht etwas Zeit und Erfahrung, bis man sich in der Mond Fotografie zu Recht gefunden hat.
  • Am besten fängt man in warmen Sommernächten an, denn so kann man sich auf die Fotografie konzentrieren und muss nicht zusätzlich noch frieren.
  • Bei älteren Kameras, mit welchem man mehrfach belichten kann, kann man folgen Trick probieren: Zuerst fotografiert man, mit großer Brennweite, den Mond und bei der zweiten Belichtung nimmt man eine geringere Brennweite und erfasst zusätzlich die, durch den Mond beleuchtete, Landschaft. Dies erzeugt den Effekt eines vergrößerten Mondes.
  • Landschaften unter Mondlicht sollten bei einem ISO-Wert von 1000 aufgenommen werden. Darum nicht vergessen, zwischen Mond-Landschafts-Wechseln den ISO-Wert anzupassen.

Was du brauchst

  • Analog- oder Digitalkamera
  • Entsprechendes Objektiv
  • Stativ
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