Einen Freund aufheitern

Es kann eine schwierige Sache sein, zuschauen zu müssen, wie ein guter Freund mit einer schmerzhaften Erfahrung zurechtkommen muss. Das kann alles sein: Ein Todesfall in der Familie, eine Krankheit, eine Trennung oder eine schlechte Note in der Schule. Du kannst deinen Freund vielleicht nicht immer aufheitern, du kannst aber durch bestimmte Dinge zeigen, dass du für ihn da bist und ihn von seinem Schmerz ablenken kannst.

Methode 1 von 4: Für deinen Freund da sein

  1. Höre deinem Freund zu. Zuhören ist eines der wichtigsten Dinge, die du tun kannst, wenn es jemandem schlecht geht. Wenn du aktiv zuhörst, zeigst du, dass du dich für deinen Freund interessierst und ihm zuhörst. Oft ist richtiges Zuhören kostbarerer als irgendetwas anderes.
    • Wenn du wirklich zuhören willst, achte darauf, nicht gestört zu werden. Schaue nicht auf dein Handy und rede auch nicht mit anderen Leuten.
    • Halte Blickkontakt, während dein Freund spricht. Das zeigt, dass du aufmerksam bist und ihm folgst. Es hilft auch dagegen, abgelenkt zu werden.
    • Gehe sicher, dass die Person weiß, dass sie dich jederzeit anrufen kann. Manchmal braucht dein Freund deine Unterstützung, und manchmal brauchst du seine. Freundschaft heißt, auch dann für jemanden da zu sein, wenn es mal ungemütlich wird.
  2. Stelle offene Fragen. Anstatt deine eigenen Gefühle, Erfahrungen und Empfindungen herauszuschreien, frage deinen Freund, wie es ihm geht. Wenn dein Freund zum Beispiel von seiner Trennung erzählt, kannst du ihn fragen, was du für ihn tun kannst.
    • Anstatt zu fragen, ob er traurig sei, solltest du besser fragen, wie es ihm geht, was er fühlt und was du für ihn tun kannst.
  3. Verbringe Zeit mit deinem Freund. Wenn jemand traurig ist, ist es normal, dass er sich verkriecht und allein sein will. Menschen brauchen aber soziale Kontakte, damit es ihnen gut geht. Zu viel Isolation kann zu einem mentalen und körperlichen Zusammenbruch führen. Denk darüber nach, was deinem Freund jetzt Spaß machen könnte. Wenn du für deinen Freund da bist und ihn in lustige Aktivitäten verwickelst, wird er sich sicher besser fühlen.
    • Biete ihm an, zu ihm zu kommen und mit ihm abzuhängen, Filme zu schauen oder etwas zusammen zu kochen. Jede Minute, die ihr zusammen verbringt und die er nicht allein sein muss, kann hilfreich sein.
  4. Spende körperlichen Trost. Eine Berührung kann dein Bemühen, ihm zu zeigen, dass du für ihn da bist, unterstützen. Achte aber darauf, ob dein Freund gerade wirklich berührt werden will.
    • Eine Umarmung kann wirklich wichtig sein und heilend wirken. Wenn dein Freund aufgebracht oder traurig ist, kann eine Umarmung oder eine Berührung am Arm zeigen, dass du für ihn da bist.
    • Wenn dein Freund die Berührung nicht mag, kannst du auch deinen Hund oder seine Katze holen und ihm sagen, dass er mit ihnen kuscheln soll. Tiere können sehr tröstend sein und viele Leute fühlen sich besser, wenn sie einen Hund oder eine Katze streicheln.
  5. Übe Empathie, nicht Sympathie. Sympathie bedeutet, dass dir dein Freund leidtut, und nicht, dass du mit deinem Freund fühlst. Du willst aber fühlen, was dein Freund fühlt und ihn wissen lassen, dass du den Schmerz mit ihm teilst.
    • Wenn deine Freundin Marie zum Beispiel ihren Mann verloren hat, ist es besser zu sagen: „Oh Marie, ich fühle deinen Schmerz, dass du deinen Mann verloren hast, und wie sehr du ihn geliebt hast.“, als zu sagen, dass die arme Marie dir wirklich leidtut.
  6. Mach ihm das Leben leichter. Wenn ein Freund eine schwierige Phase durchmachen muss, können selbst alltägliche Dinge eine Belastung sein. Sage ihm, dass du bereit bist, ihm zu helfen, um ihm das Leben etwas leichter zu machen.
    • Du kannst anbieten, zu kochen und zu putzen. Vor allem der Haushalt leidet oft, wenn es jemandem schlecht geht.
    • Biete ihm an, für ihn einzukaufen oder ihn zum Arzt zu fahren.
    • Denke darüber nach, wie du deinem Freund am besten helfen kannst.
    • Frage die Person immer, ob du ihr auf diese Weise helfen kannst. Gehe nicht blind davon aus, dass du der Person auf diese Weise überhaupt eine Hilfe bist. Gehe nicht von falschen Tatsachen aus, wenn du eigentlich nur helfen möchtest.
  7. Mache ihm Geschenke. Wer freut sich nicht, wenn er ein kleines Geschenk bekommt? Das kann helfen, deinen Freund daran zu erinnern, dass es immer noch jemanden gibt, der sich um ihn sorgt. Du kannst nicht immer bei deinem Freund sein, aber du kannst dafür sorgen, dass er sich nicht allein gelassen fühlt.
    • Backe die Lieblings-Kekse der Person und schicke sie ihr mit einer kleinen Notiz, die sagt, wie sehr du an sie denkst.
    • Wenn du etwas findest, dass dich an deinen Freund erinnert, schicke es ihm mit einer Karte.
    • Schicke ihm Kleinigkeiten, die ihn zum Lachen bringen: eine lustige Karte, eine lustige Geschichte oder ein altes Foto von euch beiden. Überlege dir, wa deinen Freund zum Lächeln bringen wird.

Methode 2 von 4: Deinen Freund ablenken

  1. Geht spazieren. Manchmal hilft ein Tapetenwechsel, um deinen Freund von dem abzulenken, was ihn beschäftigt. Geht spazieren und haltet die Augen nach coolen, ungewöhnlichen Dingen offen.
    • Sei präsent. Anstatt über das Problem zu reden, schaut euch die Farbe des Himmels an oder überlegt, woher dieser komische Geruch kommen mag. Beobachtet die Tiere und die Umgebung.
  2. Macht einen Filmabend. Filme und TV-Serien können wunderbar dabei helfen, die Gedanken der Person auf etwas anderes zu lenken.
    • Vermeide Filme, die das aktuelle Problem behandeln. Wenn zum Beispiel der Vater deines Freundes gestorben ist, solltest du Filme vermeiden, in denen jemand stirbt. Wenn dein Freund gerade verlassen wurde, solltest du auch keinen Film zeigen, in dem es über Beziehungen geht.
  3. Seid albern. Albern zu sein, ist wunderbar, um sich von Schmerz abzulenken. Lachen ist schließlich die beste Medizin. Lachen ist außerdem gesund und verbessert einige körperliche Funktionen.
    • Denkt euch zurück in eure Kindheit. Macht Schneeengel oder Deckenhöhlen. Redet in albernen Stimmen miteinander und hüpft und springt beim Gehen.
    • Malt euch gegenseitig oder schreibt dumme Gedichte.
  4. Macht etwas Neues zusammen. Etwas Neues und Unbekanntes zu tun ist gut, um sich abzulenken und fördert das Glücksgefühl. Man muss sich dann auf diese neue Sache konzentrieren und hat keine Zeit, über sein Problem nachzudenken.
    • Probiert einen neuen Kurs im Fitnessstudio, versucht euch im Stricken oder malt etwas.
    • Frage die Person erst, ob sie diese neue Sache ausprobieren will. Es könnte sie sonst überfordern und aufregen, was genau das Gegenteil von dem ist, was du vorhast.
  5. Helft zusammen jemand anderem. Anderen zu helfen verringert Stress, ist gut für das Mitgefühl und die Belastbarkeit. Jemand, der eine schwierige Zeit durchmacht, braucht genau diese Dinge.
    • Meldet euch freiwillig für etwas. Sich freiwillig zu melden, ist ein guter Weg, anderen zu helfen und ein wichtiges Projekt zu unterstützen. Du kannst dich in einer Suppenküche oder bei einem Tierheim melden. Lest Kindern vor oder helft im Altersheim.
    • Helft, einen anderen Freund aufzuheitern. Jemand anderem zu helfen, kann dir selbst helfen, dich von deinen eigenen Problemen abzulenken.
    • Tut jemand anderem etwas Gutes. Ihr könnt zusammen für jemanden kochen oder eine Karte basteln.
  6. Macht einen Trip. Manchmal hilft es, wenn man mal rauskommt. Reisen eröffnen neue Sichtweisen und neue Orte und es wird deinem Freund helfen, auf andere Gedanken zu kommen.
    • Wenn ihr eine größere Reise machen wollt, könnt ihr nach Amerika fliegen und dort wandern gehen oder in die Berge fahren und Skifahren.
    • Wenn ihr eine kleinere Reise machen wollt: Ein Wochenende am nächsten Strand, ein paar Tage Wanderurlaub in den Bergen oder ein Trip in die nächste Stadt, um ein Konzert zu besuchen.

Methode 3 von 4: Geläufige Fehler vermeiden

  1. Erlaube es deinem Freund, auch traurig zu sein. Vermeide es, ihm zusagen, dass er sich nicht so anstellen soll. Das ist das Schlimmste, was du sagen kannst, wenn es jemandem schlecht geht, vor allem wenn die Person mit Depressionen und Ängsten kämpft. Es bedeutet, dass du mehr auf dich als auf deinen Freund fokussiert bist. Sowas sollte ein Freund niemals tun. Es ist wichtig, Gefühle zu erleben, auch wenn sie schlecht sind.
    • Sage niemandem, wie er sich zu fühlen hat. Jeder darf seine Emotionen so fühlen und ausleben, wie er will.
  2. Du solltest deinen Freund nicht meiden. Manchmal ist es schwer, die richtigen Worte zu finden, wenn du mit einem Freund konfrontiert bist, dem es sehr schlecht geht. Meide ihn nicht, nur, weil du nicht weißt, wie du mit ihm über das Problem reden kannst. Konzentriere dich darauf, was du sagen könntest, um ihn zu unterstützen. Manchmal musst du nichts anderes als „Es tut mir schrecklich leid, ich bin für dich da, wenn du mich brauchst.“ sagen.
  3. Konzentriere dich auf deinen Freund. Beziehe seinen Schmerz nicht auf dich. Das ist ein Fehler, den viele Menschen machen! Du denkst, du kannst deine eigenen Erfahrungen mit dieser Art von Problemen mit deinem Freund teilen, aber in Wahrheit ziehst du die Aufmerksamkeit so lediglich auf dich.
    • Du kannst einen Zusammenhang zwischen dir und deinem Freund herstellen, du solltest dabei aber nicht tausend Geschichten von dir erzählen, wie du eine ähnliche Situation durchgemacht hast, dass du jetzt ja auch noch am Leben bist etc.
    • Du solltest zum Beispiel nicht sagen: „Ich weiß wie es sich anfühlt, wenn man verlassen wird. Weißt du noch, wie Lars mich vor allen blamiert hat? Ich hab mich ja so schrecklich gefühlt, aber ich bin drüber weg gekommen. Letztendlich war es sogar echt gut, dass er mich verlassen hat.“
    • Sage stattdessen etwas wie: „Ich weiß, dass es jetzt sehr wehtut. Ich verspreche dir, dass es aufhören wird, aber im Moment geht es dir einfach nur scheiße. Ich bin da, was immer du auch brauchst."
  4. Vermeide es, Lösungen vorzuschlagen, solange du nicht darum gebeten wirst. Manchmal will man einfach nicht, dass jemand einem Vorschläge macht. Die meisten wollen einfach nur, dass einer ihnen zuhört und ihr Problem versteht.
    • Du solltest zum Beispiel nicht sagen: „Ich weiß, deine Katze ist grad gestorben, du könntest ja ins Tierheim gehen und dir eine neue holen. Es gibt so viele Katzen, die ein neues Zuhause brauchen.“ Das hört sich so an, als würdest du die Gefühle deines Freundes überhaupt nicht verstehen.
    • Stattdessen kannst du sagen: „Es tut mir so leid mit deiner Katze. Ich weiß, dass du sie so sehr geliebt hast. Sag Bescheid, wenn ich dir irgendwie helfen kann."

Methode 4 von 4: Deine Grenzen erkennen

  1. Pass auf dich selbst auf. Wenn du von den Emotionen deines Freundes überwältigt bist, musst du eine Pause machen. Es kann sehr anstrengend sein, eine Person durchgehend zu verhätscheln. Versichere dich, dass du nicht die einzige Person bist, die deinen Freund unterstützt. Es macht ein Unterschied, jemanden zu unterstützen oder auf ihn aufzupassen. Kenne den Unterschied und setze dir ein Limit.
    • Wenn dein Freund dauernd anruft und dich bittet, Dinge für ihn zu tun, sag auch mal nein. Es ist okay, auch seine eigenen Pflichten anzuerkennen. Sage: „Ich weiß, dass es dir im Moment schlecht geht und du einen Freund brauchst. Ich bin für dich da, aber heute Abend muss mich mal meinen eigenen Kram auf Vordermann bringen. Lass uns aber am Wochenende was unternehmen!"
    • Vernachlässige nicht dein eigenes Leben. Triff dich trotzdem noch mit anderen Freunden, geh zum Sport und mach andere Sachen, die du sonst auch tust. Lass deinen Freund nicht deinen Alltag bestimmen.
  2. Erkenne, wann du deinen Freund ermutigen solltest, sich professionelle Hilfe zu suchen. Manchmal kann man mit Emotionen und Geschehnissen nicht mehr alleine umgehen. In diesem Fall solltest du deinen Freund dazu ermutigen, sich professionelle Hilfe zu suchen. Es ist nichts Schlimmes daran, wenn man Hilfe braucht, vor allem, wenn es um Scheidungen, Krankheit oder den Tod eines geliebten Menschen geht.
    • Achte auf Anzeichen von Depression: Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren oder sich Dinge zu merken, Schwierigkeiten eine Entscheidung zu treffen, Energielosigkeit, Schlaflosigkeit oder exzessive Müdigkeit, Ängste oder leere Gedanken, physischer Schmerz, Suizidgedanken, kein Selbstwertgefühl und Hilflosigkeit.
    • Wenn ihr über dieses Thema redet, sage deinem Freund nicht, dass er krank ist und deswegen zur Therapie muss. Sage: „Ich weiß, dass es dir wirklich schlecht geht, und ich glaube, dass es gut wäre, wenn du mit jemandem reden würdest, der dir richtig helfen kann. Denk daran, dass ich für dich da bin."
  3. Besorge dir Hilfe von außerhalb, wenn dein Freund in Gefahr ist. Wenn dein Freund in einer gefährlichen Situation ist oder Selbstmord begehen will, ist das einzige, was du als Freund tun kannst, den Notdienst zu rufen. Einer solchen Situation bist du nicht gewachsen und du solltest sie Experten überlassen. Ein Freund zu sein, das bedeutet auch die Sicherheit an die erste Stelle zu setzen. Versichere dich, dass dein Freund sicher ist und sein Leben nicht in Gefahr ist.
    • Wenn du häusliche Gewalt vermutest, gibt es Hotlines, an die du dich wenden kannst. Suche im Internet danach!
    • Ebenfalls gibt es Notrufnummern, wenn du den Verdacht hegst, dass eine Person suizidgefährdet sein könnte: 0921 - 28 33 01.

Tipps

  • Du kannst nicht immer jemanden aufheitern. Manchmal musst du deinem Freund einfach erlauben, traurig und aufgewühlt zu sein. Gehe dann einfach sicher, dass dein Freund weiß, dass du für ihn da bist, egal was er braucht.
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