Die Symptome einer Magenschleimhautentzündung lindern

Eine Magenschleimhautentzündung oder Gastritis liegt vor, wenn sich, wie der Name bereits vermuten lässt, die Magenschleimhaut entzündet. Dies kann verschiedene Ursachen haben, einschließlich einer Infektion, einem zu starken Alkoholkonsum oder dem zu häufigen Gebrauch von Schmerzmitteln. Mit der richtigen Behandlung aber können die Beschwerden gewöhnlich schnell gelindert werden.

Methode 1 von 3: Eine Magenschleimhautentzündung diagnostizieren

  1. Erkenne eine Magenschleimhautentzündung. Magenschleimhautentzündung oder Gastritis ist ein allgemeiner medizinischer Ausdruck, der mit vielen verschiedenen Krankheiten in Verbindung stehen kann, wie z.B. Verdauungsstörungen, einem durch Helicobacter pylori verursachten Magengeschwür und der gastroösophagealen Refluxkrankheit (im Volksmund als Sodbrennen bekannt). Nicht jeder, der an einer Magenschleimhautentzündung leidet, leidet auch unter Symptomen. Allerdings kann es sein, dass du eine Magenschleimhautentzündung hast, wenn bei dir folgende Symptome auftreten:
    • Ein brennender Schmerz im Magen: Er kann sich durch Nahrungsaufnahme entweder verbessern oder verschlimmern.
    • Ein schmerzendes Gefühl im Magen
    • Übelkeit oder Erbrechen
    • Druckschmerzen im Oberbauch
    • Früh einsetzendes Sättigungsgefühl (du fühlst dich nach nur wenigen Bissen voll)
    • Völlegefühl
  2. Gehe zu einem Arzt, wenn du befürchtest, an einer Magenschleimhautentzündung zu leiden. Hole dir medizinische Hilfe, wenn du länger als eine Woche unter den Symptomen einer Magenschleimhautentzündung leidest.
    • Gehe sofort zu einem Arzt, wenn du Blut erbrichst, in deinem Stuhlgang frische, rote Blutspuren sind oder dein Stuhl pechschwarz ist.
    • Gehe ebenfalls sofort zu einem Arzt, wenn du Gewicht verlierst, Schmerzen beim Schlucken hast oder dein Erbrochenes blutig ist. Du brauchst dann vielleicht eine sogenannte ÖDG.
    • Wenn du verschreibungspflichtige oder frei verkäufliche Schmerzmittel einnimmst, insbesondere welche mit Acetylsalicylsäure, musst du dies deinem Arzt unbedingt mitteilen. Manche Schmerzmittel können eine Magenschleimhautentzündung auslösen.
  3. Sprich mit deinem Arzt über deine gesundheitliche Vorgeschichte. Dies kann deinem Arzt mitunter dabei helfen, zu entscheiden, ob du für eine Magenschleimhautentzündung anfällig bist. Zu den Risikofaktoren gehören:
    • Eine Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori (kurz H. pylori oder Hp): Nicht alle Menschen, die dieses Bakterium in sich tragen, bekommen auch eine Magenschleimhautentzündung.
    • Die regelmäßige Einnahme von frei verkäuflichen Schmerzmitteln, einschließlich Acetylsalicylsäure (Aspirin®, ASS-ratiopharm®), Ibuprofen (Aktren®, Spalt®) oder Naproxen (Aleve®, Dolormin®): Diese Arzneistoffe können deine Magenschleimhaut reizen, sodass sie von deiner Magensäure angegriffen werden können.
    • Dein Alter: Mit fortschreitendem Alt wird die Magenschleimhaut dünner, was das Entzündungsrisiko erhöhen kann.
    • Alkoholkonsum: Sei bezüglich deiner Trinkgewohnheiten deinem Arzt gegenüber ehrlich. Alkohol kann die Magenschleimhaut reizen, sodass sie die Magensäure leichter angreifen kann.
    • Tabakkonsum
    • Übergewicht (ab einem BMI über 30)
    • Zwerchfellbruch
    • Schwangerschaft
    • Stress: Wenn du in letzter Zeit unter starkem Stress standest, wie z.B. der Genesung von einer Operation, einer Verletzung, Verbrennungen oder einer ernsthaften Infektionskrankheit, erhöht dies das Risiko einer Magenschleimhautentzündung.
    • Eine Autoimmunerkrankung: Teile es deinem Arzt mit, wenn du an einer Autoimmunerkrankung wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Typ-1-Diabetes leidest oder weißt, dass du an einenVitamin-B12-Mangel hast. Diese Erkrankungen machen dich für eine Autoimmungastritis anfälliger. Dies bedeutet, dass dein Immunsystem deine Magenschleimhaut angreift.
  4. Unterziehe dich zusätzlichen Tests, wenn dein Arzt es empfiehlt. Da eine Magenschleimhautentzündung viele Ursachen haben kann, muss dein Arzt mitunter zusätzliche Untersuchungen durchführen, um die genaue Ursache zu ermitteln. Dein Arzt könnte folgende Tests vorschlagen:
    • Einen Helicobacter pylori-Test: Dein Arzt kann dich auf unterschiedliche Weisen auf das Bakterium Helicobacter pylori (kurz H. pylori) testen. Er kann hierzu eine Blutuntersuchung, eine Stuhluntersuchung oder einen Atemgastest einsetzen. Wenn dein Arzt einen Atemgastest empfiehlt, musst du ein Glas mit einer Flüssigkeit, in der sich radioaktiver Kohlenstoff befindet, trinken. Sie ist durchsichtig und geschmacklos. Wenn du H. pylori in dir trägst, werden diese Bakterien die Flüssigkeit zersetzen, sobald sie deinen Magen erreicht, sodass Kohlenstoffdioxid über deinen Atem ausgeschieden wird. Bei einer Stuhluntersuchung wird eine Stuhlprobe genommen, die im Labor auf H. pylori untersucht wird. Diese Untersuchung soll genauso wirksam wie ein Atemgastest sein.
    • Eine Ösophagogastroduodenoskopie, kurz ÖGD: Während dieser Untersuchung benutzt der Arzt einen dünnen Schlauch, an dem eine Kamera befestigt ist, um deinen Verdauungstrakt anzusehen. Mithilfe der Kamera können entzündete Bereiche entdeckt werden. Wenn der Arzt einen solchen Bereich findet, nimmt er eine kleine Gewebeprobe und lässt sie auf H. pylori testen.
    • Eine Röntgenuntersuchung: Für dieses Verfahren wirst du eine weiße, bariumhaltige Flüssigkeit trinken. Das Barium legt sich von Innen an deine Speiseröhre, deinen Magen und deine Gedärme, sodass sie auf dem Röntgenbild besser zu erkennen sind. Dies ermöglicht deinem Arzt, nach Problembereichen zu suchen.
    • Wenn H. pylori bei einem dieser Tests entdeckt wird und du daraufhin gegen das Bakterium behandelt wirst, solltest du nach vier bis sechs Wochen erneut getestet werden, um sicherzustellen, dass die Behandlung erfolgreich war.

Methode 2 von 3: Eine Magenschleimhautentzündung medikamentös lindern

  1. Frage deinen Arzt, ob du andere Schmerzmittel einnehmen sollst. Manche Schmerzmittel, einschließlich der häufig genutzten, frei verkäuflichen Mittel, können Magenschleimhautentzündungen auslösen. Sie sind für 15 bis 30 Prozent der Magengeschwüre verantwortlich. Besprich Veränderungen bei deiner Medikamenteneinnahme immer mit deinem Arzt, bevor du sie umsetzt, selbst wenn es sich um frei verkäufliche Mittel handelt. Wenn dein Arzt meint, dass ein Wechsel in deinem Fall hilfreich sein könnte, dann ist das Risiko einer Magenschleimhautentzündung bei dem Wirkstoff Paracetamol geringer als bei:
    • Acetylsalicylsäure
    • Ibuprofen
    • Naproxen
  2. Nimm einen Magensäureblocker (Antazidum). Diese Medikamente neutralisieren deine Magensäure, sodass sie auf deine Magenschleimhaut weniger sauer und reizend wirkt. Ihre Wirkung setzt schnell ein.
    • Sie sind in deiner Apotheke oder deinem Supermarkt vor Ort rezeptfrei erhältlich und können nach Bedarf eingenommen werden.
    • Zu den Nebenwirkungen gehören Verstopfung oder Durchfall.
  3. Töte Bakterien mit Antibiotika ab. Wenn dein Arzt der Meinung ist, dass eine Hp-Infektion deine Magenschleimhautentzündung ausgelöst hat, dann kann es sein, dass er dir Antibiotika verschreibt, um diese Bakterien abzutöten. Nimm Antibiotika immer weisungsgemäß und bis zum Ende ein, selbst wenn deine Symptome abgeklungen sind. Dies ist wichtig, damit sich keine antibiotikaresistenten Bakterienstämme bilden können. Dein Arzt wird dir höchstwahrscheinlich diese drei Arzneimittel gegen H. pylori verschreiben:
    • Clarithromycin
    • Amoxicillin ODER Metronidazol ODER Levofloxacin, je nachdem, ob du auf eines der Mittel allergisch bist
    • Omeprazol oder einen anderen PPI
  4. Nimm H2-Rezeptor-Antagonisten ein. Diese Arzneimittel senken die Säuremenge, die dein Körper in deinen Verdauungstrakt freisetzt. Dies hilft bei der Linderung der Beschwerden und der Heilung des entzündeten Gewebes. Es gibt diese Arzneimittel in verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Wirkstärken. Bedenke jedoch, dass diese Mittel nicht sofort wirken. Ihr Wirkmechanismus besteht darin, die Säuresekretion in deinem Magen auf Molekularebene zu hemmen. Dies kann drei bis vier Wochen dauern und wenn das Mittel nicht mehr eingenommen wird, kann auch die Wirkung verloren gehen. Zu den gebräuchlichsten gehören die nachfolgenden:
    • Ranitidin
    • Famotidin
    • Cimetidin
    • Nizatidin
  5. Probiere Protonenpumpenhemmer aus, um die Säure zu reduzieren. Diese Medikamente (auch als Protonenpumpen-Inhibitoren, kurz PPI, bezeichnet) reduzieren die Säuremenge, die dein Körper bildet, und sind wirksamer als H2-Rezeptor-Antagonisten. Es gibt sie in frei verkäuflichen und verschreibungspflichtigen Stärken. Wenn du sie über einen langen Zeitraum einnimmst, musst du mitunter Kalziumpräparate einnehmen, um das Risiko von Hüft-, Handgelenk- und Wirbelsäulenbrüchen zu senken. Zu den häufig genutzten Protonenpumpenhemmern gehören:
    • Omeprazol
    • Lansoprazol
    • Rabeprazol
    • Esomeprazol
    • Dexlansoprazol
    • Pantoprazol

Methode 3 von 3: Eine Magenschleimhautentzündung mithilfe von Lebensstilveränderungen lindern

  1. Nimm weniger Lebensmittel zu dir, die deine Magenschleimhaut reizen können. Hier ist anzumerken, dass dieser Tipp nur wirksam ist, wenn du unter der gastroösophagealen Refluxkrankheit (volkstümlich Sodbrennen) leidest, nicht aber bei einem Magengeschwür. Zu den Lebensmitteln, die du meiden solltest, gehören:
    • Schwere, fettige, frittierte oder fettreiche Speisen: Meide Frittiertes (z.B. Pommes frites und viele Fastfoodarten). Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Speisen deine Magenschleimhautentzündung verschlimmern, ist groß.
    • Saure Speisen: Saure Speisen können deine Magensäure nicht neutralisieren. Verzichte daher u.a. auf Essig, Tomaten, Zitronensaft und andere saure Fruchtsäfte in großen Mengen.
    • Stark gewürzte Speisen: Gewürze, einschließlich scharfem Chilipfeffer, können das Gewebe deines Verdauungstraktes ebenfalls reizen.
  2. Iss öfter und nimm kleinere Mahlzeiten ein. Dies verhindert, dass dein Verdauungstrakt überfordert wird. Die kleinen Mahlzeiten sorgen dafür, dass deinem Körper häufiger Speisen zugeführt werden, sodass die Dauer, die deine Magensäure in deinem leeren Magen steht, verringert wird.
    • Nimm zum Frühstück, Mittagessen und Abendbrot kleinere Mahlzeiten zu dir. Auf diese Weise wirst du schneller wieder hungrig und kannst leichte Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten zu dir nehmen.
    • Gib der Verlockung von ungesunden, frittierten Speisen, die deine Magenschleimhautentzündung verschlimmern, nicht nach. Verzichte auf Pommes frites, Kartoffelchips und alles Frittiertes.
  3. Reduziere deinen Alkoholkonsum. Alkohol kann deine Magenschleimhaut reizen und zum Aufflammen einer akuten Magenschleimhautentzündung führen. Wenn du weißt, dass du an einer Magenschleimhautentzündung leidest, solltest du auf Alkohol am besten gänzlich verzichten, bis die Entzündung abgeklungen ist. Solltest du trotzdem Alkohol trinken, dann trinke nur in Maßen und achte darauf, die empfohlenen Höchstgrenzen nicht zu überschreiten.
    • Frauen und Männer über 65 sollten nicht mehr als ein alkoholisches Getränk pro Tag zu sich nehmen. Männer unter 65 sollten nicht mehr als zwei alkoholische Getränke pro Tag zu sich nehmen.
    • Ein alkoholisches Getränk (mit einem Alkoholgehalt von 10 mg) entspricht etwa 330 ml Bier, 100 ml Wein oder 30 ml Schnaps.
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