Hydraulikflüssigkeit für die Servolenkung prüfen und nachfüllen

Selbst das kleinste Auto hat heutzutage eine hydraulische Servolenkung. Die Servolenkung macht es dem Fahrer deutlich leichter, das Auto ohne große Mühe zu lenken. Sie besteht aus mehreren Teilen: ein Zahnstangengetriebe, verbunden mit den Vorderreifen; Hydraulikzylinder, verbunden mit dem Zahnstangengetriebe, der durch unter Druck stehender Flüssigkeit von der Servolenkungspumpe betrieben wird und dabei hilft die Räder zu betreiben; und einem Zylinder über der Pumpe, der Flüssigkeit enthält. (Wenn nicht genügend Flüssigkeit vorhanden ist, wird das Lenken schwerer und dadurch können entweder die Pumpe oder das Zahnstangengetriebe beschädigt werden, weil die Flüssigkeit, die sie abfedert, fehlt.) Deshalb ist es wichtig, die Servolenkungsflüssigkeit regelmäßig zu überprüfen und falls nötig aufzufüllen.

Vorgehensweise

  1. Halte Ausschau nach dem Vorratsbehälter. Wenn du Probleme beim Lenken hast oder das Lenkrad ein hochfrequentes Pfeifen abgibt, wenn du es drehst, ist es wahrscheinlich, dass du zu wenig Servolenkungsflüssigkeit hast. Die Servolenkungsflüssigkeit befindet sich in einem Behälter, nahe des Servolenkungsriemen, und sollte klar gekennzeichnet sein. Der Behälter kann entweder aus Plastik oder aus Metall sein.
    • Wenn du den Behälter nicht findest, schau in deinem Handbuch nach wo genau er angebracht ist. Auch wenn der Behälter für die Servolenkunsflüssigkeit in dem meisten Autos in etwa an der gleichen Stelle zu finden ist, kann er sich in neueren Autos aus platztechnischen oder ökonomischen Gründen wo anders befinden.
  2. Überprüfe den Stand der Servolenkungsflüssigkeit. Wenn der Behälter durchsichtig ist, kannst du den Flüssigkeitsstand von außen erkennen. Wenn der Behälter aus Metall ist, oder undurchsichtiges Plastik, dann musst du den Flüssigkeitsstand mit einem Peilstab messen, welcher gewöhnlich an der Deckelunterseite angebracht ist.
    • Bei manchen Autos kann der Servolenkungsflüssigkeitsstand nur überprüft werden, nachdem der Motor für eine Weile gelaufen ist. Manchmal musst du das Lenkrad auch ein paar mal in beide Richtungen drehen, während das Auto steht.
    • Bei anderen Autos gibt es auf dem Messstab Abstufungen: “heiß”, nachdem der Motor bereits eine Weile gelaufen ist und “kalt”, wenn der Motor bereits für eine Weile aus war. Wieder andere Autos haben einen Peilstab mit einem Strich für “Min” (Minimum) und einen für “Max” (Maximum). Achte darauf, den Flüssigkeitsstand entsprechend zu vergleichen.
  3. Überprüfe, wie viel des Messstabs in Flüssigkeit getränkt ist. Wenn du zur Überprüfung einen Messstab benutzt, wisch zuerst alle Flüssigkeit vom Stab ab, nachdem du ihn aus dem Behälter gezogen hast. Dann stecke den Stab wieder zurück in den Behälter, so weit wie er rein geht, und zieh ihn danach wieder raus. Überprüfe nun, wie viel des Messstabs mit der Servolenkungsflüssigkeit bedeckt ist.
  4. Überprüfe die Farbe der Servolenkungsflüssigkeit. Gute Servolenkungsflüssigkeit sollte klar und bernsteinfarben oder in einer Art Pink sein.
    • Wenn die Flüssigkeit braun oder schwarz ist, wurde sie durch Gummiteile vom Verbindungsschlauch, den Dichtungen oder Dichtungsringen verunreinigt. In diesem Fall sollte das Auto in die Werkstatt gebracht werden. Dort wird nachgesehen, ob irgendwelche Teile der Servolenkung mit samt der Flüssigkeit ersetzt werden müssen.
    • Die Servolenkungsflüssigkeit mag dunkler aussehen, als sie wirklich ist. Wenn du Zweifel hast, betrachte den Farbfleck auf dem Handtuch, mit dem du den Messstab abgewischt hast. Wenn der Fleck die richtige Farbe hat, dann ist die Flüssigkeit nicht verschmutzt.
  5. Fülle Servolenkungsflüssigkeit nach, um den korrekten Flüssigkeitsstand zu erreichen. Wenn bei deinem Auto die Abstufung auf dem Behälter steht, dann kannst du die Flüssigkeit gleichmäßig einfüllen, bis der entsprechende “heiß” oder “kalt” Stand erreicht wird; wenn du den Stand mit dem Peilstab überprüft hast, sei vorsichtig mit dem Nachfüllen, um ein Überlaufen zu vermeiden.
    • Verwende nur die Servolenkungsflüssigkeit die für dein Auto empfohlen wird. So kannst du sicher sein, dass sie die richtige Zähflüssigkeit für dein Auto hat.
    • Wenn du keine Servoflüssigkeit zur Verfügung hast und in der Klemme steckst, kannst du stattdessen auch Automatik-Getriebeöl verwenden. Servolenkungsflüssigkeit und Automatik-Getriebeöl sind, bis auf die Farbe, identisch. Das Getriebeöl ist in Rot oder Pink gefärbt und die Servolenkflüssigkeit eher nicht (man will schnell erkennen, wenn Getriebeöl ausläuft, deswegen ist es gefärbt).
    • Achte darauf, deine Servolenkung nicht mit Flüssigkeit zu „überfüllen“. Es ist besser zu wenig Flüssigkeit zu haben, als zu viel, denn Servolenkungsflüssigkeit expandiert unter der Hitze. Wenn du den Behälter bis zum Rand füllst und dann mit dem Auto fährst, kann der zunehmende Druck Probleme verursachen und unnötige Reparaturen notwendig machen.
  6. Schließe den Deckel des Behälters wieder. Je nach Automarke, musst du den Deckel hinunterdrücken oder anschrauben. Schau zu, dass er gut sitzt bevor du die Motorhaube schließt.

Tipps

  • Servolenkungsflüssigkeit sollte regelmäßig überprüft werden. Wenn du eine rapide Abnahme im Behälter feststellst, ständig die Flüssigkeit nachfüllen musst, dann könnte irgendwo im Servolenkungssystem eine undichte Stelle sein. Wenn du ein Geräusch hörst, wenn du das Lenkrad bewegst, heißt das, dass die Servolenkungspumpe nach Flüssigkeit schreit.

Warnungen

  • Servolenkungsflüssigkeit sollte auch in bestimmten Abständen erneuert werden. Siehe dazu dein Handbuch deines Autos. Durch Hitze vom Motor und der Motorumgebung wird die Flüssigkeit früher oder später in ihrer Fähigkeit nachlassen. Die Flüssigkeit ist billiger zu ersetzen als die Servopumpe oder das Zahnstangengetriebe.

Was du brauchst

  • Handtuch, Lappen, oder Küchentuch
  • Trichter
  • Servolenkungsflüssigkeit
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