Pilling von Kleidern entfernen

Pilling tritt dann auf, wenn die Fasern in einem Stoff oder Gewebe aneinander reiben. Einzelne Fasern brechen bei häufigem Tragen und Waschen ab und sammeln sich in kleinen Knötchen. Im schlimmsten Fall sieht dein Lieblingspulli oder dein liebstes Fundstück aus dem Secondhandshop irgendwann so verfusselt aus, dass du es gar nicht mehr anziehen magst. Bevor du dich von einem Kleidungsstück trennst, solltest du allerdings versuchen, die Knötchen zuhause zu entfernen. Mit etwas Glück sieht das fragliche Teil nachher wieder aus wie neu.

Methode 1 von 3: Pilling mit alltäglichen Werkzeugen entfernen

  1. Benutze einen Schmirgelschwamm. Wenn du deine Kleidung damit abreibst, löst sich das Pilling in Luft auf!
  2. Entferne Knötchen einzeln mit einer Schere. Je nachdem wie groß und zahlreich die Fusseln sind, kannst du sie eventuell einzeln mit einer Schere entfernen. Lege das Kleidungsstück auf eine flache Oberfläche. Ziehe einzelne Knötchen mit einer Hand etwas vom Stoff weg und schneide sie vorsichtig ab. Du kannst auch eine Hand in das Kleidungsstück hineinschieben, um es straff zu ziehen.
    • Halte die Schere unbedingt ganz nah am Stoff und arbeite langsam, vorsichtig und kontrolliert, damit du keine Löcher hineinschneidest.
    • Eine kleine Nagelschere dürfte am besten funktionieren. Diese sind sehr präzise und minimieren das Risiko, den Stoff zu beschädigen.
  3. Benutze einen Rasierer. Nimm einen Einwegrasierer und lege das Kleidungsstück auf eine flache, glatte Unterlage. Ziehe den Stoff um den betroffenen Bereich herum mit einer Hand richtig straff. Nur so kannst du einigermaßen sichergehen, dass du nicht in den Stoff hineinschneidest. Rasiere in vorsichtigen und kurzen Zügen aufwärts. Übe zunächst überhaupt keinen Druck aus und erhöhe ihn nur nach und nach, wenn es unbedingt notwendig ist.
    • Wenn du einen kleinen Haufen von diesen Knötchen „zusammengekratzt“ hast, kannst du sie mit Klebeband vom Stoff entfernen. Wickele dazu ein großes Stück Klebeband mit der Klebeseite nach außen um deinen Finger. Drücke das Klebeband auf den Stoff und sammele so die Fusseln auf. Wenn das Band voll ist, nimmst du ein neues Stück. Solltest du kein stabiles Packband haben, kannst du auch Malerkrepp benutzen.
    • Achte unbedingt darauf, dass du einen frischen und scharfen Rasierer benutzt, um Pilling möglichst effektiv entfernen zu können. Benutze nach Möglichkeit keine Rasierer mit feuchtigkeitsspendenden Streifen oder integrierter Rasierseife, da diese eher noch mehr Pilling verursachen, wenn sie über den Stoff gezogen werden.
  4. Benutze Lockenwickler aus Klettmaterial. Lockenwickler sind sehr sanft zu den Fasern, deshalb eignen sie sich optimal für empfindliche Textilien, etwa aus Wolle oder Kaschmir. Lege das Kleidungsstück auf eine ebene Fläche und ziehe es straff. Lege den Lockenwickler auf die Stelle, die du entfusseln willst und rolle mit dem Lockenwickler darüber, bis die Knötchen verschwunden sind. Diese werden sich im Lockenwickler verfangen und du musst sie regelmäßig heraus zupfen, damit es weiterhin funktioniert.
  5. Benutze einen Streifen Klettband. Wenn du ein Stück Klettband zur Hand hast, kannst du auch das als Fusselentferner benutzen. Dein Portmonee oder deine Schuhe könnten zum Beispiel Klettverschlüsse haben. Du brauchst die Seite mit den kleinen Häkchen. Lege das Klettband mit den Häkchen nach unter auf die betroffene Stelle und ziehe es vorsichtig wieder ab. Wiederhole diesen Vorgang, bis die Knötchen weg sind.
    • Diese Methode kann besonders empfindliche Materialien beschädigen und sollte daher nicht auf Wolle oder Kaschmir angewendet werden.

Methode 2 von 3: Pilling mit kommerziellen Produkten entfernen

  1. Kaufe einen Fusselkamm. Ein Fusselkamm ist ein kleiner, feinzinkiger Kamm, der speziell dafür gedacht ist, Pilling loszuwerden. Er unterscheidet sich von einem Kamm für die Haare besonders durch die extrem eng stehenden und kleinen Zinken. Ziehe den Stoff glatt und streiche mit dem Kamm leicht über die betroffenen Stellen. Sei dabei allerdings sehr vorsichtig, damit du den Stoff nicht beschädigst.
  2. Benutze einen elektrischen Fusselrasierer. Ein elektrischer Knötchenentferner ist etwas teurer als andere Werkzeuge, aber er ist die schnellste und effektivste Methode. Lege einfach Batterien ein und breite das Kleidungsstück auf einer ebenen Oberfläche aus. Rasiere dann in kreisenden Bewegungen über die betroffenen Stellen. Übe zunächst überhaupt keinen Druck aus und erhöhe ihn auch nur sehr vorsichtig, falls das nötig sein sollte. Nach und nach werden alle Knötchen verschwinden und sich im Auffangbehälter des Rasierers sammeln, den du bei Bedarf zwischendurch leeren kannst.
  3. Benutze einen „Sweater Stone“. Dieses Produkt ist speziell dafür gemacht, Pilling von Pullovern zu entfernen. Breite dazu das Kleidungsstück auf einer ebenen Fläche aus und reibe sanft mit dem Stein über die betroffenen Stellen. Ziehe ihn dann in langen Bewegungen über den Stoff, um die Fusseln zu sammeln. Anschließend kannst du sie mit den Fingern oder mit Klebeband entfernen.

Methode 3 von 3: Pilling verhindern, bevor es überhaupt entsteht

  1. Kaufe von vornherein Sachen aus Materialien, die weniger anfällig für Pilling sind. Mischgewebe bilden sehr leicht Knötchen, da sie häufig natürliche und synthetische Fasern enthalten. Diese reiben aneinander und so entsteht Pilling. Je mehr verschiedene Materialien in dem Stoff verarbeitet sind, desto höher das Pillingrisiko.
  2. Achte darauf, dass Pullis sehr engmaschig gestrickt sind. Schaue dir den Stoff genau an, bevor du ein Kleidungsstück kaufst. Stoffe, die sehr fein und eng gestrickt sind, bilden weniger Knötchen, lose Gewebe entsprechend mehr.
  3. Drehe das Kleidungsstück auf links. Bevor du das Teil wäschst, solltest du es auf links drehen, um sichtbarem Pilling vorzubeugen, das entsteht, wenn Stofflagen in der Waschmaschine aneinander reiben. Eventuell kann es auch etwas bringen, wenn du Kleidung auf links gedreht in den Schrank legst oder hängst.
  4. Wasche deine Sachen so schonend wie möglich. Benutze möglichst sanfte Waschprogramme in der Waschmaschine. Schonprogramme laufen kürzer und gehen „vorsichtiger“ mit deiner Wäsche um, und so entsteht weniger Reibung und damit weniger Pilling.
    • Kleidungsstücke, die besonders anfällig für Pilling sind, etwa Sweatshirts, solltest du am besten mit der Hand waschen. Das ist grundsätzliche die schonendste Methode. Schau nach speziellem Waschmittel für Handwäsche und wasche die Sachen damit im Waschbecken oder in der Wanne.
  5. Verzichte auf den Trockner. Wann immer möglich solltest du Kleidung zum Trocknen aufhängen, anstatt sie in den Trockner zu werfen. So sind die Sachen weniger Reibung ausgesetzt und bleiben länger schön.
  6. Benutze Flüssigwaschmittel. Waschpulver reibt am Stoff, während es sich auflöst, und verursacht so eher Pilling. Flüssigwaschmittel sind sanfter zu deiner Wäsche, insbesondere zu empfindlichen Fasern.
  7. Bearbeite deine Sachen regelmäßig mit einer Fusselrolle. Besonders empfindliche Kleidung solltest du regelmäßig mit einer Fusselrolle oder Kleiderbürste abbürsten. Wenn du das regelmäßig tust, können sich die unschönen Knötchen gar nicht erst ansammeln.
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