Abschied nehmen

Sich von Menschen zu trennen ist ein natürlicher Teil des Lebens. Es hilft dir, als Mensch zu wachsen und mit Problemen und Schwächen umgehen zu können. Wenn man die Perspektive wechselt, folgt dem Ende eines Weges immer ein neuer, diese Tatsache sollte deine Sorgen etwas lindern können. Neben dem Trennungssschmerz gehen auch viele positive Dinge einher, wie etwa Erleichterung, Freiheit, Freude oder auch neue Gelegenheiten.

Teil 1 von 6: ABSCHIED NEHMEN VON GUTEN FREUNDEN

  1. Macht euch einen Plan für eine Gelegenheit zu einem letzten Gespräch vor der Abreise. Wähle hierfür einen angenehmen Anlass, etwa ein Essen, einen Spaziergang an einem Lieblingsort oder bei jemanden zuhause, um dort gemeinsam einem gemeinsamen Hobby nachzugehen. Macht euch zusammen letzte, aber angenehme und unvergessliche Stunden.
  2. Sprecht über gute gemeinsame Zeiten und Erlebnisse. Lasst eure lustigsten Momente Revue passieren, grabt tief in euren Erinnerungen: Sprecht über gemeinsame Unternehmungen oder darüber, wie ihr euch kennengelenrt habt.
  3. Sag deinen Freunden, wie viel sie dir bedeuten. Unsere Freunde stehen für die bedeutendsten Beziehungen in unserem Leben. Wir haben mit ihnen unsere Gedanken, Gefühle und Interessen geteilt. Sie machen unser Leben so lebenswert.
  4. Bereitet euch Möglichkeiten, in Kontakt zu bleiben. In etwa einen regelmäßigen Termin wie einen Chat oder Skype-Gespräch einmal in der Woche. Oder eine ausführliche E-Mail alle zwei Wochen.
  5. Gestaltet den Abschied persönlich. Verbringt also soviel Zeit miteinander wie möglich, umarmt euch am Ende eures Treffens noch einmal herzlich. Und sagt euch, dass es kein Abscheid für immer ist, sondern dass ihr euch wiederseht.

Teil 2 von 6: ABSCHIED NEHMEN VON EINEM ANGEHRÖRIGEN

  1. Verbringe so viel Zeit wie möglich mit deinen Angehörigen. Wenn für deinen Angehörigen ein fester Abreisetermin steht, verabredet euch für eine letzte gemeinsame Unternehmung. Amüsiert euch, schaut zusammen Fotoalben an oder seid einfach zusammen. Habt keine Angst, euch gegenseitig Gefühle zu zeigen oder zu weinen. Im Gegenteil, es zeigt, was ihr einander bedeutet, dass ihr euch vermissen werdet. Und es ist umso schöner, wenn ihr wisst, dass ihr euren Gefühlen freien Lauf lassen könnt.
    • Auch hier empfiehlt sich eine Möglichkeit, etwa über Internet weiter in Kontakt zu bleiben. Zeige deinem Angehörigen zum Beispiel, wie man E-Mails schreibt oder skypet, richte Konten dafür ein.
  2. Sei nicht zu streng mit dir selbst. Traurig zu sein oder zu weinen sind natürliche Wege des Abbaus schlechter Gefühle. Nur wer sich seinen Gefühlen klar ist und mit ihnen frei umgehen kann, ist auch bereit, sich auf den bevorstehenden Abschied einzustellen und mit dem aufkommenden Trennungsschmerz klarzukommen. Du wirst dich bereit fühlen, einfach weiterzumachen.
    • Wenn du wütend bist oder es nur darum geht, wie du über eine Trennung hinwegkommst, drücke sie konstruktiv aus. So bekämpfst du deine Wut und ventilierst Schlechtes in deinem Inneren.
    • Denke daran, dass deine Angehörigen stets in deinen Erinnerungen bleiben und ihr euch vielleicht wiedersehen werdet.

Teil 3 von 6: ABSCHIED NEHMEN VON EINER STERBENDEN PERSON

  1. Akzeptiere es und lasse es passieren. Der Tod ist Teil des Lebens - wie die Geburt und das Leben selbst. Der Tod refkeltiert den Kreislauf der Natur.
  2. Verbringe so viel Zeit wie möglich mit deiner geliebten Person.
    • Sollte es sich um ein Haustier handeln, gestalte ihm eine angenehme Atmosphäre und setze dich in seine Nähe.
  3. Erkenne, wenn dich das Gefühl von Machtlosigkeit überkommt und mache dich los davon. Oft machen sich Leute für einen Verlust verantwortlich. Sie fühlen sich nicht in der Lage, jemanden zu halten oder eben loszulassen. In ihrer Wut und Verzweiflung merken sie nicht, dass sie gar nichts dagegen tun können, dass Leben und Tod sich Dinge einfach nehmen.
  4. Verabschiede dich, wenn es an der Zeit ist. So traurig es auch ist, aber viele Menschen sind gar nicht in der Lage, den Ddhinscheidenden Menschen noch zu verabschieden. Dennoch, wenn es möglich ist, sei bei der Person, sprich ihr gut zu und gib ihr noch beste Wünsche mit auf den Weg.
    • Eines der schönsten Geschenke, das ein Lebender einem Sterbenden mitgeben kann, ist, ihn zu segnen und einfach für ihn da zu sein.

Teil 4 von 6: ABSCHIED NEHMEN VON KOLLEGEN

  1. Kaufe zum Beispiel eine Abschiedskarte und lasse alle Kollegen persönliche Abschiedsgrüße hineinschreiben.
  2. Sei offen und freundlich. Es ist wichtig, den zu verabschiedenden Kollegen wissen zu lassen, wie ihr zueinander steht. Wenn du mit ihm in Kontakt bleiben willst, lasse ihn wissen, dass er dir stets schreiben oder dich besuchen kann. Du kannst nie wissen, wann ein ehemaliger Mitarbeiter und du euch gegenseitig helfen oder zur Seite stehen könnt.
    • Und sei deinem Kollegen gegenüber ehrlich. Wenn du nicht beabsichtigst, mit ihm in Kontakt zu bleiben, frage auch nicht nach seinen Daten.
  3. Verbringe etwas Zeit mit deinem baldigen Ex-Kollegen. Lade ihn ins Kino oder zum Essen ein. Im Vergleich zu formelleren Abschieden im Rahmen der Firma wird dieser Abschied eine viel persönlichere Note bekommen.
    • Mache auch hier, wenn du möchtest, deinem Kollegen klar, dass es kein Abschied für immer ist, und verabschiede ihn herzlich mit einer Umarmung.

Teil 5 von 6: GENERELLE TRENNUNGSANGELEGENHEITEN

  1. Werde dir des Grunds klar, warum sich eure Wege trennen. Und differenziere zwischen kurzen Ferien oder Ausflügen, die jemand unternimmt, oder der Unausweichlichkeit, die Schule zu wechseln oder für mehrere Jahre in einem anderen Bundesland oder Staat zu leben. Manche Trennungen sind nur für kurze Zeit, andere, wie durch Scheidung, Tod oder Auswanderung, können für immer sein.
    • Wenn es für immer ist, kann es lange Zeit für Kummer sorgen und das Gefühl erwecken, jemanden für immer gehen lassen zu müssen. Auch vorübergehender Verlust kann schmerzhaft sein und eine ganz bestimmte Person nicht um sich zu haben kann den Eindruck erwecken, selbige oder so eine Person, bei der man sich wohl fühlt und mit der mann alles teilen kann, nie wieder zu finden.
    • Die Art und Weise, wie Menschen auseinander gehen, kann ebenfalls negative Gefühle auslösen, vor allem, wenn sie sich im Streit oder wegen unschöner Ereignisse auseinandergehen.
    • Erkenne deine Art und Weise, mit Verlust und Reue umzugehen. Oft kann Angst aufkommen, wenn man sich von jemandem trennt oder man sich der Realität des Geschehenen bewusst wird. Fragen und Unsicherheiten können dich heimsuchen, wie etwa:
    • Wird dieser Mensch zurückkommen?
    • Wirst du diese Person in einem späteren Leben wiedersehen?
    • Sind die bösen Worte, mit denen wir auseinandergegangen sind, vielleicht die allerletzten, die wir einander ausgetauscht haben?
  2. Der Moment der Trennung zählt. Sich im Guten zu trennen und den anderen mit angenehmen letzten Erinnerungen zu verlassen, kann einen wesentlichen Unterschied zu eurer bisherigen gemeinsamen Vergangenheit ausmachen.
    • Man sagt, dass der letzte Eindruck, der stärkste von allen, die du mit einer Person hattest, ist.
    • Selbst wenn du dich tief betrübt fühlst, kann eine Spur Wut oder aufgestauter Frust über die unabwendbare Trennung sich in gewisser Energie bezahlt machen, um die Trennung noch besser zu verarbeiten, auch im Sinne deines weiteren Lebens und für deinen inneren Frieden.
  3. Suche das Positive in einer Trennung. Es gibt kein Gesetz dafür, wie du dich während und nach einer Trennung fühlen solltest. Es ist nicht einmal familiär oder gentetisch verankert, wie du dich zu fühlen hast. Du hast alle Möglichkeiten, das beste aus der Trennung zu machen.
    • Denke an Momente, in der der Abschied gar nicht schwer fällt. Wie etwa, wenn man so langsam den Winter verabschiedet und sich auf erste Frühlingssonne freuen kann.
    • Es kann auch helfen, eine Brise Humor in den sonst so grauen Charakter eines Abschieds zu bringen.
    • Ein letztes Anschauen oder Zusammentragen gemeinsamer Fotos, um alten Zeiten die Ehre zu erweisen, könnte jetzt genau das Richtige sein.
    • Für jene, die bisher Wut oder Rachegelüste gegenüber einer Person geschürt haben, ist es spätestens jetzt an der Zeit, sich in Vergebung zu üben, um den Abschied in Frieden zu gestalten.
  4. Denke dran, dass ihr stets Kontakt zueinander haben könnt, wenn möglich. Heutzutage, in Zeiten von Internet und Telefon, reicht oft nur noch eine Fingerbewegung, um Kontakt zum gegangenen Menschen aufzunehmen. Es gibt nur wenige Konstellationen und Szenarios, in denen wir einander nicht kontaktieren können.
  5. Lindere deinen Kummer über den ewigen Verlust. Natürlich bedeutet Verlust oder ein Ende tiefe Trauer und Kummer. Doch in manchen Fällen, wie wenn jemand unter ständigen Qualen litt, kann der Tod derjenigen Person sogar eine Erlösung sein! Und selbst bei einem herben Verlust muss Platz für das Anerkennen guter Dinge sein, in etwa, was eine verschiedene Person der Welt gegeben und was sie hinterlassen hat.
    • Gestalte eine Karte und hinterlasse sie dem Toten auf seinen Grab. Dies ist eine sehr persönliche Art und Weise, Abschied von ihr zu nehmen. Vielleicht wird sie auch von anderen gelesen und sie gibt ihnen ebenfalls ein gutes oder bestätigendes Gefühl.
    • Wünsche den Verstorbenen oder Gegangenen - und auch dir - viel Glück. Und sich zu erinnern muss nicht immer unangenehm oder gar zwecklos sein. Man kann viel lernen, wenn man sich mit den Gesetzen und dem Kreislauf der Natur auseinandersetzt.
    • Erinnere dich an eine verstorbene Person insofern, dass du dein eigenes als wertvoll erachtest und du es nicht wegwerfen möchtest. Das bedeutet auch, dich selber davon abzuhalten, achtlos mit dir umzugehen.
    • Gib dich in Zeiten eines Abschieds positiv, in etwa in dem du mehr Zeit deinen Freunden und Geliebten widmest, die sie brauchen.
    • Gesellschaftlich gesehen ist Abschied nehmen selten etwas, was nur du tun musst. Tu dich mit Freunden oder Angehörigen zusammen. Verbringe Zeit mit geliebten Menschen der betreffenden Person, wenn es angemessen ist, und ziehe stets in Betracht, einander zu helfen, euch besser zu fühlen.

Teil 6 von 6: MIT TRENNUNGSSCHMERZ UMGEHEN

  1. Achte auf deine Emotionen. Es braucht nicht lang, bis neue Gefühle auftreten, die uns zeigen, dass wir uns über selbige nicht im Klaren sind.
  2. Sei nett gegenüber anderen und dir selbst. Das Ausleben deiner Gefühle ist ein natürlicher affektiver Mechanismus, aber deshalb auch etwas, das schnell außer Kontrolle geraten kann. Drücke dich, wenn möglich, konstrutkiv aus - oder kreativ, in dem du diversen (Kunst-)projekten nachgehst. Lerne, mit Trennungen umzugehen und tausche dich mit Vertrauenspersonen aus.
  3. Lerne zu meditieren. Meditation und seine Abwandlungen wie etwa Achtsamkeit, Barmherzigkeit, Gnade, Dankbarkeit und Gleichmut können auf alternativem Weg zu einem Verständnis und Handhabung der eigenen Gefühle sein.
    • Sofern du nicht bereits erfahren in Sachen Meditation bist, ist es ratsam, dass du mit einer geübten Person trainierst oder sprichst. Auch einen Kurs oder Lehrer aufzusuchen kann beim Umgang mit Gefühlen weiterhelfen.
  4. Bleibt regelmäßig in Kontakt. Rufe die betreffende Person einmal an oder schreibe ihr eine E-Mail. Selbst wenn die weggegangene Person keinen Kontakt wünscht, kommuniziere dafür umso mehr mit anderen Menschen, um sicher zu gehen, nicht allein sein zu müssen. Durch den Kontakt mit Leuten bleibst du auch stets mit der ganzen Welt in Verbindung.

Tipps

  • Denke daran, dass es okay ist zu weinen.
  • Abschied zu nehmen ist wesentlich schwieriger, wenn du es ausschließlich aus deiner Perspektive betrachtest. Das Gefühl zu hegen, dass der Weggang einer Person etwas ist, dass du 'ertragen' musst, kann das der gehenden Person unterbewusst eine Schuld auferlegen.
  • Während Entfernungen zwischen einer geliebten Person und dir sich wie eine schlimme Prüfung anfühlen können, können sie dich gleichzeitig Freude und Dankbarkeit lehren. In der Tat kann die Fähigkeit, mit Trennungen klarzukommen, eine der höchsten sein, die du dir aneignen kannst. Trennungen sind oft mit Schmerz und Kummer verbunden, deshalb ist das Entdecken der guten Gefühle und Erinnerungen zwischen all den schlechten sozusagen eine Kunst, die es sich zu entwickeln lohnt.
  • Es ist weise, sich bewusst zu machen, dass trotz der neuen Umgebung und Bedingungen als Plattform eines Neubeginns du stets Verbindung mit deinen Wurzeln aufnehmen kannst.

Warnungen

  • Wenn die Person, die "verschwunden" ist, sich dennoch ab und zu zeigt, ohne dabei aber mit dir Kontakt aufzunehmen, mache dich dafür nicht verantwortlich. Viele Menschin brauche ihren Freiraum, um bestimmte oder persönliche Probleme zu lösen, vor allem ohne Anwesenheit der Vergangenheit, die sie davon abhalten könnte. Lasse sie walten und eines Tages werden sie zurückkehren.
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