Einen Künstlernamen auswählen

Künstlernamen werden von vielen Künstlern verwendet: von Musikern, Schauspielern, Sportlern, Burlesque-Darstellern, Bauch- oder Erotiktänzern. Ein Künstlername ist Ausdruck dessen, was der Künstler tut, wie er sich selbst sieht und wie er vom Publikum wahrgenommen werden will. Er dient auch dazu, Privat- und Berufsleben zu trennen.

Methode 1 von 4: Einen Künstlernamen aussuchen

  1. Wozu braucht man einen Künstlernamen. Ein Künstlername kann verschiedene Dinge ausdrücken. Alle können Einfluss darauf haben, welchen Namen du letztendlich wählst.
    • “Markenzeichen“. Ein Künstlername ist wie ein Markenzeichen für deine Kunst. So kannst du eine eigene Identität als Künstler entwickeln.
    • “Trennung zwischen Privat- und Berufsleben“. Ein Künstlername ist für die Öffentlichkeit gedacht, er ist wie ein Begriff. Einige Menschen werden zwar weiter deinen echten Namen kennen aber ein Künstlername sorgt für einen gewissen Schutz der Privatsphäre.
    • “Abgrenzung“. Wenn du einen Allerweltsnamen hast, kann ein Künstlername originell sein und auf diese Weise mehr auffallen und besser im Gedächtnis bleiben.
    • “An Vorurteile denken“. In der Vergangenheit wurden manchmal Künstlernamen gewählt, um gegen Vorurteile wie Rassismus, Antisemitismus u.ä. zu protestieren. Glücklicherweise passiert das heute immer seltener. Einige Frauen wollten früher auch keine Doppelnamen tragen, weil der ihren Status als Ehefrau signalisierte und einige das als Karrierehemmnis betrachteten.
  2. Wähle einen Namen, der deiner Persönlichkeit entspricht. Mit einem Künstlernamen drückst du dich aus. Wofür soll er stehen? Wie kann dein Künstlername deine Persönlichkeit als Künstler oder Darsteller ausdrücken?
  3. Dein Name sollte eine Geschichte haben. Wenn du einen Künstlernamen hast, interessiert viele Menschen, warum du dich so nennst. Wenn du dazu keine originelle Geschichte erzählen kannst, überlege dir besser eine gute Story, wie du auf den Namen gekommen bist.
  4. Recherchiere deinen Namen. Lies im Internet oder in Namensbüchern nach, um mehr über die Bedeutung deines Namens zu lernen. Welche Geschichte hat er? Reflektieren Bedeutung und Geschichte wirklich das, was du willst?
  5. Wähle einen Namen, den man nachschlagen kann. Viele werden in Suchmaschinen wie Google nachsehen. Wählst du ein einfaches Wort wie „Sturm“ oder „Herz“ könnten deine Fans Schwierigkeiten haben, dich im Internet zu finden.
  6. Wähle einen Namen, der mit dir wächst. Du magst versucht sein, einen Namen zu wählen, der gerade in Mode ist. Aber überlege auch, wo du in 10 oder 20 Jahren stehen willst. Passt der Künstlername ebenso zu einem älteren Künstler wie zu einem jüngeren?
    • Kinderdarsteller sollten darüber nachdenken, ob der Name auch noch in späteren Jahren passt. Jo Yule nannte sich Mickey Rooney - ein toller Name für einen Kinderdarsteller. Aber zu einem erwachsenen Schauspieler passt er nicht so gut. Lil`Bow Wow hat später auch das Lil` (little/klein) aus seinem Namen gestrichen.
    • Wähle einen Namen, den du nicht so schnell satt hast. Schließlich solltest du deinen Künstlernamen auch in sechs Monaten noch mögen.

Methode 2 von 4: Benutze deinen Familiennamen

  1. Nimm einen Spitznamen. In deiner Kindheit hattest du vielleicht einen Spitznamen und der könnte sich möglicherweise als Künstlername eignen. Richard Melville Hall zum Beispiel wurde von seinen Eltern Moby genannt und der wurde dann zu seinem Künstlernamen.
  2. Nimm deinen Zweitnamen. Benutze deinen Zweitnamen als Künstlernamen, so wie der Rapper Drake, der bürgerlich Aubrey Drake Graham heißt.Auch Angelina Jolie Voight hat ihren Nachnamen weggelassen und ihren Zweitnamen zum Nachnamen gemacht.
  3. Nimm deinen Stammbaum als Inspirationsquelle. Nimm den Vornamen deiner Urgroßmutter oder den Zweitnamen deines Großonkels. So kannst du die Verbundenheit mit deiner Familie mit deinem Künstlernamen demonstrieren.
  4. Nimm deinen Nachnamen. Einige Künstler benutzen nur ihren Nachnamen und lassen ihren Vornamen weg, weil er schwer auszusprechen ist oder sie ihn nie mochten. Liberace hat z.B. seinen Vornamen Wladziu weggelassen.
    • Einige Künstler haben am Anfang ihrer Karriere ihren ganzen Namen benutzt – oder einen Künstlernamen mit Vor- und Nachnamen. Mit einem neuen Karrierestart möchtest du vielleicht etwas von deiner bisher erworbenen Reputation bewahren. Lass den Nachnamen deines Künstlernamens weg und behalte nur einen Namen.
    • Oder füge einen Nachnamen hinzu. Wenn du bislang nur einen Einzelnamen führst, könntest du einen Nachnamen hinzufügen, um dich neu zu erfinden.
    • Du kannst deinen Nachnamen auch abwandeln. Einige Künstler fügen Nachnamen hinzu (mit oder ohne Bindestrich) wie Cortney Cox, die nach ihrer Heirat Arquette zu ihrem Nachnamen hinzugefügt hat (und wieder gestrichen als die Ehe vorbei war).
  5. Nimm den Künstlernachnamen deiner Eltern. Wenn du Künstler in der Familie hast, willst du das vielleicht aufgreifen. So profitierst du von der Reputation und Anerkennung, die Fans und Angestellte diesem Namen entgegenbringen.
    • So wurde Carlos Irwin Estévez zu Charlie Sheen. Er ist der Sohn des Schauspielers Martin Sheen, der bürgerlich Ramón Antonio Gerado Estévez hieß. Der andere Sohn, Emilio, hat den Familiennamen Estévez behalten.

Methode 3 von 4: Schreibweise und Darstellung des Künstlernamens

  1. Ändere die Schreibweise deines Namens. Wenn du deinen Namen magst, probiere andere Schreibweisen aus, die ihn vielleicht interessanter machen. Die Band Gotye – ausgesprochen Go-tie-eh ist eine andere Schreibweise des französischen Vornamens Gaultier.
    • Manchmal ist das keine gute Idee. Insbesondere, wenn ein Extrabuchstabe eingefügt wird, wo es wirklich unnötig ist. Das kann zu Verwirrung führen und die Aussprache erschweren.
  2. Vermeide Symbole im Namen. Es mag hip klingen, ein „S“ durch ein „$“ zu ersetzen oder ein „I“ durch ein „!“. Doch es verwirrt und erschwert die Aussprache. Auch wenn Ke$ha und andere es getan haben, lass es bleiben.
    • Der Sänger Prince hat seinen Namen in ein Symbol geändert, um 1993 aus seinem Vertrag mit Warner Bros. herauszukommen. Weil das Symbol unaussprechlich war, nannte man ihn „der Künstler, der früher als Prince bekannt war“. Das funktioniert aber nur, wenn man schon ein etablierter Künstler mit vielen Fans ist. Sonst ist es viel zu kompliziert. Prince wurde wieder zu Prince als sein Vertrag mit Warner zu Ende war.
  3. Füge etwas Exotisches hinzu. Einige Künstlernamen können etwas Exotisches vertragen. Das funktioniert häufig bei Burlesque- oder Pin-up-Künstlern. Durch das Hinzufügen von „von“, „de“, oder „la“ kann der Name exotischer oder aufregender klingen.
  4. Denke an die Aussprache deines Namens. Wenn du einen sehr ungewöhnlichen Namen hast, ist der für oft schwer auszusprechen. Schauspielernamen wie Quvenzhané Wallis, Saoirse Ronan oder Ralph Fiennes sind schwer auszusprechen. In Zeitungsartikeln muss die Aussprache oft erklärt werden.
    • Vereinfache die Schreibung deines Namens, damit er leichter auszusprechen ist.
    • Wenn du berühmt bist, hast du das Problem wahrscheinlich nicht mehr.
  5. Denk global. Wird dein Name auch international funktionieren? In Zeiten des Internets können Fans auf der ganzen Welt Kontakt zu ihren Stars aufnehmen. Denk darüber nach, wie dein Künstlername bei anderen Kulturen auf dem Globus ankommen wird.
  6. Bleib bei Schreibweise und Darstellung. Wenn du eine spezielle Schreibweise oder Darstellung deines Namens hast, ändere sie nicht. Springe nicht zwischen „S“ und „$“ hin- und her. Entscheide dich und bleib dabei.

Methode 4 von 4: Den Künstlernamen verwenden

  1. Teste deinen eigenen Namen. Der mag toll klingen, wenn du ihn laut im Schlafzimmer sagst aber klingt er auch gut, wenn jemand anderes dich ankündigt? Betrachte das wie einen Produkttest für deinen Namen.
  2. Behalte deinen bürgerlichen Namen. Wenn du deinen bürgerlichen Namen nicht für immer und alle Zeiten loswerden willst, musst du ihn nicht offiziell behördlich ändern. Auf diese Weise kannst du Berufs- und Privatleben besser trennen.
  3. Registriere den Künstlernamen bei einer Künstlergewerkschaft oder – vereinigung. Als Mitglied einer solchen Organisation wie dem Bundesverband Schauspiel, kann ein Künstlername auch noch nachträglich angegeben werden. Du solltest aber darauf achten, dass niemand sonst in der Organisation denselben Künstlernamen hat.
    • Bist du noch kein Mitglied einer Gewerkschaft oder Vereinigung, solltest du darüber nachdenken. Auf jeden Fall ist es sinnvoll, sich bei einer Mitgliedschaft mit bürgerlichem und Künstlernamen zu registrieren.
  4. Ändere die Bankunterlagen. Hinterlege dort deinen Künstlernamen. Das ist insbesondere wichtig, wenn du ein Geschäftskonto hast und dort Honorare unter deinem Künstlernamen eingehen. Stell sicher, dass bürgerlicher und Künstlername dort hinterlegt sind, um Verwechslungen zu vermeiden.
  5. Reserviere Social-Media-Konten mit deinem Künstlernamen. Wenn du dich für einen Künstlernamen entschieden hast, sorge für Internetpräsenz. Eröffne ein Facebook-Konto neben deinem privaten. Probiere eine Twitter-ID mit neuem Konto.
  6. Reserviere eine Websitedomain. Sobald du einen Künstlernamen hast, reserviere eine Domain mit diesem Namen. Das hilft, den Missbrauch deines Namens zu verhindern oder dass jemand anderes aus deinem Erfolg Kapital schlägt (Cybersquatting).
    • Recherchiere in einem Domainregister wie GoDaddy oder Dotster, ob die Domain mit deinem Künstlernamen vielleicht schon vergeben ist.
    • Trage dich in einem Domainregister ein. Wähle einen Zeitraum, in dem der Domainname reserviert werden soll. Die Reservierungszeiträume laufen von einem Jahr bis zu zehn Jahren. Dafür fällt eine Gebühr an, die von Anbieter und von Jahr zu Jahr unterschiedlich sein kann. Eine Erstanmeldung kostet zwischen 8 und 13 Euro.

Tipps

  • Wähle einen Künstlernamen sobald du als Künstler in Erscheinung treten willst. Ein Künstlername wird deine Selbstwahrnehmung und die Interaktion mit den Fans beeinflussen.
  • Du brauchst nicht immer einen Künstlernamen. Du kannst deinen bürgerlichen Namen benutzen. Aber es erschwert die Trennung zwischen Berufs- und Privatleben. Wenn du einen besonderen Namen wie Benedict Cumberbatch hast, behalte ihn. Aber auch wenn du gewöhnliche Namen magst, kannst du deinen eigenen behalten.
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