Drogenkonsum bei anderen erkennen

Übermäßiger Drogenkonsum ist eine zerstörerische, lebensbedrohliche Angewohnheit, die das emotionale und körperliche Wohlbefinden des Konsumenten bedroht. Vielleicht machst dir Sorgen darum, dass dein Kind Drogen nimmt und bist besorgt, dass es dir nicht auffallen könnte. Oder du vermutest, dass dein Partner oder Ehemann Drogen konsumiert. Oder du willst herausfinden, ob ein Angestellter oder Arbeitskollege Drogen nimmt. Unabhängig davon, wer die Person ist und in welcher Beziehung sie zu dir steht, einen Drogenkonsum zu erkennen kann wichtig sein, damit du deinem Kind, deinem geliebten Menschen oder deinem Kollegen helfen kannst.

Methode 1 von 3: Auf körperliche Hinweise achten

  1. Überprüfe das Erscheinungsbild der Person. Ein mangelndes Interesse an Kleidung, Körperpflege und körperlicher Hygiene kann ein Hinweis auf ein Drogenproblem sein. Das stimmt vor allem dann, wenn die Person einst sehr stolz auf ihr Aussehen und ihr Auftreten in der Öffentlichkeit war.
    • Achte besonders Flecken auf der Kleidung, die wie Erbrochenes, Urin, Blut oder Verbrennungen aussehen.
  2. Achte besonders auf die Augen der Person. Die Augen einer Person wirken oft verändert, wenn sie unter Drogeneinfluss steht. Rote, blutunterlaufene, glasige und unkoordinierte Augen sind alles Anzeichen für Drogenkonsum. Bestimmte Drogen können die Augen einer Person folgendermaßen verändern:
    • Alkohol lässt die Augen glasig und unkoordiniert wirken.
    • Marihuana lässt die Augen blutunterlaufen und rot werden.
    • LSD, Ecstasy, Kokain, Amphetamine und Methamphetamine lassen die Pupillen erweitert (vergrößert) erscheinen.
    • Opiate, wie z.B. Heroin oder narkotische Schmerzmittel, können die Pupillen verengt (geschrumpft) wirken lassen.
  3. Achte auf den Geruch, den eine Person von sich gibt. Seltsamer oder unangenehmer Körpergeruch kann ein Hinweis auf Drogenkonsum sein. Alkohol und Drogen können auch manchmal am Mundgeruch einer Person erkannt werden, daran wie ihre Kleidung riecht oder sogar am Geruch der Haut. Körpergeruch, der auf unzureichende Körperhygiene zurückzuführen ist, kann ebenfalls ein Hinweis auf Drogenkonsum sein.
    • Alkohol ist noch lange nach dem letzten Drink im Atem einer Person zu erkennen und kann am nächsten Tag sogar aus den Poren sickern.
    • Marihuana-Geruch kann sich in Kleidung und Textilien festsetzen. Ausgedrückte oder nur halb aufgerauchte Joints sind eine besonders starke Geruchsquelle.
    • Methamphetamin kann zu einem chronisch schlechten Atem führen. Meth-Labore stinken oft nach Schwefel, verrotteten Eiern und extrem starken chemischen Reinigungsmitteln.
    • Wenn Crack geraucht wird, riecht es nach verbrannten Gummi oder Plastik.
    • Viele aufputschende Mittel und Opiate haben keine starken Eigengerüche. Kokain riecht allerdings leicht nach Benzin oder Äther und Heroin etwas nach Essig.
  4. Achte auf Veränderungen der Nebenhöhlen. Ungewöhnliches oder exzessives Schnüffeln (Hochziehen der Nase) oder regelmäßiges Nasenbluten kann auf das „Ziehen“ von Drogen zurückzuführen sein. Kokain, Heroin, Meth, Ecstasy (wenn zerdrückt) und viele andere Drogen können durch die Nase geschnupft werden. Wenn Drogen „gezogen“ werden, gelangen sie über die sensiblen Nasenschleimhäute in den Blutkreislauf, wodurch sich auch überschüssiger, schützender Schleim bildet und es manchmal zu Blutungen kommt.
  5. Achte auf Nadelstiche (Spuren) auf dem Körper der Person, besonders auf den Armen. Achte auch auf blaue Flecke/Prellungen, die auf eine Drogeninjektion von Heroin, Kokain oder Meth hindeuten könnten. Drogen, die mit einer Nadel injiziert werden, sind auch besonders deswegen gefährlich, da unsaubere Nadeln das Risiko einer Infektion und die Gefahr einer Übertragung von Krankheiten - inklusive HIV-AIDS - erhöhen.
    • Wiederholte Einstiche sorgen für immer deutlichere Spuren und Narben auf der Haut.
    • Je öfter eine Person Drogen injiziert, desto öfter muss sie nach neuen Stellen suchen, an denen sie die Nadel einstechen kann, da die vorherigen Einstichstellen unter kollabierenden Venen und Narben leiden.
    • Wenn jemand seinen Körper mit übermäßig viel Kleidung bedeckt, will er damit vielleicht Eiterungen, Abszesse, Infektionen, Verkrustungen und Hautschäden verdecken.
  6. Achte auf ungewöhnliche Körperreaktionen. Wenn jemand zittert, obwohl es warm ist; schwitzt, obwohl es kalt ist, oder unkontrollierbar zittert, kann das auf Entzugserscheinungen zurückzuführen sein. Wenn jemand drogenabhängig ist, können Entzugserscheinungen bereits wenige Stunden nach dem letzten Konsum einsetzen.
    • Andere Anzeichen für Entzugserscheinungen sind wässrige Augen, Niesen, Husten, Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Übergeben und Durchfall.

Methode 2 von 3: Emotionale, verhaltenstechnische und soziale Anzeichen erkennen

  1. Achte auf eine abnehmende Aufmerksamkeitsspanne, Erinnerungslücken, Motivations- und/oder Konzentrationsprobleme. Nachlassende Leistungen in der Schule oder Arbeit steht oft mit Drogen in Zusammenhang. Drogen senken nicht nur das mentale Fassungsvermögen, sie bestimmen auch den Denkprozess des Konsumenten. Anstatt sich auf Probleme zu konzentrieren, die mit der eigenen Ausbildung oder dem eigenen Beruf in Zusammenhang stehen, denkt ein Drogenkonsument oft nur daran, wie er das nächste Mal „high“ werden und wie er sich neue Drogen beschaffen kann.
  2. Achte auf drastische Veränderungen der Schlafgewohnheiten und des Energielevels. Sowohl Schlaflosigkeit (Insomnie) als auch ungewöhnliche Schläfrigkeit kann auf Drogenkonsum hinweisen. Wirkt die Person oft ungewöhnlich lethargisch und müde? Bricht sie plötzlich zusammen und schläft für einen langen Zeitraum? Oder alternativ, hat sie Schwindel oder manische Energie, ohne überhaupt zu schlafen? Schwankt sie ständig zwischen sehr hohem und sehr niedrigem Energielevel, zwischen Perioden exzessivem und unzureichendem Schlaf? Dann sollten bei dir die Alarmglocken angehen.
    • Ein Konsument von Opiaten erlebt vielleicht eine euphorische Welle an Energie, nur um kurz danach sofort einzuschlafen – selbst in aufrecht sitzender Position.
    • Alkoholiker sind vielleicht nachts voller Energie und schlafen dann weit in den Morgen hinein. Sie entwickeln teilweise eine regelrechte Abneigung gegen Licht und Geräusche.
    • Ein LSD-Trip kann bis zu zwölf Stunden anhalten. In dieser Zeit kann die Person nicht schlafen. Nach dem Hochgefühl bricht der Konsument oft zusammen und schläft einen ganzen Tag lang durch.
    • Für weitere Informationen über die Beziehung zwischen Drogen und Schlaf, informiere dich z.B. im Drogen_Wiki.
  3. Achte auf Veränderungen in den Werten und der Moral der Person. Macht die Person nun Dinge, die sie zuvor noch als unmoralisch angesehen hat? Lügt sie oder schwänzt die Schule oder Arbeit? Bittet sie darum, sich ungewöhnlich große Summen Geld leihen zu können? Fehlen auf einmal bestimmte Besitztümer, Wertgegenstände oder Geldsummen? Geht die Person Risiken ein, die sie oder andere in Gefahr bringen? Die Antwort „ja“ auf eine dieser Fragen lässt auf einen problematischen Drogenkonsum schließen.
  4. Denke über Veränderungen im sozialen Leben der Person nach. Hat sich die Person zurückgezogen und meidet ihre Familie und alten Freunde? Reagiert sie immer öfter gereizt und distanziert auf Freunde und Verwandte? Trifft die Person sich mit mysteriösen neuen Freunden, die sie sonst niemandem vorstellen will? Nimmt sie verdächtige Telefongespräche an oder schreibt ständig Textnachrichten an unbekannte Personen? Wenn dem so ist, könnte die Person Drogen konsumieren.
  5. Suche nach verdächtigen Gegenständen. Erwäge, den Kleidungsschrank, die Schreibtischschubladen oder Hosentaschen der Person zu durchsuchen. Zu verdächtigen Gegenständen zählen u.a. Augentropfen, Mundspülungen, „Baggies“ (kleine Plastiktütchen), Papier zum Zigarettendrehen, Wattebällchen, Roach Clips (Klammern zum Halten eines Joints), Tabakpfeifen, Wasserpfeifen („Bong“), Nadeln, Tablettenfläschchen, Räucherkerzen oder Raumduftsprays. Auch wenn manche dieser Gegenstände ganz normale Hygieneprodukte sind, können sie ebenfalls auf einen Drogenkonsum hindeuten.
    • Sei sehr vorsichtig, wenn du in die Privatsphäre einer Person eindringst. Du kannst die Person dadurch sehr wütend machen und es wird sehr peinlich für dich, wenn du mit dem Verdacht auf einen Drogenkonsum falsch liegst.
    • Durchsuche nur dann die persönlichen Dinge einer Person, wenn du zutiefst besorgt über ihr Wohlbefinden und bereit bist, die Konsequenzen zu tragen.

Methode 3 von 3: Auf Drogenkonsum testen

  1. Kaufe einen Drogentest, wenn alle Anzeichen auf einen Drogenkonsum hindeuten oder du dir nicht sicher bist, aber unbedingt deinen Verdacht bestätigen willst. Diese können in vielen Apotheken und online gekauft werden. Eine Webseite mit einem besonders breiten Angebot an Drogentests ist http://www.origindiagnostics.com/ (englische Seite) oder http://www.drogentester.com/. Du musst die Produkte nicht direkt von diesen Seiten kaufen, kannst dir aber einen guten Überblick darüber verschaffen, was auf dem Markt verfügbar ist.
  2. Für beste Resultate solltest du den Test ohne vorherige Ankündigung durchführen. Wenn du die Person vorwarnst, kann die Person den Test bestehen, indem sie eine Zeit lang sauber bleibt oder sogar ihren Urin oder ihr Blut mit „sauberem“ Urin oder Blut austauscht.
  3. Setze die Person über die Ergebnisse des Drogentests in Kenntnis, um Folgetests, Drogenbehandlungsprogramme, Therapien oder sogar eine Kündigung zu arrangieren.
    • Zwinge niemanden dazu, einen Drogentest gegen seinen Willen durchzuführen. Dieses Vorgehen ist ethisch verwerflich und kann rechtliche Konsequenzen haben.
    • Denke daran, Drogentests sind nicht zu 100% sicher. Wenn du z.B. einen Arbeitsvertrag aufgrund nur eines einzigen Drogentests kündigst, könnte das rechtliche Folgen haben.

Tipps

  • Wenn ein guter Freund oder ein Verwandter Anzeichen von Drogenmissbrauch zeigt, du aber illegale Drogen ausschließen kannst, solltest du den Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten in Betracht ziehen. Zeichne den Konsum dieser Medikamente durch die Person auf. Verschreibungspflichtige Medikamente können genauso schädlich sein wie illegale Drogen, wenn sie unsachgemäß oder übermäßig eingenommen werden.
  • Gehe sehr vorsichtig vor, wenn du den Drogenkonsum ansprechen willst. Achte darauf, dass du keine Anschuldigungen machst oder die Person verurteilst. Du willst nicht, dass die Person sich von dir entfremdet oder zurückzieht.
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