Mit einem manisch depressiven Familienmitglied umgehen

Der Umgang mit einem manisch-depressiven Familienmitglied braucht Geduld, Wissen und Mitgefühl. Wenn du diese Qualitäten in dir findest, wirst du oft feststellen, dass es einen dramatischen Effekt auf die Person mit einer Bipolar-Störung und die Qualität eurer Beziehung hat.

Vorgehensweise

  1. Verstehe, dass eine Bipolar-Störung eine Krankheit des Gehirns ist. Dies bedeutet, dass es nicht mehr der Fehler deines Familienmitglieds ist, der es wäre, wenn es Krebs hätte. Hier beginnend kann es dir helfen, mehr Mitgefühl zu haben.
  2. Wenn ein Familienmitglied einen Herzanfall hätte, würdest du nicht versuchen, selbst eine Herz-OP durchzuführen! Stattdessen würdest du zu einem Chirurgen gehen. Bitte um professionelle Hilfe: eine Bipolar-Störung sollte von einem Psychiater behandelt werden.
  3. Lerne, das Verhalten deines Familienmitglieds im Kontext der Krankheit zu sehen. Wenn eine manisch-depressive Person z.B. wütend oder defensiv wird, ist es oft ein Symptom ihrer Krankheit. Sei jedoch vorsichtig, dass du nicht jede Stimmung deines Familienmitglieds mit seiner Krankheit in Verbindung bringst; Leute mit einer Bipolar-Störung können auch auf gesunde Weise sauer oder traurig sein. Dies braucht Geduld und Mitgefühl.
  4. Verstehe, dass die Krankheit ein Gefühl des inneren Chaos für dein Familienmitglied verursacht, was zu allen Arten von defensiven, kontrollierenden und störenden Verhaltensweisen führen kann. Stelle dir vor, wie es wäre, wenn du unbewusst aufwachen würdest und an diesem Tag in eine Depression stürzen oder in einen Zustand wilder Energie angehoben werden würdest. Versuche hier, mitzufühlen.
  5. Sei dir deines eigenen Verhaltens und der zugrundeliegenden Gefühle für dein Familienmitglied bewusst. Wenn du ängstlich oder wütend über das Verhalten der Person bist, wird das auf sie übertragen. Leute mit einer Bipolar-Störung können Angst und Wut als Bedrohung wahrnehmen und sich so abwehrend verhalten.
  6. Mache dich mit den Symptomen von Manie und Depression vertraut. Eine Person, die z.B. die ganze Zeit nur über sich selbst spricht oder angibt, wird normalerweise als arrogant oder egozentrisch wahrgenommen. Dieses Verhalten bei einer Person mit einer Bipolar-Störung ist ein Zeichen einer Manie, so wie viele unverantwortliche und riskante Verhaltensweise, die ähnlich unattraktiv für dich sein können. Wenn du erkennst, dass dies ein Symptom der Krankheit und keine schlechte Verhaltensweise ist, kann es dir helfen, mitfühlender zu sein.
  7. Nimm wenn möglich an der Behandlung deines Familienmitglieds teil. Familientherapie und Unterstützung ist für die Lebensqualität einer Person mit einer Bipolar-Störung ein integraler Bestandteil.
  8. Mache täglich Komplimente. Sage der Person etwas Schönes über sie. Sage ihr sogar, dass du sie liebst. Wenn du dich damit nicht wohl fühlst, versuche, etwas im Haus für sie zu erledigen. Falte z.B. ihre Kleidung zusammen, spüle für sie ab oder schone sie einfach.
  9. Denke auch an dich. Dein Wohlbefinden ist genauso wichtig wie das deines Familienmitglieds. Wenn diese Krankheit emotional an dir zieht, kannst du ihm nicht helfen! Darüber hinaus wirst du mit zwei Problemen zu tun haben. Fühle dich also nicht schuldig, weil du deine eigenen Probleme, dein eigenes Glück und dein eigenes Leben hast.
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