Akzeptieren, dass dein Kind homosexuell oder bisexuell ist

Herauszufinden, dass dein Sohn oder deine Tochter schwul, lesbisch oder bisexuell ist, kann zunächst einmal ein Schock sein, aber es ist wichtig zu lernen, dein Kind so zu akzeptieren, wie es ist. Das ist sehr wichtig, da es das Selbstvertrauen deines Kindes zerstören kannst, wenn du seine Ansichten nicht unterstützt.

Vorgehensweise

  1. Stelle sicher, dass dein Kind weiß, dass du es liebst. Für dein Kind ist das Ganze genauso schwierig wie für dich – sorge nicht dafür, dass es sich schlechter fühlst.
  2. Sprich mit deinem Kind. Sei stolz, dass es dir genug vertraut, um es dir zu sagen. Die heutige Gesellschaft ist nicht immer tolerant. Führt ein offenes Gespräch, wo ihr beide Fragen stellen und Sorgen aussprechen könnt. Vergiss nicht, dass dein Kind wahrscheinlich auch verwirrt und ein bisschen nervös ist. Achte darauf, nicht zu urteilen und dein Kind nicht zu beschuldigen, auch wenn dir das Thema unangenehm ist.
  3. Vergiss nicht, dass das dein Kind ist, und ganz egal ob du glaubst, dass die sexuelle Orientierung angeboren ist oder nicht, solltest du immer noch dafür sorgen, dass sich dein Kind in deiner Nähe wohlfühlt und bei dir so sein kann wie es ist.
  4. Informiere dich über Homosexualität. Du wirst dadurch die Gedanken und Gefühle deines Kindes besser verstehen. Du wirst dadurch auch besser mit deinem Kind sprechen können.
  5. Versuche, dein Kind zu akzeptieren. Wenn du Probleme damit hast, die sexuelle Orientierung deines Kindes zu akzeptieren, versuche es mit einer Selbsthilfegruppe für Eltern, wo du mit Menschen in ähnlichen Situationen über deine Gefühle sprechen kannst. Mit einem Therapeuten zu sprechen ist eine weitere Option.
  6. Unterstütze dein Kind vor anderen Familienmitglieder und Freunden. Wenn du dein Kind mit Scham vorstellst oder es heruntermachst, wird deine Familie vielleicht deine Haltung übernehmen. Fördere Akzeptanz, indem du deinen Freunden und der Familie zeigst, dass du dein Kind verstehst und respektierst. Auch wenn du nur so tust, als würdest du etwas akzeptieren ist bereits ein Schritt in Richtung Offenheit und wirklicher Akzeptanz.
  7. Bleibe ruhig. Werde nicht wütend oder sage deinem Kind dass, das, was es „entschieden“ oder „akzeptiert“ hat falsch oder nur eine Phase ist, die vorübergehen wird. Vergiss nicht, dass dein Kind vielleicht Angst hat, es dir zu erzählen, oder sogar denken könnte, dass du es verstoßen oder hassen würdest. Wenn du denkst, dass sich dein Kind „entschieden“ hat, so zu leben wie es lebt, und genauso gut heterosexuell sein könnte, frage dich: Wer würde sich freiwillig für ein Leben entscheiden, dass von der Angst, entdeckt zu werden, Diskriminierung und Abgrenzung von Schulkollegen, Freunden, Kollegen und Familie geprägt ist? Würdest du dich entscheiden, ein Leben zu leben, das viel schwerer ist, nur aus einer Laune heraus?
  8. Frage dein Kind, was es für es bedeutet, homosexuell zu sein. Für manche Menschen ist das keine große Sache. Es ist einfach Teil von dem, wer sie sind. Für andere ist es entscheidend dafür, wer sie sind. Es ist wichtig zu verstehen, wie sich die Situation für dein Kind anfühlt. Wenn es für dein Kind einfach nur ein Teil davon ist, wer es ist, könnte es davon genervt sein, wenn du es ständig dazu ermunterst, Menschen kennenzulernen und über seine Orientierung zu sprechen. Wenn es für dein Kind jedoch entscheidend dafür ist, wer es ist, wird es es wahrscheinlich viel mehr schätzen, wenn du eher ein LGBT+-Aktivist bist und dich für sein Beziehungsleben interessierst.

Tipps

  • Wenn du denkst, dass sich dein Kind „entschieden“ hat, so zu leben wie es lebt, und genauso gut heterosexuell sein könnte, frage dich: Wer würde sich freiwillig für ein Leben entscheiden, dass von der Angst, entdeckt zu werden, Diskriminierung und Abgrenzung von Schulkollegen, Freunden, Kollegen und Familie geprägt ist? Würdest du dich entscheiden, in Umständen zu leben, die dein Leben erschweren, nur aus einer Laune heraus? Glaubst du, es würde sich immer noch dafür entscheiden, wenn es sich genauso gut dafür entscheiden könnte, von dir und seiner Umgebung einfach akzeptiert zu werden? Hast du dich „entschieden“, heterosexuell zu sein?
  • Auch wenn es zunächst schwer sein mag, solltest du dir darüber klar werden, dass dein Sohn oder deine Tochter immer noch der gleiche Mensch ist, der er immer schon war, und dass die Homosexualität einfach nur ein neuer Teil von deiner Tochter oder deinem Sohn ist.
  • Sei dir darüber im Klaren, dass dein Kind einen harten Kampf hinter sich hat. Homosexualität zu verstecken und mit den Vorurteilen umzugehen ist sehr schwierig, besonders in der Schule. Sei dir bewusst, wie sehr dein Kind gelitten hat und sei stolz, dass es es geschafft hat, sich selbst zu akzeptieren und unterstütze es.
  • Bedenke dass die Gefühle und Handlungen deines Kindes für dein Kind so normal sind wie die Anziehung und Liebe, die du zu deinem Partner verspürst, auch wenn du denkst, dass Homosexualität „falsch“ ist. Wie würdest du dich fühlen, wenn jemand dir sagen würde, dass es unakzeptabel oder noch schlimmer ist, wenn du in der Öffentlichkeit mit deinem Partner Händchen hältst oder Zeit mit ihm verbringst?
  • Dein Kind weiß selbst am besten, zu wem es sich hingezogen fühlt. Auch wenn es sein „Coming out“ erst spät im Leben hat, keinem der Stereotypen entspricht, die dir beim Begriff LGBT einfallen, oder früher anscheinend sogar in Kinder des anderen Geschlechts „verliebt“ war, heißt das nicht, dass dein Kind eigentlich heterosexuell ist. Ihm nicht zu glauben, was es dir sagt kann die Beziehung zwischen euch beiden zerstören.
  • Höre deinem Kind zu. Ignoriere nichts, was es dir zu sagen hat. Vergiss nicht, dass das ein großes Geheimnis ist, das dein Kind für längere Zeit verstecken musste, also hat es jetzt das Bedürfnis, etwas zu sagen.
  • Wenn deine Religion bestimmte Aspekte der Homosexualität verbietet, besprich mit deinem Kind, was das für sein Leben bedeuten wird. Bereite es auf Diskriminierung vor, die es innerhalb eurer religiösen Gemeinde erleben könnte und informiere es darüber, was die Gemeinde von ihm erwarten wird (zum Beispiel, enthaltsam zu sein, die Homosexualität nicht öffentlich zu machen, etc. je nach Religion). Sei dir darüber im Klaren, dass das dazu führen könnte, dass dein Kind sich von dieser Religion abwendet.

Warnungen

  • Versuche nicht, die sexuelle Orientierung deines Kindes zu ändern, denn das wird nicht gehen. Es so zu akzeptieren wie es ist, ist das Beste, was du für dich und dein Kind tun kannst.
  • Wirf es nicht raus und beschimpfe es nicht. Auch das könnte eure Beziehung für immer zerstören.
  • Dafür zu sorgen, dass dein Kind sich schämt, könnte eure Beziehung für immer zerstören.
  • Schimpfe dein Kind nicht wegen der Gefahren, denen homosexuelle und bisexuelle Menschen in der Gesellschaft ausgesetzt sind. Dein Kind kennt wahrscheinlich einige Aspekte der Diskriminierung bereits aus erster Hand, und wenn du dein Kind dafür rügst, wird es sich nur noch schlechter fühlen.
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