Einen Vaterschaftstest machen lassen

Die Vaterschaft feststellen ist der Vorgang der Bestimmung, wer der Vater eines Kindes ist. Es ist ein wichtiger Schritt im Leben eines Kinds, sei es vor oder nach der Geburt, weil es einem Kind emotionale und körperliche Unterstützung gibt (d.h. das Kind hat Zugang zu den medizinischen Akten des Vaters und genießt den Vorteil einer Vater-Kind-Beziehung). Außerdem erschafft es bestimmte rechtliche Pflichten, die der Vater in Bezug auf das Kind hat (z.B. Unterhalt und Besuchsrecht). Während bei einem verheirateten Paar die Vaterschaft vermutet wird, ist dies nicht der Fall, wenn eine ledige Frau ein Kind bekommt. Es gibt viele Möglichkeiten zur Bestimmung der Vaterschaft und die Informationen in diesem Artikel werden dir helfen, die für dich beste Methode auszuwählen.

Methode 1 von 3: Die Vaterschaft vor der Geburt bestimmen

  1. Entscheide, wie der Vaterschaftstest gemacht werden soll. Wenn du die Vaterschaft während der Schwangerschaft der Mutter bestimmen willst (pränataler Test), kannst du aus einer Vielzahl von Methoden wählen. Jede Methode hat ihre Vorteile und Risiken, wähle also die für dich richtige Methode. Zu den drei häufigsten Methoden gehören:
    • Fruchtwasseruntersuchung. Dies ist ein invasiver Vaterschaftstest, der zwischen der 13. und 24. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden kann. Dieser Test wird durchgeführt, indem eine lange Hohlnadel in den Uterus der Schwangeren eingeführt wird, wo ein wenig Fruchtwasser entnommen wird. Die Prozedur dauert etwa 30 Minuten und wird als sicher angesehen. Es besteht jedoch eine geringe Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt und zu den Nebenwirkungen können Krämpfe, Vaginalblutungen und Austreten des Fruchtwassers gehören.
    • Chorionzottenbiopsie. Dies ist ein weiterer invasiver Vaterschaftstest, der weniger beliebt ist als eine Fruchtwasseruntersuchung und zwischen der 10. und der 13. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden kann. Bei diesem Test wird eine Zellprobe aus der Vagina, dem Muttermund oder der Bauchwand entnommen. Einige Leute ziehen diesen Test der Fruchtwasseruntersuchung vor, weil er zu einem früheren Zeitpunkt durchgeführt werden kann, was bei einem rechtlichen Vaterschaftsstreit wichtig sein kann. Das Risiko einer Fehlgeburt ist fast doppelt so hoch wie bei der Fruchtwasseruntersuchung und zu den Nebenwirkungen können vaginale Blutungen gehören.
    • Nicht-invasiver pränataler Vaterschaftstest. Diese Methode ist nicht invasiv und kann ab der 14. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Bei diesem Test wird eine Blutprobe der Mutter genommen und die Zellen des Fötus im Blut werden isoliert. Während der Test nicht invasiv ist, ist er relativ neu und hat seine Nachteile. Es besteht z.B. die Wahrscheinlichkeit, dass die Ärzte die Zellen des Fötus nicht isolieren können, und wenn die Mutter vorher bereits schwanger war, kann es sein, dass die falschen Fötuszellen isoliert werden.
  2. Mache einen Termin bei einer seriösen Person, die die gewünschte Dienstleistung bereitstellt. Wenn du dich für einen Test entschieden hast, solltest du recherchieren und ein seriöses Labor testen. Hierfür gibt es einige gute Möglichkeiten.
    • Sprich mit deinem Arzt und frage ihn, ob er Empfehlungen hat, wo du einen pränatalen Vaterschaftstest machen lassen kannst. Es kann sein, dass er direkt in der Praxis gemacht werden kann, aber dein Arzt sollte zumindest eine Vorstellung davon haben, wen du kontaktieren kannst.
    • Gehe in den USA auf die Webseite der American Pregnancy Association, welche das DNA Diagnostics Center (DDC) wegen seiner langjährigen AABB-Zulassung befürwortet. Auf der Webseite findest du die Kontaktdaten, welche du nutzen kannst, um Fragen zu stellen und einen Termin zu vereinbaren.
  3. Bezahle die Gebühr. Die Gebühren eines pränatalen Vaterschaftstests variieren abhängig davon, wer den Test durchführt und für welchen Test du dich entschieden hast.
    • Eine Fruchtwasseruntersuchung kostet zwischen 1.500 und 3.000 €, dies schließt die Gebühren für den Arzt und den DNA-Test ein. Es kann sein, dass deine Krankenversicherung einen Teil der Kosten übernimmt, frage also für mehr Informationen dort nach.
    • Eine Chorionzottenbiopsie kostet üblicherweise zwischen 1.650 und 3.000 €, darin enthalten sind die Kosten für den Arzt und den DNA-Test. Es kann sein, dass deine Krankenversicherung einen Teil der Kosten übernimmt, frage also für mehr Informationen dort nach.
    • Ein nicht-invasiver pränataler Vaterschaftstest kostet üblicherweise zwischen 900 und 1.400 €, darin enthalten sind die Arztkosten und der DNA-Test.
  4. Bekomme die Ergebnisse. Die Ergebnisse von allen drei Tests werden mit einer DNA-Probe des vermutlichen Vaters verglichen. Du könntest die DNA des Kinds mit einer beliebigen Anzahl anderer DNA-Proben vergleichen, je nach dem, wie viele potenzielle Väter es gibt. Bei der Fruchtwasseruntersuchung und der Chorionzottenbiopsie dauern die Ergebnisse normalerweise etwa fünf Tage. Die Ergebnisse des nicht-invasiven Vaterschaftstests können zwischen 12 und 14 Tagen brauchen.

Methode 2 von 3: Bescheinigung der Vaterschaft durch eine Vaterschaftserklärung

  1. Entscheide, wann du die Vaterschaftserklärung unterschreiben willst. Eine weitere Möglichkeit, die Vaterschaft zu übernehmen, ist durch Unterzeichnung einer Vaterschaftserklärung. Diese Formulare können zu verschiedenen Zeiten ausgefüllt und eingereicht werden, je nachdem, wo im Prozess des Ganzen du dich gerade befindest. Diese Erklärungen sind hilfreich, wenn du denkst, dass du weißt, wer der Vater ist, da die Unterzeichnung dieses Formulars die rechtliche Übernahme der Vaterschaft bedeutet. Du kannst dieses Formular entweder im Krankenhaus unterzeichnen, wenn das Kind geboren wurde, was dazu führt, dass der Name des Unterzeichnenden auf die offizielle Geburtsurkunde geschrieben wird, oder du kannst es unterzeichnen, nachdem die Geburtsurkunde bereits ausgestellt wurde, was dazu führt, dass der Name ihr hinzufügt wird.
  2. Fülle das erforderliche Formular aus. Ob du das Formular im Krankenhaus oder danach ausfüllst, du musst es online oder persönlich abrufen und ausfüllen. Jeder Bundesstaat hat das Formular an einer anderen Stelle, recherchiere also ein wenig, um herauszufinden, wo du es findest.
    • In Kalifornien kann ein Musterformular hier aufgerufen werden. Das tatsächliche Formular kannst du per E-Mail bekommen, wenn du eine E-Mail an askpop@dcss.ca.gov schickst. Das Formular kann auch beim Jugendamt, beim Familiengericht oder der Fürsorge bezogen werden.
    • In Ohio wird das Dokument im Krankenhaus zur Zeit der Geburt des Kinds oder bei einem Gesundheitsamt oder dem Jugendamt erstellt werden.
  3. Reiche das Formular bei der richtigen Behörde ein. Wenn du das jeweilige Formular deines Bundesstaats ausgefüllt hast, musst du es bei der richtigen Behörde einreichen.
    • In Kalifornien muss das ausgefüllte Formular beim California Department of Child Support Services Paternity Opportunity Program eingereicht werden.
    • In Ohio muss es beim Office of Vital Statistics eingereicht werden.

Methode 3 von 3: Einen Gerichtsbeschluss für die Bestimmung der Vaterschaft bekommen

  1. Erwäge, wann diese Methode eine Option sein kann. Vor Gericht zu gehen, um die Vaterschaft anzuerkennen, sollte nur als letzte Ausweichmöglichkeit genutzt werden. Dies wird oft gemacht, wenn ein vermeintlicher Vater seine rechtlichen Verpflichtungen einem Kind gegenüber vermeidet und die Mutter die Vaterschaft feststellen lassen will, damit der Vater seine Pflichten ausüben muss. Ein Mann kann jedoch auch eine Vaterschaftsklage erheben, was oft bedeutet, dass die Mutter einem vermutlichen Vater keine Besuche und kein Sorgerecht des Kinds zugesteht.
  2. Fülle die Gerichtsformulare aus. Wenn du entschieden hast, dass ein Gerichtsbeschluss die beste Möglichkeit für dich ist, musst du die Klage einreichen, indem du die erforderlichen Dokumente ausfüllst. Während dieser Artikel Kalifornien als Beispiel nimmt, haben die meisten Bundesstaaten im Allgemeinen die gleichen Regeln. Lies diesen Artikel für ein Beispiel dafür, wie Texas mit diesen Klagen verfährt. In Kalifornien musst du eine sogenannte Petition to Establish Parental Relationship ausfüllen, ein Summons und eine Declaration Under Uniform Child Custody Jurisdiction and Enforcement Act.
    • In der Petition to Establish Parental Relationship wirst du nach Informationen wie deinem Namen, den Daten des Kinds und Informationen darüber, was du vom Gericht verlangst (z.B. Vater-Kind-Beziehung, Sorgerecht, angemessene Schwangerschaftskosten und/oder Rechtskosten), gefragt.
    • Das Summons-Formular ist informell und informiert den andern Elternteil über das Gerichtsverfahren. Es sagt aus, dass die andere Partei angeklagt wird und fordert die andere Person auf, das Formular zu lesen.
    • Im Formular für die Declaration Under Uniform Child Custody Jurisdiction and Enforcement Act musst du angeben, um welche Kinder es sich in deiner Klage handelt, und du musst deren Daten für das Gericht angeben. Außerdem wirst du gefragt, ob du in Bezug auf diese Kinder schon einmal in ein ähnliches Verfahren involviert warst, ob ein Kontaktverbot oder eine Schutzverfügung gegen dich erlassen wurde und ob es andere Parteien gibt, die das Sorge- oder Besuchsrecht für diese Kinder haben.
  3. Reiche die Formulare beim Gericht ein. Wenn du die erforderlichen Formulare ausgefüllt hast, reichst du sie beim Gericht ein. Du musst eine Einreichungsgebühr bezahlen; wenn du dir diese nicht leisten kannst, kannst du hier vielleicht eine Erlassung der Gebühren beantragen.
  4. Übergib deine Dokumente dem anderen Elternteil. Wenn du deine Formulare eingereicht hast, musst du die eingereichten Formulare sowie eine Blanko-Response to Petition to Establish Parental Relationship und eine Blanko-Declaration Under Uniform Child Custody Jurisdiction and Enforcement Act übergeben.
    • Du kannst sie dem anderen Elternteil persönlich geben oder per Post schicken.
  5. Reiche den Zustellungsnachweis ein. Wer immer die Dokumente dem anderen Elternteil übergibt, muss einen sogenannten Proof of Service of Summons ausfüllen, den du dann beim Gericht einreichst, wo du auch die originalen Formulare eingereicht hast.
  6. Warte 30 Tage auf die Antwort des anderen Elternteils. Der andere Elternteil hat nach der Zustellung 30 Tage für eine Reaktion auf deine Klage. Der andere Elternteil kann entweder deiner Klage zustimmen oder Einspruch einlegen.
  7. Entscheide, ob du einen angefochtenen oder einen unangefochtenen Fall hast, und schließe das Verfahren ab. Wenn der andere Elternteil zustimmt, dass du der Vater bist (oder dass er der Vater ist), ist die Klage unangefochten. Wenn der andere Elternteil allerdings bestreitet, dass du der Vater bist (oder er der Vater ist), wird die Klage als angefochten angesehen.
    • Bei einem unangefochtenen Verfahren füllen beide Elternteile eine Reihe Formulare aus, die ihr hier findet, und reicht sie dann beim Gericht ein. In diesen verschiedenen Formularen werdet ihr aufgefordert zu bestätigen, dass ihr die Konsequenzen eurer Übereinkunft versteht, und zuzustimmen, dass ihr die Eltern des Kinds seid.
    • Wenn die Klage angefochten wird, liegt es höchstwahrscheinlich daran, dass der angebliche Vater einen Vaterschaftstest will, um zu verifizieren, dass er (oder du) tatsächlich der Vater des Kinds ist (bzw. bist). In dieser Situation kann ein Richter den mutmaßlichen Vater auffordern, eine DNA-Probe einzureichen, welche oral mit einem Wattestäbchen oder mit einem Bluttest genommen werden kann. Diese DNA-Probe wird dann mit der DNA des Kinds verglichen.

Tipps

  • Denke daran, dass die Vaterschaft vermutet wird, wenn ein verheiratetes Paar ein Kind bekommt.
  • Die Vaterschaft zu bestimmen kann die folgenden Vorteile haben: Der Name des Vaters steht auf der Geburtsurkunde, der Vater hat eine rechtliche Verpflichtung zu finanzieller und emotionaler Unterstützung und das Kind darf die medizinischen Unterlagen des Vaters zu seinem eigenen Vorteil kennen.
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