Lernen unterhaltsam gestalten

Als Elternteil oder Lehrer mag es dir schwerfallen, dass Lernen spaßig zu gestalten. Indem du die Lernerfahrung auf die Interessen des Kindes zuschneidest und die Informationen ansprechend präsentierst, kannst du Kindern beibringen, dass sie das Lernen mit positiven Dingen assoziieren. Je frühe du damit anfängst, desto besser. Es ist allerdings wichtig, dass du deine Bemühungen dauerhaft aufrecht erhältst, unabhängig davon, wie alt das Kind wird.

Methode 1 von 4: Lernen persönlich gestalten

  1. Verbringe Zeit mit deinem Kind. Nehme dein Kind zur Seite und bringe ihm/ihr individuell etwas bei. Die meisten Kinder erhalten gerne Aufmerksamkeit. Sie fühlen sich dadurch wichtig und wenn du es schaffst, dass dein Kind sich bestätigt fühlt, wird es wahrscheinlich empfänglicher für deinen Unterricht sein.
  2. Nehme an den Aktivitäten teil. Wenn die Kinder einer edukativen Aktivität nachgehen, mach mit. Gehe nicht davon aus, dass du das Geschirr abspülen gehen kannst, während deine Kinder still lesen. Nutze stattdessen die Gelegenheit und lies selbst etwas. Deine Kinder werden dich als Vorbild sehe. Sowie sie den Verdacht haben, dass dir die Aufgabe keine Freude bereitet, werden sie davon ausgehen, dass es ganz einfach keine besonders unterhaltsame Aktivität ist.
  3. Ermutige die ganze Familie teilzunehmen. Auch wenn persönliche Aufmerksamkeit wichtig ist, so machen den meisten Kindern die Aktivitäten Spaß, die sie mit den Leuten machen können die sie am meisten wertschätzen, ihre Familie. Plane als Elternteil etwas Zeit ein, um sich einer erzieherischen Aufgabe zu widmen. Als Lehrer solltest du die Familien deiner Schüler dazu aufmuntern, zusammen zu lernen.
    • Wenn die Kinder noch klein sind, beginne damit euch im Kreis der Familie laut vorzulesen. Jedes Familienmitglied kann eine Rolle einnehmen oder einen bestimmten Teil vortragen, oder aber du liest das gesamte Buch von vorne bis hinten durch. Im Idealfall hat jedes Familienmitglied ein Buch vor sich liegen, sodass sie dem Vorleser folgen können.
  4. Schneider den Unterricht auf ein bestimmtes Interessengebiet zu. Falls ein Kind Schwierigkeiten hat, sich zu konzentrieren, versuche einen weg zu finden, um den Inhalt mit den Interessen des Kindes zu verbinden. Behandel das Thema so, dass es mit einer bestimmten Angelegenheit verlinkt ist.
    • Falls dein Kind momentan beispielsweise in Hunde vernarrt ist, baue Hunde in die mathematische Frage mit ein oder ermuntere es, ein Buch über Hunde zu lesen.
  5. Bleib positiv. Du magst frustriert sein wenn es schwierig ist einen bestimmten Stoff zu vermitteln, aber das Kind wird vermutlich noch viel frustrierter sein. Bleib geduldig und ruhig. Verwende positive und aufmunternde Wort und gib dem Kind nie das Gefühl, dass es das Unterrichtsmaterial nicht verstehen wird.

Methode 2 von 4: Interaktiven Unterricht gestalten

  1. Entwickel Unterrichtsstunden zum Mitmachen. Eine interaktive Stunde bringt das Kind in Bewegung und wenn die Aktivität spaßig genug ist, kann es sich im nachhinein an den Unterricht erinnern, sowie er/sie an die Aktivität zurück denkt. Es kann sich hierbei um eine Wanderung in der Natur handeln oder verrückte Experimente. Werde kreativ und versuche etwas für jede Unterrichtsstunde zu finden.
    • Wenn du beispielsweise über Insekten oder Vögel lehrst, unternehme eine Wanderung in einem nahegelegen Wald und ermutige die Kinder, soviele Arten wie möglich zu identifizieren.
  2. Sei gewitzt und kreativ. Unterrichtsstunden die die Fantasie anregen, könnten oft die unterhaltsamsten und informativsten sein. Wenn ein Kind kreativ wird, werden größere Teile des Hirns aktiv benutzt, sodass das Kind eventuell mehr Wissen aufnehmen kann. Aktivitäten, die die Fantasie anregen, können Rollenspiele, Zeichnen, Basteln, oder ähnliche Dinge beinhalten.
    • Für ältere Kinder mag es interessant sein Gedichte zu schreiben, Geschichten zu erzählen, oder kreative Collagen zu entwerfen. Jüngere Kind haben in der Regel Spaß am Zeichnen und Ausmalen.
    • Die Fantasie kann auch durch aktive “so tun als ob” Elemente gereizt werden. Falls du älteren Kindern etwas über das Rechtssystem beibringst, können sie beispielsweise einen Scheinprozess halten. Jüngere Kinder könnte man dazu auffordern, sich als “Gründungsväter” zu verkleiden, wenn du eine passende Geschichtsstunde durchführen möchtest.
  3. Geh nach draußen. Tagein, tagaus die selbe Umgebung im Klassenzimmer kann langweilig werden. Macht einen Ausflug. Ein kleiner Trip am Nachmittag kann den Unterrichtsstoff lebendiger machen. Eine längere Exkursion zu einer historischen Gedenkstätte kann ebenfalls eine gute Idee sein, um bestimmte Inhalt zu veranschaulichen.
    • Tagesausflüge lassen sich beispielsweise zu einem Museum, Park, oder einem Denkmal organisieren.
  4. Entwerfe ein Auszeichnungssystem. Auszeichnungen funktionieren besonders gut bei jüngeren Kindern. Verleihe Kindern eine Auszeichnung, wenn sie eine bestimmte Anzahl Aufgaben erledigt oder Fragen korrekt beantwortet haben. Im Idealfall sollen Kindern aus Spaß am Lernen lernen und nicht aufgrund von Belohnungen. Indem du jedoch das Prinzip einführst, dass “Lernen” mit “Auszeichnung” gleichgesetzt ist, kannst du jüngere Kinder sozusagen trainieren, Bildung mit positiven Erfahrungen und Emotionen zu verbinden.
    • Halte eine Sammlung bunter Aufkleber, kleiner Spielzeuge, farbiger Stifte, Süßigkeiten und anderer Dinge bereit.
    • Diese Methode funktioniert besonders gut mit jüngeren Kindern, da diese kleinen Aufmerksamkeiten mit dem Älterwerden an Reiz verlieren.
  5. Schmeiße eine Party. Organisiere eine Mottoparty nachdem du eine Unterrichtsreihe abgeschlossen hast. Baue Spiele, Lebensmittel und Gewinnpreise ein, die in direkter Verbindung zum Erlernten stehen.
    • Falls du beispielsweise vor kurzem das Thema Ozean und Meeresleben durchgenommen hast, orientiere deine Feier daran. Lasse die Kinder Dekorationen basteln, die an Wellen oder Meerestiere erinnern. Serviere Kekse in Fischform oder einen Kuchen mit Meeresdekoration.

Methode 3 von 4: Lerne unterhaltsame Hilfsmittel zu verwenden

  1. Spiele lehrreiche Spiele. Sowohl technische als auch manuelle Spiele können funktionieren, nutze daher Computerspiele, aber auch traditionelle Brett-, Karten- und Ratespiele. Spiele sind von Natur aus unterhaltsam, aber wenn du eines hast bei dem man spielerisch etwas lernen kann, kannst du neues Wissen einschmuggeln, ohne Beschwerden entgegen nehmen zu müssen.
    • Manche Spiele sind extra auf bestimmte Lernziele zugeschneidert. Manche enthalten wichtige Lektionen, ohne darauf abzuzielen. Monopoly bringt einem beispielsweise strategisches Denken bei und Scrabble verbessert das Vokabular. Die meisten klassischen Kartenspiele fordern ebenfalls das strategische und mathematische Denken.
    • Ratespiele und interaktive Puzzle gefallen meist besonders älteren Kindern, da sie auf der Suche nach Herausforderungen sind. Es gibt Quizspiele, die sich mit einem bestimmten Themengebiet befassen, du solltest allerdings auch allgemeine Ratespiele spielen, da diese Fähigkeiten zur Problemlösung vermitteln.
  2. Besorge dir Lernsoftware. Die meisten Kinder sind bereits im Grundschulalter mit der digitalen Kultur vertraut. Technologie ist ein großartiger Weg, um eine Verbindung zu diesen Kindern aufzubauen. Solltest du also Software finden, die sowohl unterhaltsam, als auch pädagogisch wertvoll ist, steigen deine Erfolgschancen Wissen zu vermitteln.
    • Abgesehen von Software kannst du auch andere Formen der Technologie in deinem Unterricht verwenden. Beispielsweise Podcasts, digitale Fotografie, Videoaufnahmen, und ähnliche internet-basierte Lernmaterialien.
  3. Schaut euch etwas lehrreiches an. Lehrreiche Fernsehsendungen sind eine offensichtliche Option, diese werden mit steigendem Alter der Kinder jedoch schwierig aufzutreiben sein. Versuche stattdessen einen Film oder eine Aufführung zu finden, die etwas mit der Zeitspanne oder dem Thema deines aktuellen Lehrmaterials zu tun hat. Auch wenn die Kinder kein direktes Wissen aus der Sendung ziehen, so mögen sie es anschließend jedoch interessanter finden.
    • Besonders Theater kann eine Wertschätzung für Literatur und Drama fördern. Dies ist eine großartige Möglichkeit, falls ihr gerade ein Stück im Unterricht durchnehmt.
  4. Bringe pädagogisch wertvolle Spielzeuge und Hilfsmittel ins Spiel. Heutzutage sind eine Vielzahl lehrreicher Spielzeuge auf dem Markt erhältlich. Ziehe den Lernstand deines Kindes in Betracht und kaufe etwas, dass diesem entspricht.
    • Die kleinsten Kindern können mit Spielzeugen spielen, die sich mit Formen, Farben, Nummern oder Buchstaben beschäftigen. Wenn sie aus diesem Alter herauswachsen, ist Knete eine gute Option.

Methode 4 von 4: Das Lernen mit dem Alltag verknüpfen

  1. Verbinde Konzepte mit alltäglichen Problemen. Wenn du etwas unterrichtest, erkläre wie diese Tatsache Menschen im Alltag betrifft. Du kannst persönliche Aufgaben schaffen oder die Kinder anhand konkreter Probleme durch das Thema leiten.
    • Wenn du einem Kind beispielsweises mathematische Brüche beibringen möchtest, erkläre diese anhand einer Torte. Zeige wie man die Torte halbiert, viertelt und so weiter.
  2. Schaffe dynamische Herausforderungen. Eine dynamische Herausforderung verlangt von einem Schüler, dass er sein erworbenes Wissen anwendet, um ein größeres Problem in Angriff zu nehmen. Du könntest einem Kind beispielsweise auftragen, die Aufgabe einem anderen Kind zu erklären. Dadurch animierst du das Kind die Informationen gründlich zu lernen und bietest gleichzeitig eine Möglichkeit sein Selbstbewusstsein zu stärken, da es das neu erworbene Wissen unter Beweis zu stellen kann.
  3. Eröffne ein Geschäft. Es kann sich hierbei um einen echten Laden oder ein Spielgeschäft handeln. Die Idee ist ganz einfach, das Kind zu animieren Preise zu veranschlagen und sowohl einen Überblick über das Geld, als auch über das Inventar zu behalten.
    • Eine Idee für ein echtes Geschäft wäre beispielsweise ein Stand, an dem Limonade oder Trödel verkauft wird. Achte jedoch darauf, dass sich deine Gegend für solch eine Aktivität eignet und das du eventuelle Genehmigungen eingeholt hast.
    • Für ein Fantasiegeschäft, könntest du eine Ladenecke in deinem Haus aufstellen und mit Falschgeld arbeiten. Das Kind würde die Rolle des Kassierers übernehmen und die anderen Familienmitglieder würden abwechselnd die Kunden mimen.
  4. Vergebe eine wichtige Aufgabe. Trage dem Kind eine Aufgabe auf, die die gesamte Familie betrifft. Bitte es beispielsweise das Trinkgeld für die Restaurantrechnung zu kalkulieren und das Geld abzuzählen. Ein älteres Kind könntest du beispielsweise damit beauftragen mögliche Destinationen für den nächsten Familienurlaub zu recherchieren.
    • Wenn du deinem Kind so eine komplexe Aufgabe gibst, wie beispielsweise die nächsten Ferien zu planen, achte darauf ihm/ihr wichtige Ressourcen mit auf den Weg zu geben. Beispielsweise die Homepage des Tourismusbüros oder andere relevante Seiten, sodass er/sie einen Leitfaden für die Recherche hat. Das Kind soll das Gefühl haben die Situation im Griff zu haben, du musst allerdings auch genug Grenzen setzen, um die Erfahrung zu einem Erfolg zu machen.
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