Sich kümmern

In der modernen Gesellschaft wird es oft als cool angesehen, wenn man vorgibt, sich um nichts zu kümmern – nicht darum, was die Leute denken, was in der Gemeinde passiert und noch nicht einmal darum, wie das eigene Leben sich entwickeln wird. Aber wenn du dich um nichts kümmerst, dann verpasst du viel. Es kann das Leben glücklicher und bedeutsamer machen, wenn du dich um die Menschen, die du liebst, um die Werte, an die du glaubst und darum, was in der Zukunft passiert, kümmerst. Egal ob du vergessen hast, etwas für Dich Bedeutungsvolles zu finden oder ob du dich stärker um etwas/jemanden kümmern willst: Dieser Artikel wird dir helfen, herauszufinden, was dir wichtig ist und dir helfen, das Ausdrücken deiner Gefühle zu üben.

Teil 1 von 3: Herausfinden, was dir etwas bedeutet

  1. Mache eine Liste mit Dingen, die dich interessieren. Vielleicht ist es schon so lange her, dass dir etwas wirklich etwas bedeutet hat, dass es sich so anfühlt, als hättest du diese Fähigkeit verloren. Aber egal wie tief diese Gefühle der Fürsorge vergraben sind … sie sind irgendwo in dir drin und es ist Zeit, sie freizulegen. Dich um etwas/jemanden zu kümmern bedeutet: "Anteilnahme oder Interesse zu empfinden; etwas Bedeutung beimessen" bis hin zu "Zuneigung und Gefallen zu finden." Wer oder was bedeutet dir nach dieser Definition etwas? Erstelle eine Liste von allem, was Interesse, Anteilnahme oder Verbundenheit jeglicher Art in dir auslöst.
    • Schreibe die Namen der Menschen auf, mit denen du dich verbunden fühlst: Eltern, Geschwister, Freunde und jeder andere, der dir am Herzen liegt. Wenn du oft an die Person denkst und sie vermissen würdest, wenn sie nicht da wäre, dann bedeutet sie dir wahrscheinlich etwas. Diese Menschen können dir wichtig sein ... du musst sie nicht lieben und noch nicht einmal mögen.
    • Gehe auf die gleiche Art und Weise vor und schreibe Dinge nebst Menschen auf, die dir etwas bedeuten. Schreibe nicht die Dinge auf, um die du dich kümmern solltest, sondern nur die Dinge, die dir wirklich etwas bedeuten. Vielleicht ist dein Leben besser, weil du Fußball spielst oder du kannst dir eine Welt ohne Warcraft nicht vorstellen. Vielleicht liegt dir Poesie am Herzen oder du liebst einen bestimmten Filmstar, Es gibt keine Begrenzung für deine Liste – schreibe alles auf ... große und kleine Dinge.
    • Sei ehrlich zu dir selbst, wenn du deine Liste machst und lasse nichts aus. Vielleicht wurdest du so konditioniert, dass du "über den Dingen stehst" oder dass du die Dinge versteckst, die dich ausmachen. Menschen werden versuchen, dir zu sagen, was dir etwas bedeuten sollte und was nicht aber du wirst lernen müssen, sie deiner eigenen Zufriedenheit zuliebe zu ignorieren. Und in den meisten Fällen wirst du letztendlich die Bewunderung der anderen gewinnen, wenn du deiner Sache treu bleibst und zum Ausdruck bringst, dass dir etwas wichtig ist.
  2. Schaue darauf, wie du deine Freizeit verbringst. Ist dir noch immer nicht klar, was dir wichtig ist? Wirf einen Blick darauf, was du mit deiner Zeit tust, wenn all deine Pflichten erfüllt wurden. Wenn deine Hausaufgaben vollständig bearbeitet, der Arbeitstag vorüber und die Hausarbeiten erledigt sind … was tust du gewöhnlich? Die Art, wie du deine Freizeit verbringst, kann sehr aufschlussreich sein. Wahrscheinlich nutzt du sie, um etwas zu tun, was dir etwas bedeutet.
    • Verbringst du deine Freizeit damit, mit jemandem am Telefon ein langes Gespräch zu führen, deinen Freunden SMS zu schicken oder Kommentare auf Facebook zu schreiben? Das könnte zeigen, dass dir soziale Verbindungen wichtig sind. Ebenso mag es dir etwas bedeuten, auf dem Laufenden zu bleiben und deine Beziehungen zu stärken.
    • Vielleicht verbringst du deine Freizeit damit, an deinen künstlerischen Fähigkeiten zu arbeiten: Schreiben, Musik, Malen oder was auch immer dich bewegt. Oder vielleicht verbringst du sie mit Joggen, Gewichtheben, Gärtnern oder Kochen. Wenn es etwas ist, was du freiwillig tust, dann bedeutet es dir wahrscheinlich etwas.
    • Die Dinge, über die du etwas liest oder etwas im Fernsehen verfolgst, können auch helfen, deine Interessen zu definieren. Wenn du zum Beispiel jeden Tag die Nachrichten aus aller Welt liest, dann ist es dir wahrscheinlich wichtig, was außerhalb deiner örtlichen Umgebung passiert. Selbst die Fernsehshows, die du dir ansiehst, können hilfreich dabei sein, zu zeigen, was dir wichtig ist. Suche nach gemeinsamen Themen oder Genre, die dich anziehen.
  3. Achte darauf, an was du denkst, bevor du einschläfst. Den Tag über musst du wahrscheinlich über Themen sprechen, die dir nicht so viel bedeuten. Zwischen Smalltalk, dem Versuch, andere Menschen zu beeindrucken und dem Besprechen von Themen, die mit Schule oder Arbeit in Zusammenhang stehen, ist dir vielleicht nicht ganz klar, was dich wirklich antreibt. Wenn das der Fall ist, dann achte auf die Gedanken, die genau vor dem Schlafengehen auftauchen, Während dieser persönlichen, ungestörten Zeit, wird das, was dir wichtig ist, vermutlich an die Oberfläche kommen.
    • Über welche Menschen denkst du am meisten nach, wenn du einschläfst? Egal ob das Denken an sie ein gutes oder schlechtes Gefühl bei dir hinterlässt … die Tatsache, dass sie dir in den Sinn kommen, bedeutet, dass du sie wichtig nimmst.
    • Trägst du Gedanken in dir über etwas, auf das du dich am nächsten Tag freust oder über etwas, worauf du dich nicht freust?
    • Manchmal nehmen Gedanken der Zuwendung die Form von Sorgen an. Wenn dir bewusst wird, dass du dir genau vor dem Einschlafen Sorgen darüber machst, welche Leistung du bei deiner Präsentation am kommenden Tag abgeben wirst, dann machst du dir eventuell Gedanken, weil es dir so wichtig ist.
  4. Finde heraus, was dein Interesse anzieht. Welche Situationen, Vorstellungen oder Konzepte lösen bei dir eine starke Reaktion aus? Was sorgt dafür, dass du mehr lernen, das Wort ergreifen oder helfen willst? Wenn du auf Dinge achtest, die ein Verlangen in dir hervorrufen, dich mehr einzubringen, kann das dir helfen, deine eigene Fähigkeit zur Fürsorge zu verstehen.
    • Der Anblick deiner kleinen Schwester, die aufgezogen wird, löst vielleicht ein brennendes Verlangen in dir aus, einzuschreiten und sie zu beschützen.
    • Oder vielleicht hast du herausgefunden, dass der Fluss in der Stadt, in der du lebst, verschmutzt ist und du fühlst dich angetrieben, um an einer Reinigungsaktion des Flusses teilzunehmen oder du findest eine andere Möglichkeit, um die Verschmutzung in deiner Gegend zu beheben.
    • Weniger ernsthafte Investitionen zählen ebenfalls. Vielleicht hast du einen urkomischen Stand-Up-Komiker gesehen und vielleicht verlierst du dich voll und ganz auf Youtube, indem du dir jeden Auftritt anschaust, den der Komiker jemals aufgezeichnet hat oder du liest eine Geschichte in den Nachrichten über eine Katze, die ihren Besitzer vor einem Feuer gerettet hat und klickst daraufhin einige Nachrichten mehr zu diesem Thema an.
  5. Finde heraus, was dein Herz berührt. Wenn dir etwas am Herzen liegt, dann zeigst du eine emotionale Reaktion darauf. Es macht dich glücklich, aufgeregt, nervös, schuldig, ängstlich, traurig oder etwas vollkommen anderes. Vielleicht bist du die Art Mensch, der sehr subtile Emotionen hat oder vielleicht sind deine Gefühle groß und überwältigend. So oder so handelt es sich dabei um Wegweiser, die dir zeigen, was dir wichtig ist.
    • Depression wird als ein Gefühl beschrieben, in dem dir einfach nichts mehr wichtig ist – du bist leer. Wenn du dich so fühlst und du in einem Zustand gefangen bist, in dem du nichts fühlst oder dir nichts wichtig ist, dann nimm eine Therapie für die Depression in Anspruch. Mit einer anständigen Behandlung, wirst du abermals in der Lage sein, Gefühle zu empfinden und Dinge zu haben, die dir etwas bedeuten.

Teil 2 von 3: Lerne, dich stärker einzubringen

  1. Lasse dich selbst leidenschaftlicher werden. Lasse dich von der Welt berühren und erlaube ihr, dich zu beeinflussen anstatt die Dinge zurückzuweisen oder uninteressiert zu sein. Wenn du anerkennst, dass dir etwas wichtig ist, dann öffnest du damit die Möglichkeit, dich noch stärker darum zu kümmern. Sicher, es wäre vielleicht cooler, so zu machen, als würde es dir nichts ausmachen. Aber wenn du ignorierst, wie viel dir etwas bedeutet, dann verpasst du vielleicht eine Gelegenheit, um aus dieser Situation Weisheit zu gewinnen.
    • Manchmal bedeutet es, aus der Norm zu fallen, wenn du Dinge persönlich nimmst. Eine Gruppe von Schülern in deiner Englischklasse macht zum Beispiel niemals die erforderlichen Leseaufgaben. Die Schüler der Gruppe denken, dass es lächerlich ist, Zeit mit dem Lesen von Romanen zu verbringen und sie sitzen im Klassenzimmer hinten, unterhalten sich und schreiben SMS anstatt aufzupassen. Wenn dir eine gute Note wichtig ist und du den Wert darin erkennst, dich mit Literatur zu beschäftigen, dann wirst du mutig genug sein müssen, um deine Arbeit zu tun und im Unterricht aufzupassen, selbst wenn du dadurch bei deinen Klassenkameraden keine Pluspunkte sammelst.
  2. Sei weniger uninteressiert. Bist du häufig sarkastisch? Ist deine Standardantwort auf etwas Neues, was du lernst, normalerweise eine uninteressierte oder zynische Antwort? Du bist nicht alleine. Aber denke an die interessantesten Menschen, die du kennst: die selbstbewussten Menschen, die wissen, wo sie im Leben hinwollen. Sie teilen wahrscheinlich alle die gleiche Qualität: ernst und positiv zu sein, wenn sie über etwas sprechen, was ihnen am Herzen liegt. Anstatt ihre Leidenschaft hinter einem Schleier aus Sarkasmus zu verstecke, zeigen sie stolz, wie sie ticken.
    • Habe keine Angst, neue Dinge auszuprobieren. Anstatt etwas Neues abzutun, gib ihm eine Chance, dich zu berühren.
    • Versuche stolz darüber zu sprechen, was dich antreibt, anstatt so zu agieren, als wäre dir nichts wichtig. Formuliere die Dinge, die dir wichtig sind als etwas, was du stolz vorzeigen kannst, anstatt als etwas, was versteckt werden muss.
  3. Nimm Gefühle wahr anstatt zu versuchen, vor ihnen zu fliehen. Es fühlt sich nicht immer gut an, wenn einem etwas bedeutet. In Wirklichkeit kann es sich geradezu mies anfühlen, wenn Fürsorge in Gestalt von Schuld oder Traurigkeit daherkommt. Aber wenn einem etwas wichtig ist, geht es darum, tiefe Gefühle zuzulassen … selbst wenn deine Gefühle schmerzvoll sind. Als Belohnung wirst du bessere Beziehungen haben und mit der Welt um dich herum involvierter sein.
    • Es kann zum Beispiel verlockend sein, die Gefühle von Traurigkeit zu ignorieren, die du bezüglich deiner Großmutter hast, die in einem Pflegeheim lebt und es liebt, wenn du zu Besuch vorbeikommst. Aber wenn du dir die Erlaubnis gibst, dich um sie zu kümmern, wenn du den Mut hast, mit der Traurigkeit zurechtzukommen und deine Großmutter besuchen gehst, dann wirst du deine Entscheidung, deinem Herzen zu folgen nicht bereuen.
  4. Arbeite daran, die Beziehungen zu anderen Menschen zu stärken. Einige der Dinge, die dir am meisten bedeuten, stehen wahrscheinlich in Zusammenhang mit Menschen in deinem Leben. Sich um Menschen zu kümmern, ist es, was Beziehungen antreibt und sie erfüllend macht. Manchmal kann es beeinflussen, wie wichtig dir andere Menschen sind, wenn du einfach mehr Zeit mit Menschen, die dir nahe stehen, verbringst. Je besser du sie kennenlernst, desto mehr werden sie dir bedeuten.
    • In Liebesbeziehungen halten die Menschen sich emotional oft zurück, weil sie Angst haben, verletzt zu werden. Niemand will in der Position sein, in der er mehr als der andere investiert. Sich um andere zu kümmern erfordert Mut. Es erfordert Zugänglichkeit, selbst wenn du dir nicht sicher bist, was du im Gegenzug bekommen wirst.
  5. Verbringe Zeit mit anderen Menschen, die interessiert sind. Du kannst über Fürsorge viel lernen, wenn du Zeit mit anderen Menschen verbringst, die Fürsorge leben. Umgib dich mit Menschen, die fürsorglich und hilfsbereit sind, anstatt mit Menschen, die hartherzig oder ichbezogen sind. Beobachte, wie fürsorgliche Menschen mit anderen umgehen und wie sie neuen Situationen begegnen und eifere ihrem Verhalten nach. Wenn du einmal mit Fürsorge beginnst, wirst du merken, dass sie sich spontaner zeigt.

Teil 3 von 3: Zeigen, dass du dich kümmerst

  1. Mache so als ob, selbst wenn du es nicht wirklich fühlst. Wenn du wirklich außer Übung bist, dann musst du vielleicht durch Schein zum Sein kommen. Manchmal wird dich „so tun als ob“ in die richtige Situation bringen, um Gefühle für etwas zu entwickeln, bis die Sache dir tatsächlich etwas bedeutet. Das heißt nicht, dass du vorgeben sollst, dass dir die Dinge wichtig sind, weil sie anderen Menschen wichtig sind. Du sollst auch nicht vorgeben, dass dir Dinge wichtig sind, die du eigentlich überhaupt nicht ausstehen kannst. Aber in manchen Umständen ist es in Ordnung, dich in Fürsorge zu üben, in der Hoffnung, dass du bald auf diese Art fühlen wirst.
    • So tun als ob, bringt dich auch in die nähere Umgebung von etwas oder jemandem, den oder das du normalerweise nicht besonders gut kennenlernen würdest. Wenn du zum Beispiel keine besonderen Empfindungen für deine Nachbarin hegst, du aber ihre Auffahrt freischaufelst, wenn es schneit … einfach, um nett zu sein. Nach einer Weile könnten die höflichen Gespräche, die ihr beiden führt und die durch deine Aufmerksamkeit ausgelöst wurden, zu einer wirklich einfühlsamen Beziehung führen.
    • So tun als ob, kann dir auch helfen, mehr über etwas zu lernen, was dazu führt, dass es dir etwas bedeutet. Du meinst vielleicht, dass dir Biologie überhaupt nicht wichtig ist, aber du gibst im Unterricht dennoch dein Bestes, damit du eine gute Note bekommen kannst. Nachdem du fleißig gelernt und dich an Diskussionen im Unterricht beteiligt hast, findest du vielleicht heraus, dass das Fach dich in Wirklichkeit fesselt.
  2. Nimm teil anstatt im Hintergrund zu bleiben. Es ist wirklich schwer, Affinität für etwas zu entwickeln, wenn du zuschaust anstatt teilzunehmen. Jedes Mal wenn du die Chance bekommst, etwas Neues auszuprobieren oder dich mehr zu beteiligen, versuche häufiger "Ja" statt "Nein" zu sagen. Du weißt nie, wo deine positive Einstellung dich hinführen wird. Du entdeckst vielleicht versteckte Talente und Leidenschaften, von denen du nie gewusst hättest, dass es sie gibt .
  3. Kümmere dich auch um dich selbst. Wenn du ein schlechtes Selbstwertgefühl hast, dann musst du deine Mission vielleicht damit beginnen, dir wichtiger zu sein, indem du dich zuerst wertschätzt. Dir selbst wichtig zu sein bedeutet, dich mit Güte zu behandeln und für deine Zukunft die Verantwortung zu übernehmen.
    • Praktiziere Selbstfürsorge täglich, um dich körperlich und mental bei guter Gesundheit zu erhalten. Tue jeden Tag Dinge, die helfen, dass du dich weniger gestresst und selbstbewusster fühlst. Viele Menschen sind der Ansicht, dass einfache Dinge wie das Essen von gesundheitsfördernder Nahrung, etwas Sport und sich ab und zu etwas Gutes zu tun, dazu führen, dass das Leben sich insgesamt positiver anfühlt.
    • Setze dir Ziele und halte dich an sie. Sich darum zu kümmern, was in der Zukunft passiert ist Teil davon, sich um sich selbst zu kümmern.
  4. Wisse, wann du dich zurückziehen solltest. Es ist möglich, dass du dein Herz zu weit öffnest und merkst, dass es überfordert, missbraucht oder manipuliert wird. Manchmal fühlen wir den Schmerz zu stark und wollen anderen helfen, ohne auf unser eigenes Wohlbefinden zu achten. Es ist wichtig zu wissen, wann man sich ein wenig zurückziehen sollte. Wenn du merkst, dass du all deine Energie und Zeit für etwas widmest, was dir wichtig ist, dabei aber wenig für dich selbst oder andere wichtige Dinge übrig bleibt, dann kann es eine gute Idee sein, weniger Zeit für diese bestimmte Sache aufzuwenden.
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