So machst du es als Zwischenhändler richtig

Viele Leute arbeiten nicht für jemand anderen, sondern nur für sich selbst – als Zwischenhändler (auch Mittelmann genannt). Mittelmänner verhandeln zwischen dem Lieferanten oder Anbieter und dem Käufer oder Abnehmer. Auch wenn viele Zwischenhändler erfolgreich sind, die Karriereleiter hinaufzuklettern kann trotzdem schwierig sein. Du musst über die möglichen Risiken Bescheid wissen.

Methode 1 von 2: Als erstes baust du dir dein Geschäft auf

  1. Wenn du ein unabhängiger Zwischenhändler bist, hast du dein eigenes Geschäft. Die Startkosten sind in diesem Bereich relativ günstig und es ist auch möglich relativ schnell einzusteigen. Aber du musst trotzdem auf einige Regeln achten: Professionelle sowie legale Faktoren spielen eine Rolle.
    • Triff ein paar Vorkehrungen, die du fürs Geschäftemachen brauchst. Du solltest ein zweites Telefon für das Unternehmen haben, außerdem brauchst du ein Faxgerät und eine extra E-Mail-Adresse. Ebenfalls ratsam ist ein Ort oder Platz in deinem Haus, wo der Arbeitscomputer steht.
    • Nun kannst du einen Schritt weitergehen: Mach dich mit den legalen Schritten für dein Geschäft vertraut. Du brauchst eine Unternehmensform. Schau dir alle Einschränkungen für das Produkt oder den Service, den du anbieten möchtest, an. Deine Steuern musst du im Griff haben und alle nötigen Formulare rechtzeitig abgeben.
  2. Nun musst du nach einer Marktlücke suchen. Am wahrscheinlichsten findest du diese innerhalb eines Marktes oder eines Feldes, wo Angebot und Nachfrage nicht besonders gut laufen (stagnieren). Das heißt, Anbieter und Abnehmer sind nicht wirklich zufrieden.
    • Dienstleistungen oder spezielle Produkte gehören zu den einfacheren Bereichen, um als Zwischenhändler zu starten. Allgemeine Produkte werden natürlich öfter angeboten und außerdem auch direkt vom Hersteller verkauft: Einen Verkäufer davon zu überzeugen die Strategie zu ändern wird schwer. Besonders wenn es bei ihm soweit gut läuft.
  3. Mach dich schlau und schau nach potentiellen Käufern/Abnehmern. Wer könnten die Käufer deines Produktes oder deiner Leistung sein? Je nachdem welche Art von Business du planst, können deine Abnehmer regional oder auch national (vielleicht sogar international) sein.
    • Solltest du ein Produkt verkaufen wollen, musst du nach Händlern suchen, die Interesse daran haben das Produkt zu verkaufen. Regionale Händler kannst du sicherlich im Internet oder mit dem Telefonbuch finden. Die nicht regionalen Händler kannst du in Datenbanken für Händler finden. Konzentrier dich bei deiner Suche lieber auf kleine und mittelgroße Unternehmen und nicht so sehr auf die großen Hauptmarken.
    • Solltest du eine Leistung (einen Service) anbieten wollen, musst du vielleicht die Strategie der traditionellen Werbung wählen. So lockst du individuelle Käufer und Unternehmen, die diesen Service in Anspruch nehmen würden. Fang erst mal bei den Gesellschaften an, wo du einen eventuellen Bedarf für deine Leistung ausmachen kannst: Oftmals ist das vielleicht jemand, den du persönlich kennst oder ein Unternehmen aus deiner Region. Danach findest du über dieses Unternehmen weitere potentielle Abnehmer.
  4. Kontakte sind wichtig. Nachdem du mögliche Abnehmer ausfindig gemacht hast, ruf sie an. Find somit heraus, was sie eigentlich brauchen und überzeug sie, über dich zu kaufen.
    • Du kannst auch erst mal eine E-Mail schicken, um dich mit einem möglichen Abnehmer in Verbindung zu setzen. Ein persönlicher Anruf ist aber nie verkehrt, da du einen professionellen Eindruck hinterlassen kannst. Das gilt besonders dann wenn du mit einem Unternehmen statt Einzelpersonen verhandelst.
    • Am besten versuchst du direkt mit dem Verkaufsmanager zu sprechen, wenn du Händler kontaktierst. Frag die entsprechende Person danach, ob Interesse nach der Preisliste besteht. Sollte dieser Ja sagen, solltest du ihm diese Lister innerhalb weniger Werktage zuschicken.
  5. Such auch nach möglichen Lieferanten bzw. Anbietern. Erst einmal solltest du so viele wie möglich für dein gewähltes Produkt oder deinen Service finden. Mach dich schlau über jeden von ihnen, dann kannst du deine Auswahl eingrenzen.
    • Sollte es um Produkte gehen, musst du nach Herstellern suchen. Wenn du dich wirklich nur auf regionale Produkte konzentrierst, suchst du nur im regionalen Netz. Ansonsten schau auch nach internationalen Herstellern.
    • Wenn es um Dienstleistungen geht sind deine Anbieter höchstwahrscheinlich regional.
  6. Frag nach Preisangeboten wenn du einen möglichen Anbieter kontaktierst. Am besten schicken sie dir ein Angebot für eine bestimmte Menge eines Produkts oder die Art einer Leistung. Nachdem du diese Angebote eingeholt hast, kannst du sie vergleichen und sehen welcher Anbieter am besten für dich ist.
    • Du musst wirklich genau hinschauen und alle Faktoren einbeziehen. Nur weil ein Anbieter das günstigste Angebot hat, ist er nicht automatisch der beste: Das Produkte könnte z. B. von sehr schlechter Qualität sein und in diesem Fall mit der Konkurrenz nicht mithalten. Das alles gilt auch für Dienstleistungsanbieter.
  7. Du musst auch deine Arbeit mit einberechnen. Als Zwischenhändler verdienst du meistens eine Provision mit jedem Verkauf. Der genaue Wert kann immer variieren, aber meistens sind Provisionen von 10 bis 15 % normal.
    • Bedenk, dass manche Anbieter schon mit anderen Zwischenhändler arbeiten: In diesem Fall könnte schon ein bestimmter Provisionssatz festgelegt sein. Entscheid für dich, ob das ein Problem für dein Unternehmer darstellt.
  8. Nun kontaktierst du deine möglichen Käufer noch einmal und gibst ihnen die Infos weiter, z. B. die Endkosten deines Produkts oder deiner Leistung.
    • Vergiss nicht, dass weitere Kosten oder Gebühren – sowie Steuern oder Versandkosten - auf dich zukommen.

Methode 2 von 2: Als nächstes musst du dich im Geschäft halten können

  1. Sei dir über jedes Risiko bewusst. Es gibt Bereiche, in denen Zwischenhändler eine Menge Erfolg haben, in anderen Bereichen möchte man sie lieber komplett verschwinden sehen. Dein Geschäft hält sich wahrscheinlich weniger lange, wenn du den Anbietern und Käufern deinen Wert nicht gut verkaufen kannst.
  2. Bleib vielfältig. Spezialisier dich nicht zu stark auf ein einzelnes Produkt oder eine Leistung. Du wirst schnell überholt oder giltst als unmodern, solltest du nicht eine gewisse Bandbreite zur Verfügung stellen.
    • Unabhängig davon, mit welchem Produkt oder welcher Dienstleistung du handelst, es ist immer besser mit verschiedenen und mehreren Anbietern zu arbeiten. Mit nur einem Anbieter riskierst du, dass dein Business mit diesem einen Lieferanten steht und fällt.
    • Auch Käufer sehen dein Unternehmen als Risiko, wenn dich der einzige Anbieter im Stich lässt: Sie werden dreimal überlegen, bevor sie Geschäfte mit dir machen.
  3. Treue aufbauen ist sehr wichtig. Damit deine Anbieter nicht deine Konkurrenz werden, musst du Vertrauen zu den Kunden aufbauen. Sie sollten dir gegenüber loyal sein, nicht gegenüber der Marke des Lieferanten.
    • Wenn du mit mehreren Lieferanten arbeitest, kannst du das Vertrauen besser aufbauen. Wenn du nicht nur von einem Anbieter abhängig bist, sind die Kunden mehr auf dich angewiesen.
    • Um Kunden an dich zu binden, kannst du dich sonst auch auf Verkaufserfahrung konzentrieren. Das Produkt oder die Dienstleistung ist nicht das einzige – exzellenter Kundenservice gehört dazu.
  4. Qualität sollte an oberster Stelle stehen. Dabei geht es um die Qualität des Produktes oder des Service, den du anbietest, aber auch um die Erfahrung, die du Anbietern und Abnehmern bieten kannst.
    • Du wirst erfolgreicher sein, wenn du der erfahrene Ansprechpartner für deine Anbieter und für deine Kunden bist.
    • Bei den Anbietern gilt, deren Kundenstamm zu erweitern und zu einem Teil Marketing zu betreiben.
    • Für die Kunden bedeutet es, dass du beste Qualität für den Preis, den sie bereit sind zu zahlen, garantierst. Mach dir Gedanken, vergleiche etc. bevor du die beste Option anbietest.
  5. Du musst präsent sein – heutzutage vor allem auch unterwegs und online. Deine Kunden und Anbieter sollten es so einfach wie möglich haben, dich und dein Unternehmen zu erreichen. Computer und Handy sind ein Muss.
    • Leg dir eine Homepage zu und auch ein Account bei Facebook, Twitter etc. ist ratsam.
    • Deine Homepage sollte es den Kunden erleichtern, dein Unternehmen kennenzulernen, Produkte zu finden, dich zu kontaktieren und Bestellungen auch online zu machen.
    • Das Handy darf nicht fehlen. Aber auch deine Website sollte fürs Smartphone und andere Geräte wie das Tablet geeignet sein. Wenn möglich, denk auch über eine Handy App nach – so wird es noch leichter für die Kunden.
  6. Der Austausch darf nicht zu lange dauern. Leute sind anspruchsvoller und erwarten, dass die Leistung oder das Produkt nicht allzu lang auf sich warten lassen. Zwischenhändler haben auch immer ein bisschen etwas von dem Ruf, dass sie den ganzen Prozess verlangsamen. Bemüh dich also und such nach Möglichkeiten, den Ablauf schneller zu machen.
    • Wenn du es für angemessen hältst, solltest du Deadlines für Zahl- und Lieferprozesse einrichten. Es ist wichtig, dass deine Anbieter und Kunden Bescheid wissen und sich an deine Regeln halten.
  7. Sei erreichbar. Deine Anbieter und Kunden sollten keine Probleme haben, sich mit dir in Verbindung zu setzen. Sie sollten auch nicht ewig auf eine Antwort warten müssen.
    • Mach es den Beteiligten einfach indem du per E-Mail, Handy und Faxgerät erreichbar bist.
    • Sollte es zu Problem kommen, kümmre dich möglichst schnell um diese und informier die Beteiligten über deine Lösungsschritte. Deine Anbieter und Kunden sollten nicht unwissend gelassen werden.
    • Behandle alle Beteiligten gut.
  8. Sei flexibel. Eine gute Idee in deinem Kopf ist vielleicht nicht die beste Lösung für die andere Seite. Sei offen für Feedback und versuch, dein Unternehmen und deine Arbeit regelmäßig zu verbessern.
    • Hab einen guten Überblick über beide Seiten – Kunden und Anbieter. Nur so kannst du sehen, wie gut es für dich läuft und wo du vielleicht Verbesserungen vornehmen solltest. Du kannst die Beteiligten auch direkt fragen oder einen kleinen Fragebogen erstellen.
  9. Bleib transparent. So können die anderen Seiten ein besseres Vertrauen zu dir und deinem Unternehmen aufbauen. Deine Anbieter und Kunden sollten verstehen können, wie dein Unternehmen funktioniert.
    • Wenn danach gefragt werden sollte, sag den Kunden woher das Produkt kommt. Käufer wollen dies oft wissen, damit sie entscheiden können, ob sie einen bestimmten Lieferanten und dessen Geschäft unterstützen wollen oder nicht.
    • Rechne den Kunden deine Kosten auseinander, dann können sie genau verstehen, wofür sie bezahlen. Damit vermeidest du, dass diese sich später aus irgendwelchen Gründen „betrogen“ fühlen.
Information
Users of Guests are not allowed to comment this publication.