Dich selbst zuerst lieben

Der Titel dieses Artikels geht aus einer Bemerkung von Lucille Ball hervor, die die weltbekannte amerikanische Schauspielerin und Komödiantin einmal gemacht hat. Sie verstand, dass du zuerst eine gute Beziehung zu dir selbst aufgebaut haben musst, bevor du mit irgendjemand anderem eine gute Beziehung haben kannst. Es ist entscheidend, eine solide Basis in puncto Wissen und Verständnis davon zu haben, wer du bist und was dir am wichtigsten ist. Der schwierige Teil ist für die meisten Menschen, diese Person kennenzulernen, wenn du bislang noch nicht einmal weißt, wer du selbst bist. Nichtsdestotrotz ist es (ähnlich wie bei einem Puzzle) etwas, was Zeit, Geduld und viel Bereitschaft erfordert, um die Schichten durch Versuch und Irrtum zu entwirren. Dieser Artikel wird mit dir die grundlegenden Schritte durchgehen, die dir helfen werden, dich mit deinem wirklichen Selbst anzufreunden, damit du wertschätzen kannst, wie großartig und einzigartig du bist.

Vorgehensweise

  1. Frage dich selbst: Wer bin ich? Diese einfach klingende Frage ist in Wirklichkeit sehr schwer zu beantworten. Es ist eine Frage, die direkt zur Wurzel deiner Werte, Überzeugungen, Zweifel, Realitätssinn vorstößt und sogar zu den äußeren Wahrnehmungen, die dir von anderen (egal ob wahr oder nicht) auferlegt werden. Wenn du dir diese Frage stellst, dann probiere das Folgende aus:
    • Mache eine Liste von Eigenschaften, Talenten, Fähigkeiten und Gedanken, von denen du das Gefühl hast, dass sie den Menschen, der du gerade bist, ausmachen.
    • Stelle sicher, dass du eine angemessene Anzahl sowohl von Tugenden als auch Lastern aufführst. Jeder hat mindestens acht gute Eigenschaften und acht weniger erstrebenswerte. Geißele dich nicht … es ist ein ganzes Bündel und du kannst an den Teilen arbeiten, die du nicht magst. Was an diesem Punkt wichtig ist, ist Erkenntnis … anzuerkennen, bei welchen Eigenschaften du das Gefühl hast, dass sie dir schaden und gute Eigenschaften zu finden, über die du wahrscheinlich nie nachgedacht hast.
    • Nimm dir Zeit, um diese Frage zu beantworten. Es ist unwahrscheinlich, dass du sie bei einer Tasse Kaffee beantworten wirst. Bringe den Ball ins Rollen, indem du dir diese Frage als Aufgabe mindestens in der kommenden Woche (vielleicht sogar länger) stellst. Erinnere dich an sie, wenn du deinen täglichen Pflichten nachkommst. Dann lege einen Zeitpunkt fest, an dem du all die Dinge aufschreibst, von denen du festgelegt hast, dass sie dich ausmachen. Nimm dir Zeit, dich selbst wertzuschätzen. Finde heraus, was dich einzigartig macht und was dich von anderen abhebt.
  2. Bitte einen Freund, der dich gut kennt, dir zu helfen. Wenn du damit konfrontiert bist, dass jemand dir deine guten und schlechten Punkte verdeutlicht, dann denke daran, dass du seine Einschätzung nicht akzeptieren musst, wenn du damit nicht übereinstimmst. Es ist seine äußerliche Wahrnehmung von dir und dein Gegenüber kann dich nicht wirklich bis ins Innerste kennen. Aber es wird empfohlen, dass du seine Analyse sorgfältig in Erwägung ziehst und daran denkst, wenn du dich selbst aufrichtig anschaust. Manche der Dinge, die dein Freund über dich sagt, bringen bei dir vielleicht eine Saite zum Klingen und helfen dir eventuell sogar zu erkennen, was in deinem Leben geändert oder verbessert werden muss.
  3. Schlage die Bedeutung der Wörter nach, die du als Schwächen und Stärken bestimmt hast. Du musst wirklich ein tiefes Verständnis der Wörter erlangen. Wenn dir zum Beispiel gesagt wird, dass du nett bist, was bedeutet es dann wirklich, nett zu sein? Es umfasst Großzügigkeit anderen gegenüber, Mitgefühl, Rücksichtnahme, Hingabe und viel mehr … welche Aspekte dieser Eigenschaft erzeugen die größte Resonanz bei dir?
  4. Schaue dir deine Liste der Schwächen an. Es ist wichtig, die Dinge an dir selbst anzuerkennen, die dir nicht dabei helfen, dich erfüllter oder erfolgreicher im Leben zu fühlen. Aber sei nicht zu streng mit dir. Denke daran, dass dies deine Liste ist und dass an allem gearbeitet werden wird, mit Klarheit und Perspektive. Wenn du zum Beispiel schlecht gelaunt bist, dann ist das eindeutig ein Bereich, an dem es sich zu arbeiten lohnt, um deine Beziehungen zu anderen zu verbessern und um damit aufzuhören, Frustration und Wut als Vorwand dafür zu benutzen, die Dinge, die du wirklich im Leben willst, nicht zu bekommen. Wenn du den Fokus auf die Dinge legst, die für dich nicht funktionieren, dann ist das eine Möglichkeit, anzuerkennen, dass dieses Verhalten oder diese Einstellung ihre Nützlichkeit überdauert haben (wenn sie überhaupt jemals nützlich waren). Zudem gibt es dir die Möglichkeit, dich dafür zu entscheiden, Schwächen in Stärken zu verwandeln oder dich mehr auf deine Stärken zu fokussieren, damit du die Schwächen gehen lassen kannst.
    • Sei dir bewusst, dass Menschen uns in vielen Fällen für unsere Schwächen mögen, denn das ist es, was uns am menschlichsten wirken lässt. Denke an die Spitzenkräfte im Leben, die wie übermenschliche Wesen wirken, bis irgendetwas sie zu Fall bringt und den Rest von uns Sterblichen daran erinnert, dass sie auch nur Menschen sind. Fehler bei anderen erinnern uns daran, dass wir fehlbare Menschen sind und wir können das nachempfinden, da wir alle Schwächen haben. Mit Perfektion kann man sich wirklich schwer identifizieren, besonders dann, wenn sie beim Verhalten und der Einstellung eines Menschen immer an vorderster Stelle steht.
  5. Lerne bescheiden zu sein. Indem du akzeptierst, dass du nicht alles weißt, wirst du sympathischer und bist besser in der Lage, von anderen zu lernen. Wer mag schon einen Besserwisser? Was jedoch noch wichtiger ist, ist die Tatsache, dass es dich anfällig für Versagensängste macht, wenn du die Fassade aufrechterhalten musst, dass du immer überall der Experte, die allwissende Person bist. Zudem kannst du eventuell die Sorge entwickeln, die Belastungen aller anderen tragen zu müssen. Das Leben ist eine gemeinsame Reise, während der wir alle eine Rolle zu spielen haben und kein Mensch kann die Aufgabe einer anderen Person erledigen. Du kannst nicht in allem ein Experte sein. Doch wenn du dies versuchst, dann riskierst du es, auf das Lernen von den Perspektiven und Ideen anderer Menschen zu verzichten. Auf diesen Standpunkten und Perspektiven kannst du immer aufbauen, um dich selbst zu einem besseren Menschen zu machen und um die Welt vollumfänglicher zu verstehen. Indem du bescheiden bist, lässt du andere wissen, dass ihre Geschichte und ihre Vorstellungen genauso wichtig sind wie deine eigenen.
  6. Bleibe dir treu. Ehrlichkeit ist wirklich eine wichtige Eigenschaft. Sie lässt andere Menschen wissen, dass man sich auf dich verlassen kann und dass dein Wort zählt. Ehrlichkeit hat jedoch nichts damit zu tun, schonungslos oder unhöflich zu sein. Es geht darum, Dinge offen anzusprechen in der Absicht, die Intelligenz, Gefühle und Bedürfnisse der anderen Person ebenfalls zu respektieren. Darüberhinaus umfasst Ehrlichkeit das tägliche Leben. Sie bedeutet zum Beispiel, darauf zu verzichten, Schreibwaren ohne Erlaubnis von der Arbeit mit nach Hause zu nehmen und nicht die Tomaten von Marktstand mitzunehmen, ohne zu bezahlen. Ehrlichkeit ist eine Möglichkeit, dich in deinem Inneren mit dir selbst wohl zu fühlen. Dies geschieht in dem Wissen, dass du weiterhin als Vorbild für eine Lebensweise fungieren willst, die am erfüllendsten ist, selbst wenn andere sich nicht richtig verhalten haben. Ehrliche Menschen können mit sich selbst leben … eine Tatsache, die es so viel einfacher macht, dich selbst zu lieben.
  7. Höre damit auf, dir negative Sachen an den Kopf zu werfen. Sachen wie "Ich bin so fett" oder "Ich bin so dumm" helfen dir nicht. Das sind üble Märchen, die du dir selbst erzählst und sie befreien dich nicht davon, an dir selbst arbeiten zu müssen, was oftmals ein überzeugender Grund ist, um eine negative Sicht von sich selbst aufrecht zu erhalten. Entscheide dich stattdessen, dir eine andere, respektvollere Geschichte über dich selbst zu erzählen, wann immer die negative Stimme lauter wird. Sage hilfreiche Dinge zu dir selbst wie zum Beispiel: "Ich muss härter an meinen Schulaufgaben arbeiten", "Ich werde diese Beförderung bekommen, wenn ich mehr Zeit damit verbringe, meine Management-Fähigkeiten zu überprüfen" oder "Ich bin vielleicht klein, aber ich bin die schnellste und agilste Person auf diesem Feld".
  8. Sprich mit dir selbst, als wärst du dein Freund. Sprichst du mit dir selbst auf eine Weise, die du dir einem Freund gegenüber niemals erlauben würdest? Wenn das der Fall ist, dann ist das extrem aufschlussreich, wenn es um die Frage geht, wie sehr du dich selbst unterbewertest, während jeder andere außer dir einen Vertrauensbonus bekommen würde. Anstatt dich selbst zu schelten, wie es ein wütendes Elternteil vielleicht die ganze Zeit mit einem Kind macht (und vielleicht ist das genau so, wie dein Verstand es sich angewöhnt hat, dich zu sehen), beginne, mit dir selbst zu sprechen, wie du es mit einem Freund tun würdest, der dir wichtig ist. Verwende dir gegenüber nette Worte wie zum Beispiel "Du schaust heute gut aus. Deine Haare sehen toll aus." und "Ich habe große Fortschritte gemacht." Diese Wörter werden dir helfen, dich ermutigen und dir erlauben, dich selbst auf liebevolle und wertschätzende Art und Weise zu sehen.
  9. Mache dich nicht selbst schlecht. Zusammen mit negativen Worten ist es manchmal einfach, dich selbst so schlecht zu machen, dass du es dir selbst nicht mehr erlauben wirst, das Leben zu genießen. Das geht auf keinen Fall. Das Leben ist kurz und es obliegt jedem Menschen, das Beste aus jedem Tag, der ihm geschenkt wird, zu machen. Gib dir selbst die Gelegenheit, aus dir selbst herauszugehen, Spaß zu haben und dich einem Leben zu entsagen, in dem es nur um "Pflichten, aber keinen Spaß" geht, indem du Zeit für dich selbst einplanst, die nicht durch Hausarbeiten, andere Menschen oder negatives Denken unterbrochen wird. Einige der Dinge, die du eventuell zu dir selbst sagen kannst, umfassen: "Ich werde heute im Park sitzen und ein Buch lesen", "Ich werde ein Schaumbad nehmen", "Ich werde etwas essen, was ich liebe" oder "Ich werde mich heute selbst verwöhnen". Denke daran, dass du es verdienst.
  10. Schließe Frieden mit dir selbst. Wenn du im entscheidenden Moment versagt hast und jemanden im Stich gelassen hast, dann versuche, das in der Zukunft nicht wieder zu tun. Nutze die Erfahrung als eine Lektion, auf die du aufbauen kannst, eine Lektion, die dich jetzt zu dem besseren Menschen werden lässt, der du immer schon sein wolltest. Anstatt dir selbst zu sagen, dass du immer ein schlechter Mensch bist, erinnere dich daran, dass du es besser gemacht hättest, wenn du gewusst hättest wie und dass die Erfahrung selbst dir dieses „Wie“ für zukünftige Bezugnahme gelehrt hat. Gib dir eine Chance und schließe Frieden mit dem Teil in dir, der manchmal zu hart zu dir selbst ist.
  11. Lerne weiter und erlaube dir, dich zu verändern. Während des Lebens zu wachsen ist etwas, was jeder Mensch tun muss. Anais Nin sagte einmal, dass "das Leben ein Prozess des Werdens ist, eine Kombination von Zuständen, durch die wir hindurchgehen müssen. Menschen scheitern daran, dass sie einen Zustand wählen und in diesem verharren wollen. Das ist eine Art Tod." In anderen Worten: Stirb nicht, bevor deine Zeit gekommen ist. Dies erreichst du, indem du akzeptierst, dass du dich mit der Zeit veränderst und erneuerst. Du erlaubst dir, unbehindert zu der Person zu werden, die du zu diesem Zeitpunkt sein sollst. Dich selbst zu lieben ist eine Reise, kein Ende.

Tipps

  • Vergiss nicht, dass Erfolg Zufriedenheit bringt und dein wahres Selbst zeigt. Wenn du dein Wissen mit Menschen teilst, dann werden sie dich bewundern und dies wird dir helfen, dich noch mehr zu lieben.
  • Denke daran, dass das Leben zu kurz ist. Es gibt keine Zeit, um depremiert zu sein.
  • Niemand außer dir ist für deine Zufriedenheit verantwortlich. Verstehe, dass niemand perfekt ist
  • LIEBE DICH SELBST. Du bist ein einzigartiges Individuum, dass all deinen Respekt verdient.

Warnungen

  • Selbstliebe darf nicht mit Selbstbefangenheit verwechselt werden. Letzteres ist das narzisstische Beharren darauf, seinen Willen durchzusetzen, indem andere manipuliert werden und sich dennoch tief im Inneren mies zu fühlen. Selbstliebe ist heil und gesund. Du behandelst andere gleichwertig. Du benutzt andere Menschen nicht als Mittel zum Zweck und du fühlst dich 80% deiner Zeit gut mit dir selbst. Die Realität zeigt, dass du dich manchmal mies fühlen wirst, aber eine Person, die in der Lage ist, sich selbst zu lieben, wird sich viel schneller erholen als jemand, der in seinem Leben als lenkende Kraft kaum mehr als Selbsthass besitzt.
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