Mit Kritik am Arbeitsplatz umgehen

So, du hast also bei der Arbeit gerade dieses Projekt abgeschlossen und bist felsenfest davon überzeugt, dass es großartig geworden ist. Aber dein Boss erzählt dir als erstes, was du noch alles verbessern könntest. Lass dich nicht entmutigen! Konstruktive Kritik gehört zu jedem Job dazu. Dieser Artikel erklärt dir, wie du mit Kritik am Arbeitsplatz besser umzugehen lernst.

Vorgehensweise

  1. Akzeptiere, dass du nicht perfekt bist. Wenn du jede Aufgabe in dem Glauben angehst, dass alles optimal laufen wird, dann belügst du dich selbst. Du wirst Fehler machen. Wichtig ist, dass du aus ihnen lernst.
  2. Überprüfe deine Arbeit immer zweimal. Wenn du fertig bist und bevor du das Projekt an deinen Vorgesetzten übermittelst, überprüfe alles nochmal gründlich. So vermeidest du blöde Fehler, und dein Boss muss dich nicht wegen Kleinkram belästigen.
  3. Nimm es nicht persönlich. Wenn ein Kollege dich kritisiert, denke daran, dass er damit nicht meint, dass er dich nicht mag oder du nicht gut genug für deinen Job bist. Dein Kollege will nur sichergehen, dass du bestmögliche Arbeit ablieferst.
  4. Hör genau zu. Wenn du jede Kritik einfach ignorierst, wirst du dieselben blöden Fehler immer wieder machen. Mach dir Notizen und überlege dir, wie du Probleme lösen kannst. Dies ist der schwierigste Schritt, weil du hier eventuell mal deinen Stolz herunterschlucken und deine Verantwortung für das, was falsch gelaufen ist, eingestehen musst.
  5. Frage dich, was du aus der Kritik lernen kannst. Bevor du in die Verteidigung gehst oder wütend reagierst, stelle dir selbst die Frage Was kann ich daraus lernen?.
  6. Stimme der Kritik teilweise zu. Viele Menschen fokussieren sich nur auf das negative Feedback, wenn sie kritisiert werden, und das muss gar nicht unbedingt zutreffend sein. So löst man keine Probleme und lernt auch nichts. Wenn du der Kritik teilweise zustimmst, öffnest du dich für einen Lernprozess. Du musst nicht in allen Punkten zustimmen; schon deine Zustimmung zu einem kleinen Punkt der Kritik kann eine Teamwork-Atmosphäre entstehen lassen. Der Fokus verschiebt sich darauf, wie ihr alle zusammen das Problem lösen könnt, und du wirst dich dadurch weniger angegriffen fühlen.
  7. Analysiere und bewerte die vorgetragene Kritik. Du brauchst eine Weile, um die Informationen zu verarbeiten und zu überlegen, ob die Kritik berechtigt war, und was du tun kannst, um das Problem zu lösen oder den Fehler zu korrigieren. Wenn du diese Kritik schon öfter gehört hast, solltest du dir überlegen, was du daraus lernen kannst, damit es nicht wieder passiert.
  8. Schmolle nicht. Wenn du dich zu lange über Kritik aufregst, wirkt sich das nachteilig auf deine Arbeit jetzt und hier aus. Hake den Fehler ab und konzentriere dich darauf, bei der nächsten Aufgabe zu glänzen.
  9. Bedenke, dass alles aus einem Grund passiert. Wenn ein Kollege dich nicht leiden kann, oder wenn dein Boss gerade den größten Vollidioten zum Mitarbeiter des Monats erklärt hat, dann nimm es als Zeichen hin, dass etwas Besseres auf dich wartet. Geduld und ehrliche, harte Arbeit zahlen sich immer irgendwann aus.
  10. Bring die Sache ins Reine. Wenn dir die Art nicht gepasst hat, wie dein Kollege dich kritisiert hat, kläre das möglichst bald mit ihm, damit zwischen euch beiden wieder alles normal wird. Erkläre, warum du dich aufgeregt hast, und schlage vor, was man verändern könnte, damit es zwischen euch wieder besser läuft.
  11. Akzeptiere, dass andere Menschen manchmal Dinge sehen, die du nicht sehen kannst. Auch wenn dir Kritik vollkommen unbegründet erscheint, kann es sein, dass andere etwas wahrgenommen haben, das dir überhaupt nicht bewusst war. Wenn dir gesagt wird, dass du pessimistisch oder herrisch wirkst, du aber dieses Gefühl überhaupt nicht hast – naja, vielleicht wirkst du wirklich so, merkst es aber einfach nicht. Du musst einsehen, dass andere Recht haben könnten. Nutze die Chance und sieh mal genau in dein Inneres.
  12. Bleib trotz aller Kritik frohen Mutes und lass dich davon nicht herunterziehen.

Tipps

  • Was auch immer du tust, tu dein Bestes. Menschen, die nur schlecht mit Kritik umgehen können, sind meist weniger erfolgreich im Beruf.
  • Lass dir etwas Zeit zum Nachdenken, bevor du auf die Kritik antwortest. Das kann dir eine Menge Probleme ersparen.
  • Wenn sich die Gelegenheit bietet, diskutiere die Kritik mit jemandem, dem du vertraust, um eine objektive Meinung zu bekommen. So kannst du dir ein besseres Bild davon machen, ob die Kritik gerechtfertigt war, oder ob derjenige einfach nur eine Duftmarke hinterlassen wollte.
  • Es gibt Arbeitskollegen, die bewusst nach Fehlern suchen, um sich zu profilieren. Ein guter Trick ist es hier, einen offensichtlichen Fehler zu machen, der sich leicht korrigieren lässt. Dein Boss und deine Kollegen können sich darauf stürzen und haben dann das Gefühl, dass sie etwas beigetragen haben. Jetzt haben sie etwas gefunden und ihren Kritikhunger gestillt. Der Rest wird nun durchgehen.
  • Denk daran, dass dein Kollege das nicht tut, weil er dich oder deine Arbeit nicht leiden kann. Er tut es, damit du deine Arbeit verbessern kannst.
  • Denke immer daran, dass sich die Kritik auf deine Arbeit bezieht, nicht auf deine Person. Wenn ein Kollege einen von dir verfassten Brief kritisiert, vergiss, dass du ihn überhaupt irgendwann mal geschrieben hast. Rede dir selbst ein, dass ihn jemand anderes verfasst hat, und dein Kollege dich nun einfach darum bittet, ihn für denjenigen zu verbessern.

Warnungen

  • Wenn du das Gefühl hast, dass du bewusst gemobbt wirst, lege ein Tagebuch an, in dem du alle Vorfälle notierst, und bewahre Kopien von entsprechenden Briefen oder E-Mails auf.
  • Wenn du schriftlich Kritik erhältst, die deiner Meinung nach nicht gerechtfertigt ist, antworte ebenfalls schriftlich darauf und beziehe Stellung zu allen Punkten, bei denen du anderer Meinung bist. Schriftverkehr wird für gewöhnlich abgeheftet, und wenn du nicht antwortest, wird deine Akte nur eine Meinung enthalten, nämlich die deines Vorgesetzten.
  • Versuche nicht, dich zu rächen, besonders nicht bei Vorgesetzten. Sie sitzen leider am längeren Hebel und können dir das Leben extrem schwierig machen, vor allem, wenn sie noch einen höheren Vorgesetzten hinter sich stehen haben.
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