Eine Wegbeschreibung geben

Es gibt zwei unterschiedliche Arten, jemandem einen Weg zu erklären. Die eine beruht darauf, dass du anhand von markanten Ortspunkten den Weg erklärst, während der andere sich anhand der Himmelsrichtungen orientiert. Welche Art die sinnvollste ist, hängt immer davon ab, wo du dich gerade befindest und wo die Person hinmöchte. Meistens ist eine Kombination am hilfreichsten, aber am wichtigsten ist es, klare Anweisungen zu geben und nichts Wichtiges zu vergessen.

Vorgehensweise

  1. Erkläre den einfachsten Weg, auch wenn er ein wenig länger dauert. Abkürzungen sind zwar schneller zu fahren, man kann sich aber auch schneller verfahren. Wenn die Person, der du den Weg erklären möchtest, sich entweder verirrt hat oder keinen wirklich guten Orientierungssinn hat, verursache den Weg mit so wenig Abbiegungen wie möglich zu erklären. Zum Beispiel: Fahre bei der nächsten Möglichkeit links, dann an der nächsten Ampel rechts und dann folge der Straße, bis du zur Autobahn gelangst.
  2. Benenne Entfernungen. Wie lange muss man ungefähr auf einer Straße fahren? Es gibt unterschiedliche Wege, um Entfernungen anzugeben:
    • Es werden zum Beispiel 4 Straßen passiert, bis man abbiegen muss. Dieses funktioniert in einer Stadt besser als auf dem Land, da die Entfernungen dort relativ groß sind und man sich leicht verzählt, wenn man Wald- und Feldwege mitzählt.
    • Es werden 2 Ampeln passiert, bevor man abbiegen muss. Wenn du so den Weg erklärst, musst du dir aber auch wirklich sicher sein, dass du alle Ampeln im Kopf hast!
    • Die Entfernungen in Kilometern.
    • Gib an, wie lange er in Minuten benötigt. Das funktioniert aber nur für eine Dauer unter 10 Minuten. Ansonsten werden die Angaben sehr ungenau, da ein langsamer Fahrer vielleicht für eine Strecke von 15 Minuten, die ein sehr rasanter Fahrer fährt, etwa 25 Minuten benötigt. Bei kurzen Strecken wirkt sich das kaum aus.
    • Nenne eine markante Ortsmarke wie eine Tankstelle oder ein großes Geschäft, dass ihnen sagt, dass sie zu weit gefahren sind.
  3. Benenne Abbiegungen. Wenn es sich um mehr als drei oder vier Straßenwechsel handelt, bei denen man abbiegen muss, solltest du extra Details geben. Erwähne Ampeln oder Tankstellen, an denen man sich orientieren kann. Wenn es sich anbietet, kannst du auch mit Himmelsrichtungen arbeiten. Bevor du Straßennamen erwähnst, solltest du sagen, wohin sie dann fahren mussen, zum Beispiel so: „Biege links ab in die Müllerstraße“.
  4. Beschreibe den gesamten Weg so, wie es vorher beschrieben wurde. Gib nur so viele Details an wie nötig. Sind es zu viele Punkte, an denen sich der Fahrer orientieren kann, wird es verwirrend.
  5. Warne den Fahrer, wenn es verwirrende Stellen auf der Strecke gibt. Gibt es zum Beispiel eine abknickende Vorfahrtsstraße, eine versteckte kleine Straße, in die man abbiegen muss oder es einige Einbahnstraßen gibt, solltest du das erwähnen, damit keine Verwirrung aufkommt. Nenne außerdem noch einmal einen Punkt, an dem man sicher weiß, dass man falsch ist: „Wenn ihr auf die Brücke fahrt, seid ihr schon zu weit, dann dreht um.“
  6. Sage dem Fahrer, auf welcher Straßenseite sein Ziel liegt.
  7. Lasse den Fahrer deine Anweisungen noch einmal wiederholen. So kannst du dir sicher sein, dass du alles korrekt beschrieben hast und es auch richtig beim Fahrer angekommen ist.

Tipps

  • Zuallererst solltest du die Zieladresse nennen, die sich der Fahrer aufschreiben kann, bevor du loslegst. Eine genaue Hausnummer und Straße hilft dabei, unterwegs noch einmal nach dem Weg zu fragen, wenn man falsch abgebogen ist.
  • Frauen orientieren sich lieber an Landschaftspunkten anstatt Entfernungen und Straßennamen.
  • Wenn die Person, der du den Weg erklärst, bei dir ist, dann drehe ihn mit dir in die Richtung, in die er fahren muss und zeige mit der Hand auf, in welche Richtungen er fahren muss. Das verstärkt die Wahrnehmung und das Merkvermögen.
  • Zeichne eine kleine Skizze, wenn du Papier und Stift zur Verfügung hast.
  • Wenn ihr gemeinsam im Auto sitzt und du den Fahrer führen sollst, dann achte darauf, dass du rechtzeitig Bescheid gibst, dass der Fahrer die Spur wechselt, wenn er gleich rechts abbiegen muss, sich aber momentan auf der linken Spur aufhält.
  • Manchmal sind große Geschäfte oder Gebäude gar nicht mehr geöffnet oder abgerissen und verwirren den Fahrenden, wenn du diese als Referenz genannt hast.

Warnungen

  • Nenne nicht zu viele Informationen, denn sie stiften Verwirrung. Bleibe bei den Informationen, die wirklich wichtig sind.
  • Wenn du einen Fahrer im Auto während des Fahrens den Weg weist, dann vermeide es, auf etwas mit dem Finger zu zeigen und zu sagen „Da ist es.“. Der Fahrer kann deinen Worten keine Aufmerksamkeit schenken und wird kaum reagieren können. Besser ist es zu sagen: „Auf der linken Seite das rote Haus ist es.“.
  • Währen des Fahrens musst du Richtungsänderungen unbedingt rechtzeitig ansagen, damit der Fahrer keine schnellen, gefährlichen Spurwechsel ausführen muss.
  • Schreie nicht! Gib deine Anweisungen in einer klaren, ruhigen Stimme und früh genug, um dem Fahrer genügend Zeit zu geben, zu reagieren.
  • Ein Gespräch mit dem Fahrer lässt die Zeit schnell vergehen, ist aber hinderlich, wenn er nach dem richtigen Weg schauen muss und du ihm Anweisungen gibst. Wenn du ihm gerade die Anweisungen gibst, sei den Rest der Zeit ruhig und rede nicht, damit der Fahrer sich auf die Anweisungen konzentrieren kann.
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