Songs mixen

Du hast all deine Aufnahmen abgeschlossen, musst aber noch alles zusammenfügen? Tontechnik Software kann mit all den Knöpfen und Codekombinationen einschüchternd wirken und wie eine andere Sprache erscheinen. Hier findest du einen kurzen Leitfaden, welcher die wesentlichen Schritte erläutert, ein Musikstück zu mischen.

Vorgehensweise

  1. Höre dir alle Spuren zusammen und in Wiederholung an. Du willst ein „Gefühl“ für das Stück entwickeln: worum geht’s, wohin führt es und wie passt alles zusammen. Beginne damit, alle Tonregler in die Mitte der Lautstärke zu schieben und passe sie von dort aus an. Wenn die Trommel zu laut wird, dreh den Tonregler zurück; wenn du die Rhythmusguitarre kaum hörst, dreh ihn herauf.
  2. Hör dir andere Musik an. Check ähnliche Stücke aus um herauszufinden, wie diese jedes Instrument nutzen, um eine Spur zu entwickeln und schau dir eventuell auch ähnliche aber gleichzeitig völlig unterschiedliche Musik an, um Ideen fürs Mischen zu bekommen. Wer weiß, vielleicht inspiriert dich ein sanftes Jazzintermezzo in einem Soulstück dazu, andere Musikrichtungen in deinen R&B Song zu mischen.
  3. Finde die Beziehung zwischen jeder der Spuren heraus. Welche Bestandteile passen zueinander? Die Rhythmusguitarrenspuren könnten sich zum Beispiel abwechseln und alle paar Schläge die Hauptrolle an die ander übergeben. Gibt es eine Spur, die scheinbar überhaupt keinen Zweck zu erfüllen scheint? Versuche, den Tonregler ganz herunterzudrehen und finde heraus, ob das Herausnehmen für den Song eventuell Gewinn bringend ist. Bedenke, dass es keinen Sinn macht, Tonbalast zu erhalten, wenn es letztlich nur den Rest des Klangbilds stört. Die ergreifendsten Stücke sind die, in welchen jeder Teil eine Melodie für sich zu haben scheint und eine Art Symphonie erschafft.
  4. Mische von der Basis weg. Stelle dir ein Musikstück wie eine Pyramide vor: Der unterste, schwerste Teil (Basstrommel, Bassguitarre) stellt das Fundament für alles andere dar, während Gesang und jeweilige Hauptrollen Oben angesiedelt sind und Guitarren, Keyboard und andere Percussioninstrumente den Platz dazwischen einnehmen.
  5. Habe keine Angst, mit den Equalizern zu experimentieren. EQ's können ein unglaubliches Werkzeug sein, um den Instrumentenklang zu fokussieren, indem je hohe oder tiefe Frequenzen abezogen oder erhöht werden. Es gibt zwei Arten, den Klang eines Instruments zu verstärken: Du kannst bestimmte Frequenzen erhöhen, oder ebensolche abziehen. Normalerweise klingen Wirbeltrommeln kraftvoller, wenn ihre tiefen Frequenzen erhöht werden, während Hi-Hats und Toms schwungvoller und ausdrucksstärker klingen, wenn die tiefen Frequenzen zurückgenommen werden.
    • EQ's benutzt man nicht zur Feinabstimmung.; sie erfüllen einen weitaus nützlicheren Zweck im Falle von fehlerhaften Aufnahmen oder solchen mit schlechter Qualität, indem sie schrille Resonanzen (high-cut EQs) herausnehmen oder Infraschall entfernen (low-cut Eqs).
    • Equalizer sind insbesondere hilfreich, wenn Schlagzeug benutzt wird. Wenn das Schlagzeug aufgenommen wird, werden die Mikraphone normalerweise sehr nah an alle Bestandteile des Instruments platziert, um Klanglecks anderer Instrumententeile zu vermeiden, welche die einzelnen Spuren beeinflussen könnten. Dennoch finden sich die Vibrationen, welche sich entlang des Schlagzeugs verbreiten, häufig in anderen Teilen wieder (Schlage zum Beispiel auf die Basstrommel und du wirst die Wirbeltrommel rumpeln hören). EQs können diese Tief-Frequenz Störungen ausgleichen.
    • Wenn ein Mikrophon sehr nah an einem Instrument platziert ist, nimmt es außerdem natürlicherweise eher Töne in tiefen Frequenzen auf, welche, hört man das Instrument von einer gewissen Entfernung aus, wegfallen. Um einen natürlicheren Ton zu erziehlen, der nicht danach klingt, als ob das Mikraphon direkt an dem Instrument angebracht wurde, nimm die tiefen Frequenzen etwas heraus.
  6. Nutze Verdichtungswerkzeuge, um eine konstante Lautstärke während des Stückes zu erhalten. Insbesondere im Falle von konstanten, rhythmusbasierten Teilen kann Verdichtung entscheidend sein. Menschliche Fehler machen es so gut wie sicher, dass die Dynamik eines Instruments bei der Aufnahme nicht während des ganzen Stückes exakt konstant bleibt.
    • Verdichtung kann diesem nachhelfen, indem leisere Töne verstärkt werden (Upward Compression), oder lautere Töne reduziert werden (Downward Compression), während die Töne, die sich innerhalb der gewünschten Dynamik befinden, nicht verändert verden.
  7. Überprüfe die Töne der Trommeln und den Bass. Jeder Teil sollte individuell klingen und gleichzeitig gut zusammenpassen. Wenn auch nur ein einziges Instrument besonders hell oder dunkel klingt, wird es letztlich wie Fehl am Platz erscheinen. Stell es dir wie einen Chor vor: Jeder Teil ist für sich genommen wertzuschätzen, jedoch arbeiten alle als ein kollektives Ganzes zusammen.
  8. Nutze Lärmbarrieren (Noise Gates). Im Grunde genommen schalten Noise Gates alle Geräusche aus, welche nicht eine gewisse minimale Lautstärke haben. Dies kann äußerst nützlich sein, wenn die Aufnahme an einem Ort mit vielen Hintergrundgeräuschen stattgefunden hat, denn sie ermöglichen es, alles „Gesumme“ einfach herauszuschneiden. Natürlich ist es oft leichter, einfach den Tonregler herunterzudrehen, wenn ein Instrument gerade nicht spielt (zum Beispiel wenn die Leadguitarre nur ab und zu spielt), aber im Falle der Percussioninstrumente ist es praktischer, da es äußerst unvernünftig unf mühsam wäre, zwischen jedem Schlag alle Geräusche auszuschalten. Probiere dich ein wenig mit Noise Gates aus, um einen „saubereren“, frischeren Klang zu erzeugen.
  9. Bastle am Mittelteil herum, indem du mit Stereoeffekten spielst. Hast du je ein Stück mit Kopfhörern gehört und verschiedene Spuren in den jeweiligen Kopfhörern gehört? Versuche es selbst. Üblicherweise klingen Bassgeräusche am besten, wenn sie zentriert sind, Rhythmusgitarre und Percussionklänge hingegen eignen sich wunderbar, um von der einen zur anderen Seite hin und her zu wechseln. Das Keyboard ein klein wenig nebenzentriert zu setzen, kann auch einen wunderbaren Effekt erzeugen. Dies gibt dem Musikstück eine Art Dreidimensionalität, da deine Ohren automatisch gewisse Klänge wie aus unterscheidlichen Richtungen kommend wahrnehmen werden.
    • Übertreibe es aber nicht. Versuche nicht, eine Spur zu 100% aus der linken oder rechten Ecke kommen zu lassen, da das häufig unnatürlich klingt. Um einen natürlichen Stereoeffekt zu erzeugen, lass die Musik nicht zu sehr auf einer Seite lasten. Du willst Richtung hinzufügen und es nicht danach klingen lassen, als wäre eine Seite völlig abgeschnitten.
  10. Versuche, Choraleffekte hinzuzufügen. Indem dieselbe Spur in kaum merkbar unterschiedlichen Klangfarben und Intonationen übereinandergelagert werden, scheint es, als würden verschiedene Instrumente einen Teil spielen. Auf dem Keyboard klingt dieser Effekt häufig schrecklich, insbesondere wenn es Gitarrenteile spielt.
  11. Füge alles zusammen! Mache in jeder Spur kleine Berichtigungen, aber behalte immer das Gesamtbild im Kopf; bevor du Veränderungen vornimmst, hör dir das Stück an. Auch wenn einzelne Teile wunderbar klingen, muss immer bedacht werden, dass letztlich das Endprodukt gut klingen sollte.
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