Ein gutes Familienleben führen

Ungeachtet der fröhlichen Familienfotos, denen wir überall in der Werbung, auf Plakatwänden oder in Hochglanzmagazinen begegnen, ist ein Familienleben doch wesentlich komplexer und vielschichtiger. Jede Familie ist anders und hat ihre ganz eigenen Herausforderungen. Doch mit einer guten Portion Arbeit und Entschlossenheit kann deine Familie ihr volles Potential ausschöpfen. Dann baut ihr tiefe Beziehungen zueinander auf und lernt euch selbst und den anderen besser kennen. Keine Familie ist perfekt, aber du kannst ein gutes Familienleben führen. Warum solltest du darauf verzichten?

Vorgehensweise

  1. Versuche deine Familie zu verstehen. Wenn du das nicht versuchst, kommt es zu Missverständnissen und Streitigkeiten. Verbringe so viel Zeit mit ihr wie möglich und lerne deine Familie kennen. Viele Familien lernen sich heutzutage nicht mehr richtig kennen, weil jedes Familienmitglied zu beschäftigt mit sich selbst ist. Plant gemeinsame Familienzeiten ein, in denen ihr zusammen einen Film anschaut, ein Spiel spielt oder einfach nur gemeinsam am Tisch sitzt und esst.
  2. Respektiere deine Familie. Deine Kinder und dein Ehepartner gehören zwar zu dir, aber sie gehören dir nicht. Jedes Familienmitglied ist eine eigenständige Persönlichkeit mit eigenen Ansichten und Vorschlägen. Manchmal haben sie gute Ideen oder Meinungen und manchmal nicht. Werde niemals wütend, nur weil Familienangehörige eine Meinung vertreten, mit der du nicht einverstanden bist. Niemand ist vollkommen.
  3. Verbringe Zeit mit jedem Familienmitglied. Niemand möchte ignoriert werden oder das Gefühl bekommen, irgendein Meeting oder die Arbeit sei wichtiger als man selbst. Verbringe mit jedem Mitglied deiner Familie Zeit, damit du jeden Einzelnen besser kennen- und verstehen lernst. Dadurch vermeidest du Missverständnisse in der Zukunft.
  4. Behandle alle Familienmitglieder ebenbürtig. Es spielt keine Rolle, ob es sich um ein Stiefkind handelt, eine Hausangestellte oder dein Ehepartner bzw. leibliches Kind. Behandle jedes Familienmitglied mit Respekt und Zuneigung und so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Auf diese Weise solltest du mit jedem in deiner Familie gut auskommen.
  5. Schreie niemals und brülle niemanden an. Dadurch könntest du Hass in die Herzen deiner Familienmitglieder säen. Versuche stattdessen, ihnen begreiflich zu machen wie du dich fühlst. Warum willst du deine Kraft mit Schreien vergeuden, wenn du es ruhig erklären kannst.
    • Bemühe dich, dich nicht mit deinen Geschwistern zu streiten. Streit kann deine Beziehung zu ihnen zerstören und wenn du erwachsen oder älter bist, wirst du es bereuen. Schätze die Zeit mit deinen Geschwistern als etwas Wertvolles und denke daran, diese Zeit bekommst du nie wieder.
  6. Diskriminiere niemanden.
  7. Lerne, Kompromisse einzugehen. Manchmal werden einzelne Familienmitglieder grundsätzlich gegensätzliche Meinungen/ Ansichten/ Wünsche haben. Lerne, Kompromisse zu schließen und die beste Lösung für alle zu finden, statt darauf zu beharren, deinen Willen durchzusetzen.
  8. Sei hilfsbereit. Wenn du siehst, dass ein anderes Familienmitglied Hilfe benötigt, sei zur Stelle. Das fängt schon mit kleinen und einfachen Dingen (z.B. jemandem die Tür aufhalten oder bei den Hausaufgaben helfen) an.
  9. Organisiere Überraschungspartys zum Geburtstag bzw. feiere auch kleine Erfolge deiner Familie.
  10. Verwende eine saubere Sprache und vermeide es, Familienangehörige zu beleidigen oder Schimpfwörter zu gebrauchen.
  11. Manchmal fühlen sich gerade Jugendliche traurig und einsam. Frage sie zunächst, ob sie mit dir darüber reden möchten. Es ist okay, wenn sie „Nein.“ sagen. Meistens liegt es einfach an den Hormonen. Doch wenn du das Gefühl hast, dass Gefahr droht, frage enge Freunde und versuche ihnen zu helfen.
  12. Breche niemals ein Versprechen. Damit verletzt du andere und erweckst den Eindruck, du seist unzuverlässig oder ein Lügner.
  13. Lerne zu vergeben.
  14. Schimpfe nicht zu sehr. Manchmal ist es nötig zu schimpfen, aber übertreibe es nicht.
  15. Hilf deiner Familie auf einfache Weise zu verstehen, wenn sie etwas falsch gemacht hat. Menschen machen Fehler, das kommt in den besten Familien vor. Wenn jemand in deiner Familie etwas falsch gemacht hat oder du dich hintergangen fühlst, mache ihnen ihren Fehler auf einfache Weise bewusst.

Tipps

  • Alles steht und fällt mit der Kompromissbereitschaft eines jeden Einzelnen.
  • Schiebe nicht immer alles auf die Hormone. Wenn sich Jugendliche beständig weigern mit dir zu reden, könnte es sein, dass sie wegen irgendeiner Sache wirklich aufgebracht sind oder gemobbt werden. Frage sie, ob alles okay ist und versuche ihr Vertrauen zu gewinnen.
  • Wenn dich jemand um einen Gefallen bittet, schiebe die Arbeit nicht auf, sondern erledige sie gleich.
  • Wenn du gerade eine wichtige Arbeit zu erledigen hast, sprich mit deiner Familie darüber und erkläre ihnen, dass du zu einem späteren Zeitpunkt Zeit für sie haben wirst. Halte dich an dieses Versprechen.
  • Lerne zu vergeben, wenn du in einen Streit mit deinen Eltern gerätst. Sag ihnen, dass es dir leid tut, gib ihnen einen Kuss, umarme sie und lass sie wissen, wie gern du sie hast.
  • Bringe deine Familie/ deine Eltern nicht gegen dich auf, indem du ihnen sagst, dass du nicht in die Familie gehörst und dich niemand mag. Entschuldige dich, auch wenn du ausgeschimpft wirst und umarme sie oder gib ihnen einen Kuss. Damit kannst du sie (und dich) beruhigen.
  • Werde nicht wütend, wenn deine Eltern dir etwas sagen und du denkst, sie würden dich anschreien. Vielleicht möchten sie dich einfach etwas Wichtiges lehren.
  • Versuche dich so zu verhalten, dass du die anderen unterstützt und ermutigst!

Warnungen

  • Schlage niemals jemanden oder erhebe deine Hand gegen einen anderen.
  • Niemand in der Familie hat das Recht, einen anderen zu misshandeln. Wenn du doch misshandelt wirst, solltest du dir Hilfe suchen, da du sie nicht mit Umarmungen oder Geduld deinerseits beruhigen kannst. Versuche dich von Ärger fernzuhalten.
  • Falls sich deine Familie hasst, versuche es mit Situationen, in denen die Hilfe des anderen nötig ist und angenommen werden muss.
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