Lernstoff erfolgreich wiederholen

Das Wiederholen für Klassenarbeiten, Examen oder jegliche andere Formen der Leistungsermittlung kann stressig sein oder sogar Angst hervorrufen. Wenn du deine Herangehensweise ans Wiederholen jedoch etwas änderst, könntest du dich am Ende sogar dabei ertappen, Vorfreude anstatt Angst zu empfinden.

Vorgehensweise

  1. Finde einen passenden Platz zum Lernen. Jeder Lernplatz muss komfortabel (aber nicht so gemütlich, dass du einschläfst), ruhig und störungsfrei sein. Manche Menschen wählen nur einen Platz, während andere es genießen, zwischen der fast ablenkungsfreien Umgebung des eigenen Zuhauses und der etwas lebendigeren Atmosphäre der Bibliothek hin und her zu wechseln. Wähle das, was am besten für dich funktioniert und sorge dafür, dass der Computer sich auf Augenhöhe befindet. Prüfe, ob die Beleuchtung angemessen und der Raum weder zu heiß noch zu kalt ist.
  2. Entwerfe einen Plan beziehungsweise Zeitplan für die Wiederholung und halte dich daran. Das Arbeiten mit einem Zeitplan hilft dir dabei, für jede Lerneinheit klare Ziele zu setzen und stellt sicher, dass du das abhakst, was während der Wiederholung behandelt werden muss. Lernpläne haben mehrfach aufgezeigt, dass sie Angst bei denjenigen reduzieren, die sich an sie halten, da es immer etwas gibt, was der Lernende tun kann. Zudem sind sie für das beruhigende Gefühl verantwortlich, dass alle Aufgaben frühzeitig genug erledigt werden.
    • Es wird empfohlen, den Lernplan handschriftlich zu verfassen. Du kannst dir ein Hintergrund-Design für den Plan ausdrucken, aber schreibe ihn mit der Hand. Die Verbindung zwischen dem Gehirn und der Hand hilft dir dabei, den Prozess zu kontrollieren und dir das Erforderliche besser einzuprägen als wenn du es nur eintippst und ausdruckst.
    • Setze dir realistische Ziele, von denen du weißt, dass du sie erreichen kannst. Du könntest zum Beispiel das ganze Jahr hindurch 15 Minuten täglich damit verbringen, dir Notizen zu machen. Indem du in kurzen Etappen arbeitest, wirst du dich an mehr erinnern und dich weniger gestresst fühlen. Einen Monat vor deiner Prüfung wirst du alle Notizen fertig haben, wodurch du ein paar Stunden am Tag die Aufzeichnungen wiederholen und zeitlich festgelegte Schreibübungen machen kannst. Achte darauf, sie abzuhaken, wenn du sie durchgeführt hast. Es kann eine gute Idee sein, dich nach dem Erreichen eines Ziels zu belohnen, da dir dies hilft, dein Ziel zu erreichen. Es motiviert, wenn Aufgeben keine Option für dich ist.
    • Plane Zeit für Mahlzeiten, Pausen und alles, was nichts mit Lernen zu tun hat, ein. Vergiss nicht zu schlafen!
    • Plane Puffer ein für den Fall, dass etwas wie eine kurze Krankheit oder ein Notfall in der Familie auftritt. Falls du diese Zeit nicht benötigst, verwende sie für erneutes Wiederholen (siehe unten.)
    • Schätze, wie viel Zeit du für das Wiederholen eines jeden Themas brauchst - auf diese Weise kannst du ihm in deinem Lernplan ausreichend Zeit zuweisen.
  3. Falls du Nachhilfestunden nimmst, dann wiederhole auch diese Stunden.
    • Plane freie Zeit ein für eine abschließende Wiederholung. Dabei wendest du dich aber nicht jedem Thema im Detail zu. Es handelt sich lediglich um zusätzliche Zeit, in der du ein letztes Mal den Stoff durchgehst und dir selbst beweist, dass du ihn parat hast.
    • Soziale Kontakte stellen eine wichtige Abwechslung zum Lernen dar, aber sorge dafür, dass sie nicht zu viel Zeit einnehmen.
  4. Wiederhole aktiv. Nutze auch die anderen Möglichkeiten, um etwas in deinem Gedächtnis zu verankern, anstatt den Stoff einfach nur zu lesen. Es ist schwer, auf ein Thema fokussiert zu bleiben, wenn du die ganze Zeit die gleiche Lernmethode benutzt. Indem du auf aktive Art wiederholst, kannst du das Lernen etwas lebendiger gestalten und deinem Gedächtnis helfen, effizienter zu arbeiten. Aktive Wiederholung beinhaltet:
    • Mind-Mapping. Das ist ein prägnante Methode zum Anfertigen von Notizen, die Spaß macht.
    • Lese die Informationen, die du lernen musst. Belasse es nicht dabei. Denke aktiv darüber nach, was du gerade gelesen hast. Stelle dir selbst Fragen und denke über die Auswirkungen nach, wenn bestimmte Elemente des Gelesenen verändert werden oder bestimmte Merkmale in anderer Form auftreten. Egal ob es sich um Naturwissenschaft oder Geschichte handelt, kleine Veränderungen können einen großen Unterschied machen und letztendlich kommt es auf den Denkprozess an.
    • Erlaube dir zu zeichnen. Viele Menschen empfinden es als hilfreich, Informationen in Zeichnungen aufzuteilen, um besser zu verstehen, was behandelt wird. Diagramme, Mind-Maps und freie Zeichnungen können sehr nützlich sein, um das Thema besser zu verstehen und dich besser daran zu erinnern, als wenn du dich nur auf Worte verlässt. Habe keine Angst Farben in ähnlicher Weise zu benutzen - male deine Zeichnung aus oder markiere den Text farbig.
    • Finde jemanden, der das Thema nicht kennt und erkläre es ihm. Selbst wenn es nur der Spiegel oder deine Katze ist, denen du es erklärst, nimm dir einfach die Zeit mit jemandem so zu sprechen, als würde die Person zum ersten Mal darüber etwas hören und als wärst du der Lehrer. Hast du dies einmal getan, ist es schwer, die Inhalte wieder zu vergessen.
    • Verwende die obige Methode in leicht abgewandelter Form und täusche vor, im Fernsehen oder Radio zum Thema befragt zu werden. Stelle dir selbst eine Reihe von Fragen und antworte so prägnant und klar darauf, wie du kannst. Stelle dir dabei vor, dass Menschen zuhören und alles darüber lernen möchten.
    • Mache ein Rollenspiel, in dem du der Dozent oder Lehrer bist.
    • Schreibe deine Notizen auswendig auf, nimm dann deine ursprünglichen Notizen zu Hilfe und fülle die Wissenslücken mit einem roten Stift aus. Dies wird dir helfen, zu erkennen, was du nicht weißt.
    • Fasse zusammen, was du gelernt hast. Auf wie viele verschiedene Arten kannst du die Antwort auf den Punkt bringen? Was ist die kürzeste Stellungnahme zum Thema, die noch Sinn macht und alles Notwendige beinhaltet? Trage die Zusammenfassungen mit dir herum, um dein Gedächtnis dazu zu bringen, überall dort zu lernen, wo du dich aufhältst - im Bus, beim Spazieren durch den Park oder laminiere deine Karten und wiederhole sie unter der Dusche!
    • Es wird empfohlen, deine eigenen Aufzeichnungen aufzuschreiben beziehungsweise zusammenzutragen. Wenn du sie nur kopierst oder von jemandem ausleihst, wirst du nur das lernen, was diese Menschen aufgefasst haben und dies könnte unvollständig sein. Selbst wenn es vollständig ist, wird es nicht so in deinem Gedächtnis haften bleiben wie es deine eigenen Notizen tun. Zudem lernst du bereits beim Schreiben und wenn du die Notizen einmal angefertigt hast, hast du es schon zur Hälfte geschafft.
  5. Suche Unterstützung. Nimm nicht an, dass du mit dem Wiederholen des Lernstoffs alleine bist. Deine Familienmitglieder unterstützen dich, auch wenn sie nicht verstehen können, was du lernst. Bitte sie, dich abzufragen, Probleme für dich zu klären, dir vorzulesen und dir zu helfen, organisiert zu bleiben. Eltern und Geschwister, die bereits Lernerfahrungen gesammelt haben, haben bestimmt ein paar gute Ideen, die dir helfen, dich vorzubereiten. Darüberhinaus können Familie und Freunde gute moralische Unterstützung bieten, wenn du dich niedergeschlagen fühlst oder Angst vor der Wiederholung hast. Wenn du nett fragst, kannst du vielleicht sogar der üblichen Hausarbeit entkommen.
    • Suche die liebevollen Unterstützer in deiner Familie und unter deinen Freunden. Du brauchst emotionale Unterstützung genauso wie jede andere Hilfe und wenn du jemandem vertrauen und mit ihm über deine Ängste und Sorgen sprechen kannst, kann es dir dabei helfen, viele unnötige Sorgen bei einem liebevollen Zuhörer abzuladen. Wenn du jemanden hast, dem du so vertrauen kannst, selbst wenn du sie nur über das Internet oder das Telefon kennst, ist das immer noch besser als gar niemanden zu haben.
    • Lerne mit Gleichgesinnten oder Freunden. Eine Warnung: Dies wird als eine von vielen dir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten empfohlen. Nutze sie nicht alles einzige, da du sonst riskierst, dich in Gesprächen zu verlieren und weniger zu lernen. Versteife dich des Weiteren nicht darauf, den Stoff mit deinen alltäglichen Freunden zu wiederholen. Es könnte besser für dich sein, mit Gleichgesinnten zu lernen, die dafür geeigneter sind, weil sie eine Vorliebe für das Thema haben oder bewiesen haben, dass sie gut über das Thema Bescheid wissen. Ist eine passende Gruppe einmal zusammengestellt, helfen regelmäßige Treffen neben deinen anderen Lernaktivitäten hervorragend, um Ängste zu reduzieren und für gegenseitige Unterstützung zu sorgen. Zudem könnt ihr euch gegenseitig abfragen und alle möglichen Probleme bezüglich des Wiederholens von Lernstoff ansprechen. Wenn ihr keine Zeit habt, euch persönlich zu treffen, dann könnt ihr euch auch über das Internet in Chaträumen treffen.
    • Sehe deine Lehrer und Professoren als Teil deines Unterstützungs-Netzwerks. Bitte sie um Hilfestellung, wenn klar ist, dass du diese brauchst. Denk jedoch daran, dass es leichter ist, sie anzusprechen und ihre Hilfe zu bekommen, wenn du dich im Anfangsstadium des Lernprozesses befindest.
    • Sei nett zu Menschen, die dir beim Wiederholen helfen. Sage ihnen während dem Wiederholen, wie sehr du sie schätzt. Nach dem Lernen lade sie ein oder schenke ihnen ein kleines Zeichen der Anerkennung, um deine Dankbarkeit auszudrücken.
  6. Mache Pausen, um deine Konzentration zu erhöhen. Wenn du regelmäßige Pausen einlegst, dann wird deine Konzentration höher sein und du wirst feststellen, dass du mehr Informationen behältst als wenn du versuchst, die ganze Zeit durchzuackern. Wie oben erwähnt, plane die Pausen in deinen Lernplan ein.
  7. Teste dich, indem du alte Prüfungen oder Arbeiten benutzt. Wenn du frühere Prüfungen oder Arbeiten im gleichen Zeitlimit wie dem der echten Prüfung bearbeitest, gibt dir das eine Gelegenheit, dich selbst unter den gleichen Bedingungen zu testen. Dies gibt dir die Chance, zu sehen, ob es Wissenslücken gibt, die du nochmals füllen solltest. Es ist auch sehr hilfreich, um zu sehen, ob du alles was du sagen möchtest innerhalb der vorgegebenen Zeit zu Papier bringen kannst. Mache die Übungen mit Zeitlimit, indem du einen Timer benutzt. Einen solchen kannst du an deinem Handy oder deinem Computer finden.
  8. Verwende viel Zeit darauf, Stoff wieder und wieder abzurufen. Obwohl du ihn gelesen, gesehen und gehört hast, vergisst du das meiste davon. Das liegt in unserer menschlichen Natur. Wir merken uns nur das, wofür wir die Zeit investieren, um es wieder und wieder zu wiederholen. Wenn du liest, stoppe alle paar Minuten, um das Gelesene zu wiederholen und dich daran zu erinnern. Eine gute Methode, um dich besser zu erinnern, besteht darin, die Notizen auswendig aufzuschreiben und dann die noch vorhandenen Lücken mit einem roten Stift zu füllen. Nutze die Methoden zum aktiven Wiederholen, die oben aufgelistet sind, um dich besser zu erinnern. Du kannst dir auch während des Lesens Notizen machen. Schreibe zum Beispiel wichtige Informationen wie Umgebung, Zeit, Daten, Orte und Ähnliches auf.
  9. Bleibe entspannt. Verbringe täglich Zeit mit etwas Entspannendem wie zum Beispiel mit Musik hören, Spazierengehen oder Schwimmen. Verbringe Zeit mit deinen Haustieren oder spreche mit einem guten Freund. Diese Aktivitäten werden dir helfen, entspannt zu bleiben und dich mit anderen und der Welt verbunden zu fühlen, während du dich durch den Lernstoff arbeitest. Du kannst auch Entspannungsmethoden wie Meditation anwenden oder dich einfach auf den Rücken legen, um dich hin und wieder zu entspannen.
    • Guter oder schlechter Stress? Stress am Prüfungstag ist sehr wichtig, da er dir dabei hilft, vieles zu erreichen. Im Gegensatz dazu ist Stress beim Lernen schlecht , denn du wirst weniger effizient arbeiten und es wird dir schwerer fallen, dich zu an die Inhalte zu erinnern.
    • Sorge gut für dich. Iss gesund und bewege dich regelmäßig.
    • Obwohl gesellschaftliche Ereignisse reduziert werden sollten, darfst du sie niemals komplett weglassen.
    • Worst-Case-Szenario. Wenn du dich wegen einer Prüfung oder einer zeitlich festgelegten schriftlichen Arbeit gestresst fühlst, dann schreibe auf, was im schlimmsten Fall passieren kann. Dies wird deine Ängste relativieren und du wirst dich entspannter fühlen.

Tipps

  • Mache keine nutzlosen Notizen und schreibe keine endlos langen Texte ab. Schaue dir alte Prüfungen an und finde heraus, wie Fragen gestellt werden können. Gründe deine Wiederholung auf Themen, die wahrscheinlich zur Sprache kommen werden. Wie oben bereits erklärt, nutze die Methode der aktiven Wiederholung, um das Beste aus deinem Lernen zu machen.
  • Bleibe ruhig! Prüfungen setzen dich unter Druck, daher wirst du umso erfolgreicher abschneiden, je ruhiger du bist.
  • Sei zuversichtlich. Wenn du Prüfungen positiv gegenüber stehst, dann wirst du viel eher den Lernstoff aufnehmen und dich an ihn erinnern können, wenn es darauf ankommt.
  • Finde jemanden, der dich abfragt oder lese Text, decke ihn ab und wiederhole das Gelesene. Dies hilft dir zuversichtlich zu sein und stärkt die Erinnerungsfähigkeit deines Gehirns.
  • Fertige Lernkarten an und markiere die Informationen. Schreibe nicht alles aus dem Textbuch ab! Beantworte Fragen alter Arbeiten. Finde heraus, auf welche Art du antworten musst, um so viele Punkte wie möglich zu bekommen.
  • Wechsle Themen ab. Kenn deine guten und schwachen Themen und wechsle sie auf deinem Lernplan ab. Auf diese Art zwingst du dich nicht selbst, alle Themen, die für dich ein Horrorszenario darstellen auf einmal abzuarbeiten, sondern streust interessantere Wiederholungen in den schweren Stoff ein.
  • Probiere neue Techniken wie Mind-Mapping oder Zeichnen aus, um das Lernen interessanter und angenehmer zu gestalten. Dies hilft dir dabei, dir den Lernstoff besser zu merken.
  • Bitte deine Eltern oder eine andere verantwortungsvolle Person, dich das Telefon oder andere technische Spielereien nur für ein bestimmtes, tägliches Zeitlimit benutzen zu lassen. Gib dein Bestes, um dich nicht ablenken zu lassen.
  • Du kannst deine Lerneinheit mit deinem Handy aufnehmen. Wenn du ins Bett gehst, kannst du sie anhören und die problematischen Stellen, an die du dich mehrmals nicht erinnern konntest, herausfinden. Dies wird dir helfen, sie besser zu behalten.
  • Bringe den Stoff, den du wiederholst, jemand anderem bei. Du lernst 95% von dem, was du anderen erklärst.
  • Es ist nicht klug, größere Mengen an Limonaden oder koffeinhaltigen Getränken zu trinken. Koffein hat auf manche Menschen nachteilige Effekte. Auch das Essen von Süßigkeiten ist nicht gut. Beides kann dazu führen, dass Kinder und Erwachsene zittrig oder hyperaktiv werden. Davon abgesehen sind diese Sachen auch kostenintensiv: denk an die Löcher und ungewollten Zahnarztbesuche!

Was du brauchst

  • Schautafel, große Blätter Papier oder ein Notizbuch für den Lernplan
  • Filzstifte und Lineal, um den Lernplan aufzuzeichnen
  • Reißnägel, um den Lernplan gut sichtbar zu platzieren
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