Die Reizung eines Geschwürs vermeiden

Ein Magengeschwür tritt auf, wenn die Magenschleimhaut oder der vordere Bereich des Dünndarms von Magensäure zerfressen wird. Zu den Symptomen gehören ein bohrender oder brennender Schmerz im Bereich des Unterleibs zwischen dem Brustbein und dem Bauchnabel, Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen, verminderter Appetit, Gewichtsverlust, Müdigkeit und Schwächegefühl. Wenn bei dir ein Magengeschwür diagnostiziert wird, kann dir dein Arzt Antazida, Säureblocker oder Antibiotika verschreiben, um die Schmerzen zu lindern und das Geschwür verheilen zu lassen. Abgesehen von der Befolgung des Behandlungsplans deines Arztes gibt es einige Dinge, die du tun kannst, um eine Reizung deines Magengeschwürs zu vermeiden und einem erneuten Auftreten in Zukunft vorzubeugen.

Methode 1 von 3: Die richtigen Medikamente einnehmen

  1. Nimm alle Medikamente ein, die dir verschrieben wurden. Wenn dein Gesundheitsdienstleister festgestellt hat, dass dein Magengeschwür von Helicobacter pylori (H. pylori) verursacht wurde, ist eine Behandlung mit Antibiotika erforderlich, um die Bakterien zu beseitigen. H. pylori ist ein Bakterium, welches die schützende Schicht, die den Magen auskleidet, angreift und so ermöglicht, dass die empfindlichen Schichten, die darunter liegen, beschädigt werden. Wenn bei dir H. pylori nachgewiesen werden, wird dir wahrscheinlich eine Behandlungsform verschrieben, die als „Dreifachtherapie“ bekannt ist. Bei dieser werden für eine bestimmte Zeitdauer drei Arten von Medikamenten eingenommen.
    • Für diese Behandlung müssen sowohl zwei Antibiotika, als auch ein Protonenpumpeninhibitor eingenommen werden. Der Inhibitor bewirkt, dass die Produktion von Magensäure verringert wird.
  2. Meide nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Manche NSAR können dein Magengeschwür verschlimmern und Schmerzen und Reizung verursachen. Häufig verwendete Wirkstoffe, wie etwa Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen, können den Magen anfälliger für Schäden durch Magensäure und Pepsin machen. Diese Stoffe kommen häufig in rezeptfreien Medikamenten vor, die du eventuell einnimmst, um Kopf- oder Muskelschmerzen zu behandeln. Behalte dies im Sinne, überprüfe, welche Wirkstoffe in den Medikamenten enthalten sind, die du einnimmst und sprich mit deinem Arzt darüber, ob du NSAR verwenden darfst.
  3. Sei achtsam bei der Verwendung von Antazida. Viele Antazida, welche eine Reizung und Schmerzen aufgrund von Sodbrennen oder Verdauungsbeschwerden lindern können, sind rezeptfrei erhältlich. Obwohl diese dein Unbehagen vermindern können, sind sie nicht dazu geeignet, ein Magengeschwür zu behandeln oder zu heilen. Wenn du Antazida einnehmen möchtest, solltest du in jedem Fall zuerst mit deinem Arzt darüber sprechen, da diese die Absorption deiner verschriebenen Medikamente beeinträchtigen und somit dessen Wirksamkeit verringern können.
    • Meistens empfehlen Ärzte, Antazida mindestens eine Stunde vor oder zwei Stunden nach der Einnahme der verordneten Medikamente zu sich zu nehmen.
    • Zu den Antazida, die leicht zugänglich sind, gehören Magnesiumhydroxid, Aluminiumhydroxid, Kalziumcarbonat und Natriumhydrogencarbonat.

Methode 2 von 3: Sich gesund ernähren

  1. Meide Lebensmittel, die die Magensäureproduktion erhöhen. Welche Lebensmittel ein Magengeschwür verschlimmern können, ist von Person zu Person unterschiedlich. Manche Menschen können essen, was sie wollen, ohne dass sie dabei eine zusätzliche Reizung verursachen; dies trifft jedoch nicht auf jeden zu. Du wirst mit der Zeit lernen müssen, welche Lebensmittel dir Schwierigkeiten bereiten und diese in deiner Ernährung einschränken oder komplett auf sie verzichten müssen. Einen guten Anhaltspunkt hierfür bieten diejenigen Lebensmittel, die deine Magensäureproduktion erhöhen.
    • Patienten mit Magengeschwüren sollten Ernährungsweisen vermeiden, bei denen sie viel rotes Fleisch, frittierte oder fettige Speisen und verarbeitete Lebensmittel, wie etwa Mehl oder Zucker zu sich nehmen.
    • Sei bei Milchprodukten vorsichtig, die Vollmilch oder Sahne enthalten.
    • Grüne Minze, Pfefferminze und andere Lebensmittel, die Minze enthalten, scheinen die Produktion von Magensäure zu erhöhen.
    • Ernährungsweisen, die viele solcher Lebensmittel beinhalten, können zu zusätzlicher Reizung eines Magengeschwürs und einer erhöhten Magensäureproduktion führen.
  2. Halte dich von Lebensmitteln fern, die dein Geschwür reizen könnten. Wie die Lebensmittel, die eine erhöhte Magensäureproduktion verursachen, können andere Speisen dein Geschwür direkter reizen. Welche Lebensmittel diese konkret sind, ist von Person zu Person unterschiedlich; allerdings gibt es einige allgemeine Empfehlungen für Menschen, die an einem Magengeschwür leiden. Die erste lautet, zu versuchen, das Essen von scharfen Gerichten zu vermeiden. Das Brennen, das du verspürst, wenn scharfes Essen mit einer Schnittwunde auf deinem Finger oder deinem Mund in Berührung kommt, kann auch in deinem Magen oder Darm verursacht werden, wenn bei dir ein Geschwür vorliegt.
    • Die zweite Empfehlung lautet, Zitrusfrüchte und andere säurehaltigen Lebensmittel und Getränke zu meiden. Der stark säurehaltige Saft von Orangen oder Zitronen könnte das Geschwür reizen und dir Schmerzen bereiten.
    • Du solltest dich im Allgemeinen ebenfalls vor Produkten in Acht nehmen, die Tomaten, Zwiebel und Knoblauch enthalten oder stark gewürzt sind.
  3. Nimm reichlich Ballaststoffe zu dir. Eine Ernährung, die viele Vollkornprodukte und ballaststoffreiche Lebensmittel und gleichzeitig nur beschränkt Milchprodukte beinhaltet, kann dabei helfen, die Produktion von Magensäure zu kontrollieren. Achte darauf, dass du viele ballaststoffhaltige Gemüsesorten in deine ausgewogene Ernährung einbaust. Wenn du nicht genug vitaminreiche Lebensmittel konsumierst, führt dies möglicherweise dazu, dass dein Körper sich bei der Heilung deines Geschwürs schwerer tut.
    • Gute Ballaststoffquellen sind Vollkornbrot, -nudeln und –reis.
    • Entscheide dich dazu, begrenzte Mengen an magerem Fleisch und Milchprodukten zu konsumieren.
    • Es gibt keine einzige bestimmte empfohlene Ernährungsform für Menschen mit einem Magengeschwür; deshalb solltest du darüber nachdenken, welche Lebensmittel deinen Magen reizen und mit deinem Arzt über diese sprechen.
    • Das Essen von Lebensmitteln, die viele Antioxidantien (Blaubeeren, Kirschen, Tomaten, Kürbis und Paprika), Flavonoide (Äpfel, Sellerie, Cranberries, Zwiebeln, Knoblauch und Tee), Vitamin-B und Kalzium (Mandeln, Bohnen, Vollkornprodukte, Spinat, Grünkohl und Meeresgemüse) enthalten, kann dabei helfen, deine Symptome zu lindern.
    • Trinke als Bestandteil deiner gesunden Ernährung täglich sechs bis acht Gläser Wasser.
  4. Iss deine Mahlzeiten nach einem regelmäßigen Zeitplan. Einer Person, die an einem Magengeschwür leidet, wird empfohlen, keine unregelmäßigen Mahlzeiten, die in ihrer Größe variieren, zu essen. Ansonsten könnte dies zu einer Störung der normalen Magensäureproduktion und letztendlich zur Reizung eines Geschwürs führen. Kleine und regelmäßige Mahlzeiten können dabei helfen, die Magensäure im Gleichgewicht zu halten. Dein Magen ist vielleicht besser dazu in der Lage, kleine, regelmäßige Mahlzeiten, anstelle von großen, unregelmäßigen Mahlzeiten zu verdauen.
    • Achte darauf, mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr zu essen.

Methode 3 von 3: Wissen, was es noch zu vermeiden gilt

  1. Reduziere deinen Alkoholkonsum. Hoher Alkoholkonsum ist ein Risikofaktor für die Entwicklung von Magengeschwüren. Wenn bei dir ein Geschwür diagnostiziert wurde, kann weiterer Alkoholkonsum zur Reizung von Geschwüren beitragen und sollte gemieden werden, wenn bei dir ein Geschwür vorliegt. Dies gilt vor allem für starke alkoholische Getränke und Spirituosen.
    • Alkohol kann auch eine Gastritis, eine Entzündung der Magenschleimhaut, verursachen, welche die Heilungsdauer, die ein Geschwür benötigt, drastisch verlängern kann.
  2. Schränke deinen Koffeinkonsum ein. Wie viele andere Lebensmittel, kann Koffein zu einer erhöhten Sekretion von Magensäure führen, welche wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass dein Geschwür gereizt wird. Viele Stimulanzien wirken sich auf diese Weise auf den Körper aus und werden am besten gemieden, wenn du ein Geschwür hast. Koffein kommt in zahlreichen Getränken, wie etwa Kaffee, Tee, Energy Drinks und Limonaden vor. Achte also darauf, das Etikett zu überprüfen, wenn du dir nicht sicher bist.
    • Es wird angenommen, dass sogar koffeinfreier Kaffee die Magensäureproduktion erhöht. Deshalb ist es möglicherweise am besten, selbst entkoffeinierten Kaffee zu meiden.
  3. Meide Nikotin. Hör mit dem Rauchen auf und vermeide Passivrauch. Die Chemikalien, die in Zigaretten enthalten sind, können die Magenschleimhaut schwächen und dadurch bereits bestehende Geschwüre reizen oder sogar dazu führen, dass neue Geschwüre entstehen. Wie andere Stimulanzien, kann Nikotin auch zu einer erhöhten Magensäureproduktion führen, wodurch ein Geschwür gereizt werden kann. Nikotin kann auch eine Entzündung verursachen, welche den Heilungsprozess beeinträchtigt.
  4. Reduziere Stress. Obwohl der Zusammenhang zwischen Stress und von Geschwüren verursachten Schmerzen unklar ist, stellen manche Geschwürpatienten fest, dass die Reizung ihres Geschwürs sich verschlimmert, wenn der emotionale Stress in ihrem Leben steigt. Eine Routine, die dein Stresslevel reduziert, könnte positive Auswirkungen haben und dir dabei helfen, eine Reizung deines Geschwürs zu vermeiden. Versuche, regelmäßig Entspannungstechniken wie etwa Yoga, Meditation oder Tai Chi zu praktizieren.
    • Manche Studien legen nahe, dass ein formales Stressreduzierungsprogramm im Rahmen eines Unterrichts für Personen mit einem Geschwür wirkungsvoller sein könnte, als alleine und zuhause Übungen auszuführen.

Warnungen

  • Kontaktiere sofort deinen Arzt, falls sich deine Unterleibsschmerzen plötzlich verschlimmern oder die Art der Schmerzen sich schlagartig verändert. Ebenfalls sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden, wenn du Blut oder eine Substanz erbrichst, die wie Kaffeesatz aussieht, oder blutigen oder schwarzen, teerartigen Stuhl bei dir feststellst.
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