Besser in Mathe werden

Mathe ist ein schwieriges Thema. Es wird umso komplizierter, wenn du dir damit sowieso ein bisschen schwer tust. Sobald du jedoch erst einmal deine eigene Strategie gefunden hast, wirst du bestimmt weniger frustriert mit Mathe sein und es wird dir auch leichter fallen. Hier bekommst du ein paar Tipps – bald wirst du dich von den Zahlen nicht mehr so überfordert.

Teil 1 von 4: Dein mathematisches Denken verfeinern

  1. Spiele beispielsweise Mathespiele. Diese helfen dir, deine Mathefähigkeiten zu verbessern und machen gleichzeitig Spaß. Hier sind ein paar empfohlene Varianten aus den USA, in Deutschland gibt es aber ähnliche Möglichkeiten:
    • DragonBox 5+: Damit kannst du deine Kenntnisse in Algebra kontinuierlich erweitern. Sehr bald wirst du richtig gut sein und schwierige Gleichungen lösen können.
    • Prodigy: Das Spiel eignet sich besonders gut für Mathe in der Grundschule. Hier wird Mathe über Rollenspiele in einer ansprechenden Fantasiewelt gelernt.
    • Im Internet oder auch als Apps sind noch viele andere Spiele zu finden. Schaue dich ein bisschen um und finde heraus, was am besten für dich ist.
  2. Mache Mathe zu einem Teil deines Alltags. Integriere Gleichungen in deine täglichen Routinen, so kannst du deine erlernten Mathekenntnisse halten und verbessern. Außerdem siehst du, dass eine ganze Menge Mathematik um dich herumschwirrt.
    • Nimm dir Zeit in alltäglichen Situationen zu üben. Z.B. kannst du rechnen, wie viel ein Pullover für normalerweise 38 Euro kostet, wenn er im Sonderangebot 30 % billiger ist. Oder wenn in einem Rezept steht, dass du ¾ Tassen Mehl nehmen musst und du willst das Rezept aber verdoppeln: Wie viel Mehl brauchst du dann?
    • Mathe kannst du auch außerhalb des Alltags lernen. Sagen wir, du gehst auf eine Wandertour und diese soll 7 km lang sein und du brauchst etwa 20 Minuten, um einen Kilometer zu laufen. Wie lange wirst du also für die gesamte Tour brauchen? Oder: Du willst einen Freund um 13.30 Uhr abholen, dieser wohnt 13 km weit weg und die Durchschnittsgeschwindigkeit für dich zum Fahren sind 45 km/h. Überlege dir, wann du von daheim aufbrechen solltest.
  3. Mach dich mit dem großen Ganzen vertraut. Es ist sehr leicht, frustriert zu werden, wenn du dich nur an einzelne Formeln erinnerst, die dir aber schlichtweg gar nichts sagen. Arbeite daran, den Hintergrund und die Entstehung der Formel zu verstehen. So wird Mathe für dich mehr Sinn machen.
    • Mach ein paar Recherchen. Z.B. beschäftigst du dich vielleicht gerade mit dem Satz des Pythagoras. Du fragst dich: Wer war Pythagoras überhaupt und was hat das Ganze mit Dreiecken zu tun? Wie hat er den Satz entdeckt und warum interessiert es uns überhaupt? Wenn du ein bisschen besser verstehst, worum es geht, verstehst du auch die mathematische Seite besser und fängst vielleicht sogar an dich dafür zu interessieren.
    • Übersetze dir die Matheaufgabe in normale Alltagssprache. Bleiben wir mal bei dem Satz des Pythagoras: a² + b² = c². Was sagt uns das? Übersetz dir das Ganze in deine eigene Sprache. Z.B. so: Die längste Seite des Dreiecks (c²) ist genauso lang wie die anderen beiden Seiten (a² und b²) zusammen. Diese Sprache sieht vielleicht weniger einschüchternd für dich aus. Und so kannst du es dir leichter merken und leichter anwenden.
    • Probiere dich aus. Versuche z.B. den Satz des Pythagoras auf andere Formen als Dreiecke anzuwenden. Funktioniert es auch mit Rechtecken, Würfeln und Sechsecken? Warum oder warum nicht? Zu verstehen, warum ein mathematisches Prinzip auf die eine Sache zutrifft und auf die andere nicht, wird es dir leichter machen, den Zusammenhang zu verstehen.

Teil 2 von 4: Bereit dich auf den Unterricht vor

  1. Schaff dir ein gut organisiertes Buch oder einen Notizblock an. Dieser sollte dann auch nur für den Matheunterricht sein. Solltest du sogar verschiedene Matheklasse haben, dann nimm für jedes Thema ein anderes Notizbuch.
    • Nun teil dir ein paar Bereiche ein: Notizen innerhalb des Unterrichts, Notizen zum Lesen und einen Bereich für die Hausaufgaben.
  2. Leg dir eine Zeit für die Hausaufgaben fest. Sonst kommst du in die Versuchung sie aufzuschieben. Dann kommst du mit dem Stoff vielleicht nicht mehr hinterher oder fängst an, die Hausaufgaben zu ungünstigen Zeiten zu erledigen (z.B. wenn du müde oder gestresst bist).
    • Du solltest dir jeden Tag ein bisschen Zeit schaffen, um etwas für Mathe zu tun. Auch wenn du nicht jeden Tag Hausaufgaben machen musst, nimm dir 15 Minuten Zeit. Mach Beispielaufgaben und schau deine Notizen durch. So kannst du deine Mathekenntnisse wirklich festigen.
    • Wenn du schon studierst, solltest du 2-4 Stunden jede Woche pro Unterrichtseinheit einplanen.
    • Vergiss nicht, dass Mathe studieren auch wirklich heißt, es zu üben. Das ist nicht in allen Studienfächern so. Aber für Mathe gilt, du musst es „praktisch“ üben, um erfolgreich zu sein.
  3. Informiere dich schon mal vorab. Lies dich in das Kapitel ein, welches in der nächsten Vorlesung dran kommt.
    • Über die Grundidee und ein paar generelle Prinzipien des Kapitels Bescheid zu wissen, bevor du zum Unterricht gehst, wird dir helfen nicht den Anschluss zu verlieren.
  4. Schau dir deine Notizen vor dem Unterricht an. Wenn du weißt, was ihr in der Stunde letzte Woche gemacht habt, kannst du leichter dran bleiben und bist vorbereitet.
    • Die Notizen zu lesen wird dir auch helfen, den alten und neuen Stoff miteinander zu verbinden. Außerdem bekommst du so eine bessere Grundlage für alles Neues, was du lernst.

Teil 3 von 4: Lerne, während du im Unterricht bist

  1. Geh zum Unterricht und sei pünktlich. Es sollte logisch sein, aber natürlich wird es schwer den Stoff zu verstehen, wenn du nicht zum Unterricht gehst.
    • Versuch nicht zu weit hinten sondern in der Mitte des Raums zu sitzen. So kannst du besser sehen und hören und wirst auch nicht so leicht abgelenkt.
  2. Schaff dir ein gutes System für deine Notizen. Es geht nicht nur darum, einfach alles aufzuschreiben, was der Dozent dir erzählt. Es geht auch darum, wie du dir die Notizen aufschreibst.
    • Sollte der Stoff eng mit dem Buch vernetzt sein, kannst du die sogenannte „2-3-3-2 Technik“ verwenden. Mal eine Tabelle mit zwei Spalten auf die linke Hälfte der Seite – das sind deine Erinnerungsnotizen. Danach malst du eine Tabelle mit drei Spalten in die Mitte der Seite – dort schreibst du Kommentare und Anmerkungen des Lehrers auf. Auf die rechte Seite malst du ebenfalls eine Tabelle mit drei Spalten für Notizen aus dem Buch. Und eine Tabelle mit zwei Spalten zeichnest du unten auf die Seite: hier schreibst du deine eigenen Anmerkungen und Beobachtungen auf.
    • Sollte der Stoff nicht so stark mit dem Buch verbunden sein, nimm dir zwei Blätter (eins für Notizen im Unterricht und das andere für Notizen aus dem Buch) und halt dich an die „2-5-1 Technik“ für beide Blätter. Linke Seite: eine Zweispaltentabelle für Erinnerungsanmerkungen. Mitte der Seite: eine Tabelle mit fünf Spalten für Lehrer- oder Buchnotizen. Rechte Seite: eine einfache Tabelle für eigene Anmerkungen.
    • Deine Erinnerungsnotizen sollten Sätze oder Stichpunkte sein, die die Information wirklich benennen. Es sollten eher Hinweise statt ausgedehnte oder sich wiederholende Notizen sein. Du solltest deine Notizen leicht „scannen“ können und dabei trotzdem finden, was du suchst, und verstehen können, was zusammengehört.
  3. Frage nach. Scheu dich nicht davor!
    • Solltest du dich nicht trauen, Fragen während des Unterrichts zu stellen, schreibe deine Fragen auf. Geh zum Lehrer nachdem der Unterricht vorbei ist oder während ihr eine Übung bekommt.

Teil 4 von 4: Nach dem Unterricht üben

  1. Mathe zu üben sollte eine Priorität sein. Schaffe dir eine Zeit und einen Ort, wo du jeden Tag übst. So schiebst du es nicht einfach auf und kommst in den richtigen „Modus“. Sonst erwischst du dich schnell dabei einfach nur 10 Minuten auf das Mathebuch zu starren.
    • Nachdem du fleißig warst, solltest du dich belohnen. Tu etwas, das du gerne magst. Es wird dich motivieren deine Aufgaben zu beenden.
    • Mach jede Stunde eine Pause. Hetze dich nicht stundenlang durch Mathe – du wirst wahrscheinlich nicht konzentriert bleiben können. Mach stattdessen eine kurze Pause: steh auf, strecke dich, hole dir was zu trinken oder gehe zur Toilette.
  2. Gute Lerngewohnheiten sind wichtig. Sie werden deinen Matheerfolg beeinflussen. Es geht nicht nur darum, wie lange du lernst, sondern auch um die Qualität.
    • Arbeite mit einem Nachhilfelehrer oder einem Lernpartner zusammen. Es wird helfen, wenn du jemanden fragen kannst, oder dich jemand auf deine Fehler hinweist.
    • Solltet ihr beide Fragen haben, die keiner von euch beantworten kann, schreibt diese auf und bringt sie zum Unterricht.
    • Mach dir Notizkarten. Auf diese kannst du wichtige Konzepte und Formeln schreiben. So findest du sie leicht wieder, während du versuchst eine Aufgabe zu lösen oder für ein Examen zu lernen.
    • Lerne an einem ruhigen Ort. Jegliche Ablenkung – ob fürs Auge oder fürs Ohr – wird euch davon abhalten konzentriert zu arbeiten.
    • Lerne, wenn du wach und ausgeruht bist. Zwinge dich nicht dazu, spät nachts zu lernen, wenn du schon übermüdet bist. So wirst du nicht effektiv lernen können und frustriert sein.
  3. Lies mit Sinn und Verstand. Setz dich hin und lies Kapitel in deinem Mathebuch, aber mach das Ganze mit einer Strategie.
    • Zunächst verschaffst du dir einen Überblick. Lies die Titel und Überschriften, dann die Einleitungen und Zusammenfassungen, um eine Idee von dem Thema zu bekommen.
    • Such nach Grundideen. Schau dir fett- oder kursivgedruckte Worte, Listen mit Stichpunkten, Bilder und Graphiken an.
    • Lies das komplette Kapitel – vom Anfang bis zum Ende. Das sollte relativ schnell gehen, da du ja schon weißt, worum es geht.
    • Hab immer einen Bleistift in der Hand. Schreib dir Notizen auf und lös die Beispielaufgaben. So wirst du aufnehmen, was du soeben gelesen hast.
    • Nachdem du das Kapitel gelesen hast, schreib die Grundidee und Schlüsselinformationen auf. Viele Sachen verschwinden direkt nach dem Lesen wieder aus dem Kopf. Wenn du also direkt nach dem Lesen ein paar Dinge aufschreibst, hilft das deiner Erinnerung auf die Sprünge.
    • Verbinde. Denk darüber nach, wie der neue Stoff auf dem alten Stoff aufbaut.
    • Schau dir alles nochmal an. Nachdem du gelesen, reflektiert und den neuen Stoff durchgearbeitet hast, musst du dir alles noch einmal anschauen bevor du die Prüfung schreibst.
  4. Perfektioniere ein Konzept, bevor du zum nächsten Text übergehst. In Mathematik baut jedes Thema auf dem anderen auf. So ähnlich wie beim Lesen – es wird schwierig voranzukommen und etwas Neues zu lernen ohne das Alte wirklich zu können.
    • Falls du mit einer speziellen Idee oder einem Konzept Schwierigkeiten hast, lass es nicht einfach beiseite. Such dir stattdessen Hilfe von deinem Dozenten oder Nachhilfelehrer.
  5. Versuche nicht, die Aufgaben einfach in deinem Kopf zu lösen. Schreibe jeden Schritt der Lösung auf und lass dabei auch keine Schritte aus.
    • Wenn du nicht jeden Schritt aufschreibst, verrechnest du dich vielleicht und merkst es nicht. So kannst du deine Schritte am Ende nicht zurückverfolgen und aus deinen Fehlern lernen.
    • Löse deine Aufgaben nicht mit einem Kugelschreiber und arbeite sauber. Nur einen Schritt pro Linie.
    • Ordentlich arbeiten macht es nicht nur einfacher für dich, eine Aufgabe systematisch zu lösen, sondern Lehrer benoten die Übungen auch oft nach Vollständigkeit. Der Weg, wie du zum Ergebnis gekommen bist, ist manchmal wichtiger als die Lösung selbst.
  6. Mach dir einen Plan, wie du an das Problem herangehst. Es passiert leicht, dass du erstarrst, sobald du eine Riesenaufgabe vor dir hast. Aber wenn du eine grundlegende Strategie im Kopf hast, macht es das leichter.
    • Verstehe das Problem. Lies dir erst einmal die gesamte Aufgabe durch und schau für dich, was das eigentliche Problem ist, welches du lösen sollst.
    • Nun finde heraus, welche Konzepte und Wege du für die Lösung brauchst. So näherst du dich der Lösung an.
    • Bei Wortschwierigkeiten mach dir eine Skizze anstatt dir das Szenario nur im Kopf vorzustellen. Auch wenn die Aufgabe schon eine Skizze hat, mach deine eigene. Es ist wichtig, dass es Sinn für dich macht.
    • Schau dir deine Lösung noch einmal an. Geh die Schritte deiner Arbeit durch und prüf, ob du die Frage beantwortet hast. Macht deine Lösung Sinn? Solltest du Zweifel haben, schau noch einmal nach Fehlern oder falschen Schritten.

Tipps

  • Kauf am besten keine Bücher, die schon benutzt wurden und viele Notizen von anderen haben. Das kann dich beeinflussen. Entweder lernst du dir Fehler an oder du kannst den Stoff nicht wirklich auf deine Art und Weise aufnehmen.
  • Frag. Entweder fragst du den Lehrer direkt oder du schreibst Fragen auf und fragst den Lehrer später.
  • Bleibe am Ball. Fall nicht zurück mit dem Lernen und deinen Hausaufgaben. Da Mathematik aufeinander aufbaut, wird es zunehmend schwerer, je weiter du zurückfällst.
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