Umgang mit Symptomen von Endometriose

Endometriose ist eine schmerzhafte Krankheit, die hauptsächlich bei Frauen auftritt. Sie ist die Folge einer Einpflanzung von Endometrium-Gewebe, das als Endometrium-Implantat bezeichnet wird und der innere Gebärmutterschleimhaut ähnelt, in Narbengewebe und andere Organe im Beckenbereich. Aufgrund der Gleichartigkeit der Gewebetypen erleben Frauen, die unter Endometriose leiden, während ihrer Periode häufig Schmerzen und Unwohlsein. Glücklicherweise lässt sich die Krankheit durch die Einnahme von Medikamenten zur Linderung der körperlichen Schmerzen, Regelung eines hormonellen Ungleichgewichts und Behandlung der psychologischen Auswirkungen der Krankheit gut unter Kontrolle halten.

Methode 1 von 3: Linderung körperlicher Schmerzen

  1. Nimm nichtsteroidale Entzündungshemmer zur Linderung der Schmerzen und Schwellungen ein. Nichtsteroidale Entzündungshemmer, z.B. Naproxen oder Ibuprofen, sind dein erster Schutzwall gegen die durch die Endometriose verursachten Schmerzen. Diese Medikamente verringern außerdem Schwellungen oder Entzündungen, die durch diese Krankheit hervorgerufen werden. Um die besten Ergebnisse zu erzielen, solltest du diese Mittel mindestens einen oder zwei Tage vor Beginn deiner Periode einnehmen. Auf diese Weise verhinderst du die Produktion der Schmerz verursachenden Chemikalie Prostaglandin.
    • Im schlimmsten Zeitraum deiner Schmerzen kannst du die Medikamente aller sechs Stunden einnehmen. Achte nur darauf, dass du sie zusammen mit deinen Mahlzeiten einnimmst, um Magenverstimmungen vorzubeugen.
  2. Nimm Paracetamol als Alternative zu nichtsteroidalen Entzündungshemmern ein. Falls Ibuprofen oder Naproxen bei dir Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall auslösen, kannst du auch Paracetamol zur Bewältigung deiner Schmerzen und deines Unwohlseins einsetzen.
    • Paracetamol bekämpft zwar deine Schmerzen, schafft aber keine Abhilfe bei Entzündungen. Die maximale Tagesdosis von Paracetamol beträgt 4 Gramm (bzw. 4000 mg).
  3. Lass dir Codein verschreiben, um die Schmerzen abzublocken. Codein wird zur Verringerung der Schmerzempfindungen eingesetzt. Es blockiert die Schmerzsignale, die von verschiedenen Nerven an deinen Körper ausgesendet werden. Meist wird es in Kombination mit Paracetamol oder anderen entzündungshemmenden Medikamenten eingesetzt.
    • Anfangs wird eine Belastungsdosis von 30 mg entweder oral oder über eine Injektion verabreicht. Diese Dosis kann bis auf 60 mg erhöht werden. Codein wird aller 4 Stunden zusammen mit den Mahlzeiten eingenommen, um Magenverstimmungen vorzubeugen.

Methode 2 von 3: Umgang mit hormonellen Ungleichgewichten

  1. Nimm ein orales Empfängnisverhütungsmittel ein, um deine Periode zu stoppen. Diese Empfängnisverhütungsmittel, oder auch Ovulationshemmer, die sowohl Östrogen als auch Progesteron enthalten, können hilfreich sein, wenn deine Periode aufgrund der Endometriose besonders stark ausfällt. Diese Pillen dienen im Allgemeinen zur Regulierung des Menstruationszyklus. Während der Behandlung einer Endometriose werden die Frauen dazu aufgefordert, diese täglich und auch während der sieben Placebo-Tage einzunehmen. Diese Vorgehensweise stoppt deine Periode, indem die benötigten Hormone für den Eisprung reduziert werden und die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut wird, wodurch die Probleme einer heftigen Periode wirksam gelöst werden.
    • Diese Pillen können verschiedene Mengen an Östrogen und Progesteron enthalten. Bei einigen Marken variieren die Hormonwerte in jeder Pille innerhalb einer einzigen Blisterverpackung.
  2. Unterziehe dich einer Hormonbehandlung, welche die Produktion von Gonadotropine hemmt. Durch Einsatz bestimmter Medikamente unterdrückst du die von deiner Hirnanhangdrüse ausgeschütteten, regulierenden Hormone (bekannt als Gonadotropine), die für die Produktion von Östrogen in deinen Eierstöcken benötigt werden. Durch die Regulierung dieser Hormone verringerst du die Menge an Östrogen in deinem Körper.
    • Zu Gonadotropinhemmern gehört zum Beispiel der Wirkstoff Danazol (Danatrol). Diese Behandlungsmethode findet für gewöhnlich über einen Zeitraum von sechs bis neun Monaten statt und wird bei Patienten eingesetzt, bei denen unerwünschte Symptome oder Nebenwirkungen aufgetreten sind, z.B. Hitzewallungen, vaginale Trockenheit, unregelmäßige vaginale Blutungen, Stimmungsschwankungen, Erschöpfung und Verlust von Knochendichte bzw. Osteoporose.
    • Zu GnRH-Analoga gehören die Wirkstoffe Nafarelin (Nasenspray Synrelina), Goserelin (Zoladex) und Leuprorelin (Enantone). Diese Behandlungsmethode findet meist nur über einen Zeitraum von 6 Monaten statt, da sie eine Verringerung der Knochendichte verursachen kann.
  3. Lass dir Injektionen zur Empfängnisverhütung verabreichen, um die Größe des Endometrium-Gewebes zu verringern. Hormonelle Verhütungsmittel wie die Dreimonatsspritze werden ebenfalls als mögliche Alternative zur Behandlung von Endometriose betrachtet. Sie haben einen sehr ähnlichen Effekt, wenn sie mit anderen Empfängnisverhütungsmitteln eingesetzt werden.
    • Medroxyprogesteron, das in der Dreimonatsspritze verwendet wird, enthält 150 mg Progesteron. Der Wirkstoff wird aller 3 Monate injiziert, um die Menstruation zu stoppen und die Größe deines Endometrium-Gewebes zu verringern. Außerdem trägt er zur Schmerzlinderung bei.
    • Allerdings besitzt diese medikamentöse Behandlung einige Nebenwirkungen, z.B. Gewichtszunahme, Depression und verringerte Knochenproduktion.
  4. Nutze Aromatasehemmer zur Einschränkung deiner Östrogenproduktion. Eine weitere Behandlungsoption, die du in Betracht ziehen kannst, ist der Einsatz von Aromatasehemmern wie Letrozol (Femara) und Anastrozol (Arimidex). Diese Medikamente können die Umwandlung von Androgen in Östrogen unterbrechen und dadurch zur Auflösung des Endometrium-Gewebes beitragen.
    • Die Behandlung ist auf 6 Monate begrenzt, da sie die Knochenmineraldichte verringern kann.
  5. Sei dir bewusst, dass in einigen Fällen eine Operation notwendig wird. Es kann ein konservativer chirurgischer Eingriff durchgeführt werden, wenn du noch vorhast, irgendwann schwanger zu werden. Bei diesem Eingriff entfernt der Chirurg so viel von dem Endometrium-Gewebe wie möglich, während er gleichzeitig deine Eierstöcke und die Gebärmutter intakt hält.
    • Nach dieser Operation kann es jedoch immer noch zum Auftreten von Schmerzen und einer erneuten Erkrankung kommen. Der Eingriff wird laparoskopisch durchgeführt, d.h. ein kleiner Schlauch (Laparoskop) wird über einen kleinen Zugang oberhalb deines Bauchnabels eingefürt.
    • In besonders schwerwiegenden Fällen wird unter Umständen eine Hysterektomie, eine Operation zur vollständigen Entfernung der Gebärmutter, des Gebärmutterhalses und der Eierstöcke, durchgeführt.
    • Auch diese Art von Eingriff ist nicht hundertprozentig wirksam, da das Östrogen weiterhin verbleibendes Endometriose-Gewebe stimulieren kann. Schmerzen können ebenfalls nach der Operation noch auftreten. Die meisten Frauen mit Endometriose betrachten eine Hysterektomie deshalb nur als letzten Ausweg.

Methode 3 von 3: Bewältigung der psychologischen Auswirkungen

  1. Informiere dich selbst und andere über Endometriose. Versuche dir alle Informationen zum Thema Endometriose anzueignen, damit du deiner Familien, deinen Freunden und Kollegen die Krankheit besser erklären kannst. Es gibt zuverlässige Medizin-Bücher und Webseiten, die das Thema tiefgründig behandeln.
    • Zögere niemals, deinen Arzt um Antworten und Erklärungen zu bitten. Denke daran: Wissen ist Macht!
  2. Treibe Sport, um Glückshormone freizusetzen. Durch körperliche Betätigung regst du deinen Körper an, Endorphine und andere stimmungsaufhellende Hormone wie beispielsweise Serotonin auszuschütten. Diese Hormone erhöhen deine Nervenaktivität, indem sie deine Neuronen in Gang bringen, wodurch du dich energiegeladener und ruhiger fühlen wirst. Sport trägt außerdem zur Stärkung deiner Muskeln und Schmerzlinderung bei und kann deinen Östrogenspiegel senken, was ebenfalls hilfreich beim Umgang mit Endometriose ist.
    • Du kannst versuchen, täglich etwa 40 Minuten Sport zu treiben, um zu sehen, wie das für dich funktioniert. Schwimmen, Laufen und Joggen stellen zu Beginn gute Optionen dar. Viele Frauen haben nach Beginn eines regelmäßigen Trainingsprogramms von einer Verbesserung ihrer Endometriose-Symptome berichtet.
  3. Konzentriere dich darauf, was du im Moment tun kannst. Lass dich nicht davon unterkriegen, wozu du nicht imstande bist. Versuche stattdessen Möglichkeiten zu finden, deine Einschränkungen zu umgehen. Falls du nicht in der Lage bist, die Geburtstagsparty eines Freundes zu besuchen, weil deine Symptome gerade stärker geworden sind, warum lädst du ihn nicht auf einen Tee oder Kaffee zu dir ein? Auf diese Weise kannst du alles vorbereiten, auch ohne das Haus verlassen zu müssen. Beim Umgang mit Endometriose geht es in erster Linie darum, einen positiven Ausblick zu bewahren und Möglichkeiten zu finden, das Leben weiterhin zu genießen, während man sich weiterhin mit den Symptomen auseinandersetzt.
  4. Trete einer Selbsthilfegruppe bei. Vielleicht findest du es hilfreich, dich mit anderen Menschen auszutauschen, die ebenfalls unter dieser Krankheit leiden. Indem du über deine Gefühle sprichst und diese nicht länger zurückhältst, kannst du dafür sorgen, dass du dich weniger gestresst oder ängstlich fühlst.
  5. Betreibe Aufklärungsarbeit über Endometriose. Tue dein Bestes, um die Allgemeinheit auf diese Erkrankung aufmerksam zu machen, damit andere Leute Endometriose besser verstehen und ihrerseits Menschen mit dieser Erkrankung unterstützen. Folgende Möglichkeiten stehen dir zur Verfügung:
    • Beitritt einer Selbsthilfegruppe
    • Freiwilligendienst in einem Krankenhaus oder einer Langzeitpflegeeinrichtung
    • Vorträge in Schulen
  6. Denke positiv. Behalte deine optimistische Einstellung bei, dass morgen ein neuer Tag voller Hoffnung anbricht. Du bist ein Überlebender und es gibt immer noch eine Menge Dinge, für die du dankbar sein kannst. Sei glücklich und genieße jeden einzelnen Tag.

Tipps

  • Veränderungen in der Ernährungen haben keine direkte Wirkung auf das zugrundeliegende Endometrium-Gewebe. Allerdings kannst du damit sicherlich eine Verbesserung der Begleiterscheinungen (z.B. Übelkeit, Erschöpfung, Blähungen) erreichen. Dazu kann es hilfreich sein, wenn du deine Aufnahme von raffinierten Kohlenhydraten und verarbeitetem Zucker in den Tagen vor und nach deiner Periode verringerst.
  • Sprich mit deinem Arzt darüber, welche Art von empfängnisverhütender Pille du einnehmen solltest. Er wird dir anhand der Schwere deiner Krankheit und der Art der Symptome Auskunft darüber geben können, welche Marke und Zusammensetzung für dich am besten geeignet ist.
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