Aufhören, mit deinem Freund zu streiten

Konflikte kommen in fast allen Beziehungen vor, aber manchmal können die Dinge so weit gehen, dass der Schmerz die Liebe überschattet. Unseren Umgang mit Meinungsverschiedenheiten zu verändern, kann einen großen Unterschied machen. Zu lernen, offener zu sein und dich selbst und deinen Freund besser zu verstehen und zu akzeptieren braucht Zeit, aber ist ein wichtiger Schritt, um eure Beziehung zu verbessern.

Teil 1 von 4: Streitmuster genau betrachten

  1. Entscheide, worüber ihr am häufigsten streitet. Das könnten Kleinigkeiten, wie Sauberkeit und Ordnung oder größere Probleme, wie Eifersucht, Untreue oder Hingabe sein.
    • Beachte jedoch, dass es bei Streitigkeiten oft auch um ein anderes, nicht offensichtliches Thema gehen könnte, wie Verbitterung oder Enttäuschung. Die Dinge, über die wir streiten könnten auch ganz einfach eine Ausrede sein, um unseren tieferen Frustrationen Luft zu machen.
  2. Bestimme andere Faktoren, die zu euren Streitereien beitragen könnten. Diese beinhalten Alkohol, körperliche oder emotionale Abgeschlagenheit, sowie Stress durch Arbeit oder Schule. Sich um diese Probleme zu kümmern könnte die Situation entscheidend verbessern.
  3. Überlege, was das Problem mit dir zu tun hat. Auch wenn du das Gefühl hast, dass dein Freund allein die Schuld trägt, mach einen Schritt zurück und frage dich, ob du auf irgendeine Weise mitverantwortlich für eure Streitereien bist. Manchmal kann es die Intensität eines Streits gewaltig reduzieren, wenn du vor deinem Partner zugibst, dass du etwas Falsches gemacht hast.
  4. Suche nach Lösungen, mit denen du leben kannst. Du weißt vielleicht, wie das Problem gelöst werden sollte, oder auch nicht. Nimm dir Zeit um darüber nachzudenken, was das ideale Resultat für dich wäre, und frage dich, welche Alternativen dazu du ebenfalls akzeptieren könntest. Das wird den Streit in den größeren Zusammenhang der Bedürfnisse von dir und der Beziehung im Ganzen stellen.
    • Wenn dir das hilft, schreibe die Dinge auf, die du deinem Freund sagen möchtest.

Teil 2 von 4: Dich auf einen „guten“ Streit vorbereiten

  1. Sag deinem Freund, dass du mit ihm reden möchtest. Es hilft ihm vielleicht, es ihm etwas im Vorhinein zu sagen, als ihn damit zu überrumpeln. Das gibt ihm auch etwas Zeit um seinen Standpunkt zu überdenken.
  2. Plant, nach dem Gespräch gemeinsam etwas zu tun, was euch Spaß macht. Eine neue Aktivität oder eine, die ihr beide liebt, kann euch helfen, euch daran zu erinnern, warum ihr überhaupt zusammen seid.
  3. Setzt euch ein Zeitlimit. 20-30 Minuten sollten für das Gespräch ausreichen. Das stellt sicher, dass das Gespräch (oder der Streit) nicht ewig weitergeht.

Teil 3 von 4: Die Herangehensweise an Streitgespräche verändern

  1. Lass deinen Freund sprechen, ohne ihn zu unterbrechen. Ermögliche ihm, seine Sicht der Dinge zu erklären, und höre ihm zu wenn er spricht. Widerstehe dem Bedürfnis, ihn zu unterbrechen, auch wenn dich stört, was er sagt. Wenn du weitere Erklärungen brauchst, bitte ihn darum in einem neutralen Tonfall.
  2. Halte deine Körpersprache offen. Nonverbale Kommunikation ist sehr wichtig. Sitze oder stehe mit deinen Schultern und Knien in Richtung deines Freundes um ihm zu zeigen, dass du ihm zuhörst. Vermeide es, die Arme zu verschränken, mit den Füßen zu klopfen oder mit den Augen zu rollen.
    • Berühre deinen Freund. Kontakt zu halten kann euch helfen, trotz der Meinungsverschiedenheiten verbunden zu bleiben. Manchmal ist es sogar das Beste, für eine Weile nicht zu sprechen, sondern euch einfach gegenseitig zu halten.
  3. Höre auf den unterschwelligen emotionalen Inhalt von dem, was er sagt. Wir alle haben emotionale Bedürfnisse, und möglicherweise werden seine nicht erfüllt. Er sagt das vielleicht nicht direkt oder weiß es vielleicht selbst nicht einmal bewusst. Überlege, wie du diese Bedürfnisse in eurer Beziehung besser erfüllen könntest.
    • Zu den emotionalen Bedürfnisse gehören: Sicherheit, Liebe, Spaß, Freundschaft, körperliche Nähe, Kontrolle über die eigene Umgebung, Einbindung in ein soziales Gefüge, Selbstbewusstsein, Status, das Gefühl, etwas erreicht zu haben und ein Leben, das einen Sinn und Zweck hat.
  4. Bestätige, was dein Freund gesagt hat. In deinen eigenen Worten zu wiederholen, was du von ihm gehört hast, kann dir helfen, seine Perspektive zu verstehen.
  5. Stelle sicher, dass dich dein Partner ebenfalls sprechen lässt. Sprich so offen, ruhig und präzise wie möglich über das, was dich ärgert. Wenn dich dein Freund unterbricht, erinnere ihn sanft, dass du ihn so lange sprechen gelassen hast, wie nötig, und dass jetzt du an der Reihe bist.
  6. Entscheide, was ihr beide tun könnt, um eine positive Lösung zu finden. Das wird fast mit Sicherheit bedeuten, dass beide einen Kompromiss machen müssen, aber versucht euch darüber zu freuen, um eurer Beziehung willen etwas nachzugeben.
  7. Bestätigt euer Einverständnis. Stellt sicher, dass jeder von euch seinen Teil des künftigen Plans versteht, ihr wisst, wie ihr euch ohne zu streiten gegenseitig daran erinnern könnt und was die Konsequenzen sind, wenn ihr euch nicht an euren Teil der Abmachung haltet. Legt einen Tag fest, an dem ihr überprüfen werdet, wie gut die Dinge für euch funktionieren.

Teil 4 von 4: Mit Eskalationen umgehen

  1. Akzeptiere, dass du nicht verändern kannst, was sich im Gehirn der anderen Person abspielt. Manche Streitigkeiten hören trotz aller Bemühungen nicht auf. Wenn dein Freund dir verletzende Dinge sagt, dich ständig falsch versteht, sich arrogant oder urteilend verhält, wurde sein Ego verletzt und er verhält sich aus Selbstschutz so.
  2. Gehe weg. Während du nicht ändern kannst, was in der anderen Person vorgeht, kannst du dich um dich selbst kümmern. Dir dessen bewusst zu werden kann schädliche Konfrontationen verhindern. Es ist okay, wegzugehen; vergiss jedoch nicht, dass das keine Strafe für ihn ist. Bleibe aufgeschlossen und liebevoll, und wenn er sich entscheidet, sich dir zu öffnen, sei da und hör zu.
    • Manchmal kann eine nur 30-minütige Pause euch beiden helfen, euch zu beruhigen. Geh spazieren, ruf eine Freundin an oder mach eine halbe Stunde etwas ganz anderes, bevor du dich wieder mit deinem Freund befasst.
  3. Hör auf zu reden. Wenn du aus irgendeinem Grund nicht wegkannst, entferne dich von dem Streit, indem du schweigst. Höre auf deine inneren Gefühle anstatt mit Worten noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.

Tipps

  • Versuche nicht zu schreien, auch wenn du sehr verärgert bist.
  • Sprecht immer persönlich, schickt euch keine hasserfüllten SMS oder E-Mails.
  • Manchmal kann Lächeln tatsächlich helfen, dich besser zu fühlen.
  • Es gibt Zeitpunkte, an denen du das Streiten auf jeden Fall vermeiden solltest. Dazu zählen, wenn du Alkohol getrunken hast, im Auto sitzt, kurz davor bist, auszugehen, wenn andere Menschen (besonders Kinder) anwesend sind, du müde, gestresst, hungrig oder krank bist und an Feiertagen oder besonderen Veranstaltungen. Die meisten Dinge können warten, auch Streit.
  • Überlege, ob die Beziehung all das Streiten wert ist. Sprecht darüber. Wenn ihr eure Meinungsverschiedenheiten nicht beilegen könnt, aber zusammenbleiben wollt, zieht eine Paartherapie in Betracht.

Warnungen

  • Wenn du dich in einer Beziehung befindest, in der dein Partner Gewalt gegen dich anwendet, trenne dich sofort von der Person und erzähle jemandem davon. Du solltest dich niemals emotional oder körperlich bedroht fühlen.
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