Einen Kieferkrampf natürlich heilen

Ein Kieferkrampf ist ein inoffizieller Begriff für die Unfähigkeit, den Mund ganz zu öffnen oder für schmerzhafte Muskelkrämpfe im Kiefer. Kieferkrämpfe können mit Schmerz, einem knackenden Geräusch und mit Kopfschmerzen einhergehen. Kieferkrämpfe kommen recht häufig vor und können ziemlich einfach zu Hause behandelt werden.

Teil 1 von 3: Die Ernährung ändern

  1. Iss mehr Magnesium. Es ist wichtig für die Entspannung der Muskeln und beruhigt das Feuern der Nervenzellen, was die Muskelkrämpfe im Kiefer beseitigt. Es lindert auch Entzündungen. Daher entspannen magnesiumreiche Nahrungsmittel die Muskulatur, reduzieren die Belastung und Entzündungen der Muskulatur, die zu Kieferkrämpfen führen.
    • Magnesiumhaltige Nahrungsmittel sind Mandeln, Leinsamen, Avocados, Paranüsse, Haferflocken, Joghurt, Mais, Wassermelonensamen, Spinat, Kürbis, Sesamsamen, Erdnüsse, Cashews, Bananen, Rosinen, Äpfel, Sojabohnen, Gurken, Sellerie, Paprika, Brokkoli, Papaya und Weizen.
    • Tatsächlich ist Wasser selbst eine gute Magnesiumquelle. Die benötigte Tagesmenge an Magnesium sind jeweils 320 mg und 420 mg für erwachsene Männer und Frauen.
  2. Iss viel Kalzium. Kalzium hilft, die Knochen im Körper zu kräftigen. Ein Kalziummangel führt zu Spasmen der Muskeln, was man als Tetanie bezeichnet. Daher helfen kalziumhaltige Lebensmittel dabei, die Kieferknochen zu kräftigen und die Bewegungen der Kieferknochen zu regulieren und so Spasmen zu verhindern, die sonst zu Kieferkrämpfen führen.
    • Gute Kalziumquellen sind Milch, Joghurt, Käse, Mandeln, Orangen, Sesam, Grünkohl, schwarzäugige Bohnen, getrocknete Feigen, Sardinen, Brokkoli, Chinakohl und Lachs aus der Dose. Die Tagesmenge an Kalzium für einen normalen Erwachsenen sind 1000 mg.
  3. Iss mehr Vitamin D. Du musst mehr Vitamin D zu dir nehmen, da es für die Kalzium-Absorption im Körper notwendig ist, um den Kieferbereich zu kräftigen. Ein Vitamin D Mangel führt zu weichen Knochen und Knochenschmerzen. Vitamin D Mangel führt auch zu einer Veranlagung für Temporomandibulargelenks-Dysfunktion und kann zu Kieferkrämpfen führen.
    • Es gibt nur sehr wenige natürliche Quellen von Vitamin D wie das Fleisch fetter Fische wie Thunfisch, Lachs und Makrele oder Fischlebertran. Eine sehr kleine Menge Vitamin D kommt in Eigelb, Rinderleber und Käse vor. Andere Quellen sind angereicherte Lebensmittel wie Milch, Joghurt, Orangensaft, Margarine, Getreideflocken, etc. Die Tagesmenge an Vitamin D eines normalen Erwachsenen sind 600 IU.
  4. Trinke viel Wasser. Du musst reichlich trinken, da eine Dehydrierung auch zu Muskelkrämpfen führen und die Knochen beeinträchtigen kann – mehr Wasser ist eine Lösung gegen Kieferkrämpfe. Regelmäßig Wasser zu trinken hält Muskeln und Knochen in optimaler Verfassung. Trinke mindestens 8 Gläser Wasser am Tag.
    • Wie oben erwähnt enthält Trinkwasser auch Magnesium, welches zur Verhinderung von Kieferkrämpfen notwendig ist.

Teil 2 von 3: Effektiv trainieren

  1. Mach Yoga. Yoga ist eine alte indische Wissenschaft, die sowohl auf körperlicher als auch auf mentaler Ebene funktioniert. Mit Stress in Verbindung stehende Kieferkrämpfe können durch Yoga geheilt werden. In diesem vollständigen Yoga-Ansatz soll die Person zur Wurzel des Problems vordringen, das zu dem Muskelkrampf geführt hat. Verschiedene Yoga-Techniken, die Kieferkrämpfe lösen, sind:
    • Asanas wie der "Adho Mukh Svanasana" (Hund mit Gesicht nach unten) verbessern die Durchblutung in den Schädel und das Kiefergelenk. In diesem Asana nimmt die Person eine umgekehrte ‚V‘ Stellung ein, wobei die Hüfte zur Decke zeigt und die Fersen und Hände zum Boden.
    • "Salamba sarvangasana" (Schulterstand) ist eine Stellung, bei der die Schulter auf der Matte oder Decke aufliegt und der ganze Körper ab Schulter senkrecht zum Boden steht.
    • "‘Viparita Karani" (Beine an der Wand) ist ein weiteres Asana, bei dem du auf dem Boden liegst und den unteren Rücken mit einem festen Polster abstützt. Die Beine sind nach oben gestreckt und werden an der Wand abgestützt. Diese beiden Asanas versorgen das Kiefergelenk ebenfalls mit reichlich Blut.
    • "Shavasana" (Leichenstellung) entspannt die Muskeln und reduziert Muskelanspannung. In diesem Asana legt sich die Person flach auf dem Boden und entspannt bewusst alle Muskeln im Körper vom Kopf bis zu den Zehenspitzen.
  2. Probiere Meditation im Sitzen. Die beste Stellung zum Lösen des Kiefergelenks ist Meditation im Sitzen. Mit dieser Technik kannst du die Spannung in deinem Kiefer lösen. Setze dich zuerst bequem zur Meditation hin und konzentriere dich darauf deine Zunge zu entspannen. Oftmals hängt die Zunge am Gaumen ohne dass du es überhaupt merkst. Entspanne die Zunge und Augen und du wirst feststellen, dass sich die oberen und unteren Zähne leicht voneinander weg bewegen. Entspanne auch die Mundwinkel.
    • Diese Anweisung ist der Beginn von "pratyahara“, also der Verinnerlichung von sensorischem Bewusstsein. Den Kiefer auf diese Art zu entspannen, erfordert Übung, ist aber sehr nützlich.
  3. Trainiere den Kiefer. Training spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Kieferkrämpfen. Wenn korrekt und regelmäßig durchgeführt, kann man Kieferkrämpfe damit behandeln und verhindern.
    • Entspanne und senke als erstes deine Schultern. Nun entspanne den Unterkiefer und achte darauf, dass deine Zähne sich nicht berühren. Entspanne die Zunge.
    • Wärme die Kiefermuskeln auf, beginne mit einer kleinen Bewegung nach oben und unten und von einer Seite zur andere, ohne dass die Zähne sich berühren. Öffne und schließe den Mund so viel wie möglich ohne Schmerz oder Unannehmlichkeiten.
    • Bewege deinen Kiefer soweit wie möglich nach vorn und hinten. Bewege dich gleichmäßig zu beiden Seiten und entspanne dann.
  4. Führe die gleiche Übung gegen den Widerstand deiner Hand aus. Dies bedeutet, drücke zuerst mit der Hand unter deinen Kiefer, während du den Mund öffnest und drücke mit dem Daumen gegen dein Kinn, während du den Kiefer nach vorn schiebst, sowie auf die rechte und linke Kinnseite während der Seitwärtsbewegungen. Halte den Kiefer ein paar Sekunden am äußersten Punkt der Bewegung, dann schließe ihn und leiste dieser Bewegung Wiederstand, indem du mit den Fingern nach unten gegen die unteren Vorderzähne drückst.
    • Während du in den Spiegel schaust, versuche deinen Unterkiefer gerade nach oben und unten zu bewegen und alle seitlichen Bewegungen zu vermeiden, ebenso Bewegungen, die zu Knacken und Feststellen des Kiefers führen. Jede Übung sollte mindestens zehn Mal am Tag durchgeführt werden.
  5. Das TheraBite System. Dies ist ein tragbares System zur Behandlung von Kieferkrämpfen, das Patienten eine anatomisch korrekte Kieferbewegung ermöglicht. Da die meisten Therapien Dehnen zur Erweiterung der Kieferöffnung enthalten, bietet dieses System sowohl anatomisch korrektes Dehnen als auch passive Bewegung für eine effektive Rehabilitation des Kiefers.
    • Studien zeigen, dass TheraBite Übungen helfen, Kieferkrämpfe zu behandeln, die mit Kopf- oder Halskrebs einhergehen.
  6. Achte immer auf eine gute Haltung. Es ist wichtig, sich den ganzen Tag lang richtig zu halten, vor allem beim Arbeiten am Computer, am Schreibtisch oder bei längerem Sitzen. Dies lindert überlastete Muskulatur. Vermeide es auch, die Zähne zusammenzubeißen und mit den Zähnen zu knirschen.
    • Schlafe nicht auf dem Bauch, da diese Position die Kiefergelenke belastet. Wenn du mit Kieferkrämpfen zu tun hast, probiere auf dem Rücken zu schlafen.

Teil 3 von 3: Natürliche Mittel erkunden

  1. Probiere Senföl und Knoblauch. Senföl verbessert die Durchblutung in den betroffenen Bereichen und Knoblauch hat entzündungshemmende Eigenschaften, die Entzündungen reduzieren. Außerdem besitzt Knoblauch antimikrobielle Eigenschaften, die Infektionen bekämpfen, welche die Erkrankung verschlimmern können. Ein Kiefer, der weder entzündet noch geschwollen ist, lässt sich viel einfacher bewegen.
    • Koche 2 Knoblauchzehen in einem El Senföl und lasse sie abkühlen. Nun trage dieses Öl zwei- oder dreimal auf die betroffene Stelle auf.
  2. Lege abwechselnd warme und kalte Umschläge auf. Dies hilft dabei, den Schmerz und die Schwellung des Kiefers zu reduzieren. Für Wärmeanwendungen kannst du eine Wärmflasche oder ein eingeweichtes Handtuch verwenden, und als kalte Umschläge eine zum Schutz des Gesichts in ein Handtuch gewickelte Eispackung.
    • Verbrenne oder friere die Haut nicht ein. Wende die Umschläge nur jeweils 10 bis 15 Minuten lang an, dann wechsle. Und bedecke die ganze Stelle mit einem Tuch oder Handtuch.
  3. Johanniskrautöl. Dieses enthält verschiedene Flavonoide und Xanthone, die ihm seine antidepressive Wirkung verleiht. Das Öl beruhigt die Schmerzen und beschleunigt den Heilungsprozess der verletzten Muskeln und Sehnen im Kiefer. Dieses Öl sollte auf die betroffene Stelle am Kiefer und direkt unterhalb des Ohrs eingerieben werden.
  4. Kräutertee. Kräutertee aus den folgenden Kräutern kann bei der Behandlung von Kieferkrämpfen helfen:
    • Kava kava: reduziert Nervosität und entspannt dadurch die Person, die an Kieferkrämpfen leidet.
    • Passionsblume: dies reduziert Nervosität, Ruhelosigkeit und Unannehmlichkeiten durch Muskelanspannung und emotionales Ungleichgewicht.
    • Odermennig: diese Sorte reduziert Schmerzen und Muskelschmerzen.
    • Kamille: diese wirkt beruhigend auf Erwachsene. Sie reduziert Muskelschmerzen aufgrund von Stress.

Tipps

  • Vermeide große Bissen, so dass du den Mund nicht weit öffnen und deine Kiefermuskeln belasten musst. Kaue keine großen Stücke Essen, da dies ebenfalls die Kiefermuskeln belastet. Nimm kleinere Bissen.
  • Studien haben gezeigt, dass Übungen zum Öffnen des Munds Kieferkrämpfe nach einer Maxillektomie behandeln und verhindern können, vor allem bei Patienten, die eine Strahlentherapie als Teil einer Antitumor-Behandlung hatten.
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