Die Schmerzen eingewachsener Zehennägel lindern

Bei einem eingewachsenen Zehennagel wölbt sich der seitliche Nagelrand nach unten und gräbt sich tief in den Nagelfalz. Dies kann zu Schwellungen, Schmerzen, Rötung und gelegentlich auch zur Eiterbildung führen. Diese Erkrankung, auch als Unguis incarnatus oder Onychocryptosis bekannt, betrifft meistens den Großzeh, obwohl sie auch bei den anderen Zehen auftreten kann. Ein eingewachsener Zehennagel ist einfach zu behandeln, doch während du darauf wartest, dass dein Zeh heilt, kannst du unter recht starken Schmerzen leiden. Sobald du einen eingewachsenen Zehennagel bei dir erkannt hast, kannst du die Schmerzen mithilfe von Hausmitteln lindern. Sollten die Schmerzen aber besorgniserregend stark oder der Zehennagel entzündet sein, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren.

Methode 1 von 5: Einen eingewachsenen Zehennagel erkennen

  1. Prüfe, ob dein Zeh angeschwollen ist. Ein eingewachsener Zehennagel verursacht gewöhnlich eine kleine Schwellung nahe dem Nagelrand. Vergleiche deinen Zeh daher mit dem gleichen Zeh am anderen Fuß. Sieht er dicker als sonst aus?
  2. Fühle, ob der Bereich schmerzhaft oder druckempfindlich ist. Die Haut um den Zehennagel wird druckempfindlich oder schmerzhaft sein, wenn du sie berührst oder leichten Druck ausübst. Taste den geschwollenen Bereich vorsichtig mit deinen Fingern ab, um festzustellen, von welcher Stelle die Beschwerden ausgehen.
    • Ein eingewachsener Zehennagel kann auch etwas eitern.
  3. Prüfe, wo sich die Nagelecke befindet. Bei einem eingewachsenen Zehennagel kann es so aussehen, als wachse die Haut am Nagelrand (dem sogenannten Nagelfalz, die Hautfalte, welche die Ränder der Nagelplatte überdeckt) über den Nagel. Es kann aber auch so aussehen, als wachse der Nagel am Nagelrand unter die Haut bzw. in den Nagelfalz hinein. Mitunter kannst du die obere Nagelecke aber auch gar nicht ausmachen.
  4. Berücksichtige deinen Gesundheitszustand. In den meisten Fällen kann man einen eingewachsenen Zehennagel erfolgreich zu Hause behandeln. Wenn du aber unter Diabetes oder einer anderen Erkrankung leidest, die zu einer Neuropathie oder Nervenschäden führt, solltest du einen eingewachsenen Zehennagel nicht alleine behandeln. Hole dir stattdessen schnellstmöglich einen Termin bei deinem Arzt.
    • Wenn du unter Nervenschäden oder Durchblutungsstörungen in deinem Bein oder Fuß leidest, wird dein Arzt deinen eingewachsenen Zehennagel sofort untersuchen wollen.
  5. Sprich mit deinem Arzt. Wenn du dir nicht sicher bist, ob du unter einem eingewachsenen Zehennagel leidest, solltest du am besten zum Arzt gehen. Er/Sie wird deinen Zehennagel untersuchen und dir eine Behandlungsmethode empfehlen können.
    • Wenn dein Zustand besonders schlimm ist, kann dich dein Hausarzt zu einem medizinischen Fußpfleger (Podologen) oder einem Hautarzt überweisen.
  6. Achte darauf, dass sich der Zustand deines Zehs nicht verschlechtert. Wenn du einen eingewachsenen Zehennagel bei dir vermutest, solltest du die Behandlung sofort beginnen. Es besteht sonst das Risiko, dass es zu ernsthafteren Problemen wie einer Entzündung kommt.
    • Wenn deine Symptome länger als zwei oder drei Tage anhalten, solltest du zu einem Arzt gehen.

Methode 2 von 5: Hausmittel ausprobieren

  1. Weiche deinen Fuß in warmem Wasser ein. Nimm zum Einweichen deines Fußes eine große Schale oder deine Badewanne. Durch das Fußbad wird die Schwellung zurückgehen und die Schmerzempfindlichkeit gelindert. Bade deinen Fuß etwa 15 Minuten lang. Wiederhole dies drei- bis viermal täglich.
    • Füge Magnesiumsulfat, auch als Epsom- oder Bittersalz bekannt, zum Wasser hinzu. Magnesiumsulfat ist für seine schmerzlindernden und abschwellenden Eigenschaften bekannt. Es wird auch dabei helfen, deinen Zehennagel weicher zu machen. Gib 270 g (etwa eine Tasse) Magnesiumsulfat in eine Badewanne, die mehrere Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt ist, oder in dein Fußbad.
    • Wenn du kein Magnesiumsulfat hast, kannst du auch normales Salz verwenden. Das Salzwasser wird das Bakterienwachstum im betroffenen Bereich reduzieren.
    • Massiere den betroffenen Bereich vorsichtig. Dies wird dazu beitragen, dass das Wasser tiefer in und unter den eingewachsenen Zehennagel dringen kann, sodass jegliche Bakterien besser ausgewaschen und Schwellungen sowie Schmerzen gelindert werden.
  2. Benutze einen Faden oder Zahnseide, um die Nagelecke vorsichtig anzuheben. Dein Zehennagel sollte nach dem Fußbad weicher sein. Arbeite ein Stück saubere Zahnseide vorsichtig seitlich unter deinen Nagel. Hebe die betroffene Nagelecke behutsam an, damit sie nicht mehr in dein Fleisch wachsen kann.
    • Versuche, diese Vorgehensweise nach jedem Fußbad durchzuführen. Benutze jedes Mal ein sauberes Stück Zahnseide.
    • Je nachdem, wie tief dein Zehennagel eingewachsen ist, kann dies recht schmerzhaft sein. Nimm notfalls ein Schmerzmittel ein, um die Schmerzen zu lindern.
    • Gehe dabei nicht zu tief in den Nagelfalz. Es könnte eine mögliche Entzündung verschlimmern, sodass ein medizinischer Eingriff notwendig werden könnte.
  3. Nimm ein Schmerzmittel. Ein rezeptfreies Schmerzmittel kann die Schmerzen, unter denen du leidest, ein wenig lindern. Probiere hierzu ein nichtsteroidales Antirheumatikum (kurz NSAR oder NSA) wie Ibuprofen, Naproxen oder Aspirin aus. NSARs können Schmerzen und Entzündungen lindern.
    • Wenn du keine NSARs nehmen darfst, versuche es stattdessen mit Paracetamol.
  4. Probiere eine antibiotische oder antiseptische Salbe zur äußeren Anwendung aus. Eine antibiotische Salbe schützt dich vor Infektionen. Allerdings sind diese Salben in Deutschland verschreibungspflichtig. Daher könntest du auch eine antiseptische Jodsalbe ausprobieren. Sie sind in Apotheken rezeptfrei erhältlich.
    • Antibiotische Salben gibt es auch in Kombination mit topischen Betäubungsmitteln wie Lidocain. Sie können die Schmerzen an der betroffenen Stelle zeitweise lindern.
    • Halte dich immer an die Packungsbeilage.
  5. Verbinde deinen Zeh, um ihn zu schützen. Um deinen Zeh vor weiteren Entzündungen zu schützen, und damit dein Nagel nicht an der Socke hängen bleibt, solltest du deinen Zeh mit einem Wundverband oder einem Gazestreifen verbinden.
  6. Trage Sandalen, die an den Zehen offen sind, oder weite Schuhe. Gib deinem Fuß etwas mehr Raum, indem du weitere Schuhe trägst oder Sandalen, die an den Zehen offen sind.
    • Zu enge Schuhe können zu eingewachsenen Zehennägeln führen und ihren Zustand verschlimmern.
  7. Probiere homöopathische Mittel aus. In der Homöopathie werden zur Behandlung verschiedener Erkrankungen alternative Arzneimittel verwendet, die auf Kräutern und anderen natürlichen Inhaltsstoffen basieren. Um die Schmerzen an einem eingewachsenen Zehennagel zu behandeln, kannst du eines oder mehrere der folgenden homöopathischen Mittel ausprobieren:
    • Silicea terra, Teucrium marum, Nitricum acidum, Graphites, Magnetis polus australis, Acidum phosphoricum, Thuja, Causticum, Natrum muriaticum, Alumina oder Kalium carbonicum.

Methode 3 von 5: Die Heilung des Zehennagels unterstützen

  1. Weiche deinen Fuß für 15 Minuten ein. Bade deinen betroffenen Zeh 15 Minuten lang in warmem Wasser mit Magnesiumsulfat, auch als Epsom- oder Bittersalz bezeichnet. Dies trägt dazu bei, dass der Nagel weich wird, sodass du ihn leichter anheben kannst.
  2. Hebe den Nagel ein wenig aus dem Nagelfalz heraus. Ziehe deinen Zehennagel vorsichtig von der Haut ab. Dies sorgt dafür, dass der Nagel nicht mehr so dicht an der Haut ist und du die Nagelecke sehen kannst. Nimm ein Stück Zahnseide oder eine spitze Feile, um die Nagelecke ein wenig anzuheben. Du musst hierzu vielleicht mit der Nagelecke anfangen, die nicht eingewachsen ist. Nähere dich mit der Zahnseide oder Feile dann langsam der eingewachsenen Nagelecke.
    • Vergiss nicht, die Feile vor dem Gebrauch mit Alkohol oder Wasserstoffperoxid zu desinfizieren.
  3. Desinfiziere deinen Zeh. Gieße ein wenig sauberes Wasser, Reinigungsalkohol oder ein anderes Desinfektionsmittel unter deinen Nagel, nachdem du ihn leicht von der Haut abgehoben hast. Dies wird verhindern, dass sich dort Bakterien ansammeln.
  4. Stecke einen Gazestreifen unter die Nagelecke. Nimm ein Stückchen saubere Gaze und stecke sie unter den angehobenen Nagel. Dies soll bewirken, dass die Nagelecke die Haut nicht berühren kann. Auf diese Weise kann sie von dem Nagelfalz weg wachsen, anstatt noch weiter hineinzuwachsen.
  5. Tupfe antibiotische oder antiseptische Salbe auf den Hautbereich um deinen Nagel. Sobald du das Stück Gaze platziert hast, gib eine antibiotische oder antiseptische Salbe auf den betroffenen Bereich. Du könntest auch eine Salbe mit Lidocain oder einem anderen Lokalanästhetikum verwenden, um den Bereich leicht zu betäuben.
  6. Verbinde deinen Zeh. Wickle einen Gazestreifen um deinen Zeh. Du könntest auch einen Wundverband benutzen oder eine Zehensocke tragen, bei der dein Zeh einzeln bedeckt ist, sodass er die anderen Zehen nicht direkt berührt.
  7. Wiederhole diese Behandlung jeden Tag. Nutze diese Vorgehensweise, um deinen betroffenen Zeh bei der Heilung zu unterstützen. Je weiter die Heilung fortgeschritten ist, desto stärker werden die Schmerzen und die Schwellung zurückgehen.
    • Achte darauf, den Verband täglich zu wechseln, damit sich im Zehennagelbereich keine Bakterien ansammeln können.

Methode 4 von 5: Sich professionelle Hilfe holen

  1. Hole dir nach zwei bis drei Tagen medizinische Hilfe. Wenn sich nach zwei bis drei Tagen durch deine Behandlung zu Hause keine Besserung am Zeh zeigt, solltest du zu einem Arzt gehen. Bei Diabetes und anderen Erkrankungen, die zu Nervenschäden führen, solltest du sofort zu deinem Arzt gehen oder den Besuch bei einem Podologen erwägen.
    • Wenn dir auffällt, dass von deinem Zeh rote Streifen ausgehen, musst du sofort zum Arzt gehen. Dies ist ein Zeichen einer ernsthaften Entzündung.
    • Du solltest auch zum Arzt gehen, wenn nahe deinem Zehennagel Eiter austritt.
  2. Sprich mit deinem Arzt über deine Symptome. Dein Arzt wird wissen wollen, wann dir das erste Mal aufgefallen ist, dass dein Zehennagel eingewachsen ist, und wann die Schwellungen, Rötungen und/oder Schmerzen begonnen haben. Er/sie wird dich wahrscheinlich auch fragen, ob du unteren zusätzlichen Symptomen wie z.B. Fieber leidest. Achte darauf, alle deine Symptome zu nennen.
    • Dein Hausarzt wird gewiss in der Lage sein, deinen eingewachsenen Zehennagel zu behandeln. Bei komplizierten Fällen, oder wenn die Beschwerden immer wieder auftreten, solltest du dich vielleicht für einen Besuch bei einem Podologen (Fußspezialisten) entscheiden.
  3. Lasse dir Antibiotika verschreiben. Wenn dein Zeh entzündet ist, kann es sein, dass dein Arzt dir Antibiotika zum Einnehmen oder eine antibiotische Salbe verschreibt. Dies wird dafür sorgen, dass die Entzündung abklingt und sich keine neuen Bakterien unter deinem Zehennagel ansammeln.
  4. Lasse es zu, dass dein Arzt versucht, deinen Zehennagel leicht anzuheben. Dein Arzt wird wahrscheinlich zuerst die am wenigsten invasive Methode ausprobieren wollen, d.h den Zehennagel ein wenig anzuheben, damit er nicht mehr ins Nagelbett wachsen kann. Wenn es ihm/ihr gelingt, die Nagelecke aus dem Nagelfalz zu heben, wird er/sie gewiss einen wattierten Pflasterstreifen unter den Nagel stecken.
    • Dein Arzt wird dir zeigen, wie du den Streifen jeden Tag ersetzen musst. Befolge seine/ihre Anweisungen, um sicherzustellen, dass dein Zehennagel schnell heilt.
  5. Erkundige dich nach einer Teilentfernung des Nagels. Wenn der eingewachsene Zehennagel eine starke Entzündung ausgelöst hat oder tief in das Fleisch eingewachsen ist, könnte dein Arzt sich dazu entschließen, einen Teil deines Nagels zu entfernen. Er/Sie wird dir dazu ein lokales Betäubungsmittel verabreichen. Danach wird er/sie an der betreffenden Nagelecke entlang schneiden, um den Teil zu entfernen, der in das Fleisch gewachsen ist.
    • Dein Zehennagel wird innerhalb von zwei bis vier Monaten nachgewachsen sein. Manche Patienten machen sich Gedanken darum, wie ihr Zeh nach dem Eingriff aussehen mag. Wenn dein Zehennagel aber in dein Fleisch gewachsen ist, besteht eine große Chance, dass er nach dieser Teilentfernung besser als vorher aussieht.
    • Die Teilentfernung eines Zehennagels mag drastisch klingen, tatsächlich lindert es aber den Druck, die Reizung und die Schmerzen, die durch den eingewachsenen Nagel ausgelöst wurden.
  6. Informiere dich über eine permanente Teilentfernung des Nagels. Wenn du immer wieder unter eingewachsenen Zehennägeln leidest, solltest du dich vielleicht über eine langanhaltende Lösung informieren. Bei einer Nagelbettverkleinerung wird dein Arzt einen Teil deines Nagels zusammen mit dem Nagelbett unter diesem Bereich entfernen. Dies wird verhindern, dass der Nagel an dieser Stelle nachwächst.
    • Dieser Eingriff wird mit einem Laser, mit chemischen Stoffen, Schwachstrom oder durch andere Operationsmethoden vorgenommen.

Methode 5 von 5: Einem Einwachsen der Zehennägel vorbeugen

  1. Schneide deine Zehennägel richtig. Eingewachsene Zehennägel werden oft durch falsches Schneiden verursacht. Schneide deine Zehennägel immer nur gerade und runde sie nicht an den Ecken ab.
    • Benutze einen desinfizierten Nagelknipser.
    • Schneide deine Zehennägel nicht zu kurz. Du kannst den betreffenden Zehennagel gerne auch etwas länger lassen. Dies wird sicherstellen, dass er nicht wieder in den Nagelfalz wächst.
  2. Gehe zu einer medizinischen Fußpflege. Wenn du nicht an deine Zehennägel gelangst, um sie selbst zu kürzen, dann kannst du zur Fußpflege gehen. Frage in deinem Krankenhaus vor Ort oder einem Gesundheitszentrum, um jemanden zu finden, der dir regelmäßig die Zehennägel schneidet.
  3. Vermeide das Tragen sehr enger Schuhe. Wenn deine Schuhe im Zehenbereich drücken, erhöht dies das Risiko eines eingewachsenen Zehennagels. Drückt dein Schuhwerk seitlich gegen deine Zehen, so kann dies dazu führen, dass die Zehennägel falsch wachsen.
  4. Schütze deine Füße. Trage schützendes Schuhwerk, wenn du Tätigkeiten ausübst, bei denen die Gefahr einer Fuß- oder Zehverletzung besteht. Beispielsweise solltest du auf Baustellen Schuhe mit Stahlkappen tragen.
  5. Lass dir bei der Zehennagelpflege helfen, wenn du Diabetes hast. Menschen mit Diabetes leiden oft unter tauben Füßen. So kann es bei dem Kürzen deiner Zehennägel vorkommen, dass du dir versehentlich in den Zeh schneidest, ohne es zu spüren. Gehe zur Fußpflege oder bitte jemanden, dir deine Zehennägel zu kürzen.
    • Du solltest auch regelmäßig zum Podologen gehen, wenn du unter Diabetes oder anderen Erkrankungen leidest, die zu Nervenschäden führen.
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