Wichteln und Schrottwichteln

Bei Familienfeiern, unter Freunden oder mit den Kollegen ist es immer ein großer Spaß zu wichteln oder zu schrottwichteln. Dabei handelt es sich um Geschenke, die meistens nicht den Geschmack des Beschenkten treffen und oft kitschig oder zumindest etwas merkwürdig sind. Der Gedanke dahinter, ist der, dass ein jeder die Möglichkeit bekommt, kitschige Dinge loszuwerden – und gleichzeitig neue zu bekommen. Das Wichteln selbst kann auf verschiedene Art und Weise erfolgen. So kannst du festlegen, ob es sich um gebrauchte Dinge (Schrottwichteln) oder um gekaufte Sachen handeln soll. Setze ein Limit, wie viel neue Sachen maximal kosten sollen. Das Ziel ist wirklich kitschige, lustige, verrückte Geschenke zu finden. Ideen findest du zum Beispiel in Ein-Euro- oder Second Hand-Läden.

Methode 1 von 2: 1. Die Grundregeln

  1. Legt die Grundregeln für eure Gruppe fest. Wollt ihr schrottwichteln oder doch lieber neue Sache kaufen? Wie teuer darf ein Geschenk maximal sein? Jeder in deiner Gruppe muss mit diesen Bedingungen vertraut und einverstanden sein, ansonsten verschenkt der eine ein nagelneues Videospiel und bekommt stattdessen einen gebrauchten Stiftehalter.
  2. Suche dein perfektes Wichtelgeschenk, pack es ein und nimm es zur Party mit.
    • Falls du Schwierigkeiten damit hast, ein geeignetes Geschenk zu finden, hier sind ein paar Anregungen:
      • Hässlicher Modeschmuck
      • Parfum, Lotion oder Crème mit einem gewöhnungsbedürftigen Duft
      • Billige, hässliche Dekoartikel (z.B. kleine Statuen u.ä.)
      • Komische Bilder und Kunstdrucke, die du im Second-Hand-Laden kaufen kannst
      • Ein Kleidungsstück mit einem dummen Aufdruck
      • Alte Fitness-Videos
      • Ein Buch über ein eher uninteressantes Thema, wie zum Beispiel die Kultivierung von Würmern
      • Ein gerahmtes Bild von deinem Chef (aber nur, wenn dein Chef für dieses Art Humor zu haben ist)
  3. Achte darauf, dass niemand sieht, welches dein Geschenk ist. Es macht nur wirklich Spaß, wenn keiner so genau weiß, von wem welches Geschenk stammt. Also achte darauf, dass du es in die Geschenkekiste, den Sack oder auf den Gabentisch legst, ohne von anderen dabei beobachtet zu werden.
  4. Schreibe jeweils eine Zahl auf einen kleinen Zettel. Für jeden von euch eine Zahl auf einem Zettel. Seid ihr also 15 Arbeitskollegen, so brauchst du 15 kleine Zettel, auf die du die Zahlen von 1 bis 15 schreibst. Dann werden die Zettel gefaltet und in einen Hut oder eine Schüssel gelegt.
  5. Jetzt zieht jeder einen Zettel. Die Zahlen bestimmen die Reihenfolge, in der sich jeder ein Geschenk aussuchen darf.
  6. Es beginnt die Person, die die „1“ gezogen hat. Sie nimmt sich ein Geschenk und packt es aus.
  7. Jetzt ist der Nächste an der Reihe. Er darf sich aussuchen, ob er sich ein neues Geschenk aussucht oder ein Geschenk von jemand anderem „stiehlt“.
    • Wird jemandem „sein” Geschenk „gestohlen”, so darf er wiederum jemand anderem ein Geschenk „stehlen” oder sich ein neues aussuchen und auspacken.
    • Ein Geschenk, das dir gerade gestohlen wurde, darfst du nicht sofort zurückstehlen. Du musst mindestens eine Runde damit warten.
    • Ein- und dasselbe Geschenk darf in jeder Runde nur einmal gestohlen werden.
  8. Das wird so lange fortgesetzt, bis jeder ein Geschenk hat – entweder ein gestohlenes von jemand anderem oder ein neues.

Methode 2 von 2: 2. Varianten

  1. Ihr könnt so viele oder so wenige Varianten einbauen, wie ihr wollt. Nur sollten sie gleich zu Beginn festgelegt werden und jeder damit einverstanden sein, damit alle ihren Spaß haben. Es gibt sehr viele Varianten:
    • Packt die Geschenke erst ganz am Schluss aus. So beschleunigt ihr die Geschenkevergabe und alles bleibt sehr geheimnisvoll, vor allem, wenn man Geschenke von anderen klaut.
    • Markiert die Geschenke nach Geschlechtern: männlich, weiblich, neutral.
    • Packt zusätzlich ein paar Geschenke, die eine Karte mit weiteren Anweisungen enthält. Zum Beispiel: „Such dir zwei Geschenke aus, packe sie aus und leg dann eins davon zurück.“ oder „Such dir ein Geschenk aus. Dieses Geschenk darf dir nicht gestohlen werden.“ Folgendes gilt es zu bedenken, wenn sich in manchen Geschenken solch eine Karte verbirgt:
      • Es müssen ausreichend Geschenke vorhanden sein. Die Päckchen mit den Karten sind zusätzlich. Am Ende braucht jede Person ein richtiges Geschenk.
      • Diese Karten machen eigentlich nur Sinn, wenn die Geschenke gleich – und nicht erst am Ende - ausgepackt werden. Wie soll sich jemand sonst zwei Geschenke aussuchen können, um dann eins davon wieder zurückzulegen?
    • Der erste, der sich ein Geschenk nehmen durfte, kann am Ende die Möglichkeit bekommen, sein Geschenk mit einem anderen zu tauschen. Bei seinem Zug konnte er ja noch niemandem sein Geschenk wegnehmen. Das funktioniert am besten, wenn alle Geschenke erst ganz am Ende ausgepackt werden, ansonsten ist diese erste Person im Vorteil, da alle Geschenke ausgepackt und sie sich das aussuchen kann, was ihr am besten gefällt.
  2. Es gibt viele Möglichkeiten, das Stehlen der Geschenke zu regeln:
    • Nachdem ein Geschenk dreimal gestohlen wurde, gehört es dem, der es zuletzt gestohlen hat. Es darf von niemandem mehr weggenommen werden. Am besten legt ihr dafür Zettel und Stift zurecht, damit ihr beim Zählen nicht durcheinander kommt.
    • Alternativ könnt ihr auch festlegen, wie oft jeder Person ein Geschenk gestohlen werden darf. Die einzelnen Geschenke dürfen also mehr als zum Beispiel dreimal gestohlen werden, aber nur, wenn es sich nicht bei jemandem befindet, von dem schon zum Beispiel dreimal ein Geschenk gestohlen wurde.
    • Regelt, wie oft in der einzelnen Runde Geschenke gestohlen werden dürfen. Derjenige, der dran ist, nimmt sich beispielsweise kein neues Geschenk, sondern stiehlt eines. Dieser wiederum stiehlt auch eines. Wie lang soll das so weitergehen? Wird beispielsweise auch vom dritten in der Runde das Geschenk gestohlen, dann muss dieser sich ein neues nehmen und darf nicht weiterstehlen.

Tipps

  • Stelle deine (Schrott)Wichtelparty unter ein bestimmtes Motto, zum Beispiel: „ungewöhnliche Werkzeuge” oder „Dekoartikel, die keiner mehr braucht”. Alle Geschenke müssen zu diesem Motto passen. Das macht es vor allem für Gruppen interessant, die schon öfters (Schrott)Wichtelpartys veranstaltet haben.
  • Ihr könnt auch reihum würfeln, anstatt Nummern zu ziehen. Wer eine "6" würfelt, darf sich ein Geschenk nehmen, wer eine "1" würfelt, darf ein Geschenk stehlen... Eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
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