Mit Tieren kommunizieren

Hast du dich schon einmal gefragt, was dein Haustier denkt oder fühlt? Hast du schon einmal versucht herauszufinden, was es dir sagen will? Wünschst du dir manchmal, dass dein Tier in Worten mit dir sprechen könnte? Wenn du eine dieser Fragen mit "ja" beantwortet hast, suchst du vielleicht nach Möglichkeiten, wie du nicht nur die Kommunikation deines Tiers verstehst, sondern auch mit ihm kommunizieren kannst. Tiere (und auch Menschen) verwenden ihre Körper und Stimmbänder auf viele verschiedene Arten, um ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken. Zu lernen, wie du mit deinem Haustier kommunizierst, wird die Verbindung und die Beziehung zu ihm verbessern.

Methode 1 von 3: Dein Tier beobachten

  1. Beobachte, wie dein Tier seine Augen, Ohren und sein Gesicht verwendet. Tiere nutzen viele Teile ihres Körpers, um verschiedene Gefühle zu übermitteln. Indem du beobachtest, wie dein Tier seinen Körper einsetzt, kannst du wissen, ob es spielerisch, krank oder sogar wütend ist. Die Augen deines Pferds können z.B. anzeigen, dass es wachsam ist (ganz geöffnet), schläfrig (halb geöffnet) oder ein Problem mit einem Auge hat (das problematische Auge bleibt geschlossen).
    • Dein Hund kann seine Augen verengen und dich anstarren, um anzuzeigen, dass er aggressiv ist. Es kann sein, dass er außerdem den Blickkontakt mit dir vermeidet, um dir zu zeigen, dass er unterwürfig ist oder dir seine Achtung zeigt.
    • Die Ohren deiner Katze können nach hinten gehen, wenn sie wegen etwas besonders ängstlich ist.
    • Hunde und Pferde spitzen ihre Ohren und neigen sie leicht nach vorne, um Konzentration anzuzeigen.
    • Es kann sein, dass dein Hund sein Maul ein wenig offen hält, ohne die Zähne zu zeigen, um anzuzeigen, dass er entspannt, aber wachsam ist.
  2. Sieh dir an, wie dein Tier seine Beine und seinen Schwanz (wenn es einen hat) einsetzt. Wie bei den Augen, Ohren und dem Gesicht können die Beine und der Schwanz deines Tiers hilfreiche Einsichten liefern, wie es ihm geht. Dein Pferd schlägt z.B. langsam mit seinem Schwanz, um Fliegen zu verjagen, schlägt aber vielleicht schneller damit, um Ärger oder Wut zu überbringen. Ähnlich wie bei Pferden schlagen Katzen bei Verärgerung schnell mit dem Schwanz.
    • Wenn dein Hund seinen Schwanz in einer Position hält, die entweder auf gleicher Höhe oder niedriger ist wie sein Körper, dann zeigt er, dass er wohlwollend ist.
    • Dein Pferd kann mit seinen Beinen ausschlagen und zeigen, dass es verspielt ist. Dies könnte jedoch auch Unsicherheit ausdrücken.
  3. Beobachte die Haltung deines Tiers. Dein Tier kann auch über die Arten mit dir kommunizieren, wie es seinen Körper positioniert und bewegt. Wenn dein Hund z.B. plötzlich "einfriert" und seinen Körper anspannt, könnte er anzeigen, dass er in Bezug auf etwas unsicher ist oder sich möglicherweise auf einen Angriff vorbereitet. Wenn dein Pferd sehr steif läuft, kann es gestresst oder nervös sein oder Schmerzen haben.
    • Wenn du ein kleines Haustier hast, z.B. ein Meerschweinchen, bemerkst du vielleicht, dass es besonders zappelig ist, wenn es reizbar oder unruhig ist.
    • Wenn deine Katze auf dem Rücken liegt, kann sie zwei verschiedene Dinge ausdrücken: Entspannung (normalerweise begleitet von Schnurren) oder Ärger (normalerweise durch Knurren begleitet).

Methode 2 von 3: Auf die Vokalisierungen deines Tiers hören

  1. Lausche den Vokalisierungen deines Tiers. Dein Pferd kann eine Reihe verschiedener Geräusche machen. Zu lernen, wie du diese Geräusche unterscheidest, wird dir helfen zu bestimmen, wie es deinem Pferd geht. Es wiehert aus verschiedenen Gründen, dazu gehören Anerkennung seiner Gegenwart und der Ausdruck von Ärger. Statt zu Wiehern kann es kreischen, wenn es zum ersten Mal ein anderes Pferd trifft.
    • Dein Pferd kann auch seufzen, was Gefühle der Erleichterung oder Entspannung anzeigen kann.
    • Jüngere Pferde (Fohlen) klappern in der Gegenwart von älteren Pferden vielleicht mit den Zähnen, damit die älteren Pferde ihnen nicht wehtun.
  2. Höre auf die Geräusche deiner Katze. Das Miauen ist ein sehr häufiges Geräusch deiner Katze. Sie miaut aus verschiedenen Gründen. Z.B. miaut sie vielleicht, um dich zu begrüßen, zu zeigen, dass sie Hunger oder Durst hat, oder um dich darüber zu informieren, dass ihr etwas nicht passt, das du tust. Wenn deine Katze anfängt zu knurren oder zu fauchen, wärst du gut beraten, sie in Ruhe zu lassen. Ihr Knurren und Fauchen zeigt an, dass sie über etwas sehr verärgert ist.
    • Du hörst eine Katze auch schnurren, was normalerweise bedeutet, dass sie entspannt und zufrieden ist. Ein Schnurren kann jedoch auch die Art deiner Katze sein, sich selbst zu trösten.
    • Deine Katze kann heulen oder jaulen, wenn sie Stress hat, z.B. wenn sie irgendwo feststeckt. Wenn es eine ältere Katze mit Demenz ist, macht sie diese Geräusche vielleicht, wenn sie desorientiert ist.
  3. Lausche auf die Vokalisierungen deines Hunds. Die üblichen Vokalisierungen eines Hunds sind Bellen, Knurren und Heulen. Wenn dein Hund aggressiv oder territorial ist, ist sein Bellen wahrscheinlich schnell, laut und in hoher Tonlage. Auf der anderen Seite kann ein hohes Bellen auch Freundlichkeit oder Verspieltheit anzeigen und kann von einem Kläffen oder Gewinsel begleitet sein.
    • Knurren ist oft die Art deines Hunds, dich darüber zu informieren, dass du Abstand halten sollst. Es kann jedoch auch ein Zeichen für Zufriedenheit sein - ähnlich wie das Schnurren einer Katze. Lies die gesamte Körpersprache deines Hunds, um zu bestimmen, was dir dein Hund mit dem Knurren sagen will.
    • Dein Hund kann lange und anhaltend Jaulen, wenn er einsam ist oder unter Trennungsangst leidet. Zusätzlich kann er mehr als üblich jaulen, wenn er verletzt ist oder es ihm nicht gut geht.
  4. Identifiziere die Vokalisierungen deines Meerschweinchens. Meerschweinchen sind sehr stimmhafte Tiere. Dein Meerschweinchen macht Geräusche in hoher Tonlage wie z.B. Quieken oder Pfeifen, um anzuzeigen, dass es aufgeregt ist oder ein aufregendes Ereignis vorausahnt (z.B. die Fütterungs- oder Spielzeit). Schnurren von deinem Meerschweinchen kann verschiedene Emotionen übermitteln: Zufriedenheit (tiefes, entspanntes Schnurren), Aufregung (hohes Schnurren) oder Angst (kurzes, nervös klingendes Schnurren).
    • Dein Meerschweinchen fängt vielleicht an zu zwitschern, um Aggression oder Wut anzuzeigen. Gib ihm etwas Raum, wenn es zwitschert, während du mit ihm spielst.

Methode 3 von 3: Mit deinem Tier kommunizieren

  1. Sprich mit deinem Tier. Auch wenn dein Tier vielleicht die Worte nicht genau versteht, die du sagst, kann es zumindest deinen Tonfall und deine Körpersprache aufnehmen, wenn du mit ihm sprichst. Wenn du z.B. mit strenger Stimme mit ihm sprichst, könnte es verstehen, dass du mit seinem Verhalten unzufrieden bist. In einem gebieterischen Ton mit ihm zu sprechen, wenn du ihm ein Kommando erteilst, wird ihm wahrscheinlich signalisieren, dass es deine Anweisung befolgen sollte.
    • Mit deinem Tier zu reden kann außerdem helfen, es zu beruhigen, wenn es nervös der ängstlich ist.
    • Dein Tier verbal zu loben, wenn du es trainierst, ist ebenfalls sehr hilfreich.
  2. Kommuniziere mit deinem Tier nonverbal. Deine nonverbale Kommunikation ist genauso wichtig wie verbale Kommunikation. Nonverbale Kommunikation wird oft im Training eingesetzt, um deinem Tier die Ausführung einer bestimmten Aktivität beizubringen. Wenn du z.B. auf deinem Pferd sitzt, würdest du mit deinen Beinen und deinen Händen deinem Pferd signalisieren, dass es sich auf der Vorderhand drehen soll. Wenn du deinem Hund "sitz" beibringst, würdest du tatsächlich verbale und nonverbale Kommunikation (Handzeichen) kombinieren, um ihm das Kommando "sitz" zu geben.
    • Aufzustehen und von deiner Katze wegzugehen, ohne etwas zu sagen, ist eine Art, ihr zu sagen, dass dir ihr Verhalten nicht gefällt.
    • Achte auf nonverbale Kommunikation, die deinem Tier vielleicht nicht gefällt. Dein Hund mag es z.B. vielleicht nicht, dass du seinen Bauch reibst. Wenn er knurrt oder versucht, von dir wegzukommen, gib ihm etwas Raum.
  3. Vermeide es, dein Tier zu bestrafen. Dein Tier verbal oder körperlich zu bestrafen ist nie eine gute Idee. Bestrafung kann deinem Tier Angst vor dir machen und möglicherweise sein Vertrauen in und seinen Respekt für dich verringern. Außerdem stellen einige Gattungen wie z.B. Katzen nicht unbedingt die Verbindung zwischen deiner Bestrafung und dem Verhalten, für das sie bestraft werden, her.
    • Das unerwünschte Verhalten weniger wünschenswert und das richtige Verhalten wünschenswerter zu machen funktioniert oft, um dein Tier von falschem Verhalten abzubringen. Wenn deine Katze z.B. deine Möbel verkratzt, macht das Anbringen von doppelseitigem Klebeband auf den Möbeln es weniger wünschenswert für sie, daran zu kratzen. Blätter von Katzenminze auf dem Kratzbaum auszustreuen macht es hingegen wünschenswerter für sie, daran zu kratzen.

Tipps

  • Tiere können auf mehr Arten kommunizieren, als sie in einem einzelnen Artikel aufgeführt werden können. Gehe in den Buch- oder Zooladen für Empfehlungen für Bücher, die tiefgehende Informationen in Bezug auf die Kommunikation und das Verhalten von Tieren bieten.
  • Mit deinem Tier zu kommunizieren ist keine Einbahnstraße - es muss deine Körpersprache und deine Geräusche genauso verstehen wie du seine.
  • Zu lernen, wie du mit deinem Haustier oder irgendeinem anderen Tier kommunizierst, braucht Zeit. Übereile es nicht.
  • Sprich mit deinem Tierarzt oder einem Verhaltensforscher, wenn du dir nicht sicher bist, wie du die Kommunikation deines Tiers interpretieren sollst.

Warnungen

  • Versuche nicht, dich einem wilden Tier zu nähern, um mit ihm zu kommunizieren, vor allem wenn du mit seiner Körpersprache oder seiner Vokalisierung nicht vertraut bist.
  • Wenn dein Tier faucht, knurrt oder versucht, dich zu kratzen, gibst du ihm am besten ein wenig Raum.
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