Richtig lügen

Lügen treten in allen Formen und Größen auf und manchmal liegen ihnen Plethora oder Gründe zugrunde wie sich selbst nicht schaden zu wollen, jemanden nicht zu verletzen oder ihn durch die Lüge zu schützen oder sogar, sich aus der Lüge bei jemandem aktiv einen Vorteil schaffen zu wollen (materiell, sozial oder emotional). Die ethische Natur des Lügens soll nicht Thema dieses Artikels sein; vielmehr soll dieser Artikel die Schritte beschreiben, die es zu machen gilt, wenn du deine persönliche Moral, deinen Glauben oder Vertrauensfragen überwunden hast und die Entscheidung getroffen hast, dass du weitermachen und die Lüge aussprechen willst.

Vorgehensweise

  1. Finde deinen Frieden mit der Entscheidung zu lügen. Eine gute Lüge erfordert, dass du jegliche moralische oder ethische Hürde überwunden und vor dir selbst gerechtfertigt hast, dass die Frage, um die es gerade geht, notwendig ist. Ein schlechter Lügner stolpert oft darüber, dass er weiterhin mit der Moral oder dem Glauben und somit der Entscheidung zu lügen hadert. Unabhängig von dem Grund musst du, um erfolgreich zu lügen, der Punkt einer inneren Gleichgewichtes erreichen, an dem die Lüge in deinen eigenen Gedanken gerechtfertigt ist. Denke dabei auch an folgendes:
    • Lügen werden verachtet, da sie die Tendenz haben zu verletzen, zu Brüchen führen und oft mit dem Preis einhergehen, an sozialem oder finanziellem Status zu verlieren. Und Lügen zerstören das Vertrauen auf persönlicher uns sozialer Ebene, während die meisten von uns nach gegenseitigem Vertrauen streben. Es lässt sich aber dennoch der Standpunkt vertreten, dass Lügen ihre Berechtigung haben um den Ruf zu schützen, einen anderen nicht zu verletzen, Spannungen zu lösen und so weiter, dies alles wird aber immer vom Kontext und dem Ausmaß der Lüge abhängig sein und auch von der Legalität/ Moralität dessen, worüber gelogen wird.
    • Manche Menschen, wie etwa Soziopathen, empfinden Lügen als erfrischend. Diese Art Lügner sind völlig auf dich selbst bezogen und empfinden keine Reue und werden kaum einmal Rücksicht auf einen anderen Menschen nehmen. Für die meisten Leute werden Lügen, die andere manipulieren sollen, immer mit großen Einbußen verbunden sein, wenn sie aufgedeckt werden sollten.
    • Manche Menschen empfinden es als beinahe unmöglich zu lügen. Ob dies daran liegt, dass sie unbeugsam ethisch sind, das Asperger Syndrome aufweisen oder einfach nie verstanden haben, warum Ehrlichkeit nicht immer die beste Lösung ist, kann es sein, dass es für eine solche Person niemals eine Lösung sein wird zu lügen. Eine solche Person wird dazu neigen, alles zu gestehen oder sogar in diverse Fettnäpfchen treten. Dennoch kann man durch den Glauben an die absolute Ehrlichkeit manchmal den Blick für die Subtilitäten und Nuancen verlieren, die in Beziehungen und Situationen erforderlich sind, in denen du wirklich in Gefahr bist (physisch oder emotional) oder jemanden mit der Wahrheit wahrscheinlich verletzten würdest, eine allgemeine Verurteilung aller Lügen sollte also nur mit äußerster Umsicht vorgenommen werden.
    • Ab und an zu lügen ist eine persönliche Entscheidung. Schätze dich dennoch realistisch selbst ein; jedes Mal zu lügen, um keine Verantwortung übernehmen zu müssen, wenn etwas in deinem Leben schiefläuft kann zu zwanghaftem Lügen und der Unfähigkeit, den Unterschied zwischen dem Bedürfnis ehrlich zu sein und dem Bedürfnis in Sicherheit zu sein, zu erkennen – eine Geisteshaltung, die dein Leben zerstören kann. Unter welchen Umständen bist du bereit zu riskieren, dass Beziehungen in die Brüche gehen, du einen schlechten Ruf erlangst und du dir Möglichkeiten in der Zukunft verbaust? Wiegen die Vorteile der Lüge die Risiken auf? Es gibt Leute, die für ihre Lügen im Gefängnis landen oder Schlimmeres
  2. Ziehe die Möglichkeit in Betracht, erwischt zu werden. Frage dich, bevor du die Lüge aussprichst, wie die Chancen stehen, dass du auffliegst. Wenn die Frage nach der Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden beantwortet hast, dann kannst du dir überlegen, ob eine Lüge in diesem Fall angebracht ist. Dinge, die du berücksichtige solltest, sind:
    • Habe ich es schon getan und wurde ich von den Leuten, bei denen ich es jetzt versuche, erwischt? Wenn dies der Fall sein sollte, werden sie mir jetzt wahrscheinlich keinen Glauben schenken.
    • Gab es Zeugen? Wenn du deinem Partner erzählen willst, dass du nicht mit einem Wildfremden auf einer Party in der Ecke rumgeknutscht hast, dann läufst du Gefahr, dass auch Bekannte deines Partners dort waren
    • Fühlst du dich dabei wohl, die Ereignisse abzuändern, um eine ganz neue Story zu erfinden?
    • Was sind die wahrscheinlichen Vergeltungsmaßnahmen, wenn du erwischt werden solltest? Wird die Person dir wahrscheinlich vergeben oder wird sie sich völlig verraten fühlen? Handelt es sich um eine kleine Lüge, über die die Person hinwegsehen kann oder ist es etwas, das das Vertrauen in deiner Partnerschaft völlig erschüttern wird, damit es, wenn es erst einmal verloren ist, nicht wieder hergestellt werden kann?
  3. Habe eine logische Abänderung der Ereignisse. Wenn du einmal die Entscheidung getroffen hast zu lügen, wirst du mit einer plausiblen Alternative der Fakten aufwarten müssen. Hierfür musst du dir überlegen, was du sagen wirst und welche Art von Fragen dir wahrscheinlich dazu gestellt werden, damit du die Antworten auf diese Frage schon parat hast.
    • Denke an spezielle wahre Dinge (Plätze, Personen, Ereignis, Story), in die sich deine Lüge einfügen wird und die du verwenden kannst, wenn du ausgefragt wirst. Dies gibt dir einige spezielle Details, auf die du dich berufen kannst, damit du dir die Dinge nicht spontan ausmalen musst.
    • Halte die Story einfach. Über je mehr Dinge du lügen musst, um deine ursprüngliche Lüge zu untermauern, desto eher verzettelst du dich. Zu Lügen ist ein wenig wie Schach – du musst immer einige Schritte im Voraus denken. Stelle dir vor, was die Person, die du belügen wirst, die fragen könnte und halte eine Antwort darauf bereit. Achte darauf dir zu überlegen, wen du belügen wirst. Was weiß er schon? Was ist sonst für ihn akzeptabel?
    • Die Lüge aufzuschreiben kann hilfreich sein. Der Akt des Schreibens kann dein Gedächtnis daran verstärken und dir auch dabei helfen, die Sequenzen anzuordnen.
  4. Verwende deine Vorstellungskraft und male dir die Lüge aus. Rolle die Lüge im Geiste auf, als wäre sie eben passiert. Dies wird das Ereignis für dich im Geiste kreieren und du wirst dich daran erinnern, wenn du anderen davon erzählst. Du überzeugst dich so selbst von der überarbeiteten Realität und wenn du die Geschichte erzählst, wird sie sich wie die Wahrheit anhören.
    • Ein Beispiel könnte sein „habe ich das Auto zu Schrott gefahren? Nun, ich bin gegen eine Wand gefahren. Also hat die Wand das Auto geschrottet. Ich habe es nur bewegt!“ In den unvergessenen Worten George Costanzas, „es ist keine Lüge, wenn du glaubst, es sei die Wahrheit.“ Dies funktioniert gut, wenn du die Situation ersetzt.
    • Versuche dir alternative vorzustellen, dass nicht du die Person seist. Du bist jemand anderes, eine ganz neue Person, die das Auto nicht zu Schrott gefahren hat. Gib vor, diese Person zu sein. Überzeuge dich selbst davon, dass du die Person bist, die das Auto nicht zu Schrott gefahren hat.
  5. Übe vor einem Spiegel oder einer Videokamera zu lügen. Beobachte deinen Gesichtsausdruck. Versuche deine Augen weit zu öffnen und deinen Mund nicht völlig zu schließen, um unschuldig oder geschockt auszusehen. Trainiere auch auszusehen, als würdest du versuchen die Tränen zurückzuhalten. Zeige ein wenig deine Zähne und kräusle die Augen und Wangen, wenn du lachst. Dies ist ein „ehrliches“ Lachen, eines, das von einem Ohr zum anderen reicht und dein ganzen Gesicht miteinschließt.
  6. Denke an die Details. Details können den Unterschied zwischen einer glaubwürdigen Lüge und der offensichtlichen Ansammlung verbalen Nonsens machen. Füge zusätzliche Details zu, die dir helfen, das Ereignis zu verpacken und es in der Nacherzählung realer wirken zu lassen. Beispielsweise ist „ich stand gerade vor dem Burger King und habe mit Max und Petra einen Whopper gegessen“ viel glaubwürdiger als einfach nur „ich stand vor dem Burger King.“ (natürlich musst du, wenn Max und Petra nicht wirklich dabei waren, sie einweihen um dich zu decken.)
  7. Mach das Gegenteil dessen, was Lügner tun. Es gibt ganze Bücher darüber, wie man einen Lügner entlarvt. Besorge dir eines, lies es und versuche das Gegenteil dessen zu tun. Leute, die gerade lügen, tendieren dazu extreme Dinge zu tun – entweder sie versuchen Blickkontakt völlig zu vermeiden oder sie starren einem ständig in die Augen. In einer normalen Konversation werden deine Augen sich bewegen und du schaust weg, um zu denken, während du den Rest der Zeit den Blickkontakt aufrecht erhältst. Aller Wahrscheinlichkeit wird es immer subtile Dinge geben, die jemand sieht, der gut darin ist Lügner zu erkennen (im kriminalistischen Gesetzesvollzug werden Polizisten und Lügendetektoren darauf trainiert, Unterschiede im Verhalten wahrzunehmen, es kann also hilfreich sein zu lernen, worauf sie achten), die Durchschnittsperson kann aber wahrscheinlich hinters Licht geführt werden, wenn du gut aufpasst und einige der folgenden Anhaltspunkte vermeiden kannst:
    • Halte Blickkontakt. Lügner tendieren dazu, wegzusehen. Wirke ernst, aber nicht zu angespannt, wenn du der Person in die Augen siehst. Schau nicht umher, starre aber auch nicht. In einer normalen Konversation wenden die Leute auch mal auf natürliche Weise den Blick ab.
    • Entspanne dich. Hör auf zu zappeln, an deiner Kleidung zu zupfen oder mit den Füßen zu scharren. Dies sind auch Zeichen dafür, dass jemand vom Thema ablenken will.
    • Behalte deine Hände unter Kontrolle. Wenn Menschen lügen, dann bewegen sie meist ihre Hände Richtung Gesicht, um ihren Mund zu bedecken oder an ihrer Kleidung oder im Gesicht herumzufummeln. Entspanne deine Hände. Berühre nicht deinen Kopf und hebe nicht die Hände. Halte deine Handflächen seitlich deines Körpers und lass sie dort.
    • Verwende nicht mehr hochtrabende Wörter, als du es auch sonst tust. Wenn du auch sonst gepresst redest (oder nicht), dann behalte deine Angewohnheiten bei. Alles, was unüblich an deiner Sprache oder an deinem Ton erscheint, wird verdächtig erscheinen.
    • Lächle normal viel. Denk an schleimige Leute, die zu viel lachen und lächeln, wenn sie etwas von dir wollen; diese Art von Lächeln macht einen darauf aufmerksam, dass etwas im Busch sein könnte, vermeide es also, zu viel zu lachen. Lache und gluckse auf keinen Fall.
    • Wenn du nicht dafür bekannt bist zu stottern, dann solltest du das definitive vermeiden und du solltest auf keinen Fall beginnen zu flüstern. Manche Leute erröten oder beginnen zu stottern, da in manchen Fällen das Unterbewusstsein in Panik gerät. Bleibe ruhig und gefasst.
  8. Bringe die Lüge vor, bevor du zu dem Thema befragt wirst. Es ist besser, die Person im Vorfeld anzulügen, als dass du später von einer anderen Person zu dem Thema befragt wirst. Wenn das Opfer deine Missetat herausfindet, bevor du etwas erklären konntest, dann wird sie die Zeit haben herauszubekommen was mit ziemlicher Sicherheit passiert sein muss, bevor sie dir überhaupt Fragen dazu gestellt hat, was es viel schwieriger machen wird, sie in der Sache zu überzeugen.
    • Beispielsweise: Peters Mitbewohner Max kommt zur Tür herein. Peter, der vom Computerbildschirm aufsieht, wird von Max berichtet, dass der Hund seine Nudeln aufgegessen habe, auch wenn es eigentlich Max selbst war. Peter geht in die Küche und entdeckt, dass die Nudeln verschwunden sind und zuckt mit den Achseln. Wenn Max jedoch nichts gesagt hätte, dann wäre Peter wütend aus der Küche gekommen und hätte Max beschuldigt, seinen köstlichen Vormittagssnack aufgegessen zu haben, was ihn noch wütender gemacht hätte und er wäre weniger offen dafür gewesen, was Max zu sagen hat.
  9. Mache ein glaubwürdiges Geständnis. Wenn du spürst, dass jemand anderes vermutet, dass du lügst, dann gestehe oder verhalte dich so, dass sie etwas Kleines oder Unwahres erwarten. Sie werden den Köder schlucken und denken, dass das alles sei, weswegen du lügst.
    • Wenn möglich, dann kombiniere deine Lüge mit der Wahrheit. Sage wir, dass deine Mutter dich am Telefon darüber hat reden hören, wie betrunken du letzte Nacht gewesen seist. Sie konfrontiert dich damit. Natürlich kannst du die Geschichte nicht völlig umdrehen und sagen, du hättest keinen Tropfen angerührt. Lasse stattdessen etwas der Wahrheit einfließen, während du sie verharmlost. Sage nicht „Was? Ich habe nichts getrunken!“, sondern eher „Ja, Mama, sie hatten eine Flasche Scotch nach der Arbeit dabei… Ich trank ein Glas und war danach total am Ende. Es war grauenvoll”.
    • Beschuldige das Resultat als Ursache. Ein anderer Weg die Wahrheit zu verdrehen ist zu suggerieren, dass die Dinge schon total schiefliefen, bevor der große Fehler passiert ist. Wenn du beispielsweise etwas kaputtgemacht hast, dann könntest du einfach sagen „mein Gott, ich habe den ganzen Nachmittag versucht, das Ding zum Laufen zu bringen, habe alle Bedienungsanleitungen gelesen und es dann mit Klebeband gefixt. Und dann, ganz plötzlich, ist mir das verflixte Ding aus den Händen gerutscht. Und noch dazu hat es mich getroffen!“
    • Füge deiner Lüge ein kleines Geständnis bei, um den Verdacht zu reduzieren. Du hast beispielsweise eine von deinen Eltern nicht erlaubte Party geschmissen, während sie nicht in der Stadt waren. Erzähle ihnen bei ihrer Rückkehr „tut mir leid, ich habe gestern Nacht vergessen den Hund zu füttern und er hat das Sofa zerfetzt, während ich draußen unterwegs war.“. Dies kann manchmal deine schuldige Haltung gut verstecken.
  10. Stell dich dumm. Zu dämlich zu wirken, als dass du lügen könntest, ist eine tolle Abwehrstrategie, gibt aber nie zu, dies zu tun. So kannst du auch bei viel größeren Dingen lügen, ohne verdächtigt zu werden.
    • Tue, als würdest du dich an nichts erinnern. Wenn deine Mutter dich beispielsweise fragt, was du Mittags getan hast und du hast die mit deinem Freund, den du nicht haben solltest, getroffen, dann sage nicht „oh… nichts besonderes“, sondern sage etwas wie „ach, ich kann mich nicht erinnern… Zeugs … ich hab mit einigen Freunden geredet.“ Diese Antwort klingt wie die, die Eltern von einem Teenager erwarten. Versuche ein wenig verwirrt dabei auszusehen, du gibst ja schließlich vor, dich nicht erinnern zu können – das wird es glaubwürdiger gestalten. Gegenüber einem Polizisten eine Amnesie vorzuspielen wird hingegen wahrscheinlich nur verdächtig wirken und jemand, der sich mit „keine Ahnung, kann mich nicht erinnern“ nicht zufriedengibt wird wahrscheinlich gründlich vorgehen und dich wirklich zu Antworten zwingen. Verwende diesen Ansatz nur mit großer Vorsicht.
  11. Vermeide aufwändige Storys, die Untermauerung benötigen. Je mehr Menschen dein Märchen bezeugen müssen, desto wahrscheinlicher ist es, dass es ein Leck geben wird, wenn eine der Personen es vermasselt oder ihre Rolle in dem Spiel vergisst. Wenn aber etwas, das du sagst, widerlegt werden kann, wie etwa ein Arzt, der deine Temperatur misst, das Kontrollieren von Daten und Vorkommnissen in deinen Belegen, die Kontrolle deiner Kreditkartenbewegungen usw., dann wird es schwierig, sich aus diesen schwarz auf weiß bestehenden Fakten heraus zu manövrieren.
    • Sei vorsichtig, wenn du die Diskussion von dir weg auf jemand anderen lenkst. Es mag einfacher erscheinen zu lügen und zu sagen, dass du nicht getan hast, was der Rest der Gruppe tat, wenn du im Detail erläuterst, was bestimmte Leute der Gruppe genau getan haben. Bei dieser Taktik versucht du dich als besser als die anderen in der Gruppe darzustellen, was sich schnell rächen kann, denn alles, was der Fragensteller tun muss ist, mit anderen Leute aus der Gruppe, mit denen du unterwegs warst, zu reden und schon wird er wissen, wie du dich verhalten hast. Nehmen wir als Beispiel, dass dein Partner dich fragt, ob du letzte Nacht zu viel getrunken hast. Du beschreibst dann so viel wie möglich von der letzte Nacht, lügst aber bezogen auf dein eigenes Verhalten und sprichst nur davon, was die anderen gemacht haben wie etwa „ja, letzte Nacht war ok. Du hättest Hans sehen sollen! Er hat 6 Kurze runtergekippt und wurde aus der Bar geworfen, weil er jemanden geschlagen hat!“ Dies kann ein- oder zweimal funktionieren, wenn es aber zu deiner Standardtaktik wird, dann wird es bald als das Schönreden wahrgenommen, das es tatsächlich auch ist.
  12. Erscheine gleichgültig. Ein anderer Weg, um dich in einen unbequemen Situation aus der Affäre zu ziehe ist, gleichgültig zu erscheinen und zu vermeiden, defensive zu reagieren. Sprich mit ruhiger Stimme und protestiere nicht zu viel. Verhalte dich, als wäre es dir egal, ob die Person dir glaubt oder nicht. Wenn du wirklich gut darin bist, wirst du immer von ihrem Mangel an Vertrauen dir gegenüber enttäuscht erscheinen, aber als seist du bereit, ihr dafür zu vergeben.
    • Achte darauf, nicht zu offensichtlich vorzugehen, wenn du versuchst das Thema zu wechseln. Eine Person, die immer das Thema wechselt, wenn eine bestimmte Sache besprochen wird, fällt auf und der Zuhörer verfällt in Alarmbereitschaft. Zu versuchen, heiter über ein anderes Thema zu reden, wenn etwas Ernsthaftes unbeantwortet bleibt kann den Eindruck erwecken, dass du mit allen Mitteln versuchst, von dem wahren Problem abzulenken. Solche Anzeichen beinhalten zu laut über Witze zu lachen, unpassende Witze zu reißen, über ein banales Thema zu reden, wenn eigentlich ein wichtiges besprochen wird und beim Reden nervös, aufgeregt oder oberflächlich zu erscheinen.
  13. Ziehe es durch. Einer der wahrend Gründe, warum sich Lügen nicht auszahlen und kein gutes Mittel darstellen, um durchs Leben zu gehen ist, dass du dich genau an die Lüge erinnern musst, in all ihren Einzelheiten, und das vielleicht für den Rest deines Lebens. Du darfst deine Lüge und all ihre Details usw. nicht vergessen und du musst fortfahren, als sei es wirklich so passiert. Abhängig vom Kontext der Lüge kann es Verdacht erwecken, wenn du über das Thema schweigst, vor allem im Rückblick, du musst die Lüge also vielleicht in Gesprächen immer mal wieder erwähnen, als sei die Geschichte wahr. Dieser Schritt könnte dir eventuell die größten Schwierigkeiten bereiten.
  14. Wisse, wann du nicht lügen solltest. Am wichtigsten ist es zu wissen, wann es einfach nur dumm wäre, es mit einer Lüge zu versuchen. Es gibt viele ethische und glaubensbasierte Gründe nicht zu lügen und es obliegt dir selbst, mit ihnen zurechtzukommen. Es gibt aber auch Realitäten, in denen du nicht die Chancen damit durchzukommen und die Auswirkungen auf dein Karma zu entscheiden hast, sondern in denen eine Lüge einfach nichts bringen wird. Lüge, diesen Hintergedanken im Kopf behaltend, niemals unter diesen Umständen:
    • Belüge nie Offizielle (Regierung, Polizei, bei Vorstellungsgesprächen): Sage die Wahrheit, es sei denn, du bist dir der Folgen völlig bewusst und bist bereit, die Konsequenzen zu tragen. In den meisten Ländern wird das Belügen eines Polizisten oder vor Gericht als Straftat angesehen. Sei um deiner selbst Willen ehrlich, was kriminelle Aktivitäten betrifft; vielleicht fällt das Strafmaß dann milder aus oder dein Anwalt findet Verfahrensfehler oder Gesetzeslücken, wenn du ehrlich zu ihm bist. Je früher du einen Anwalt nimmst und beginnst an deiner Entlastung zu arbeiten, desto besser; zunächst zu lügen würde alles aufhalten und kann alle ehrlichen Erklärungen, die du dann abgibst, verdächtig erscheinen lassen.
    • Belüge nicht deinen Arzt oder Anwalt: frage, ob du in professioneller Beziehung mit ihnen sprichst (Arzt – Patient oder Beklagter – Anwalt). Wenn sie dies bestätigen, dann stehen die Dinge, die du ihnen erzählst, unter Schweigepflicht und dürfen vor Gericht oder bei der Polizei nicht offenbart werden. Dies ist jedoch nicht der Fall, wenn dein Arzt der Meinung ist, dass du auf dem Weg seist, ein schweres Verbrechen, wie etwa Mord, zu begehen. Auch manche andere Umstände können das Verhältnis zu deinem Arzt/ Anwalt verändern, vergiss aber nicht, dass ein Anwalt dafür bezahlt wird, dich zu verteidigen und mildernde Umstände für dich zu erwirken, denke also weniger darüber nach, was du verstecken willst, sondern überlege dir stattdessen lieber gute Verteidigungen.
    • Um zu betrügen: belüge niemals Menschen, um an ihr Geld, ihre Ersparnisse, ihre Versicherungen oder andere Vermögenswerte zu gelangen. Dies ist nicht nur illegal, es ist auch ein wirklich jämmerliches und abscheuliches Verhalten.
    • Belüge keinen Angreifer: wenn dir ein Messer an den Hals gehalten wird und deine Geldbörse verlangt wird, dann ist dein Leben mehr wert als vorzugeben, du hättest keinen Geldbeutel dabei.
    • Belüge nicht deine Kinder. Vermeide es, deine Kinder bezüglich Todesfällen oder Scheidungen in der Familie zu belügen. Sie werden es früher oder später rausbekommen und das Netz aus Lügen wird es nur noch schlimmer machen. Sei ihnen ein gutes Vorbild!
    • Um jemand anderen zu decken: wenn ein anderer ein Verbrechen begangen hat, dann lass ihn dafür büßen. Denn wenn du etwas weißt, es aber nicht erzählst, musst du dafür bezahlen, ein Mittäter zu sein.
    • Wenn du jemanden verlässt! Wenn du das Herz deines Partners brichst, wird er/ sie beginnen die Gründe dafür zu analysieren. Und wenn er/sie deine angegebenen Gründe als verdächtig empfindet und dahinter kommt, dass du gelogen hast, dann reduziert sich die Chance eine platonische Freundschaft mit deinem/ deiner Ex zu führen um 60-80%. (Dies sollte von jedem gelesen werden, der darüber nachdenkt, sich von jemandem zu trennen. Ganz ehrlich, über Trennungsgründe zu lügen ist nicht die feine Art. Mach das nicht!)

Tipps

  • Überzeuge dich selbst davon, dass du die Wahrheit sagst. Wenn du dich selbst davon überzeugen kannst, dann kannst du auch andere überzeugen.
  • Verwechsle Privatsphäre nicht mit dem Zwang zu lügen. Wenn du Leuten nicht erzählen willst, was du tust, dann tu es einfach nicht. Sag ihnen einfach in einer höflichen Art und Weise, dass es sie nichts angeht und mach weiter. Sei bestimmt und nicht verstohlen.
  • Beim Lügen geht es um die Gefühle des Zuhörers. Daher ist Körpersprache essentiell um erfolgreich zu lügen. Wir geben unter dem Stress des Lügens Signale, die ein trainiertes Auge erkennen kann; aber auch ein untrainiertes Auge nimmt Nuancen wahr, die ein normales ein unnormales Verhalten werden lassen. Daher kann eine selbstbewusste Körpersprache helfen, eine Person davon zu überzeugen, dass du die Wahrheit sagst. Dies im Hinterkopf zu behalten beinhaltet:
    • Nimm eine offene Körperhaltung ein. Das suggeriert, dass du dich in der Situation wohlfühlst.
    • Verschränke nicht deine Arme und Beine. Streck sie aus.
    • Halte den Kopf gerade und nicht geneigt.
    • Sprich mit ruhiger Stimme und erhöhe nicht die Tonlage und Sprechgeschwindigkeit.
    • Lege alles nieder, was du festhältst, da dies eine Barriere kreiert, hinter der du dich zu verstecken scheinst.
    • Bleibe entspannt. Steifheit wird Nervosität zum Ausdruck bringen oder wirken, als würdest du etwas verstecken. Ein realistisches Gähnen von Zeit zu Zeit kann hilfreich sein, übertreibe es aber nicht.
    • Sei vorsichtig, wenn du oft schlucken musst; Lügner können öfter als normal schlucken müssen. Trinke vielleicht etwas, um diese Tendenz zu verstecken.
  • Wenn du jemand anderen in die Lüge mit einbeziehst, dass verwende ihre Namen, wenn du vorgibst sie zu kennen, da du wahrscheinlich gefragt wirst, wer diese Leute sind. Wenn es sich um einen Obdachlosen oder den Vertreter handelt, kannst du die Namen vielleicht weglassen, nicht aber, wenn es um Leute geht, die anscheinend mit dir unterwegs waren oder mit denen du arbeitest.
  • Sei dir darüber bewusst, dass es schnell passieren kann, dass dir etwas rausrutscht, das du nur wissen kannst, wenn du lügst; dein Zuhörer wird es sofort bemerken. Wenn du beispielsweise sagst „ich habe die Orangen nicht genommen“ wenn eine Person nur sagte „jemand hat meine Früchte gestohlen“, dann macht das Wort „Orangen“ deutlich, dass du zumindest weißt, was gestohlen wurde, was impliziert, dass du es wohl warst. Manchmal sind wir einfach nicht clever genug, um die Lüge aufrecht zu erhalten.
  • Wenn du die Lüge so kompliziert gestaltest, dass du dadurch verwirrt bist, dann kannst du leicht auffliegen. Etwas wie „Hans hat das Buch von mir genommen und dann hat Peter ihm das Buch weggenommen und es Anna gegeben, die es mit zurückgab, worauf du es Hans gegeben hast, weil er sagte, dass es ihm und nicht mir gehört (aber eigentlich gehört es Hans)“ klingt durcheinander und wirkt, als sei etwas daran faul.
  • Deine Lügen müssen immer gleich bleiben, egal mit wem du sprichst. Denke über die Wichtigkeit dieser Tatsache nach.
  • Zu versuchen, durcheinander zu wirken, wenn du mit der Information konfrontiert wirst, kann ausweichend und schuldig wirken. Sei sehr vorsichtig mit dieser Emotion!
  • Wenn du lügst, um mit dem Druck von den Leuten um dich herum umzugehen, die glauben wollen, es sei die Wahrheit kann es soweit kommen, dass du es selbst glaubst und mit der Verleumdung lebst. Dies kann sehr schlimm für dich sein, wenn es sich um etwas handelt, das du nicht ändern kannst wie dass dein Boss Gelder unterschlägt, einen Täter zu decken, von dem du weißt, dass der es wieder tun wird, etwas heimlich leben zu müssen usw., egal, ob deine Unfähigkeit die Situation zu ändern real oder nur in deinem Kopf ist. Verleumdung tritt in vielen Formen aus und wenn du mit der Gruppe auskommen musst, kann es passieren, dass du beginnst die Lüge zu glauben, was dir und anderen schaden kann.
  • Gestalte die Lüge nicht zu groß, wie indem du sagst, du müsstest die Klasse verlassen, weil die Armee dich will oder indem zu sagst, du hättest einen fleischfressenden Virus und jeder, der dir zu nahe kommt, wird sterben.
  • Wenn du vergesslich bist, dann schreib dir die Lüge vielleicht irgendwo auf, um sie auffrischen zu können. Bedenke aber, dass du dadurch entlarvt werden kannst. Wenn es sich um etwas wirklich Schlimmes handelt, dann bewahre den Zettel in einem Umschlag bei deinem Anwalt auf, der erst nach deinem Tod geöffnet werden darf.
  • Effektive Lügner können sehr gut darin sein, Menschen zu lesen und Menschen dazu zu bringen zu sagen und zu denken, was der Lügner will. Wie kommt es beispielsweise, dass manche Menschen so erfolgreich darin sind, vertrauensseligen Personen das Geld aus der Tasche zu ziehen um es in Projekte zu stecken, die völlig danebengehen? Oft liegt das daran, dass die Lügner die Menschen gut lesen können und den Leuten erzählen, was sie hören wollen, indem sie die Schlüsselwörter aufgreifen, die die Leute verwenden, wenn sie befragt werden. Während es moralisch verwerflich und illegal ist, unter falschen Angaben Geld von Leuten zu nehmen ist es wichtig sich klarzumachen, dass diese „Glücksbringer” dazu tendieren selbst zu glauben, dass sie die Wahrheit sagen („auch wenn ich noch keine gut laufende Firma leite, so werde ich es doch bald tun“). Dies ist Selbstüberzeugung in Verbindung mit Gutgläubigkeit und der Bereitschaft des Zuhörers zu hören, was er gerne hören möchte
  • Zu lügen um dich vor etwas zu drücken, das du nicht machen willst, ist eine Form der passiven Aggression und zeigt einen Mangel an Selbstbewusstsein und der Fähigkeit, für sich selbst einzustehen.

Warnungen

  • Ein Gefühl, das viele Menschen haben, ist einmal ein Lügner, immer ein Lügner. Dreck haftet und ist schwer zu entfernen.
  • Ziehe in Erwägung, dass du dich in der Zukunft schuldig fühlen könntest, wenn du eine geliebte, verehrte oder vertraute Person belügst. Dieses Gefühl kann dauerhaft sein und wenn du je die Wahrheit beichten solltest wirst du vielleicht merken, dass es besser gewesen wäre, wenn du anfangs nicht gelogen hättest.
  • Oft ist es das Ego, wegen dem wir lügen, da es einen mit sich zufrieden macht, sich eine so gute Lüge ausgedacht zu haben.
  • Manchmal fallen einem einige Lügen leicht und noch einige mehr noch leichter. Nicht damit zu beginnen ist oft der beste Weg nicht eine eigentlich wirklich schlechte Angewohnheit anzunehmen, nicht für die eigenen Fehler geradezustehen und selbstverantwortlich zu agieren.
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