Ein Korsett anziehen

Das Korsett ist wieder da! Sie sind nicht nur ein heißes Fashion-Statement, sondern sie sorgen auch für eine tolle Haltung und bringen Kurven zum Vorschein, von denen du gar nicht wusstest, dass du sie hast. Allerdings muss man in so ein Korsett erst einmal reinkommen! Aber keine Sorge, wir erklären dir genau, wie es geht. Wenn du erstmal weißt, wie ein Korsett richtig geschnürt wird, wirst du dich darin richtig wohlfühlen!

Methode 1 von 3: Das Korsett schnüren

  1. Schau dir die Schnürung an. Vielleicht ist es bereits beim Kauf vorgeschnürt. In diesem Fall brauchst du dich gar nicht lange mit der Schnürung herumplagen, es sei denn, das Korsett wurde falsch vorgeschnürt. Es sollte einem x-förmig geschnürten Schnürsenkel eines Schuhs ähnlich sehen, mit dem einen Unterschied, dass es zur Mitte hin und nicht nach außen geschnürt wird.
    • Eine Sache gilt es allerdings trotzdem zu beachten: Die „Mitte“ des Korsetts ist dort, wo sich die schmalste Stelle deiner Taille befindet. Wenn das etwas höher oder niedriger ist als die Mitte der Schnürung, solltest du eventuell die Schnürung entsprechend anpassen.
    • Ja, du hast richtig gelesen: Zwei Schnüre. Ein Korsett wird immer mit zwei Schnüren geschnürt, die sich in der Mitte des Korsetts treffen. Das ist extrem wichtig, weil es nur so möglich ist, eine schöne Wespentaille zu erreichen und gleichzeitig die Spannung des Korsetts gleichmäßig zu verteilen. Wenn du dein Korsett anders schnürst, wird es mit der Zeit kaputtgehen.
  2. Fang bei der obersten Öse an. Wenn du dein Korsett selbst schnüren musst, fang bei der obersten Öse an. Wenn du eine gerade Anzahl Ösen zu schnüren hast, fädelst du die Schnürung von hinten ein, bei einer ungeraden Anzahl Ösen ziehst du sie von vorne nach hinten durch die oberste Öse.
    • Das Korsett sollte eigentlich schon vorgeschnürt sein, wenn du es kaufst. Falls du die Schnüre separat kaufen musst, lass die Finger von Schleifenband oder Satinband. Es ist nicht stabil genug, um das Korsett richtig zu halten und wird nur die Passform ruinieren.
  3. Schnüre in X-Form. Nimm das linke Ende der Schnur und führe es auf die andere Seite. Wenn die Schnur nach außen hin aus der ersten Öse herauskommt, fädelst du sie auch von außen nach innen wieder herein. Nun wiederholst du das ganze mit dem anderen Ende der Schnur von links nach rechts.
    • Achte auf die Länge der Schnüre. Achte darauf, dass die Schnüre gleichmäßig lang sind, wenn du sie durch die Ösen fädelst.
  4. Schnüre hinunter bis zur Mitte. Schnüre weiter in dieser X-Form, bis du die Mitte des Korsetts erreicht hast. Es sollte immer abwechselnd ein X außen und eines innen liegen.
  5. Nun machst du es von unten genauso. Wenn du mit dem oberen Teil fertig bist, wiederholst du das Ganze mit der zweiten Schnur, fängst aber diesmal von unten an.

Methode 2 von 3: Das Korsett anziehen

  1. Stell dich vor den Spiegel. Wenn du jemanden hast, der dir beim Anziehen behilflich sein kann, ist das natürlich super, denn so geht es am einfachsten. Es ist aber absolut möglich, ein Korsett auch ganz allein anzuziehen. Du brauchst dann aber unbedingt einen Spiegel – oder sogar besser mehrere, damit du dich von allen Seiten sehen kannst.
  2. Zieh eine Kleidungsschicht untendrunter. Bevor du das Korsett anziehst, zieh eine dünne Lage Kleidung darunter an. Außer natürlich, wenn das Korsett Teil eines Verführungsplans ist – dann darfst du gern darauf verzichten. Aber wenn es um den Alltagsgebrauch geht, solltest du etwas unter dem Korsett tragen, das Feuchtigkeit und Schmutz von deiner Haut aufnimmt und somit vom Korsett fernhält.
    • Es gibt spezielle Korsett-Unterzieher, die wie Tube Tops aussehen, aber ein einfaches Top oder eine Bluse funktioniert ebenso. Das hängt von deinem Outfit ab.
    • Wenn du dich für einen Unterzieher entscheidest, achte darauf, dass dieser aus atmungsaktivem Material wie z.B. Baumwolle besteht. Kunstfasern wie Lycra werden dich nur unnötig schwitzen lassen.
    • Die meisten Läden, die Korsetts verkaufen, sollten auch Unterzieher im Programm haben. Wenn du ein wenig nähen kannst, kannst du dir deinen aber auch selbst schneidern. Es ist ja im Prinzip nur eine Art Schlauch.
  3. Versichere dich, dass du das Korsett richtig herum anziehst. Bei reichlich verzierten Korsetts ist das relativ einfach zu erkennen, bei schlichteren Ausführungen kann es für Anfänger manchmal etwas schwieriger werden.
    • Das schönere Material gehört nach außen.
    • Die Schnüre gehören auf den Rücken, die Haken und Ösen nach vorn. Das ist bei jedem Korsett gleich.
    • Bei einem Unterbrustkorsett ist es manchmal etwas schwierig, Oben und Unten zu unterscheiden. Die Oberseite des Rückens ist normalerweise gerader als die Unterseite, aber eben nicht immer.
    • Zum Anziehen sollte der Rücken locker geschnürt sein und die Haken vorne offen.
  4. Wickele das Korsett um dich herum. Erst wickelst du dich in dein Korsett ein, dann beginnst du damit, die Haken zu schließen. Das sollte relativ einfach zu bewerkstelligen sein. Wenn du ein bisschen an den Seiten ziehen musst, ist das gut, aber wenn du die Luft anhalten musst, um die Haken zu schließen, solltest du zunächst die Schnürung im Rücken etwas mehr lösen.
    • Es gibt verschiedene Ansichten hierzu. Manche Leute mögen es, schon beim Verschließen etwas fester ziehen zu müssen. Andere finden es einfacher, wenn die Schnürung noch sehr lose ist. Probier einfach aus, wie es bei dir am besten klappt.
  5. Zieh die Blende gerade. Die Blende ist das Stück Stoff, das (wahrscheinlich auf der linken Seite) im Rücken des Korsetts angebracht ist und am Ende die Lücke hinter der Schnürung verdecken soll. Möglicherweise hat dein Korsett diese aber gar nicht, wenn es entweder ein sehr günstiges Exemplar war oder eher nur als Korsage gedacht ist. Wenn die Blende jedoch vorhanden ist, achte darauf, dass sie in Richtung der anderen Seite der Schnürung flach an deinem Rücken anliegt.
    • Wenn du die Blende in deinem Rücken nur schwer zu fassen bekommst, kannst du einen Trick anwenden: Zieh es erst etwas versetzt an, und zwar nach rechts, wenn die Blende links angebracht ist. Dann rückst du es an deinem Körper zurecht und die Blende sollte sich automatisch in Form ziehen.
  6. Schließe die Vorderseite des Korsetts. Nun werden die Klammern bzw. Haken und Ösen auf der Vorderseite des Korsetts geschlossen. Dazu hakst du die Häkchen in die jeweils gegenüberliegende Öse ein. Das kann schwieriger sein, als es jetzt vielleicht erstmal klingen mag, deshalb hier ein paar zusätzliche Tipps:
    • Schließe entweder den zweitobersten oder den mittleren Haken zuerst. Hake ihn einfach in die gegenüberliegende Öse ein. Erst danach kümmerst du dich um die anderen Häkchen.
    • Greife die Häkchen mit den Fingerspitzen. Du solltest die Haken immer mit den Fingerspitzen von Daumen und Zeigefinger fassen. So lassen sich die anderen Haken etwas geschickter schließen.
    • Schließe die restlichen Haken. Arbeite dich vom ersten geschlossenen Haken nach unten vor und schließe sie einen nach dem anderen. Wenn du unten angekommen bist, schließt du noch die oberen Spangen.
    • Schließe alle eventuell herausgerutschten Haken erneut. Manchmal gehen Haken wieder auf. Das ist ganz normal. Mach sie einfach wieder zu, bis alle geschlossen bleiben.

Methode 3 von 3: Die Schnürung festziehen

  1. Zieh die Schnürung nun leicht an. Die Schnürung sollte gerade so fest sein, dass das Korsett von allein an Ort und Stelle bleibt. Im Grunde sollte das nicht viel mehr sein als ein leichtes Zusammenziehen der Seiten und ein kleiner Ruck an den Enden der Schnur.
  2. Im zweiten Durchgang schnürst du das Korsett richtig fest. Wenn die grundsätzliche Schnürung erledigt ist, fang nochmal von oben an und schnüre jetzt so fest wie es eben geht. Wie eng du das Korsett tatsächlich schnüren kannst, hängt maßgeblich von seiner Qualität und Passform ab. Schau immer wieder nach, ob sich das Korsett irgendwo verformt oder verzieht (ob zum Beispiel Stäbe auf einmal schief verlaufen). Während du so die Schnürung nach und nach festziehst, achte darauf, dass jedes X gerade geschnürt ist, so dass die beiden Seiten parallel verlaufen. Wenn du mit dem Festzurren fertig bist, zieh ein letztes Mal fest an allen vier Schnurenden. So entsteht die Wespentaille.
    • Schiebe deinen Finger unter die Mitte des X und ziehe daran. Beginne dabei von außen und arbeite dich zur Mitte des Korsetts hin vor. So passt sich das Korsett am besten deinem Körper an.
  3. Achte immer wieder auf die „Blende“. Wenn du die Schnürung nach und nach festziehst, musst du wahrscheinlich die Blende hinter der Schnürung immer mal wieder in Form ziehen. Sie sollte möglichst gespannt sein und so wenige Falten werfen wie möglich.
  4. Versuch nicht, die beiden Teile am Rücken zusammenzubringen! Wenn dein Korsett die richtige Größe hat, sollte es im Rücken eine Lücke zwischen den beiden Teilen geben. Versuche nicht, diese Lücke zu schließen, indem du mit Gewalt an den Schnüren herumzerrst. Du tust dir nur weh.
  5. Binde das Korsett fest. Jetzt, da alles genau dort sitzt, wo es hingehört, kannst du die vier Enden zu einer Schleife oder einem Knoten binden. Achte darauf, dass sie nicht von allein wieder aufgehen können. Eine Doppelschleife oder ein fester Knoten sollte aber ausreichend sein.
    • Die meisten Leute binden die Schnürung einfach im Rücken zusammen. Wenn du allerdings meterweise Schnur am Ende übrig hast und nicht mit einem dicken Knäuel im Rücken herumlaufen willst, kannst du die Schnüre auch einmal um deinen neuen schlanken Bauch herumwickeln und musst dann weniger Schnur im Rücken verknoten.
  6. Sieh dir genau an, ob es irgendwo etwas nachzubessern gibt. Jetzt, da du eingeschnürt bist, betrachte dich im Spiegel. Heiß, oder? Trotzdem solltest du genau hinschauen, ob es Anzeichen gibt, dass das Korsett nicht perfekt passt. Zunächst einmal: Ist es bequem? Es sollte an den Seiten nicht einschneiden, nicht zwicken und einfach nur schön gleichmäßig eng und fest sitzen. Es sollte atemberaubend aussehen, dir aber auf keinen Fall den Atem rauben. Schau dir auch die Schnürung bzw. die Form der Lücke genau an.
    • Bei einem gut sitzenden Korsett sollten sie Lücke im Rücken ganz gleichmäßig sein, mit perfekt parallel laufenden Rändern. Wenn die Lücke nach oben oder unten hin größer wird, brauchst du eventuell ein maßgeschneidertes Korsett. Wenn es in der Mitte eine Rundung gibt, solltest du eine größere Größe wählen.

Tipps

  • Wenn nicht gleich das erste Korsett zu deiner Figurform passt, kann es ratsam sein, ein Modell von einer anderen Firma auszuprobieren.
  • Am besten sitzt natürlich immer ein maßgeschneidertes Korsett.

Warnungen

  • Du musst unbedingt noch atmen können! Wenn dir das Atmen schwerfällt oder das Korsett extrem unbequem ist, dann hast du es entweder nicht richtig geschnürt, oder du hast die falsche Größe gekauft.
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