Haarausfall vorbeugen

Haarausfall hat viele mögliche Ursachen wie Ernährung, Mineralmangel, Medikamente, Stress oder Krankheit, Umweltverschmutzung und Vererbung. Bis zu einem Drittel der Bevölkerung leidet unter Haarausfall. Zu diesem Drittel gehören auch tausende Frauen. Es gibt keine Garantie, dass du genetisch bedingtem Haarausfall vorbeugen kannst, oder etwa, wenn er auf nicht beeinflussbaren Faktoren beruht. Du kannst aber dafür sorgen, dass dein Haar in allen Stadien in bester Verfassung ist und deinen Kopf nicht eher verlässt als nötig.

Methode 1 von 4: Vermeide, dein Haar zu schädigen

  1. Reduziere das Föhnen. Hitze zerstört die Proteine des Haars. Konstantes Aufheizen und Trocknen kann zu spröden und brüchigen Haaren und Haarausfall führen, der sonst nicht aufgetreten wäre. Natürliches Trocknen ist das Beste für dein Haar. Versuche also, es häufiger natürlich trocknen zu lassen und es weniger oft heiß zu föhnen.
    • Geräte, die dein Haar erhitzen, wie Lockenwickler, Heizbürsten (Hot Brush) und Glätteisen, können denselben Effekt haben.
    • Sei vorsichtig, wenn du diese Geräte benutzt, denn eine verbrannte Kopfhaut kann deine Haarfollikel dauerhaft schädigen!
  2. Vermeide Dauerwellen. Mit Dauerwellen sind sowohl chemisches Glätten als auch Dauerwellen gemeint. Beides kann dein Haar schädigen. Bei der Behandlung werden die chemischen Strukturen des Haares aufgebrochen und dann wieder anders zusammengesetzt – entweder zu glattem oder lockigem Haar. Das schädigt dein Haar, macht es stumpf, trocken und brüchig. Mit der Zeit führt trockenes und stumpfes Haar zu Haarverlust.
  3. Schränke Färben und den Gebrauch von Chemikalien ein. Die permanente Verwendung von Chemikalien zur Haarfärbung erhöht das Risiko, dein Haar zu schädigen. Färbe deine Haare nicht öfter als alle vier bis sechs Wochen. Falls du deine Haare färbst, solltest du nach der Haarwäsche einen Conditioner verwenden. Wenn dein Haar grau wird, ist es für dein Haar besser, wenn du es grau werden lässt und nicht färbst.
  4. Bleiche deine Haare nicht. Bleichen entfernt die natürlichen Pigmente des Haares, wenn die Schuppenschicht mit Chemikalien behandelt wird. Damit veränderst du die Struktur deiner Haare und machst sie anfälliger für Schädigungen. Du schwächst es. Deshalb kann Bleichen zusammen mit Föhnen und Stylen dein Haar beschädigen.
  5. Ziehe nicht zu stark an den Haaren. Einige Frisuren, bei denen das Haar fest gezogen wird und Haargummis oder -klammern können Haarverlust verursachen, wenn sie täglich getragen werden. Enge Pferdeschwänze, Zöpfe, Cornrows und andere Flechtzöpfe können bei täglichem Tragen zu spürbarem Haarausfall führen. Die Haare eng auf Lockenwickler zu wickeln, führt bekanntermaßen auch zu weiterem Haarausfall.
    • Traktionsalopezie ist der medizinische Begriff für den Haarverlust durch Frisuren, bei denen zu stark an den Haaren gezogen wird. Sie ist als Ursache absolut vermeidbar.

Methode 2 von 4: Die aktive Pflege deiner Haare

  1. Wasche deine Haare regelmäßig mit mildem Shampoo. Das Haarewaschen beugt Haarausfall vor, denn es hält deine Kopfhaut sauber und beugt Infektionen vor, die zu Haarausfall führen können. Achte darauf, ein mildes Shampoo zu benutzen. Sauberes Haar wirkt voller als schmutziges, das im Gegensatz zu sauberem Haar flacher und angeklatschter aussieht.
  2. Wähle das richtige Shampoo für deinen Haartyp. Ein gutes Shampoo wird dir zu gesundem Haar verhelfen. Nimm dir die Zeit, das richtige für deinen Haartyp zu finden. Überlege, ob du feines, trockenes, fettiges oder normales Haar hast, und probiere verschiedene Shampoos aus, um das richtige zu finden. Falls du Schuppen hast oder die Haare färbst, nimm ein dafür vorgesehenes Shampoo.
    • Mit Protein angereicherte Shampoos und Spülungen, die dein Haar voller aussehen lassen, machen dein Haar weicher und dicker, weil sie die Lücken am Haarschaft füllen. Sie reparieren aber kein geschädigtes Haar.
  3. Lies die Inhaltsstoffe, um ein mildes Shampoo zu finden. Ein mildes Shampoo kann für gesunde Kopfhaut und Haare sorgen. Ob ein Shampoo mild ist oder nicht findest du heraus, wenn du die Inhaltsstoffe überprüfst. Vermeide alles mit Sulfat und/oder Sulfonat. Suche stattdessen nach Isethionat oder Glucosid. Sie sollten die nächsten Inhaltsstoffe nach Wasser sein.
    • Häufige Inhaltsstoffe in mildem Shampoo sind: Sulfosuccinat, Sultaine und Amphodiacetat.
    • Silikone, Polyquaternium und “Guaran” (Guargummi) sind gute Pflegeinhalte.
  4. Benutze eine gute Haarbürste. Wie du deine Haare bürstest, kann einen großen Einfluss auf den Zustand deiner Haare haben. Besorge dir eine weiche Bürste aus natürlichen Fasern und bürste nicht von oben nach unten, sondern von der Unterseite nach außen. Sei so sanft wie möglich und ziehe nicht zu sehr an den Haaren.
    • Vermeide es, feuchte Haare zu bürsten. Verwende stattdessen einen Kamm.
  5. Versuche eine Kopfhautmassage. Eine Kopfhautmassage mit Ei und Öl erhöht die Blutzirkulation auf der Hautoberfläche des Kopfes und in den Haarfollikeln. Reiben und Kneten wärmt die Haut auf und steigert die Blutzirkulation. Dadurch bekommen die Zellen und Follikel reichlich Nährstoffe und maximieren so ihr Wachstumspotential.
    • Eine Kopfhautmassage kann dich auch entspannen und so deine allgemeinen Körperfunktionen untersützen.
  6. Überprüfe, ob dein Haar dünner wird, wenn du dich sorgst. Um zu überprüfen, ob du an Haarausfall leidest, kannst du etwas machen, das als „Zugtest“ bekannt ist. Halte ein Haarbüschel von 20 bis 30 Haaren zwischen Daumen und Zeigefinger. Ziehe dann langsam aber fest daran. Falls mehr als sechs Haare gleichzeitig ausfallen, hast du ggf. Haarausfall.
    • Das ist kein hundertprozentig genauer Test. Wende dich an einen Arzt oder einen Dermatologen, der auf Haare spezialisiert ist, wenn du denkst, dass du mehr Haare als normal verlierst. Bedenke, dass wir täglich viele Haare natürlich verlieren.

Methode 3 von 4: Gesundes Haar durch richtige Ernährung

  1. Sorge für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Dass eine richtige Ernährung Haarausfall vorbeugen kann, ist eine logische Sache. Sie sorgt für gesunde Haare und Kopfhaut. Ein gesunder Körper hat eher gesunde Haare als ein kranker. Es ist möglich, den Haarverlust mit einer gesunden Ernährung, bestehend aus reichlich Obst und Gemüse, zu verlangsamen. Einige Vitamine und Mineralien fördern gesundes Haar besonders und beugen deshalb Haarverlust vor.
  2. Nimm reichlich Eisen zu dir. Eisen ist ein wichtiges Mineral, das als Hämeisen in tierischen Lebensmitteln und als nicht-Hämeisen in Pflanzen vorkommt. Zu wenig Eisen führt zu Anämie, die die Zufuhr von Nährstoffen zu deinen Follikeln behindert und so den Haarausfall steigern kann. Um das zu verhindern, mache eisenreiche Lebensmittel zum festen Bestandteil deiner Ernährung.
    • Rotes Fleisch, Huhn und Fisch sind gute Eisen-Quellen.
    • Ebenso grünes Gemüse wie Broccoli, Spinat und Grünkohl.
  3. Iss genügend Protein. Protein ist für starkes Haar sehr wichtig. Proteinmangel kann zu trockenem und energielosem Haar und schließlich zu Haarverlust führen. Genügend Protein sorgt für die Aminosäuren, die das Haar stärken. Es ist oft in Shampoos enthalten. Aber es ist das Protein in deiner Ernährung, das den Zustand deiner Haare verbessert und Haarausfall vorbeugt.
    • Nimm Proteine zu dir, indem du Meeresfrüchte, Geflügel, Milch, Käse, Joghurt, Eier, Bohnen, Schweinefilet, Soja, fettarmes Rind und Proteinriegel zu dir nimmst.
    • Veganer und Konsumenten, die keine Milchprodukte zu sich nehmen, können nicht-tierisches Protein aus Tempeh, Tofu, Vollkornbrot, Erdnussbutter, braunem Reis, Linsen, Quinoa, Nüssen, Seitan, Bohnen und Broccoli zu sich nehmen.
  4. Nimm mehr Vitamin C zu dir. Lebensmittel mit viel Vitamin C sorgen für eine gute Aufnahme von Eisen. Kombiniere Lebensmittel, die reich an Eisen und Vitamin C sind, um möglichst viel Eisen aufzunehmen. Vitamin C regt auch die Produktion von Collagen an, das die Kapillaren stärkt, die deinen Haarschaft versorgen. Gute Vitamin-C-Quellen sind:
    • Zitrusfrüchte, grünes Blattgemüse, Salat, gebackene Kartoffeln und Tomaten.
    • Blaubeeren, Brombeeren und Erdbeeren sind ebenfalls gute Quellen.
  5. Achte darauf, genügend Omega-3-Fettsäuren zu dir zu nehmen. Diese Fettsäuren halten das Haar gesund und schützen es davor, trocken und spröde zu werden. Man findet sie in den Zellen auf der Kopfhaut und sie halten außerdem dein Haar und die Kopfhaut hydriert. Dein Körper kann diese wichtigen Fettsäuren nicht selbst produzieren. Deshalb müssen sie über die Nahrung aufgenommen werden.
    • Füge deiner Ernährung viel fettreichen Fisch wie Thunfisch, Lachs und Makrele hinzu.
    • Du kannst diese Fettsäuren auch durch Samen und Nüsse – speziell Leinsamen, Kürbiskerne und Walnüsse – zu dir nehmen.
  6. Iss Lebensmittel, die reich an Biotin sind. Biotin ist ein wasserlösliches B-Vitamin. Es ist sehr wichtig für dein Haar, denn ein Mangel kann die Haare spröde machen und den Haarverlust beschleunigen. Gute Biotin-Quellen sind Körner, Leber, Eiweiß, Sojamehl, Walnüsse und Hefe.
    • Vollkorn ist eine gute Zink-Quelle. Ein Zinkdefizit kann zu trockener, juckender Kopfhaut und zu Haarverlust führen.
  7. Denke über Nahrungsergänzungsmittel nach. Du solltest natürlich zuerst mit deinem Arzt sprechen. Aber Nahrungsergänzungsmittel sind eine Option, über die du nachdenken solltest, wenn du Haarverlust vorbeugen willst. Erkundige dich nach solchen, die Biotin, Inosit, Eisen, Vitamin C und Sägepalme enthalten.
  8. Was du nicht essen solltest. Es ist gut zu wissen, was du essen darfst. Noch besser ist es zu wissen, was du nicht essen solltest. Die Grundregeln einer gesunden und ausgewogenen Ernährung gelten immer. Es gibt aber einige Dinge, die Haarausfall hervorrufen. Der künstliche Süßstoff Aspartam steht im Verdacht, Ursache für dünne Haare und Haarausfall zu sein. Lebensmittelzusätze können ebenfalls einen negativen Effekt haben.
    • Flüssige Ernährung mit wenig Kalorien führt zu Energieverlust. Das kann Haarausfall hervorrufen.
    • Rohes Eiweiß enthält eine Substanz, die Biotin bindet und so seine Aufnahme verhindert.

Methode 4 von 4: Sich medizinische Hilfe bei Haarausfall suchen

  1. Wissen, wann du einen Arzt aufsuchen solltest. Es ist wichtig zu wissen, ob dein Haarausfall ein Symptom einer schwerwiegenderen Krankheit ist. In dem Fall solltest du so bald wie möglich einen Arzt aufsuchen. Das gilt, wenn du in ungewöhnlichen Abständen Haare verlierst, oder sehr viele in jungen Jahren, z.B. als Teenager oder in deinen Zwanzigern. Auf folgende Symptome solltest du auch achten:
    • Schmerz und Juckreiz in Verbindung mit Haarausfall oder eine rote und schuppige Kopfhaut.
    • Wenn du kahle Stellen am Bart oder an den Augenbrauen hast.
    • Wenn du als Frau männlichen, flächigen Haarausfall oder einen ungewöhnlichen Periodenzyklus hast.
    • Falls du zugenommen hast, unter Erschöpfung oder Muskelschwäche leidest oder Kälte nicht verträgst.
  2. Bereite dich auf deinen Arzttermin vor. Vor dem Arztbesuch solltest du über deine Symptome nachdenken, damit du sie deinem Arzt präzise beschreiben kannst. Überlege, wann du zum ersten Mal Haarausfall bemerkt hast, und ob er gelegentlich oder ständig auftritt. Frage dich:
    • Sind dir schlechtes Haarwachstum und brüchige oder abgebrochene Haare aufgefallen?
    • Hat jemand in deiner nahen Familie Haarausfall?
    • Nimmst du Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel?
  3. Die Behandlung bei Männern. Erblich bedingter Haarausfall ist die häufigste Ursache von Haarverlust. Bei Männern wird sie charakterisiert durch einen zurückgehenden Haaransatz, so dass er wie ein „M“ aussieht. Obwohl das keine Krankheit ist und mit den Genen zusammenhängt, gibt es Behandlungen, die dein Arzt dir verschreiben kann. Die zwei am häufigsten verwendeten Mittel sind:
    • Minoxidil (z.B. Regaine) ist eine Lösung, die auf die Kopfhaut aufgetragen wird, um die Follikel zu stimulieren.
    • Finasteride (z.B. Propecia, Proscar) sind Tabletten, die die Produktion eines bestimmten Testosterons hemmen, das mit Kahlheit in Verbindung gebracht wird.
  4. Behandlung bei Frauen. Ungefähr jede dritte Frau ist von Haarausfall betroffen. Etwa zwei Drittel aller Frauen in der Menopause bemerken dünner werdendes Haar oder kahle Stellen. Frauen leiden selten unter einem zurückgehenden Haaransatz. Aber das dünner werdende Haar am Scheitel führt zu zunehmend diffusem, fusseligem Haar auf dem Oberkopf. Die gebräuchlichsten Mittel gegen Haarausfall bei Frauen sind:
    • Minoxidil (z.B. Regaine) wird oberflächlich auf der Kopfhaut aufgetragen und einmassiert.
    • Anti-Androgene sind Medikamente, die Rezeptoren blockieren. Sie werden aber recht selten verschrieben.
    • Einigen Frauen werden Nahrungsergänzungsmittel mit Eisen verschrieben. Das gilt insbesondere für Vegetarierinnen, Frauen mit bekanntem Eisenmangel oder mit starken Menstrualblutungen.

Tipps

  • Vermeide es, deine Haare zu viel Sonnenlicht auszusetzen.
  • Vermeide beim Haarstyling Geräte, die mit viel Hitze arbeiten. Sie beschädigen dein Haar und können zu Spliss und brüchigem Haar führen.
  • Schlafe lieber mit geflochtenem Haar, als es offen zu tragen. Das zieht weniger am Haar, da du dich während des Schlafs drehst und wendest.
  • Vermeide Styling-Gels oder ähnliche Produkte, denn sie beschleunigen bei täglicher Anwendung Haarverlust und Haarbruch.
  • Bevorzuge milde Shampoos und Conditioner gegenüber anderen Produkten. Sie sind sanfter zum Haar und sorgen für einen insgesamt besseren Zustand. Benutze auch keine scharfen Seifen - besonders keine mit Deodorant - denn sie können die Kopfhaut schädigen.
  • Menschen verlieren täglich 100 bis 200 Haare. Die meisten fallen für gewöhnlich dann aus, wenn du duschst, ein Bad nimmst o.ä. Über den Haarverlust musst du dir keine Sorgen machen, solange du keine kahlen Stellen hast.
  • Krankheit oder die Einnahme von Antibiotika können zu Haarverlust führen. Wenn du für eine gute körperliche Verfassung sorgst, kannst du diesen Auswirkungen auf dein Haar entgegenwirken.
  • Zöliakie (eine Glutenunverträglichkeit) kann Haarausfall hervorrufen. Sprich mit deinem Arzt, falls du darunter leidest.
  • Falls du schwanger warst, sorge dich nicht über postpartale Alopezie. Haarverlust als Folge einer Schwangerschaft kann beängstigend sein. Es ist aber eine natürliche Folge der hormonellen Veränderungen durch die Schwangerschaft, die Haarqualität und auch Haardicke verändern. Der Verlust der Haare ist ein Zeichen dafür, dass die Hormonwerte wieder auf ein normales Niveau zurückgehen. Haarverlust durch postpartale Alopezie verschwindet nach wenigen Monaten wieder.

Warnungen

  • Haarverlust kann ein Zeichen von schlechter Gesundheit und Nährstoffmangel sein - lange bevor es zu kahlen Stellen kommt. Sprich mit deinem Arzt, wenn du dir Sorgen machst. Das gilt insbesondere, wenn du dich schlecht ernährst, du ein geschwächtes Immunsystem hast oder dich generell unwohl fühlst.
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