Ein Auto in eiskaltem Winterwetter starten

Autobatterien müssen der gefrierende Kälte oft ihren Tribut zollen. Darum ist es so wichtig, sich ordentlich auf die Wintersaison und die damit einhergehenden Autoprobleme vorzubereiten. Lies nach dem Absatz weiter und finde heraus, was zu tun ist, wenn dein Auto nicht anspringt und was du tun kannst, um dieses Problem schon im Voraus zu verhindern.

Teil 1 von 4: Den Motor starten

  1. Wenn du den Verdacht hast, dass deine Batterie durch mehrere Tage Stillstehen leergelaufen ist, schließe die Autotüre und schalte alles an Zubehör ab. Das schließt die Lüftung, den Radio und die Lichter mit ein. Dadurch maximierst du den Startstrom. Wenn du das Auto allerdings seit dem letzten Start länger als 20 Minuten und in den letzten Tagen gefahren hast, profitierst du davon, wenn du die Batterie vorher ein wenig aufwärmst, bevor du versuchst das Auto zu starten.
  2. Drehe den Schlüssel zum Starten und halte ihn für 10 Sekunden. Halte ihn nicht länger als 10 Sekunden, da du sonst den Anlasser überforderst und er überhitzen könnte. Wenn der Motor nicht anspringt, warte ein paar Minuten und versuche es noch einmal.
  3. Gib der Batterie Zeit zur Erholung, sollte das Auto nicht anspringen. Wenn das Auto nach 10 bis 20 Sekunden noch nicht anspringt, höre damit auf und warte für ein oder zwei Minuten, bevor du es noch einmal versuchst. Das gibt der Batterie Zeit sich zu erholen und sie wird sich ein wenig aufgewärmt haben. Hauptsächlich gibt es aber dem Anlasser Zeit sich abzukühlen.
    • Wenn das Auto scheinbar kurz vor dem Anspringen steht, aber nur stottert, mache eine Pause und versuche es dann noch einmal. Wenn die Batterie gar keine Anstalten macht den Motor anzuwerfen, ist sie entladen und du musst sie überbrücken.
    • Wenn der Motor nach vielen Versuche immer noch nur stottert, musst du die Batterie vielleicht vorwärmen. Das ist möglich, indem du sie aus dem Auto ausbaust und mit in deine Wohnung nimmst, sei dir aber bewusst, dass du nach dem Wiedereinbau eine Zeit lang eine Fehleranzeige bekommen wirst. Du kannst das Auto nicht beschädigen, indem du die Batterie herausnimmst. Bei sehr kaltem Wetter kann es bis zu 2 Stunden dauern, bis die Batterie ausreichend vorgewärmt ist, um ihre verfügbare Amperezahl zu erhöhen.
  4. Lies im Benutzerhandbuch nach. Heutzutage hat fast jedes Fahrzeug eine Anweisung für den Kaltstart in seinem Benutzerhandbuch. Darin steht, dass du eine kleine Drosselung verwenden sollst, um beim Kaltstart zu helfen. Schlage im Benutzerhandbuch nach, um weitere Informationen zu bekommen.
    • Wenn du das Benutzerhandbuch deines Autos nicht mehr hast, versuche eines bei einem Autohändler zu bestellen oder versuche eines auf einem Schrottplatz zu erwerben oder in einem Autoteileladen.
    • Du kannst Benutzerhandbücher auch online finden. Tippe einfach „Auto Benutzerhandbuch“ in eine angesehene Suchengine und schaue dir die relevanten Ergebnisse durch.
  5. Für Autos mit einem Baujahr vor 1985 und einem Motor mit Vergaser, drücke das Gaspedal sanft durch, während du noch stehst. Drücke das Gaspedal einmal durch und lasse es wieder los. Dadurch wird eine kleine Menge Benzin in den Ansauger gespritzt, was beim Start hilfreich sein kann. Das ist allerdings nicht bei einem Motor mit Einspritzer notwendig. Wenn dein Auto ein Baujahr nach 1990 hat, hat es einen elektronischen Einspritzer.

Teil 2 von 4: Einer toten Batterie Starthilfe geben

  1. Gib der Batterie Starthilfe, wenn sie überhaupt nicht startet. Wenn der Anlasser gar keinen Mucks macht, ist deine Batterie wahrscheinlich tot. Damit wird es Zeit für Starthilfe. Du benötigst ein Set Starthilfekabel und einen willigen Freiwilligen mit einem laufenden Auto, um eine Starthilfe durchzuführen.
  2. Positioniere das laufende Auto so nahe an dem Auto mit der leeren Batterie wie möglich. Wenn möglich, sollten die vorderen Enden der Autos zueinander zeigen.
  3. Verbinde die Starthilfekabel mit den richtigen Anschlüssen. Halte nach den + und - Symbolen auf den Starthilfekabeln Ausschau und verbinde das Kabel mit dem + Symbol mit den positiven Anschlüssen jeweils im laufenden Auto und im Auto mit der leeren Batterie. Verbinde anschließend die negativen Anschlüssen mit dem - Starthilfekabel.
    • Eine einfache Möglichkeit, um sich die richtige Reihenfolge der Anschlüsse zu merken, ist der Merksatz „rot-tot, rot-leben“. Schließe die rote Klemme an dem roten Anschluss der toten Batterie an, dann die rote Klemme mit dem roten Anschluss an der Batterie des laufenden Autos. Dann das umgekehrte mit den schwarzen Klemmen. Zunächst an dem schwarzen Anschluss des laufenden Autos und schließlich an die schwarze Klemme des toten Autos. Denke aber daran, dass die schwarze Klemme des toten Autos entweder mit einem unbemalten Teil eines Motorbolzens verbunden werden muss oder mit der Befestigungsklammer der Lichtmaschine, nicht mit der Batterie selbst. Dadurch vermeidest du einen Kurzschluss.
  4. Lass die tote Batterie sich ein paar Minuten von der anderen Batterie aufladen. Wenn du das Auto mit der toten Batterie starten willst, kann es hilfreich sein, das laufende Auto ein wenig auf Touren zu bringen. Eine Drehzahl von 2000 ist ausreichend.
  5. Versuche das Auto mit der toten Batterie zu starten. Wenn es auf den ersten Versuch nicht klappt, überprüfe noch einmal alle Kabel, ob sie auch richtig verbunden sind und fest sitzen (besonders das negative/schwarze Kabel, wenn es nicht mit der Batterie verbunden ist), bevor du das Auto ein Weile laufen lässt und es noch einmal probierst.
  6. Entferne die Kabel umgehend, lass aber beide Motoren mehrere Minuten lang laufen, um sicherzugehen, dass beide Batterien genug aufgeladen für einen neuen Start sind. Da moderne Autos eine Lichtmaschine haben, können sie sich auch bei Stillstand aufladen. Es ist nicht notwendig, den Motor auf Touren zu bringen.
  7. Falls notwendig, ersetze die Batterie. Früher oder später muss in jedem Auto die Batterie ersetzt werden. Batterien haben nur eine begrenzte Lebenszeit und keine Pflege oder Sorgfalt der Welt kann den Effekt von Chemikalien auf Metall umkehren. Eine Autobatterie hält im Durchschnitt etwa vier Jahre.
    • Wenn du die Batterie selbst austauschen willst, achte darauf, dass dein Auto ausgestellt und mit angezogener Handbremse sicher geparkt ist.
    • Trage immer Handschuhe und eine Sicherheitsbrille, wenn du die Batterie eines Autos austauschst, da Autobatterien potentiell gefährliche Säuren und Gase enthalten, welche freigelassen werden könnten, wenn die Batterie falsch gehandhabt wird. Du solltest auch sichergehen, dass deine Autobatterie richtig recycelt wird, indem du sie zu einem Wertstoffhof oder in bestimmte Reparaturläden bringst.

Teil 3 von 4: Probleme verhindern

  1. Wärme den Motor mit einer Motorblockheizung vor. Eine Motorblockheizung ist eine kleine Heizung, die in deinen Motor eingebaut und in eine Steckdose eingesteckt wird. Sie wärmt den Motor und das Öl vor und erleichtert so das Starten. Motorblockheizungen sind nicht teuer, müssen aber von einem Mechaniker richtig eingebaut werden.
  2. Halte die Batterie deines Autos warm. Deine Autobatterie liefert viel mehr Strom, wenn sie warm ist. Du kannst das z.B. mit einer Heizdecke für Batterien erreichen.
    • Eine Heizdecke oder Heizverpackung ist normalerweise die feste Installation einer Isolierung mit einem Heizelement rund um die Batterie herum. Sie benötigt etwa eine Stunde, um die Batterie ausreichend zu erwärmen.
  3. Parke im Inneren. Dein Auto im Inneren zu parken, also in einer Garage, hilft dabei, den Motor des Autos vor eisigen Winden und gefrierenden Temperaturen zu schützen. Heize die Garage, falls möglich, um die Temperaturen warm zu halten.
  4. Verwende dünneres Öl. In extremer Kälte verdickt das Öl und fließt nicht mehr so schnell zu den wichtigen Teilen des Motors, die unbedingt geölt werden müssen. Ein leichtes, Winter-geeignetes Öl fließt leichter bei kalten Temperaturen und erhöht so die Wirtschaftlichkeit des Öls. Das Benutzerhandbuch sollte dir den idealen Typ Öl für dein Auto verraten.
  5. Verwende Frostschutz für die Benzinleitungen mit Benzinregler. Ein Benzin-Frostschutzmittel, auch Trockengas genannt, ist eine Chemikalie (im Grunde Methanhydrat), das in deinen Tank gegebene wird, um deine Benzinleitung vor dem Einfrieren zu schützen. Wenn deine Benzinleitungen zufrieren, kann dein Auto solange nicht mehr starten, bis sie wieder aufgetaut sind. Viele Tankstellen geben in den kalten Monaten bereits von sich aus ein Frostschutzmittel in ihr Benzin. Frage bei deiner Tankstelle nach, ob das der Fall ist.
    • Falls möglich, gib das Trockengas zu deinem Benzin bevor du es in den Tank füllst, damit es sich vollkommen mischt.
  6. Für einen Dieselmotor, versuche es mit „Fuel Conditioner“ (Kraftstoff Verbesserungen). Ein Fuel Conditioner ist ein multifunktionales Diesel Additiv. Ein Dieselmotor startet damit leichter in der Kälte, weil der Kraftstoff dadurch nicht „gelartig“ wird. Es stellt sicher, dass der Kraftstoff auch unter ernsthaften Winterbedingungen voll funktionstüchtig bleibt.
  7. Halte den Tank voll. Es formen sich sonst Kondensation auf den Wänden deines Benzintanks, die irgendwann herunterfallen und Gefrierprobleme in deinen Benzinleitungen verursachen könnten. Es ist viel schwerer ein kaltes Auto mit einem fast leeren Tank zu starten, also tue dir selbst den Gefallen und tanke dein Auto voll, bevor du es längere Zeit stehen lässt.

Teil 4 von 4: Dein Auto winterfest machen

  1. Erneuere deine Scheibenwischer und die Scheibenwischerflüssigkeit. Scheibenwischer zerbrechen in der Kälte und werden weniger effektiv, was sehr gefährlich bei rauem Wetter sein kann. Schlechte Sicht macht das Fahren bei kaltem Wetter extrem gefährlich, deine Scheibenwischer sollten also tipptopp in Ordnung sein. Ersetze sie etwa alle 6 Monate.
  2. Überprüfe den Reifendruck und ziehe Winterreifen in Betracht. Extreme Veränderungen der Temperatur beeinflussen auch den Druck in deinen Reifen, und das Fahren mit unzureichendem Druck in den Reifen kann sehr gefährlich sein. Kalte Reifen reagieren anders, als Reifen die vorgewärmt wurden, also solltest du zuerst ein wenig herumfahren, bevor du den Reifendruck an der Tankstelle oder am Reifenshop überprüfst.
    • Wenn du an einem Ort mit starken Schneefällen lebst, solltest du Winterreifen aufziehen, oder dir ein Set Schneeketten zulegen, die du bei schlechtem Wetter aufziehen kannst. Überprüfe aber vorher die Gesetze deiner Region bezüglich Schneeketten; sie sind in manchen Gegenden illegal, da sie die Straßenoberfläche beschädigen können.
  3. Pflege die Batterie. Winter ist hart für Batterien, aus zwei verschiedenen Gründen. Einmal kann die Batterie aufgrund der Kälte nicht ihre normale Menge an Strom produzieren, da die chemischen Reaktionen, die die Elektrizität produzieren, bei niedrigeren Temperaturen langsamer ablaufen. Deine Batterie hin und wieder zu überprüfen, hält dich über etwaige Probleme auf dem Laufenden, behalte aber im Hinterkopf, dass die meisten Autobatterien sowieso nur 3 bis 5 Jahre halten. Außerdem läuft der Motor schwerer, da das Öl darin dicker ist. Dadurch muss die Batterie eine höhere Stromstärke liefern. Multi-viskoses Öl, wie z.B. 10W30, kann diesen Einfluss aber größtenteils ausgleichen.
    • Überprüfe die Kabel und Klemmen der Batterie auf Ausfransen oder Korrosion. Wenn du eine weiße, pulverförmige Substanz um die Klemmen herum bemerkst, ist das Korrosion, die durch die Batteriesäure verursacht wird. Du kannst das leicht mit Backnatron, Wasser und einer Zahnbürste reinigen.
    • Deine Batterie enthält flüssige Elektrolyte, welche verdampfen oder verschüttet werden können, also stelle sicher, dass immer ausreichend vorhanden sind. Die meisten Batterien haben Abdeckungen oben, die du abnehmen kannst, um den Stand zu überprüfen. Sollte er sehr niedrig sein, fülle die Löcher mit destilliertem Wasser auf. Achte darauf, dass du nicht über den Füllstandsanzeiger unter der Verdeckung hinaus auffüllst.

Tipps

  • Entferne so viel Schnee und Eis von deinem Auto wie möglich. Es hilft natürlich, wenn das Auto dazu läuft und sich langsam erwärmt, aber eine Ladung eiskalten Schnees, die auf dein Auto drückt, wirkt sicher nicht zu deinen Gunsten. Wische den Großteil des Schnees von deinem Auto und haue alles an Eis von deinen Reifenkästen. Achte auch darauf, dass deine Spritzlöcher und Scheibenwischer eisfrei sind.
  • Um deine Batterie warm zu halten, kannst du sie ausbauen und für die Nacht mit ins Haus nehmen. Auch wenn das ein wenig Arbeit bedeutet, ist es vielleicht einfacher, als jeden Morgen 30 Minuten lang zu versuchen die Batterie von den Toten zurückzuholen.

Warnungen

  • Erwärme deine Batterie nie durch die direkte Anwendung von hoher Hitze. Mache niemals eine Feuer oder parke dein Auto über brennenden Kohlen.
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